Futterpflanzen für Alpakas, Chinchillas und Degus: was passt, was tabu ist
- Für Alpakas ist hochwertiges Heu die Grundlage und soll jederzeit verfügbar sein, Kraftfutter gibt es nur bei Bedarf.
- Löwenzahn wächst auf der Alpakaweide als Wiesenkraut zwischen Gräsern und Klee mit, die Futtergrundlage bildet er nicht.
- Chinchillas brauchen gut strukturiertes Heu ständig zur freien Verfügung.
- Degus bekommen in der warmen Jahreszeit täglich frisches Blattgrün, aber kein Obst, weil sie zu Diabetes neigen.
- Eisenhut, Eibe, Herbstzeitlose und Kreuzkraut gehören in kein Futter, die Herbstzeitlose bleibt auch im Heu giftig.
- Bei Vergiftungsverdacht holst du sofort tierärztliche Hilfe.
Wenn du Chinchillas, Degus oder Alpakas hältst und einen Garten hast, liegt es nahe, einen Teil des Futters selbst zu ziehen. Dabei zählt nicht nur, was in Napf und Raufe landet, sondern auch, was nie hineingeraten darf. Eine Herbstzeitlose im Heu bleibt giftig, auch wenn sie getrocknet ist. Ich ziehe Grünes zum Verfüttern nur auf Flächen, von denen ich sicher weiß, dass dort nie gespritzt wurde.
Was Alpaka, Chinchilla und Degu brauchen
Alle drei fressen Pflanzen, aber sie brauchen nicht dasselbe. Die Tabelle zeigt die Unterschiede auf einen Blick.
| Was zählt | Alpaka | Chinchilla | Degu |
|---|---|---|---|
| Grundlage | hochwertiges Heu, jederzeit verfügbar | gut strukturiertes Heu, ständig frei verfügbar | Pflanzenkost aus Blättern, Samen, Gras, Kräutern und Baumrinde |
| Frisches Grün | Weideaufwuchs aus Gräsern, Kräutern und Klee | Beigabe zum Heu, kein Ersatz | in der warmen Jahreszeit täglich geeignetes Blattgrün |
| Besonders beachten | Kraftfutter nur bei Bedarf, Mineralstoffe täglich | die Raufe darf nie leer werden | kein Obst, weil Degus zu Diabetes neigen |
Wie viel ein Tier braucht, lässt sich nur mit Blick auf den Energiegehalt seines Futters abschätzen. Die Ration besprichst du deshalb mit einer Tierarztpraxis, die deine Tierart kennt.
Alpakas: Heu als Grundlage, Weide als Ergänzung
Dürfen Alpakas Löwenzahn fressen?
Löwenzahn ist ein gewöhnliches Wiesenkraut und wächst auf vielen Weiden zwischen den Gräsern. Grünlandfutter setzt sich typischerweise aus Gräsern, Kräutern und LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. zusammen, zum Beispiel aus Weidelgras, Spitzwegerich und Klee. Ein Alpaka auf der Weide frisst diesen gemischten Aufwuchs, und Löwenzahn ist darin ein Kraut unter vielen. Die Grundlage der Fütterung ist er nicht, die bildet bei Alpakas hochwertiges Heu.
Willst du Löwenzahn zusätzlich pflücken und von Hand füttern, nimm ihn nur von Flächen, die sicher nie gespritzt wurden. Eine feste Menge gibt es dafür nicht, und neues Futter führst du schrittweise ein. Beim Pflücken achtest du darauf, dass keine Giftpflanze mit in den Korb gerät.
Was Alpakas jeden Tag brauchen
Hochwertiges Heu soll für Alpakas jederzeit verfügbar sein. Kraftfutter setzt du nur ein, wenn ein Bedarf dafür besteht. Die Versorgung mit Mineralstoffen stellst du täglich sicher.
Kleearten bringen viel Eiweiß und Mineralstoffe ins Feldfutter. Wie stark solche Werte schwanken, zeigt die Luzerne. Tabellierte Futterwerte sind Mittelwerte, und eine konkrete Partie kann davon abweichen. Für zugekauftes Luzerneheu heißt das: Was in deiner Partie steckt, verrät dir eine Futteruntersuchung, nicht die Tabelle.
In drei untersuchten Luzernechargen lag der Rohproteingehalt zwischen 133 und 183 g je kg TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist.. Das beschreibt Inhaltsstoffe einzelner Partien, keine Empfehlung und keine Wirkung auf deine Tiere.
Die Weide in Koppeln teilen
Teilst du die Weide in mehrere Koppeln, grasen die Alpakas jede Fläche nur kurz ab. Die GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. bekommt danach eine längere Erholungsphase. Eine solche Umtriebsweide macht mehr Arbeit als eine Standweide, nutzt den Futterbestand aber besser aus. Schnittgut lasse ich nicht als dicke Matte auf der Fläche liegen, weil sie die Grasnarbe darunter ersticken kann.
Laufen neben deinen Alpakas auch Hühner über die Fläche, lies nach, welche Futterpflanzen in einen Hühnergarten passen.
Chinchillas: Heu, das nie ausgeht
Chinchillas brauchen gut strukturiertes Heu, und zwar ständig zur freien Verfügung. Die Raufe darf also nie leer werden. Frisches Grün ist bei ihnen eine Beigabe zum Heu und ersetzt es nicht. Neue Kräuter bietest du einzeln an, damit du siehst, wie dein Tier sie annimmt.
