Saisonale Gartenhilfsmittel: Grabegabel, Vlies, Laubbesen und Winterschutz im Jahreslauf
- Frühling: Boden erst bearbeiten, wenn keine Erde mehr am Gerät haftet, dann mit Grabegabel oder Krail lockern
- Saat und Jungpflanzen mit weichem Strahl aus Brause oder Sprühflasche angießen
- Sommer: Schlauch oder Brause mit einer 10-Liter-Kanne ausmessen und Beete durchdringend gießen
- Herbst: Laub vom Rasen und von Wegen holen, gesundes Laub in dünnen Lagen auf Beeten lassen
- Vor dem Frost Schläuche, Regentonnen und nicht frostsichere Außenleitungen entleeren
- Winter: Schilfmatten, Reisig und luftdurchlässiges Vlies gegen Barfrost und Wintersonne
Ich gehe zu Beginn jeder Jahreszeit einmal durch meinen Geräteschuppen und lege bereit, was als Nächstes gebraucht wird. Ich mache das, bevor das Beet abgetrocknet ist oder der erste Frost angesagt wird. Manche Handgriffe sind nämlich an die Jahreszeit gebunden: Eine Regentonne, die du vor dem Winterfrost nicht leerst, kann durch gefrierendes Wasser Schaden nehmen.
Zu den saisonalen Gartenhilfsmitteln zählt mehr als Werkzeug wie Grabegabel, Hacke und Laubrechen. Dazu gehören auch Vlies, Mulchfolie, Rankhilfen, Schilfmatten und Reisig, die nur zu bestimmten Zeiten zum Einsatz kommen. Welche Werkzeuggruppen es von der Bodenbearbeitung bis zur Rasenpflege gibt und was du auf welchem Erfahrungsstand brauchst, ordnet ein eigener Ratgeber.
Welche Hilfsmittel brauchst du in welcher Jahreszeit?
Im Frühling lockerst du den Boden, bereitest das Saatbett vor und ziehst Pflanzen an. Im Sommer stehen Gießen, Jäten, Mulchen und Stützen an. Der Herbst bringt Ernte, Laub und die Vorbereitung auf den Frost, der Winter Winterschutz, Gehölzschnitt und Planung.
| Jahreszeit | Was ansteht | Passende Hilfsmittel |
|---|---|---|
| Frühling | Boden lockern, Saatbett vorbereiten, säen, vorziehen, abdecken | Grabegabel, Sauzahn, Handgrubber, Rechen, Anzuchtschalen, Brause, FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet., Vlies |
| Sommer | gießen, jäten, mulchen, Pflanzen stützen | Gießkanne, Schlauch, Hacke, Unkrautstecher, Mulch, Mulchfolie, Rankhilfen |
| Herbst | Wurzelgemüse ernten, Laub räumen, kompostieren, schwere Böden umgraben, Wasser entleeren | Grabegabel, Schubkarre, Laubrechen, Fächerbesen, Mistgabel, Häcksler, Spaten |
| Winter | Pflanzen gegen Barfrost und Wintersonne schützen, Kernobst schneiden, Werkzeug pflegen, planen | Schilfmatten, Reisig, Jute, Gartenschere, Astschere, Säge, Gartentagebuch |
Frühling: Womit bereitest du Boden, Aussaat und Gießen vor?
Im Frühling bestimmt der Boden, wann du anfangen kannst. In welcher Reihenfolge du die Gartenarbeiten im Frühling erledigst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Wann ist der Boden bereit?
Bevor ich Grabegabel oder Rechen hole, mache ich die Krümelprobe. Ich nehme einen erbsengroßen Erdkrümel aus etwa 10 cm Tiefe und zerdrücke ihn. Zerfällt er, kann es losgehen. Schmiert er, ist der Boden noch zu nass. Ein zweites Zeichen siehst du am Gerät: Das Beet ist ausreichend abgetrocknet, wenn keine Erde mehr daran haften bleibt.
Zu nassen Boden betreten oder bearbeiten. Dabei können neue Verdichtungen entstehen. Warte lieber, bis die Krümelprobe passt.
