Bienenfreundlich pflanzen: Futterpflanzen für Bienen von Februar bis November
- Nektar liefert Bienen vor allem Zuckerenergie, Pollen unter anderem Eiweiß für die Aufbaunahrung.
- Ungefüllte Blüten erleichtern Bienen den Zugang zu Nektar und Pollen.
- Haselnuss und Kornelkirsche können Bienen schon im Februar Nahrung bieten.
- Thymian blüht als Richtwert von Mai bis August.
- Ringelblumen können als Richtwert bis in den November blühen.
- Herbstzeitlose ist für Kaninchen und Meerschweinchen giftig, auch getrocknet im Heu.
Blüht ein Garten nur im Frühsommer üppig, finden Bienen davor und danach dort wenig Nahrung. Für sie zählt, dass über die ganze Saison Blüten offen sind. Ich plane meine Beete deshalb mit einem Blühkalender und notiere für jeden Monat von Februar bis November, welche Pflanze dann Nektar und Pollen liefert. Wo eine Zeile leer bleibt, weiß ich, was ich als Nächstes säe oder pflanze.
Bienenfreundlich heißt also nicht, möglichst viele Blumen wahllos zu mischen. Es geht um Blüten, an die Bienen herankommen, und um Blütezeiten, die sich ohne Lücke ablösen.
Was eine Pflanze bienenfreundlich macht
Bienen holen sich an der Blüte zwei verschiedene Dinge. Nektar liefert ihnen vor allem Zuckerenergie, Pollen unter anderem Eiweiß für die Aufbaunahrung. Eine bienenfreundliche Pflanzung bietet beides, und zwar nicht nur im Hochsommer.
Die Blütenform entscheidet mit darüber, ob Bienen an Nektar und Pollen gelangen. Ungefüllte Blüten erleichtern Blütenbesuchern den Zugang.
Gefüllte Sorten kaufen, weil sie üppiger wirken. Ich schaue mir beim Kauf die Blüte an und greife zu ungefüllten Sorten, denn die machen Bienen den Weg zu Nektar und Pollen leichter.
Neben der Honigbiene sind viele Wildbienen unterwegs. Einige spezialisierte Wildbienen sind auf bestimmte heimische Pflanzenarten angewiesen. Deshalb gehören neben Gartenklassikern wie Lavendel auch heimische Wildblumen in die Planung, zum Beispiel Margeriten, Glockenblumen oder Wiesensalbei.
Die Honigbiene lebt in großen Völkern. Wildbienen leben teils allein als Solitärbienen, teils in Gemeinschaften wie die Hummeln. Bodennistende Wildbienen nutzen offene, sandige Stellen im Garten.
Blühkalender: Bienenpflanzen von Februar bis November
Die Monatsangaben in der Tabelle sind Richtwerte. Ich gleiche sie jedes Jahr mit dem ab, was in meinem Garten tatsächlich blüht.
| Pflanze | Blütezeit (Richtwert) |
|---|---|
| Haselnuss | Nahrung schon im Februar möglich |
| Kornelkirsche | Nahrung schon im Februar möglich |
| Lungenkraut | März bis Mai |
| Gänseblümchen | vor allem April bis Oktober, Blüten auch außerhalb möglich |
| Thymian | Mai bis August |
| Rotklee | Juni bis September |
| Ringelblume | Juni bis November möglich |
| Gewöhnliche Schafgarbe | Juli bis Oktober, gelegentlich ab Juni |
| Wegwarte | Juli bis Oktober |
| Astern, Rudbeckien, Sonnenbraut | gelten als späte BienenweideAls Bienenweide bezeichnet man Blütenpflanzen, die Honig- und Wildbienen reichlich Nektar und Pollen bieten. Auch eine Fläche, die mit solchen Pflanzen bepflanzt oder eingesät ist, heißt Bienenweide. |
Lungenkraut setzt als Richtwert erst im März ein. Den Februar übernehmen in meinem Kalender deshalb Haselnuss und Kornelkirsche, die dann schon Nahrung bieten können. Wer für Gehölze keinen Platz hat, ergänzt den Saisonstart mit Frühblühern wie Krokussen, Schneeglöckchen und Winterlingen.