Für eigenes Heu kommen klassische Futtergräser in Frage. Wiesenlieschgras, im Handel oft Timothee genannt, wird als Futtergras angebaut und zählt zu den Obergräsern. Die Wiesenrispe ist ebenfalls ein gutes Futtergras und gehört zu den Untergräsern. Auch der Schnittzeitpunkt verändert das Heu: Beim Welschen Weidelgras steigt mit fortschreitender Reife der Stängelanteil, während der Energiegehalt sinkt.
Degus: Blattgrün ja, Obst nein
Degus sind Pflanzenfresser. Zu ihrer natürlichen Nahrung gehören Blätter, Samen, Gras, Kräuter und Baumrinde. In der warmen Jahreszeit gehört täglich geeignetes frisches Blattgrün in ihr Futter. Obst bekommen Degus nicht, weil sie zu Diabetes neigen.
Bevor Grün aus dem Garten in Napf oder Raufe kommt, prüfe ich fünf Dinge. Ist die Pflanze sicher bestimmt? Wurde die Fläche nie gespritzt? Steht keine Giftpflanze dazwischen? Ist nichts verschimmelt? Kommt die neue Sorte einzeln dazu?
Weil Rinde zu ihrer natürlichen Nahrung gehört, schneide ich für Nager auch Zweige. Dafür nehme ich nur Gehölze, die ich sicher erkenne. Bei der Eibe sind Rinde, Nadeln und Samen giftig. Für ein Tier, das Rinde frisst, muss sie deshalb sicher aus dem Schnittgut bleiben.
Welche Pflanzen für Alpaka, Chinchilla und Degu tabu sind
Einige Pflanzen gehören in kein Futter, egal für welches Tier. Sie begegnen dir auf Weide und Wiese, im Garten oder als Zimmerpflanze.
| Pflanze | Was du wissen musst |
|---|---|
| Eisenhut | für sämtliche Tierarten giftig |
| Eibe | Rinde, Nadeln und Samen sind giftig |
| Herbstzeitlose | ihre Giftstoffe bleiben nach Trocknung, Silierung und Lagerung erhalten |
| Kreuzkraut | enthält Pyrrolizidinalkaloide, die Rinder und Pferde auch über Heu oder Silage schwer bis tödlich vergiften können |
| Aloe vera | die ganze Pflanze ist giftig, besonders der Saft |
| verschimmeltes Futter | Schimmelpilzgifte können schon auf dem Feld oder erst im Lager entstehen |
| Obst für Degus | nicht füttern, weil Degus zu Diabetes neigen |
Hast du den Verdacht, dass dein Tier eine Giftpflanze gefressen hat, hol sofort tierärztliche Hilfe. Warte nicht ab, ob sich etwas zeigt.
Kreuzkraut kann auch über Heu vergiften, und die Giftstoffe der Herbstzeitlose überstehen das Trocknen. Die Kontrolle gehört deshalb vor den Schnitt, nicht erst an die Raufe.
Vor dem Mähen gehe ich die Heuwiese in Bahnen ab und ziehe Herbstzeitlose und Kreuzkraut mit Handschuhen heraus. Stellen, an denen ich mir nicht sicher bin, mähe ich getrennt und verfüttere das Schnittgut nicht.
Heu aus dem eigenen Garten
Machst du Heu für Chinchillas oder Alpakas selbst, muss es gut durchtrocknen. Lagerstabil und dicht lagerbar ist Heu mit weniger als 14 % Wassergehalt. Lagere es geschützt vor neuem Wasser und lass Luftraum darüber, damit feuchtwarme Luft abziehen kann. Heu mit sichtbarem Schimmel oder muffigem Geruch verfüttere ich nicht.
Und Meerschweinchen und Kaninchen?
Meerschweinchen müssen Vitamin C mit dem Futter aufnehmen, weil sie es anders als Kaninchen nicht selbst bilden können. Für beide gehören Wiesengräser und Wiesenkräuter zur Hauptnahrung, täglich frisch und als Heu. Ein eigener Ratgeber zeigt, welche Grünfutterpflanzen Kaninchen und Meerschweinchen vertragen und welche für sie giftig sind.
Futterpflanzen selbst ziehen
Grün für Chinchilla und Degu wächst im Kräuterbeet oder in Töpfen mit Abzugslöchern, für Alpakas geht es um Weide und Heuwiese. Zeitfenster, SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. und Abstände je Kultur findest du im Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Aussaat je Kultur. Wann was gesät wird, zeigt dir der Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.
Durchs Jahr füttern
In der warmen Jahreszeit liefert der Garten frisches Grün, und Degus bekommen dann täglich geeignetes Blattgrün. Im Winter tragen Heu und Vorrat die Fütterung, für Chinchilla und Alpaka bleibt Heu ohnehin das ganze Jahr die Grundlage. Wie sich die Kleintierfütterung über das Jahr zwischen frischem Schnitt und Lager verschiebt, steht im Futterpflanzen-Ratgeber unter Kleintierfütterung im Jahresverlauf und im Ratgeber zu Kaninchen- und Meerschweinchenfutter.