Im Frühjahr lockerst du ausreichend abgetrockneten Boden mit Grabegabel oder Krail, statt ihn erneut umzugraben. Der Sauzahn mit seinem sichelförmigen Zinken lockert schonend in die Tiefe, ohne die Bodenschichten zu wenden. Er passt auch zwischen Gemüsereihen. Für die feine Arbeit an der Oberfläche nimmst du einen Handgrubber, mit dem du das Saatbett vorbereitest und Kompost einmischst.
Als allgemeine Empfehlung gelten jährlich 3 l Kompost je m², wobei du bekannte Nährstoffgehalte deines Bodens berücksichtigst. Den aufgestreuten Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein. Ob dein Boden Kalk braucht, hängt von Bodenart und pH-Wert ab, und das klärt eine Bodenuntersuchung.
Spaten und Grabegabeln: Was nimmst du wofür?
Mit dem Spaten stichst du in den Boden ein und stichst Bodenstücke ab. Du brauchst ihn zum Graben, für Pflanzlöcher, Rasenkanten und zum Teilen von Stauden. Umgraben ist vor allem bei neu anzulegenden Beeten und sehr schweren Böden sinnvoll.
Die Grabegabel lässt sich in steinigem oder klebrigem Boden leichter einstechen als ein Spaten. Ich trete sie mit dem Fuß ein, bewege sie am Griff hin und her, ziehe sie heraus und setze sie etwa 10 cm weiter wieder an. Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabegabel, während auf schweren Böden der Herbstfrost nach dem Umgraben zur Lockerung beitragen kann. Beim Lockern hat die Grabegabel ihre Zeit also im Frühling, der Spaten beim Umgraben schwerer Böden eher im Herbst.
Typen und Handhabung im Einzelnen findest du im Ratgeber dazu, wie du die fünf Grundwerkzeuge vom Spaten bis zur Handschaufel einsetzt.
Rechen und Harken: Womit ebnest du das Saatbett?
Rechen und Harke sind regional unterschiedliche Bezeichnungen für dasselbe Gerät. Du lockerst und ebnest damit die Erde.
Nach dem Lockern ziehst du mit dem Rechen die Oberfläche glatt und bereitest das Saatbett vor. Ein Eisenrechen mit kräftigen Zinken ebnet Beete ein und verteilt auch Erde, Kies und Schotter. Einen Rechen mit Holzzinken setze ich nicht mit viel Kraft ein, weil die Zinken dabei leicht brechen können. Zwischen Gehölzen und Stauden erleichtert ein Rosenrechen mit seitlich abgeflachter Form die Arbeit und schont empfindliche Veredelungsstellen.
Wie du den Rechen im Einzelnen führst, beschreibt ebenfalls der Ratgeber zur Grundausstattung.
Aussaathilfen: Schalen, Töpfe, Frühbeet und Vlies
Wiederverwendete Anzuchtschalen und Töpfe reinige ich vor jeder neuen Aussaat gründlich. Ich entferne die Erdreste, schrubbe die Gefäße mit warmem Wasser, Spülmittel und Bürste und spüle mit klarem Wasser nach. Danach lasse ich sie gut trocknen, bevor ich neu bepflanze. Das Reinigen kann Infektionsquellen für Pflanzenkrankheiten reduzieren.
Für Paprika und Chili eignet sich eine etwa 5 cm tiefe Schale mit Aussaaterde. Säst du die Samen einzeln in kleine Töpfe oder Multitopfplatten, kannst du das spätere PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. vermeiden. Tomatensämlinge aus der Saatschale pikierst du nach ungefähr 3 Wochen. Sie ziehen dann in 10-cm-Töpfe um.
Zu wenig Fensterlicht oder zu viel Wärme nach dem Pikieren begünstigen blasse, dünne und weiche Jungpflanzen. Nutzt du eine Anzuchtlampe, beurteilst du ihre pflanzenwirksame Lichtintensität besser über die PPFD in µmol/m²/s als über Lux. Hängt die LED zu nah, können hohe Belichtungsintensitäten die Blätter schädigen.
