Blumenrohr: Sorten, Pflanzung und Überwinterung für deinen exotischen Blickfang
- Das Blumenrohr (Canna) stammt aus Südamerika, wächst aus einem Rhizom und ist nicht winterhart.
- Es braucht volle Sonne und einen leichten, humosen, feuchten Boden mit genug Wasser und Nährstoffen.
- Vorgetrieben wird hell bei etwa 18 °C, ins Freiland kommt es nach den letzten Frösten, gewöhnlich ab Mitte Mai.
- Je nach Sorte wird es 40 bis 200 cm hoch; 'Tropicanna' zeigt buntes, 'Black Knight' dunkles Laub.
- Vor dem ersten Frost oder spätestens unmittelbar danach gräbst du die Rhizome aus und lagerst sie dunkel und frostfrei.

Ein Blumenrohr kann im Sommerbeet bis zu 200 cm hoch werden und mit buntem oder dunklem Laub den Blick auf sich ziehen. Draußen überwintern kann es nicht, denn es ist nicht winterhart. Wer es als Blickfang plant, plant das Winterlager deshalb gleich mit. Ich lege bei jeder Canna zuerst fest, wo sie im Sommer steht und wo ihr Rhizom ab dem Herbst ruht. Erst danach entscheide ich über Sorte und Nachbarn.
Das Blumenrohr auf einen Blick
Diese Eckdaten brauchst du für Planung und Pflege.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Botanischer Name | Canna |
| Herkunft | Südamerika |
| Speicherorgan | Rhizom |
| Wuchshöhe | 40 bis 200 cm |
| Licht | volle Sonne |
| Boden | leicht, humos, feucht, mit ausreichender Wasser- und Nährstoffversorgung |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
| Blütezeit | Juli bis November; vorgezogene Pflanzen gewöhnlich ab Juni bis September oder Oktober |
| Duft | keiner |
| Schnittblume | nein |
| Insekten | gilt als nützlingsfreundlich |
Was ist das Blumenrohr?
Das Blumenrohr heißt botanisch Canna und wächst aus einem Rhizom. Über der Erde schmückt es mit zwei Dingen, mit dem Laub und mit den Blüten. Bei Sorten mit buntem oder dunklem Laub zählen die Blätter genauso viel wie die Blüte. Duft bringt das Blumenrohr nicht mit, und als Schnittblume gilt es nicht. Es wirkt also an der Pflanze im Beet oder Kübel, nicht in der Vase.
Ein Rhizom ist eine unterirdische Sprossachse mit Knoten und Blattansätzen. Es speichert Reservestoffe und dient der vegetativen Vermehrung. Die Augen auf dem Canna-Rhizom sind die Triebknospen, die du beim Teilen zählst.
Das Rhizom speichert Reservestoffe, und die Pflanze ist nicht winterhart. Über den Winter bewahrst du deshalb den Wurzelstock auf, die Stängel kürzt du vorher.
Woher stammt das Blumenrohr?
Das Blumenrohr stammt aus Südamerika. Bei uns ist es nicht winterhart und wird darum als Sommerpflanze gezogen. Die Pflanze steht nach den letzten Frösten draußen, gewöhnlich ab Mitte Mai. Vor dem ersten Frost kommt das Rhizom in ein frostfreies, dunkles Winterquartier. Im Gartenjahr behandle ich das Blumenrohr wie eine Kübelpflanze mit festen Terminen zum Aus- und Einräumen.
Welche Sorten passen zu deinem Platz?
Bei der Sortenwahl schaue ich zuerst auf die Höhe, dann auf das Laub und zuletzt auf die Blütenfarbe. Die Wuchshöhe des Blumenrohrs reicht von 40 bis 200 cm. Für die Beetmitte und für einen Sichtschutz suche ich hohe Sorten aus, für Gefäße kleine.
Laub als Blickfang: ‘Tropicanna’ und ‘Black Knight’
‘Tropicanna’ verbindet buntes Laub mit orangefarbenen Blüten. ‘Black Knight’ trägt dunkles Laub und kräftig rote Blüten. Ich schaue mir beim Kauf die Laubfarbe genauso genau an wie die Blütenfarbe.
Vorgezogene Pflanzen kommen gewöhnlich ab Mitte Mai ins Beet, ihre Blüte beginnt gewöhnlich im Juni. In den ersten Wochen draußen wirkt also vor allem das Laub, und Sorten mit buntem oder dunklem Laub schmücken schon vor der ersten Blüte.
Kleine Sorten für Gefäße
Kleine Sorten wie ‘Königin Charlotte’ und ‘Orchid’ können in Kübeln ab etwa 30 cm Durchmesser wachsen. Welche Erde, welcher Wasserabzug und welche Pflege im Gefäß dazugehören, liest du im Ratgeber wie du Blumenrohr im Kübel auf Balkon und Terrasse pflegst.
