Rasen · Futterpflanzen & Weide · Wissen

Futterpflanzen für Haustiere: von Basilikum fürs Kaninchen bis Katzengras

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Basilikum, Löwenzahn und Petersilie gehören zu den Futterkräutern, die für Kaninchen geeignet sind.
  • Bei Kaninchen bleibt Heu zusammen mit Saftfutter die Fütterungsgrundlage.
  • Meerschweinchen bilden kein Vitamin C selbst und müssen es mit dem Futter aufnehmen.
  • Katzen sind spezialisierte Fleischfresser, Katzengras ist für sie eine Beschäftigung.
  • Neues Futter stellst du bei Kaninchen und Meerschweinchen langsam über 14 Tage um.
  • Eibe, Herbstzeitlose und Eisenhut gehören nicht ins Futter, bei Vergiftungsverdacht holst du sofort tierärztliche Hilfe.

Du hast Basilikum im Kräuterbeet und Kaninchen im Gehege, und schon stellt sich die Frage, ob das Kraut in den Napf darf. Die Antwort ist ja: Basilikum zählt wie Löwenzahn und Petersilie zu den Futterkräutern, die für Kaninchen geeignet sind. Bevor ich etwas Neues aus dem Garten verfüttere, kläre ich trotzdem drei Punkte. Passt die Pflanze zu genau dieser Tierart? Wie führe ich sie langsam ein? Und wächst daneben etwas Giftiges?

Futterpflanzen sind dabei Futter und keine Medizin. Je nach Tierart bilden sie die Grundlage der Ernährung oder nur eine Ergänzung, ein Heilmittel sind sie in keinem Fall.

Grundlage oder Ergänzung: das entscheidet die Tierart

Bei Kaninchen und Meerschweinchen gehören Wiesengräser und Wiesenkräuter zur Hauptnahrung. Beides kommt täglich frisch und zusätzlich als Heu ins Gehege. Für Kaninchen gilt Heu zusammen mit Saftfutter als Fütterungsgrundlage. Kräuter, Blattgemüse und Zweige aus dem Garten ergänzen diese Basis.

Daneben bieten Futterpflanzen Beschäftigung. Verteilt angebotenes Futter regt Kaninchen dazu an, zu suchen und sich den Zugang zu erarbeiten. Katzengras ist eine Möglichkeit, Katzen zu beschäftigen.

Mythos-Check

„Grünzeug passt zu jedem Haustier.“ Das stimmt so nicht. Katzen sind spezialisierte Fleischfresser. Goldhamster bekommen außer Pflanzen auch tierisches Protein, eine Kräuterwiese deckt ihre Ernährung also nicht vollständig ab. Welche Pflanze passt, entscheidet immer die Tierart.

Basilikum, Löwenzahn und Co.: was Kaninchen bekommen

Für Kaninchen ist die Auswahl an Futterpflanzen groß. Basilikum, Löwenzahn und Petersilie gehören zu den geeigneten Futterkräutern. Dazu kommen Blattgemüse, Blattsalate und die Blätter einiger Gehölze.

Gruppe Pflanzen geeignet für
Futterkräuter Basilikum, Löwenzahn, Petersilie Kaninchen
Blattgemüse Endivie, Möhrengrün, Fenchelgrün Kaninchen
Blattsalate Chicorée, Radicchio, Zuckerhut Kaninchen und Meerschweinchen
Gehölzblätter Blätter von Hasel, Apfel, Johannisbeere Kaninchen
Zweige zum Nagen Apfel, Birne, Weide, Buche, Haselnuss, nur ungespritzt Kaninchen

Basilikum kannst du also ins Frischfutter deines Kaninchens geben. Ich behandle es wie jedes neue Kraut und nehme es allein dazu, ohne gleichzeitig andere neue Pflanzen anzubieten. So sehe ich, wie das Tier darauf reagiert.

Beim Pflücken nehme ich nur Pflanzen und Zweige, von denen ich weiß, dass sie nicht gespritzt wurden. Das Grün verteile ich im Gehege, statt es auf einen Haufen zu legen.

Anzeigen

Meerschweinchen: Vitamin C, Zähne und frisches Grün

Meerschweinchen können Vitamin C anders als Kaninchen nicht selbst bilden. Die Tiere müssen es deshalb mit dem Futter aufnehmen. Vitamin C ist zugleich hitze- und lichtempfindlich, Lagerung und Zubereitung können den Gehalt im Grünfutter verändern. Grünfutter, das lange gelagert wird, kann also weniger von dem Vitamin liefern, das Meerschweinchen nicht selbst herstellen. Für Meerschweinchen schneide ich Grün deshalb frisch, statt es auf Vorrat zu lagern.

Chicorée, Radicchio und Zuckerhut eignen sich für Meerschweinchen genauso wie für Kaninchen. Die Basis bleibt trotzdem rohfaserhaltiges Grundfutter wie Heu. Vor allem dessen Kauen nutzt die ständig nachwachsenden Zähne der Meerschweinchen ab. Zur Beschäftigung kannst du zusätzlich Äste von ungespritzten Obstbäumen, Weiden oder Haselnusssträuchern anbieten.