Für den Start im Freiland kommen Frühbeet und Abdeckungen dazu:
| Hilfsmittel | Einsatz | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Frühbeetkasten | Vorziehen und Verfrühen; die Ernte kann ein bis drei Wochen früher beginnen als ungeschützt | an warmen Tagen regelmäßig lüften; die geneigte Abdeckung zur Sonne in Nord-Süd-Richtung ausrichten |
| Gemüsevlies | Verfrühung von Puffbohnen, Radieschen, Möhren, Salat und Kohlrabi; die Freilandsaison kann je nach örtlichem Klima etwa 3–4 Wochen früher beginnen | bei Salat bei anhaltend 20–22 °C abnehmen, bei wärmeliebendem Gemüse bei anhaltenden Temperaturen ab 25 °C |
| Lochfolie | Flachabdeckung zur Verfrühung | zum Gießen zurückschlagen, weil sie Wasser nicht ausreichend durchlässt |
| KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. | Abdeckung ab Aussaat oder Pflanzung | sofort auflegen und am Boden dicht abschließen |
Gartenvlies ist flächig wasser- und luftdurchlässig, du kannst also durch das Vlies gießen. Gurkensorten, die gemischt blühen und von Insekten bestäubt werden, dürfen nicht dauerhaft unter geschlossenem Vlies bleiben, weil sie die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. brauchen. Frühe Kohlrabisorten kannst du bei geeigneten Anzuchttemperaturen ab Anfang März im Frühbeet vorziehen. Den ersten Satz ziehst du bei 14 bis 16 °C an, damit er nicht durch zu niedrige Temperaturen frühzeitig schosst. Was du im Zimmer oder Frühbeet vorgezogen hast, härtest du vor dem Auspflanzen ins Freiland ab.
Gießkannen und Spritzbrausen: Wie gießt du Saat und Jungpflanzen?
Saat und Jungpflanzen brauchen einen weichen Wasserstrahl. Er hilft, das Wegspülen und Verschlämmen der Erde zu vermeiden. Frisch gesäte Paprika und Chili gieße ich mit einer zarten Brause oder der Sprühflasche an, damit die Saat nicht abgeschwemmt wird. Gemüsesetzlinge gießt du mit feinem Strahl an, damit der Ballen guten Kontakt zum umgebenden Boden bekommt.
Mit Gießstab oder Brause bewässerst du einzelne Pflanzen gezielt. Das Wasser kommt in den Wurzelbereich, die Blätter bleiben möglichst trocken. Für Gemüseaussaaten hältst du den Boden mäßig feucht und locker, damit die Keimlinge Wasser aufnehmen und atmen können. Größere Aussaatflächen kann ein Regner von oben flächig benetzen, Wind kann das Wasser dabei aber ungleichmäßig verteilen.
Miss deine Brause einmal aus. Öffne sie vollständig und stoppe, wie lange sie eine 10-Liter-Kanne füllt. Dann weißt du, wie lange du für diese Menge gießen musst.
Welche Kannen es gibt und wie du sie handhabst, steht auch in diesem Ratgeber zur Grundausstattung.
Was leistet eine automatische Bewässerungsanlage?
Während Urlaub und Abwesenheit kann eine automatische Bewässerung die Wasserversorgung deiner Pflanzen übernehmen. Eine neu installierte Anlage beobachtest du vor dem unbeaufsichtigten Betrieb mehrere Wochen und stellst sie bei Bedarf nach. Wie du eine automatische und smarte Bewässerung steuerst, einbaust und wartest, beschreibt unser Technik-Ratgeber zu Werkzeug, Bewässerung und Anzucht.
Sommer: Was brauchst du, wenn der Garten in voller Pracht steht?
Im Sommer verlagert sich die Arbeit vom Boden auf Wasser, Unkraut und Halt für wachsende Pflanzen.
Wie viel Wasser braucht das Beet?
Der Wasserbedarf hängt von Pflanzenart und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Wie oft du gießt, richtest du deshalb nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen während der fortlaufenden Fruchtbildung bis zur Ernte eine gute Wasserversorgung.