Welchen Standort braucht das Blumenrohr?
Das Blumenrohr braucht einen vollsonnigen Platz. Bevor ich ihn festlege, beobachte ich im Frühjahr, wann Haus oder Bäume Schatten darauf werfen. Der Boden soll leicht und humos sein und die Pflanze ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Während der Saison mag das Blumenrohr feuchten Boden.
Das Blumenrohr will also einen leichten Boden und zugleich genug Wasser und Nährstoffe. Kompost verbindet beides, denn er verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Wie du schweren Boden durchlässiger machst und das Beet vorbereitest, steht im Überblick zu Standort und Boden bei Blumenzwiebeln und Knollen.
Canna zählt zu den StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe.. Wie du die Feuchte ohne Staunässe hältst und organisch düngst, beschreibt derselbe Überblick im Abschnitt zu Gießen und Düngen.
Wann blüht das Blumenrohr, und wo steht es geschützt?
Vorgezogene Cannas blühen gewöhnlich ab Juni bis September oder Oktober, und das Zurückschneiden verblühter BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. kann weitere Blüten fördern. Hohe Pflanzen stelle ich an eine windgeschützte Stelle an der Hauswand. Wie du die Blüte mit Pflege, Düngung und dem passenden Platz verlängerst, zeigt der Ratgeber zur längeren Blüte beim Blumenrohr.
Wie pflanzt du Blumenrohr?
Ich treibe meine Rhizome im Haus vor und empfehle dir diesen Weg. Der direkte Weg ins Beet hängt an der Bodentemperatur. Die Werte für beide Wege stehen in dieser Übersicht.
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Vortreiben starten | Februar oder März |
| Vortreiben | hell, bei etwa 18 °C |
| Dauer bis zur Pflanze | 10 bis 12 Wochen |
| Auspflanzen | nach den letzten Frösten, gewöhnlich ab Mitte Mai |
| Bodentemperatur bei nicht vorgetriebenen Rhizomen | nicht unter 15 °C |
| Pflanztiefe | 10 cm |
| Abstand in der Reihe | 40 cm |
| Reihenabstand | keine eigene Angabe |
Vortreiben im Haus
Starte im Februar oder März. Lege die Rhizome in Töpfe und stelle sie hell bei etwa 18 °C auf. Bis der Austrieb sichtbar wird, gießt du sparsam. Sobald sich die Wurzeln gut entwickelt haben, bekommt die Canna den ersten Dünger.
Das Vortreiben dauert 10 bis 12 Wochen, bis aus den Rhizomen Pflanzen geworden sind. Wer im Februar oder März startet, hat damit zum Auspflanztermin nach den letzten Frösten fertige Pflanzen.
Vor dem Auspflanzen stelle ich die Töpfe an milden Tagen tagsüber in den HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. und hole sie bei Frost wieder herein. Die Termine fürs Vortreiben und Auspflanzen trage ich in den Aussaat- und Pflanzkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken ein.
Auspflanzen ins Beet
Ins FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. kommt das Blumenrohr nach den letzten Frösten, gewöhnlich ab Mitte Mai. Setze die Rhizome 10 cm tief. In der Reihe hältst du 40 cm Abstand von Pflanze zu Pflanze. Einen eigenen Reihenabstand gibt es nicht, deshalb pflanze ich das Blumenrohr als Solitär oder als einzelne Reihe. Jede Pflanze wächst dort zu einem freistehenden Horst heran. Nach dem Setzen gieße ich an.
Pflanzt du nicht vorgetriebene Rhizome direkt ins Beet, sollte die Bodentemperatur nicht unter 15 °C sinken. Sonst kann sich der Austrieb stark verzögern. Ich stecke deshalb vor dem Pflanzen ein Bodenthermometer ins Beet.
Aus Samen ziehen
Das Blumenrohr lässt sich auch aus Samen ziehen. Die Aussaat fällt in den Februar. Wer eine bestimmte Sorte behalten will, vermehrt sie über das Rhizom, wie im Abschnitt zum Teilen beschrieben.
Die Samen kommen 1 cm tief in die Erde. Sie keimen bei 20 bis 30 °C. Bis zur Keimung vergehen 10 bis 15 Tage.
Wie setzt du das Blumenrohr als Solitär in Szene?
Als Solitär wirkt das Blumenrohr dort, wo es frei steht und keine gleich hohe Pflanze daneben wächst. Platz, Abstände und Nachbarn skizziere ich vorher im Beetplaner für dein Gartenbeet.
In der Beetmitte
Eine hohe Sorte setze ich in die Mitte eines Beetes und pflanze niedrigere Sonnenpflanzen rundherum. Die niedrigen Nachbarn lassen den Blick auf Laub und Blüte frei. Zu dunklem Laub wie bei ‘Black Knight’ wähle ich Nachbarn mit hellem Laub oder hellen Blüten, damit der Unterschied sichtbar wird.