Nicht gefressenes Frischfutter und Heu nehme ich täglich heraus und ersetze es durch frisches.

Achtung

Frisst dein Meerschweinchen nicht mehr, ist das ein tierärztlicher Notfall. Warte nicht ab, ob es von allein wieder anfängt.

Katze und Hund: Grünes mit klaren Grenzen

Katzen: Katzengras als Beschäftigung

Katzen sind spezialisierte Fleischfresser. Katzengras bietest du ihnen als Beschäftigung an, für Wohnungskatzen wird es als mögliches Angebot empfohlen. Eine Katzengrasmischung kann zum Beispiel Gelbhafer und Wiesenlieschgras enthalten. Ich säe sie in eine Schale mit Anzuchterde und halte die Schale stetig feucht.

Katzengras aus Gelbhafer und Wiesenlieschgras Angabe
Aussaatzeit ganzjährig im Haus
Saattiefe 0 bis 0,5 cm
Keimtemperatur 15 bis 20 °C empfohlen
Keimdauer 7 bis 14 Tage

Leben mehrere Katzen bei dir, sorge dafür, dass jede an eine Schale kommt. In einem Mehrkatzenhaushalt müssen Beschäftigungsangebote für jede Katze erreichbar sein, und Katzengras ist genau so ein Angebot.

Schau dir auch an, was sonst auf der Fensterbank steht. Aloe vera ist eine Giftpflanze, giftig sind die ganze Pflanze und vor allem der Saft.

Hund

Dass ein Kraut für Kaninchen geeignet ist, sagt nichts darüber aus, ob es zu deinem Hund passt. Möchtest du ihm Grünes aus dem Garten anbieten, sprich das vorher mit deiner Tierarztpraxis ab.

Degus, Chinchillas, Vögel und Reptilien

Degus sind Pflanzenfresser und fressen in der Natur Blätter, Samen, Gras, Kräuter und Baumrinde. In der warmen Jahreszeit gehört täglich geeignetes frisches Blattgrün zu ihrem Futter. Chinchillas brauchen ständig gut strukturiertes Heu zur freien Verfügung.

Häufiger Fehler

Obst als Leckerbissen für Degus. Degus neigen zu Diabetes und sollen deshalb kein Obst bekommen.

Wellensittichen kannst du Vogelmiere und Löwenzahn als Grünfutter anbieten. Bei Hühnern hängen Futtermenge und Futterzusammensetzung von Rasse, Körpergröße und Haltungsform ab. Ein eigener Ratgeber zeigt, welche Futterpflanzen sich für Hühner eignen und wie du sie im Auslauf ziehst.

Für Griechische Landschildkröten gehören Löwenzahn, Spitzwegerich, Breitwegerich und Klee zur geeigneten pflanzlichen Nahrung. Was Landschildkröten, Leguane und Bartagamen an Futterpflanzen brauchen und warum dort das Calcium-Phosphor-Verhältnis zählt, liest du gesondert nach.

Wie viel Grün? Langsam umstellen statt nach Gramm füttern

Die benötigte Futtermenge lässt sich nur abschätzen, wenn du den Energiegehalt des Futters berücksichtigst. Tabellierte Futterwerte sind außerdem Mittelwerte und können bei deiner Futterpartie anders ausfallen. Wie viel dein Tier braucht, klärst du deshalb mit deiner Tierarztpraxis.

Klar ist dagegen, wie du neues Grün einführst. Bei Kaninchen und Meerschweinchen soll eine Futterumstellung langsam über 14 Tage laufen. Bei Kaninchen braucht der Verdauungsapparat diesen langsamen Wechsel, um sich auf das neue Angebot einzustellen. Frisches Trinkwasser gehört für Kaninchen und Meerschweinchen immer dazu, auch wenn sie auf der Wiese grasen.

Mini-Checkliste

Nimm eine neue Pflanze nach der anderen dazu. Strecke die Umstellung bei Kaninchen und Meerschweinchen über 14 Tage. Biete Heu als Grundlage weiter an. Stelle immer frisches Wasser bereit. Beobachte, ob dein Tier wie gewohnt frisst.

Marias Erfahrung

Ich notiere mir, an welchem Tag ich eine neue Pflanze dazunehme. Frisst ein Tier anders als sonst, sehe ich so gleich, was zuletzt neu war.

Giftpflanzen und Futterhygiene: die Risiken kennen

Beim Grün aus Garten und Wiese liegt ein Risiko in Giftpflanzen, die zwischen dem Futter wachsen. Diese Arten gehören dazu:

Pflanze Was du wissen musst
Eisenhut für sämtliche Tierarten giftig
Eibe Rinde, Nadeln und Samen sind giftig, auch für Kaninchen und Meerschweinchen
Herbstzeitlose für Kaninchen und Meerschweinchen giftig, die Giftstoffe bleiben nach Trocknung, Silierung und Lagerung erhalten
Aloe vera ganze Pflanze giftig, besonders der Saft

Bei der Herbstzeitlose hilft Trocknen nicht. Ihre Giftstoffe bleiben auch im getrockneten Zustand erhalten, und für Kaninchen und Meerschweinchen ist sie giftig. Heu von einer Wiese mit Herbstzeitlosen wird dadurch also nicht ungefährlich. Bevor ich eine Wiese für Heu mähe, gehe ich sie ab und suche nach Herbstzeitlosen.