Als Orientierung für durchdringendes Bewässern von Gartenbeeten dienen 10–20 l/m² je Wassergabe. Gemüsebeete brauchen bei sommerlicher Trockenheit als Orientierung etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage. Durch vorsichtiges Nachgraben prüfst du, ob der Boden 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet ist.
Fang mit dem Gießen an, solange der Untergrund noch leicht feucht ist, denn vollständig ausgetrockneter Boden nimmt Wasser schlechter auf. Schwemmt das Wasser oberflächlich weg, gieße ich zuerst an einer anderen Stelle weiter und komme später zurück. Hängt eine Topfpflanze schlapp, prüfst du vor dem Gießen, ob das Substrat noch feucht ist.
Gießen in der Mittagssonne verbrennt die Blätter? Wassertropfen verursachen bei den meisten Pflanzenblättern keine Verbrennungsflecken. Ich gieße trotzdem morgens, weil nasse Blätter dann abtrocknen können und Pilzerkrankungen weniger begünstigt werden.
Beim Schlauchkauf achtest du auf nachvollziehbare Angaben zu Betriebsdruck, Berstdruck, Temperaturbereich und UV-Beständigkeit. Regner versorgen vor allem Rasenflächen, Tropfbewässerung eignet sich für Beete und Kübel und braucht einen Filter, weil die Tropfer verstopfen können. Mehr zu Schlauch, Regner und Tropfsystem steht im Abschnitt »Bewässerungssysteme« des Technik-Ratgebers.
Welche Geräte helfen gegen Unkraut?
Wurzelunkräuter ziehst oder gräbst du vollständig aus, bevor du hackst, etwa mit einer Gierschgabel. Zurückbleibende Wurzelstücke können erneut austreiben. Bei einem Greif-Unkrautstecher ziehen sich die Stechdorne beim Aushebeln zusammen und umfassen den Wurzelstock. Samenunkräuter entfernst du mechanisch, bevor sie Samen bilden.
Zum Hacken sollte die Bodenoberfläche nach Regen wieder leicht abgetrocknet sein. Ziehhacken passen zu leichten, unverkrusteten Böden, Schlaghacken auch zu schweren, steinigen oder trockenen. Eine Pendelhacke unterschneidet das Unkraut beim Vor- und Zurückführen parallel zum Boden. Besonders eignet sie sich auf sandigem oder kiesigem Untergrund.
In Staudenpflanzungen ziehst oder stichst du Unkraut gezielt aus, weil flächiges Hacken die Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. stört. Dort jäte ich oft und kurz, denn häufige kurze Durchgänge sind in Staudenmischpflanzungen in der Regel wirksamer als wenige große Pflegetermine.
Mulch und Mulchfolie: Wie dick und ab wann?
Organischen Mulch trägst du im Gemüsebeet normalerweise etwa 2–3 cm dick auf. Du beginnst damit gewöhnlich erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe und lässt Saatrillen und Jungpflanzen frei. Angetrockneten Rasenschnitt legst du nur dünn und dafür häufiger auf, damit er nicht zu einer dichten Masse verklebt. Unter höherwachsenden Gemüsekulturen kann Stroh in einer 5–10 cm starken Schicht während der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. reichen.
Schwarze Mulchfolie hemmt Unkraut, beschleunigt die Bodenerwärmung und mindert die Verdunstung. Eingesetzt wird sie etwa bei Kürbissen, Einlegegurken und Salaten. Vor dem Verlegen bereitest du das Beet vor, düngst bedarfsgerecht und wässerst. Zum Pflanzen schneidest du 3–5 cm große Kreuzschnitte in die Folie. Unter wasserundurchlässiger Folie ist ein darunter verlegter Tropfschlauch zweckmäßig.
Bändchengewebe und Mulchvliese eignen sich für mehrjährige Nutzung, dünne PE-Mulchfolien halten weniger lange. Eine biologisch abbaubare Mulchfolie gehört nur dann auf deinen Kompost, wenn sie ausdrücklich als heim- oder gartenkompostierbar gekennzeichnet ist.