Lavendel, Borretsch, Kornblume, Phacelia, Oregano und Sonnenblume gehören ebenfalls in einen bienenfreundlichen Garten. Deren Blütezeit trage ich nach den Angaben auf Etikett oder Saatgutpackung in meinen Kalender ein. Wenn du deine Beete auf Papier ordnen willst, kannst du die Flächen im Beetplaner einteilen und die Blühmonate daneben notieren.
Ich gehe mit meiner Monatsliste durch den Garten und notiere, was gerade blüht und welche Blüten Bienen anfliegen. Leere Monate markiere ich und plane für sie bei der nächsten Pflanzung nach.
So verteilst du Bienenpflanzen im Garten
Saisonstart mit Gehölzen und Frühblühern
Für den Anfang der Saison setze ich auf Gehölze und frühe Blüher. Haselnuss und Kornelkirsche pflanze ich an den Gartenrand, wo sie Platz zum Wachsen haben. Weiden gehören mit ihren Kätzchen ebenfalls zu den frühen Blühern, sind anspruchslos und wachsen auch an feuchten Stellen. Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge stecke ich in den Rasen und unter Sträucher.
Im Beet übernimmt danach das Lungenkraut, das als Richtwert von März bis Mai blüht. Im Frühjahr kommen die Obstbäume dazu, deren Blüten Bienen Nektar und Pollen bieten.
Rasen und Wiese: blühen lassen statt kurz halten
Im Rasen wächst oft schon Bienenfutter, es kommt nur selten zur Blüte. Wer seltener mäht, gibt dem Klee die Chance zu blühen. Ich lasse beim Mähen Inseln mit Klee, Gänseblümchen und Löwenzahn stehen und mähe um sie herum. Rotklee blüht als Richtwert von Juni bis September. Gänseblümchen blühen vor allem von April bis Oktober, einzelne Blüten sind auch außerhalb dieser Zeit möglich.
Wer mehr Platz hat, reserviert einen Streifen für eine Wildblumenwiese. Dort haben heimische Arten wie Margeriten, Glockenblumen und Wiesensalbei Raum. Die Gewöhnliche Schafgarbe ergänzt sie, denn sie blüht als Richtwert von Juli bis Oktober.
Kräuter blühen lassen und richtig schneiden
Thymian blüht als Richtwert von Mai bis August. Für Beeteinfassungen aus Thymian, Heiligenkraut und Lavendel gilt: Der erste Schnitt kommt im April, der nächste erst nach der Blüte. Ein FormschnittFormschnitt ist der regelmäßige, intensive Schnitt, mit dem Hecken und andere Gehölze in einer festen Form gehalten werden, etwa als kantige Formhecke. Er unterscheidet sich vom zurückhaltenden Schnitt frei wachsender Gehölze. im Sommer trifft also genau die Blüten, die Bienen in dieser Zeit anfliegen.
Bei Oregano, Salbei und Basilikum lasse ich einen Teil der Triebe blühen, statt alles für die Küche zu ernten. Die übrigen Triebe schneide ich wie gewohnt.
Gemüsebeet: Ringelblume und Phacelia
Ringelblumen können als Richtwert von Juni bis November blühen. Ich säe sie zwischen die Gemüsereihen, damit auch das Gemüsebeet bis in den Spätherbst Blüten trägt. Eine solche MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. kann die Gartenfläche besser ausnutzen. Ob sich bestimmte Gemüsenachbarn gegenseitig fördern, lässt sich dagegen häufig schwer nachweisen. Welche Kulturen gut nebeneinander stehen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Phacelia, auch Bienenfreund genannt, ist eine schnell wachsende Gründüngungspflanze. Soll sich eine GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. nicht ungewollt selbst aussäen, muss sie rechtzeitig vor der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. enden. Ich lasse Phacelia deshalb blühen und mähe sie ab, bevor die Samen reif sind.
