Calla-Zwiebeln im Jahresverlauf: Sommerpflege, Einräumen und Überwintern ohne Erde
- Sommerblühende Callas sind nicht winterhart und kommen ab Mitte Mai ins Freiland, wenn es sicher frostfrei ist.
- Im Sommer stehen sie hell und windgeschützt ohne pralle Mittagssonne, im Kübel gießt und düngst du regelmäßig.
- Verblühte Blüten und gelb bis braun gewordene Blätter schneidest du ab.
- Vor dem ersten Frost, spätestens unmittelbar danach, kommt die Calla ins Haus.
- Knollen aus dem Beet lagerst du nach dem Abtrocknen ohne Erde trocken, dunkel und frostfrei.

Eine Calla blüht im Sommer, aber über ihre nächste Saison entscheidest du im Herbst. Sommerblühende Callas sind nicht winterhart und müssen rechtzeitig ins Haus. Ich lege deshalb schon beim Auspflanzen fest, wo jede Pflanze überwintert: Kübel kommen als Ganzes herein, Knollen aus dem Beet in eine Kiste.
Garten- und Zimmercallas gehören zur Gattung Zantedeschia und bilden Rhizome, keine echten Zwiebeln. Der Name Calla-Zwiebel hat sich trotzdem eingebürgert, deshalb benutze ich ihn hier ebenso wie Knolle. Mein Pflegeplan setzt nach der Pflanzung ein und reicht über Sommer und Herbst bis in die Winterruhe.
Was steht bei der Calla im Jahr an?
Die Gartencalla verbringt nur die frostfreie Zeit im Freien. In der Tabelle stehen die Handgriffe in der Reihenfolge, in der sie anfallen.
| Zeitpunkt | Gartencalla in Beet und Kübel |
|---|---|
| ab Mitte Mai | ins Freiland, wenn es sicher frostfrei ist |
| nach dem Einsetzen | gründlich angießen, danach nach der Erdfeuchte gießen |
| Sommer | hell und windgeschützt, ohne pralle Mittagssonne; durchdringend gießen; im Kübel regelmäßig gießen und düngen |
| während und nach der Blüte | verblühte Blüten und gelb bis braun gewordene Blätter abschneiden |
| Herbst | vor dem ersten Frost, spätestens unmittelbar danach, ins Haus holen |
| Winter | frostfrei und trocken; Knollen aus dem Beet abgetrocknet und dunkel lagern |
Die Zimmercalla folgt einem eigenen Rhythmus, der sich nach ihrer Blüte richtet. Wie sie ruht und neu startet, beschreibe ich bei den ersten Schritten und bei der Winterruhe.
Pflanzung, Boden und Standort in Kürze
Sommerblühende Callas pflanzt du ab Mitte Mai ins Freiland, und zwar nur, wenn es sicher frostfrei ist. Als Pflanztiefe gelten 10 cm. Zeitpunkt, Technik und Abstände im Beet und im Topf zeigt der Ratgeber, wie du Calla-Zwiebeln richtig pflanzt.
Im Topf braucht die Calla ein Gefäß mit Abflussloch, im Beet einen Boden, aus dem Wasser abziehen kann. Wie du Beet und Topfsubstrat vorbereitest, liest du im Ratgeber zur Bodenvorbereitung für Calla-Zwiebeln. Den Rahmen für alle Knollen gibt der Abschnitt Standort und Boden im Überblick zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Beim Licht will die Calla es hell, aber geschützt vor Wind und praller Mittagssonne. Welcher Platz im Garten dazu passt, beschreibt der Ratgeber zu den idealen Standorten für Calla im Garten.
Erste Schritte nach der Pflanzung
Für Beet und Kübel gilt: Nach dem Einsetzen gieße ich die Calla einmal gründlich an, auch wenn die Erde schon feucht ist. Das Wasser bringt Erde und Knolle in Kontakt und regt die Wurzelbildung an. Stauen darf es sich dabei nicht.
Gieß den frisch bepflanzten Kübel beim ersten Mal so, dass du siehst, ob unten Wasser abläuft. Bleibt es oben stehen, kann das Abflussloch verstopft sein.
Bis die ersten Blätter erscheinen, gieße ich nicht nach Plan. Mit dem Finger prüfe ich, wie feucht die Erde ist, und entscheide danach. Wann die Calla im Sommer Wasser braucht, steht weiter unten beim Gießen.
Bei der Zimmercalla ist der Start zurückhaltender. Nach der Ruhephase setzt du die Knolle in einen neuen Topf mit frischer Erde. Gegossen wird zunächst vorsichtig und erst ab dem Blattaustrieb kräftiger. In der Wachstumsphase braucht die Zimmercalla dann reichlich Wasser.
Draußen gibt es eine feste Grenze: Ins Freie kommt die Calla erst, wenn es sicher frostfrei ist. Steht noch eine kalte Nacht an, bleibt mein Kübel im Haus.
Sommer: Wasser, Nährstoffe, Sonne und Wind
Wann braucht die Calla Wasser?