Welche Rankhilfe passt zu welcher Pflanze?
Die Rankhilfe richtet sich nach der Kletterweise. Schlinger brauchen überwiegend senkrechte Stützen, Ranker Gitter oder Netze und Spreizklimmer waagerechte Streben oder Gitter.
Für Ranker dienen Netzmaschen von etwa 10–30 cm Breite und 20–50 cm Höhe als allgemeine Orientierung. Die Maschen müssen zur jeweiligen Pflanze passen.
Für Erbsen stecke ich Buchenreisig in die Reihen. Bindungen an Spalierpflanzen kontrollierst du regelmäßig und passt sie an, damit sie nicht in die wachsenden Triebe einwachsen. Holzrankhilfen streichst du nicht mit pflanzenschädlichen Lasuren oder Farben mit Bioziden. Rankhilfen aus Metall oder Kunststoff für dauerhafte Außenbegrünung sollen witterungsbeständig, UV-beständig und korrosionsfrei sein. Tomaten ziehst du zum Schutz vor anhaltender BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. unter einem lichtdurchlässigen Dach, an einem sonnigen und gut durchlüfteten Platz.
Dünger, Kompost und Hitze
Deinen Dünger richtest du nach einer Bodenuntersuchung und den tatsächlich fehlenden Nährstoffen. Ausbringen solltest du ihn möglichst auf feuchten Boden. Bei anhaltender Trockenheit kann es nötig werden, den Kompost zu wässern, damit die Umsetzung weiterläuft. Dunkle Pflanzgefäße schattiere ich, damit sich der Wurzelbereich nicht stark aufheizt. Heckenschnitt verschiebst du bei Hitze auf kühlere, bedeckte Tage. Für die Urlaubszeit vereinbare ich eine Vertretung, die das Gießen übernimmt.
Herbst: Was brauchst du für Ernte und Wintervorbereitung?
Im Herbst kommt die Grabegabel erneut zum Einsatz, diesmal zur Ernte. Kartoffeln, Möhren und anderes Wurzelgemüse hebe ich mit ihr aus dem Boden. Hochhängende Äpfel hole ich mit einem Obstpflücker am langen Stiel.
Für den Weg ins Lager nutze ich kleinere Gebinde und rollende Transporthilfen, weil sie das Heben und Tragen verringern können. Die Schubkarre belädst du mit schweren Lasten unten und möglichst symmetrisch und sicherst die Ladung gegen Herabfallen. Stellst du sie auf Gefälle ab, sicherst du sie gegen Wegrollen.
Im Spätsommer bekommt das Frühbeet eine zweite Belegung. Spinat und Feldsalat säst du als Spätkulturen etwa von August bis Anfang September hinein. Ein gelüfteter Folientunnel schützt Herbst- und Wintergemüse vor Nässe und der dadurch begünstigten Fäulnis.
Schwere Böden, die im Winter voraussichtlich durchfrieren, gräbst du jetzt mit dem Spaten um. Leichte Böden lässt du bis zum Frühjahr liegen und lockerst sie dann mit der Grabegabel.
Herbst: Wohin mit dem Laub, wenn die Blätter fallen?
Herbstlaub rechst du vom Rasen ab, damit er Licht und Luft bekommt, und von Gehwegen wegen der Rutschgefahr. Gesundes Laub kann in dünnen Lagen auf geeigneten Beeten und unter Hecken liegen bleiben oder als Rückzugshaufen für Insekten und Igel dienen. Da der Rasen für Licht und Luft frei von Laub sein soll und gesundes Laub Gemüsebeete abdecken kann, bringe ich das zusammengerechte gesunde Laub gleich aufs Gemüsebeet.
Welche Rechen und Besen eignen sich für Laub?
In kleinen bis mittelgroßen Gärten sind Besen, Laubrechen oder Harke eine strom- und kraftstofffreie Alternative zu Laubsauger und Laubbläser. Ein Fächerbesen mit gebogenen Federstahlzinken kehrt Laub, Früchte und kleine Zweige zusammen. Bei einem Verstellbesen lässt sich die Arbeitsbreite stufenlos verändern. Auf Kiesflächen nimmst du einen Fächerbesen aus Kunststoff, der die Kiesel nicht stark aufwühlt. Für größere Blätter auf losem Kies eignet sich ein Federbesen, während gewöhnliche Besen und Hochdruckreiniger dort ungeeignet sind.