Kreuzkraut gehört ebenfalls nicht ins Futter, denn seine Pyrrolizidinalkaloide können bei Rindern und Pferden auch über Heu oder Silage schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen. Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen schon auf dem Feld oder erst im Lager belasten. Was beim Lagern von Futterpflanzen und bei der Futterhygiene zählt, findest du im Überblick zu Futterpflanzen und Weide, dort auch zur Kleintierfütterung im Jahresverlauf.

Achtung

Hast du den Verdacht, dass dein Tier eine giftige Pflanze gefressen hat, hol sofort tierärztliche Hilfe.

Was steckt in Futterpflanzen?

Petersilie enthält als Lebensmittel-Tabellenwert etwa 160 mg Vitamin C je 100 g Frischware. Ein solcher Wert beschreibt den Inhalt und keine Wirkung auf die Gesundheit deines Tieres. Wie du Nährstoffe in Futterpflanzen einschätzt und ihren Gehalt erhältst, liest du in einem eigenen Ratgeber.

Futterpflanzen selbst ziehen

Für Petersilie im Topf brauchst du Kräutererde und ein Gefäß mit Abzugslöchern. Eine Kleintierwiese aus Futtergräsern und Weißklee liefert Grün für Kaninchen und Meerschweinchen und ist zum Beweiden oder für die Heugewinnung gedacht. Wie du Futterpflanzen im Hausgarten, im Hochbeet oder im Kübel anbaust, zeigt eine eigene Anleitung, und wie du eine Futterwiese richtig aussäst, erklärt der Aussaat-Ratgeber.

Beliebt im Shopaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Kaninchengarten Grünfutter Mischung
Kiepenkerl Kaninchengarten Grünfutter Mischung
Zum Shop
Kiepenkerl Futterrübe Eckdorot
Kiepenkerl Futterrübe Eckdorot
Zum Shop
Sperli Futterrübe Eckdorot
Sperli Futterrübe Eckdorot
Zum Shop
Kiepenkerl Futterrübe Eckdogelb
Kiepenkerl Futterrübe Eckdogelb
Zum Shop

Häufige Fragen

Was sind Futterpflanzen und wie unterscheiden sie sich von herkömmlichem Tierfutter?
Futterpflanzen sind Gräser, Kräuter, Blattgemüse und Blätter von Gehölzen, die du deinem Tier frisch oder als Heu anbietest. Ob sie die Basis bilden oder nur ergänzen, hängt von der Tierart ab. Bei Kaninchen und Meerschweinchen gehören Wiesengräser und Wiesenkräuter zur Hauptnahrung, Katzen dagegen sind spezialisierte Fleischfresser. Für alle Tiere gilt: Futterpflanzen sind Futter und keine Medizin.
Für welche Haustierarten eignen sich Futterpflanzen als Nahrungsergänzung?
Kaninchen und Meerschweinchen bekommen täglich Wiesengräser und Wiesenkräuter, frisch und als Heu. Degus erhalten in der warmen Jahreszeit täglich geeignetes frisches Blattgrün, und Wellensittichen kannst du Vogelmiere und Löwenzahn anbieten. Goldhamster brauchen zusätzlich tierisches Protein, und für Katzen als Fleischfresser ist Katzengras eine Beschäftigung. Grünes für deinen Hund klärst du vorher mit deiner Tierarztpraxis.
Welche Risiken bestehen beim Einsatz von Futterpflanzen bei Haustieren?
Ein Risiko sind Giftpflanzen im gepflückten Grün: Eisenhut ist für sämtliche Tierarten giftig, Eibe und Herbstzeitlose sind es für Kaninchen und Meerschweinchen. Die Giftstoffe der Herbstzeitlose bleiben auch nach dem Trocknen erhalten, also auch im Heu. Neues Futter führst du langsam ein, bei Kaninchen und Meerschweinchen über 14 Tage. Hast du einen Vergiftungsverdacht, holst du sofort tierärztliche Hilfe.
Stimmt es, dass Futterpflanzen industrielles Tierfutter vollständig ersetzen können?
Ein pauschales Ja gibt es nicht, es hängt von der Tierart ab. Bei Kaninchen ist Heu zusammen mit Saftfutter die Fütterungsgrundlage, Chinchillas brauchen ständig gut strukturiertes Heu. Katzen sind spezialisierte Fleischfresser, und Goldhamster bekommen außer Pflanzen auch tierisches Protein. Wie du das Futter deines Tieres zusammenstellst, besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Zuletzt geprüft:
↑