Das Blumenrohr kommt erst ab Mitte Mai ins Beet. Ich markiere seinen Platz deshalb schon im Frühjahr mit einem Stab und lasse die Stelle bis dahin frei.
Als Sichtschutz für die Gartensaison
Hohe Sorten in einer Reihe trennen Gartenbereiche oder rahmen einen Sitzplatz. In der Reihe hältst du dabei die 40 cm Pflanzabstand ein. Die Pflanzen kommen erst nach den letzten Frösten ins Beet und müssen spätestens direkt nach dem ersten Frost wieder heraus. Dieser Sichtschutz steht also nur während der Gartensaison, im Winter und zeitigen Frühjahr bleibt die Stelle offen.
Im Kübel auf der Terrasse
Auch im Kübel kann das Blumenrohr als Solitär auf Terrasse und Balkon stehen. Für Gefäße passen die kleinen Sorten aus dem Sortenabschnitt.
Passende Nachbarn
Nachbarn für das Blumenrohr sollten volle Sonne und einen feuchten, humosen Boden vertragen. Welche Stauden, Gräser und Farbschemata dazu passen, zeigt der Ratgeber zu Stauden und Farbkombinationen mit Blumenrohr.
Wie überwinterst du Blumenrohr?
Die Rhizome überwintern frostfrei im Haus. Damit das klappt, kommt es zuerst auf den Termin an und danach auf das Lager.
Der richtige Zeitpunkt
Nicht winterfeste Sommerknollen wie das Blumenrohr kommen vor dem ersten Frost ins Winterquartier, spätestens aber unmittelbar danach. Wie früh, hängt von der Frostempfindlichkeit ab. Ich verfolge im Herbst die Wettervorhersage und grabe aus, sobald der erste Nachtfrost angekündigt ist.
Ausgraben und lagern
Grabe die Rhizome aus und kürze die Stängel auf etwa 10 cm. Lass die Rhizome oberflächlich abtrocknen, bevor sie ins Lager kommen. Dort lagern sie dunkel und frostfrei. Ich lege sie in Kisten und sehe im Winter nach, ob sie fest bleiben.
Die Rhizome trocknen vor dem Einlagern oberflächlich ab, der Wurzelstock darf im Lager aber nicht völlig eintrocknen. Gemeint ist also eine trockene Oberfläche, kein ausgedörrtes Rhizom.
Fürs Winterlager ruhender Canna-Rhizome reichen die Empfehlungen von etwa 8 bis 15 °C, und der anhaftende Erdballen soll dabei nicht vollständig austrocknen. Eine weitere Anleitung lagert die ausgegrabenen, oberflächlich abgetrockneten Rhizome dunkel bei 6 bis 10 °C.
Überwintern im Kübel
Steht dein Blumenrohr im Kübel, kann es im vorhandenen Gefäß an einem frostfreien Ort überwintern. Nach spätestens zwei Jahren topfst du es in frische Erde um. Beim Umtopfen im Frühjahr kannst du zu groß gewordene Horste gleich teilen.
Vor dem ersten Frost oder spätestens direkt danach ausgraben. Stängel auf etwa 10 cm kürzen. Rhizome oberflächlich abtrocknen lassen. Dunkel und frostfrei lagern. Im Winter nachsehen, dass der Wurzelstock nicht völlig eintrocknet.
Wie vermehrst du Blumenrohr?
Zu groß gewordene Horste teilst du im Frühjahr beim Umtopfen. Zum Vortreiben schneidest du die Rhizome in Teilstücke mit jeweils 3 bis 5 Augen. Ich nehme dafür ein scharfes, sauberes Messer und lege die Stücke danach in Töpfe. Dann geht es weiter wie beim Vortreiben: hell aufstellen und bis zum sichtbaren Austrieb sparsam gießen.
Rhizome dienen der vegetativen Vermehrung, und vegetative Vermehrung erzeugt Nachkommen, die mit der Ausgangspflanze genetisch identisch sind. Jedes Teilstück bringt dir also dieselbe Sorte wieder, mit demselben Laub und derselben Blütenfarbe.
Was tun, wenn das Blumenrohr schwächelt?
Wächst dein Blumenrohr schwach, muss das nicht an fehlendem Dünger liegen. Auch Lichtmangel, ein vernässter Boden oder WurzelfäulenBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. können dahinterstecken. Ich prüfe deshalb zuerst Platz und Boden, bevor ich nachdünge. Treibt ein direkt gepflanztes Rhizom lange nicht aus, kann ein zu kalter Boden der Grund sein.
Im Kübel brauchen Gefäße freie Ablauflöcher, damit sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet. Zeigen sich Blattläuse, lässt sich ein schwacher Befall an Zierpflanzen häufig mit einem Wasserstrahl verringern. Vorher schaue ich nach Marienkäfern, Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse., denn vorhandene NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. können einen Eingriff überflüssig machen.