Kompost, Mistgabel und Häcksler
Eigenkompostierung ist sinnvoll, wenn du den Kompost im Garten auch verwendest. Feuchte Abfälle wie Rasenschnitt und trockene wie kleine oder gehäckselte Äste schichte ich abwechselnd auf. Zum Umsetzen schweren, langfaserigen Materials wie noch nicht vollständig zersetzten Komposts eignet sich die Mistgabel. Kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile gibst du über die kommunale Entsorgung ab, weil der eigene Kompost sie meist nicht vollständig hygienisiert.
Holzschnitt und andere grobe Gartenabfälle zerkleinerst du vor dem Kompostieren mit einem Häcksler. Die gehäckselten holzigen Reste kannst du als Kompost- oder Mulchmaterial verwenden. Brauchst du den Häcksler nur selten, ist Leihen oder gemeinsames Nutzen eine Alternative zum eigenen Gerät. Vor dem Reinigen ziehst du den Netzstecker oder nimmst den Akku heraus. Motorisierte Häcksler dürfen in deutschen Wohngebieten im Freien werktags grundsätzlich zwischen 20 und 7 Uhr nicht laufen, an Sonn- und Feiertagen ganztägig nicht. Gesetzliche Ausnahmen und örtliche Zusatzregeln kommen hinzu, frag deshalb bei deiner Gemeinde nach.
Wege und Fugen vor dem Winter
Altbewuchs in Pflasterfugen entfernst du schon im Herbst. Das mechanische Jäten auf befestigten Wegen beginnt dann im zeitigen Frühjahr. Fugenkratzer und Bürsten holen Unkraut und Moos aus den Fugen, und nach Regen geht das leichter, weil die Fugenerde aufweicht. Ausgerissene Fugenunkräuter nimmst du auf, weil sie noch Samen verbreiten können. Salz darf auf Wegen und Terrassen nicht zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden.
Wie machst du den Garten winterfest?
Vor dem ersten Frost geht es vor allem ums Wasser. Was Wasser führt und nicht frostsicher ist, entleerst du und bringst es frostgeschützt unter.
Schläuche, Brausen und anderes wasserführendes Zubehör entleeren und frostgeschützt lagern. Regentonnen vor dem Winterfrost leeren, damit gefrierendes Wasser sie nicht beschädigt. Nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen entleeren und zusätzlich absperren. Wiederverwendbare Vliese und Folien sauber, trocken, dunkel und mäusesicher lagern. Hölzerne Gartenmöbel zum Schutz vor Fäulnis trocken einlagern.
Kübelpflanzen, die drinnen überwintern, bewege ich mit einer rollenden Transporthilfe ins Winterquartier. Bei der Auswahl achtest du auf passende Rollen oder Reifen, Leichtgängigkeit, Bremsbarkeit und Kippstabilität. Der Weg dorthin sollte möglichst kurz, frei, eben, fest und sauber sein.
Winter: Womit schützt du Pflanzen, und was ist sonst dran?
Schutz gegen Barfrost und Wintersonne
Schilfmatten und Reisig dienen bei frostempfindlichen Pflanzen als Schutzmaterial gegen Barfrost und Wintersonne. Für immergrüne Kübelpflanzen eignet sich als Sonnenschutz luftdurchlässige Jute oder luftdurchlässiges Vlies. Immergrüne Gehölze können auch im Winter austrocknen. Deshalb hole ich bei winterlicher Trockenheit an frostfreien Tagen die Gießkanne heraus. Junge Obstbäume bekommen einen Weißanstrich an Stamm und unteren Leitästen, der sie vor temperaturbedingten Rindenschäden schützt.
Eine Beetabdeckung hält tagsüber eingestrahlte Sonnenwärme zurück, die der Boden nachts an die Luft unter der Abdeckung abgibt. Bei einer Doppelabdeckung liegt das Vlies unter der Folie.