Im Sommer gieße ich durchdringend, bevor auch der Untergrund austrocknet. Diese Regel gilt für aktiv wachsende Gartenpflanzen, und die Calla im Beet gehört dazu. Gegossen wird vorzugsweise morgens und direkt in den Wurzelbereich. Wenig Regen, Wärme und Wind lassen den Boden schneller austrocknen. An solchen Tagen schaue ich genauer hin; für den Kübel gibt es ein eigenes Prüfzeichen, das ich weiter unten beschreibe.
Wie düngst du die Calla?
Im Kübel ist der Wurzelraum begrenzt. Sommerblühende Knollenpflanzen wie die Calla musst du dort im Sommer deshalb regelmäßig gießen und düngen. Menge und Abstand der Gaben richte ich nach der Packungsangabe des Düngers und nach dem Eindruck, den die Pflanze macht.
Im Beet hängt die Düngermenge davon ab, was der Boden schon liefert. Kompost oder Dünger, den du bereits gegeben hast, zählst du mit. Eine Bodenuntersuchung zeigt die Vorräte je Nährstoff, und hohe Vorräte senken den zusätzlichen Bedarf.
Stickstoff fördert vor allem Blätter und Triebe. PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und Kalium unterstützen vorrangig das generative Wachstum, zu dem die Blüte gehört. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Bodendünger gebe ich deshalb auf feuchte Erde, damit er gleich wirken kann.
Wächst die Calla schwach, beweist das allein keinen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Lichtmangel, ein vernässter Boden oder WurzelfäulenBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. können ebenso dahinterstecken. Bevor ich nachdünge, prüfe ich deshalb erst Platz und Erde.
Wie viel Sonne und Wind verträgt die Calla?
Ich stelle die Calla hell und windgeschützt auf und halte pralle Mittagssonne von ihr fern. Volle Mittagssonne verträgt sie nur, wenn der Boden ausreichend feucht ist. Wärme und Wind trocknen den Boden aber zusätzlich aus. Ein sonniger, zugiger Platz bedeutet für dich also mehr Gießkontrolle: Die Sonne verlangt feuchte Erde, und der Wind trocknet sie schneller aus.
Für das sommerliche Wachstum der Zantedeschien gelten Tagestemperaturen ab 20 °C als passend. Nachts liegt der passende Bereich bei 10 bis 18 °C.
Im Kübel eignet sich die Calla für HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. ohne pralle Mittagssonne. Wie sie an schattigeren Plätzen gedeiht und welche Partner dort passen, beschreibt der Ratgeber zur Pflege der Calla im Schatten.
Verblühtes und Vergilbtes entfernen
Verblühte Blüten schneide ich ab, ebenso Blätter, die gelb bis braun geworden sind. Kranke Pflanzenteile kommen nicht auf den Hauskompost. Bei zu niedriger RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. können Krankheitserreger dort überdauern.
Was tun, wenn Schädlinge auftauchen?
Beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. schaue ich auch unter die Blätter. Schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen spritzt du oft schon mit Wasser ab, vorher lohnt der Blick nach Marienkäfern und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse.. Welche Krankheiten und Schädlinge an der Calla vorkommen und wie du sie erkennst, zeigt der Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen an Calla-Zwiebeln.
Herbst: Wann muss die Calla ins Haus?
Für die Gartenkultur holst du die Calla im Herbst ins Haus. Nicht winterfeste Sommerknollen kommen je nach Frostempfindlichkeit vor dem ersten Frost ins Winterquartier, spätestens aber unmittelbar danach. Ich verfolge deshalb im Herbst die Vorhersage für Nachtfrost und räume lieber zu früh als zu spät ein.
Kündigt sich der erste Nachtfrost an, holst du die Kübel herein und gräbst die Knollen im Beet aus.
Den Kübel einräumen
Den Kübel trage ich als Ganzes ins frostfreie Quartier. Nicht winterharte Zwiebel- und Knollenpflanzen können im Gefäß frostfrei überwintern. Die Calla soll dort trocken überwintern, also gieße ich sie im Quartier nicht mehr.
Bei torffreien Substraten kann die Oberfläche trocken wirken, während unten im Topf noch Nässe sitzt. Weil die Calla trocken in die Ruhe gehen soll, prüfe ich vor dem Einräumen mit einem Holzstab bis zum Topfboden, ob die Erde wirklich abgetrocknet ist. Ist sie unten noch nass, lasse ich sie im Quartier ohne weiteres Gießen abtrocknen.
Die Knollen im Beet ausgraben
Im Beet setze ich die Grabegabel außen am Wurzelbereich an, damit ich die Knolle nicht verletze. Dann lasse ich die Knolle abtrocknen, bis die anhaftende Erde trocken ist, und reibe sie ab. Erst die abgetrocknete Knolle kommt ins Lager.
Winter: Calla überwintern ohne Erde
Viele fragen im Herbst, ob die Calla ohne Erde überwintern kann. Ja: Knollen aus dem Beet lagerst du nach dem Abtrocknen trocken und dunkel bis zur nächsten Pflanzung. Der Raum muss dabei frostfrei sein.