Spätsommer und Herbst
Wenn der Sommer endet, wird das Angebot knapper. Die Wegwarte blüht von Juli bis Oktober, gilt als nützlingsfreundlich und gehört an einen vollsonnigen Platz. Weil sie verwildern kann, setze ich sie an eine Stelle, an der sie sich ausbreiten darf. Zur selben Art gehören auch Radicchio, Zuckerhut und die Futterzichorie.
Astern, Rudbeckien und Sonnenbraut gelten als späte Bienenweiden. Diese Arten bevorzugen frische, nährstoffreiche Böden in voller Sonne. Im Frühjahr arbeite ich dort Kompost ein, als allgemeine GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. höchstens 3 l/m² im Jahr. Ringelblume und Schafgarbe blühen in dieser Zeit weiter, und auch Efeu und Herbstanemonen zählen zu den späten Blühern.
Die Herbstzeitlose taucht in manchen Listen als späte Bienenpflanze auf. Auf Flächen, von denen Futter für Kaninchen oder Meerschweinchen kommt, gehört sie nicht. Herbstzeitlose ist für beide Tierarten giftig, und ihre Giftstoffe bleiben auch nach Trocknung, Silierung und Lagerung erhalten. Bei einem Vergiftungsverdacht holst du sofort tierärztliche Hilfe.
Blühfläche und Tierfutter
Manche Bienenpflanze ist zugleich Futterpflanze. Löwenzahn gehört zu den für Kaninchen geeigneten Futterkräutern, und eine Kleintierwiese kann zum Beispiel Futtergräser mit Weißklee kombinieren. Wie du so eine Fläche anlegst und nutzt, steht im Abschnitt Wiese und Weide im Ratgeber zu Futterpflanzen. Passende Saattermine zeigt dir der Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.
Laufen Hühner über die Fläche, lohnt sich der Blick darauf, welche Futterpflanzen in einen Hühnergarten passen.
Mähst du eine Blühwiese für Heu, achte auf Kreuzkräuter. Deren Pyrrolizidinalkaloide können auch über Heu oder Silage bei Rindern und Pferden schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen, deshalb gehört Kreuzkraut nicht ins Futter.
Bienenfreundlicher Balkon
Auch ohne Garten kannst du Bienen Futter anbieten. Für Kübel eignen sich Lavendel, Katzenminze und Sonnenhut, als später Blüher die Fetthenne. Dazu kommen Kräuter wie Thymian, Oregano und Salbei, die du teilweise blühen lässt. Plane auch auf dem Balkon nach Blütezeiten: Krokusse im Frühjahr, Lavendel und Kräuter im Sommer, Fetthenne und Astern im Herbst. Für die Höhe eignen sich Kletterpflanzen wie Clematis oder Geißblatt an einer stabilen Rankhilfe.
Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Ich gieße früh morgens und bodennah und prüfe vorher mit dem Finger die Erde. Zu viel Wasser kann die Wurzeln schädigen, und die Pflanze welkt dann ähnlich wie bei Wassermangel. Hängende Blätter über nasser Erde sprechen deshalb nicht automatisch für Durst.
Eine flache Schale mit Steinen dient Bienen als Tränke, das Wasser darin wechsle ich regelmäßig.
Gefäße mit Abzugslöchern · ungefüllte Sorten · für jede Jahreszeit mindestens eine blühende Art · flache Wasserschale mit Steinen · gießen früh morgens und bodennah, nach der Fingerprobe.
Pflege, die Bienen schont
Im Bienenbeet verzichte ich auf chemische Pflanzenschutzmittel, weil sie Bienen und andere NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. treffen können. Blattläuse haben natürliche Gegenspieler, zum Beispiel die Larven der Marienkäfer. Ich kontrolliere die Triebspitzen und streife einzelne Kolonien von Hand ab. Verblühte Stängel lasse ich über den Winter stehen, weil sie Insekten als Winterquartier dienen.