Welche Schere für den Winterschnitt?
Kernobst kannst du im Winter bei trockenem Wetter bis etwa −5 °C schneiden. Als Orientierung eignet sich die Gartenschere für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser greifst du zur Astschere. Sind Äste dafür zu dick oder nicht erreichbar, verwendest du eine geeignete Säge. Beim Schneiden mit der Gartenschere bleibt die zweite Hand außerhalb des Schnittbereichs.
Werkzeugpflege: fit für den Frühling
Im Winter bürste ich Erdreste ab, prüfe Stiele und Gelenke und öle rostanfällige Klingen gegen Korrosion ein. Gründliches Nachschärfen von Scheren und Spaten gilt etwa alle 1–2 Jahre als Orientierung, je nach Nutzung und tatsächlichem Verschleiß. Wie du schärfst, reparierst und lagerst, steht im Abschnitt »Werkzeug pflegen, reparieren und lagern« des Technik-Ratgebers.
Das ganze Jahr: Ordnung, Schutz, Ergonomie und Material
Ordnung: Langstielige Geräte hänge ich an die Wand, Kleinteile kommen in eine Kiste mit Tragegriff. Werkzeug legst du so ab, dass es nicht herunterfallen kann, und sicherst Schneiden und Spitzen gegen unbeabsichtigtes Berühren. Wie du deine Werkzeugausstattung mit Budget, Leihoptionen und geordneter Aufbewahrung zusammenstellst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Schutz: Geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle und Handschuhe trage ich bei jeder Gartenarbeit, im Frühjahr wie im Herbst. Bei schweren Verletzungen durch Gartenwerkzeuge wählst du sofort den Notruf 112. Was zu sicherer Handhabung und zum Notfall gehört, steht im Abschnitt »Sicher arbeiten« des Technik-Ratgebers.
Ergonomie: Als Ausgangspunkt für Spaten und Grabegabeln dienen etwa 70–75 cm Stiellänge, die du an deine Körpergröße anpasst. Harken und Hacken brauchen als Ausgangspunkt etwa 150 cm, damit du aufrecht arbeiten kannst. Worauf du bei Griffen, Material und Stiel sonst achtest, beschreibt der Abschnitt »Qualität, Material und Ergonomie« des Technik-Ratgebers.
Material: Beim Kauf achte ich auf lösbare Verbindungen, austauschbare Bauteile und Angaben zur Ersatzteilverfügbarkeit. Bei Holz geben Siegel wie FSC und Naturland Hinweise auf nachhaltige Waldwirtschaft, und bei Kunststoff heißt biobasiert nicht automatisch biologisch abbaubar. Mehr zu Reparierbarkeit und Ersatzteilen findest du im selben Abschnitt des Technik-Ratgebers, zum Regenwasser als Wasserquelle im Abschnitt »Wasser sparen«.
Wie planst du die neue Saison?
An Winterabenden werte ich mein Gartentagebuch aus. Darin halte ich fest, welche Gemüsearten und Sorten sich bewährt haben, und darauf baue ich die Anbauplanung für das nächste Jahr auf. Für die Zeitplanung kannst du je m² Gemüsebeet etwa 15–30 Minuten Pflegeaufwand im Jahr als Orientierung ansetzen.
Zur Planung gehört die Fruchtfolge. Auf demselben Beet stehen Kopfkohl und andere KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. höchstens alle 4–5 Jahre. Beete und Anbaupausen planst du im Beetplaner, und welche Nachbarn im Beet zueinander passen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Fehlt dir noch Werkzeug, startest du mit einer kleinen Auswahl guter Geräte und erweiterst sie nach tatsächlichem Bedarf. Ob du ein selten gebrauchtes Gerät mietest oder kaufst, hängt vor allem davon ab, wie oft und wie lange du es nutzt. Bevor im Frühjahr die Krümelprobe passt, liegen bei mir Grabegabel, Rechen und die gereinigten Anzuchtschalen wieder griffbereit.