So lagere ich die Knollen
Die abgetrockneten Knollen lege ich nebeneinander in eine flache Kiste mit Zeitungspapier. Die Kiste steht in einem frostfreien, dunklen Raum, in dem es trocken bleibt. Wenn ich dort etwas hole, nehme ich die Knollen kurz in die Hand. Weiche oder schimmelnde Knollen sortiere ich aus.
Vor dem Pflanzen schaue ich mir jede Knolle noch einmal an. Pflanzfähig ist sie, wenn sie fest und ungeschrumpft ist und weder weiche Stellen noch Schimmel zeigt.
Knollen abgetrocknet · Raum frostfrei · Lager trocken · Lager dunkel · weiche oder schimmelnde Knollen aussortiert
Calla im Topf überwintern
Im Kübel bleibt die Knolle in ihrer Erde und steht frostfrei und trocken. Nach spätestens zwei Jahren topfst du sie in frische Erde um. Ich erledige das beim Neustart nach der Winterruhe, bevor ich wieder gieße.
Die Kübel-Calla im Winterquartier weitergießen. Die Calla überwintert trocken und bekommt erst beim Neustart wieder Wasser.
Reicht eine Abdeckung im Beet als Frostschutz?
Sommerblühende Callas sind nicht winterhart. Auf Laub oder Vlies im Beet verlasse ich mich deshalb nicht, sondern hole jede Knolle ins Haus. Frostschutz heißt bei der Calla vor allem: rechtzeitig einräumen.
Wie ruht die Zimmercalla?
Die Zimmercalla ruht nach ihrer Blüte. Ich stelle sie dann kühl und gieße 2 bis 3 Monate gar nicht. Danach folgt der Neustart in einem neuen Topf mit frischer Erde, so wie bei den ersten Schritten beschrieben.
Calla im Kübel
Der Kübel macht die Calla beweglich. Im Sommer steht sie im Halbschatten ohne pralle Mittagssonne, im Herbst trägst du sie als Ganzes ins Haus.
Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, eine DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. und strukturstabiles Substrat, damit sich kein Wasser staut. Nach kräftigem Regen schaue ich nach, ob die Löcher frei sind und das Wasser abläuft.
Ob die Calla Wasser braucht, zeigt die obere Erdschicht. Ist sie 1 bis 2 cm tief abgetrocknet, ist das ein Hinweis auf Gießbedarf. Bei torffreien Substraten prüfst du zusätzlich unten im Topf, denn eine trockene Oberfläche kann einen nassen Wurzelraum verdecken. Beim Gießen halte ich Blätter und Blüten möglichst trocken und gieße auf die Erde.
In Ton- und Terrakottagefäßen verdunstet zusätzlich Wasser durch die Wand. Dort kann die Calla häufiger Wasser brauchen als in einem Kunststofftopf. Schwarze Kunststoffkübel in direkter Sonne können die Wurzeln dagegen überhitzen und schädigen. Für die Calla nehme ich deshalb helle Gefäße.
Gedüngt wird im Kübel regelmäßig, weil der Wurzelraum begrenzt ist. Den Winter verbringt die Kübel-Calla in ihrer Erde, frostfrei und trocken.
Calla im Gartenbeet
Im Beet hat die Calla mehr Wurzelraum, bleibt aber nur von Mitte Mai bis zum Herbst draußen. Ich wähle einen hellen, windgeschützten Platz, an dem die pralle Mittagssonne nicht auf die Blätter fällt.
Eine organische Mulchdecke beschattet den offenen Boden und vermindert die Verdunstung. Außerdem bremst sie das Aufheizen und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Bei feuchter Witterung fördert eine dicke Mulchauflage allerdings Schnecken. Rasenschnitt verteile ich deshalb angewelkt und in dünnen Schichten.
Gegossen wird im Beet morgens und direkt an die Wurzeln, durchdringend, bevor der Untergrund austrocknet. Beim Düngen rechnest du den Kompost aus der Bodenvorbereitung mit ein. Im Herbst gräbst du die Knollen aus und lagerst sie ohne Erde, so wie im Winterteil beschrieben.
Sorten und Vermehrung in Kürze
Für halbschattige Plätze im Beet oder Kübel eignet sich zum Beispiel die Sorte ‘Vermeer’ mit weißer Außenseite, dunkelviolettem Schlund und weiß gepunktetem grünem Laub. Welche Sorten zu welchem Gartenstil passen und wie du Callas in Beet, Rabatte und Vase einsetzt, zeigt der Ratgeber zu Calla-Sorten und ihrer Wirkung im Garten.
Wie du Callas durch Teilung oder Aussaat vermehrst und die Jungpflanzen pflegst, beschreibt der Ratgeber zum Vermehren von Calla-Zwiebeln. Typische Pflegefehler und wie du sie vermeidest, sammelt der Ratgeber zu häufigen Fehlern bei Calla-Zwiebeln.

