Calla-Zwiebeln: Krankheiten, Schädlinge und welke Blätter richtig deuten
- Welkes oder gelbes Calla-Laub nach der Blüte oder im Herbst kann zum natürlichen Einziehen gehören.
- Vor dem Gießen auch die Erde weiter unten prüfen, denn torffreie Erde kann oben trocken und unten noch nass sein.
- Weiche, matschige Rhizome aussortieren und nicht kompostieren.
- Calla gehört zum Wirtsspektrum von Tomatenbronzeflecken- und Impatiensfleckenvirus, sicher klärt einen Verdacht erst das Labor.
- Alle Teile der Zimmerkalla sind giftig, bei Hautkontakt kann es zu Blasenbildung kommen.

Hängen die Blätter deiner Calla schlaff herunter oder werden sie gelb, greifst du vermutlich zuerst zur Gießkanne. Das kann genau falsch sein, denn welkes Laub kann bei Callas ganz verschiedene Ursachen haben. Ich stecke deshalb zuerst den Finger tief in die Erde und drehe danach ein paar Blätter um. Erst dann entscheide ich, ob die Pflanze Wasser, Ruhe oder einen genaueren Blick braucht.
Was als Calla-Zwiebel verkauft wird, ist botanisch keine Zwiebel. Die Garten- und Zimmerkallas der Gattung Zantedeschia bilden Rhizome, also unterirdische Sprossachsen, die Reservestoffe speichern. Die Sumpfpflanze Calla palustris gehört trotz des ähnlichen Namens zu einer anderen Gattung.
Warum hängen oder vergilben die Blätter meiner Calla?
Einziehen gehört zum Jahreslauf
Nicht jedes gelbe Blatt ist ein Alarmzeichen. Callas legen eine Ruhephase ein. Die Zimmercalla bekommt ihre Ruhe nach der Blüte, kühl und ohne Wassergabe. Bei den farbigen Calla-Hybriden zieht das Laub im Herbst ein, und das sieht zunächst nach Welke aus. In dieser Zeit hältst du die Rhizome trocken. Wer jetzt gegen das Vergilben angießt, arbeitet gegen die Pflanze: Die Speicherorgane der farbigen Callas vertragen in der herbstlichen Ruhephase keine Nässe.
Gelb bis braun gewordene Blätter und verblühte Blüten entfernst du einfach. Vergilbt das Laub dagegen mitten in der Wachstumszeit, lohnt der Blick auf Wasser, Licht und Schädlinge. Wie der Ablauf vom Sommer bis zur Winterruhe aussieht, beschreibt der Ratgeber zur Calla-Pflege im Jahresverlauf.
Zu wenig Wasser oder zu viel?
Im Wachstum braucht die Calla reichlich Wasser. Im Kübel ist der Wurzelraum begrenzt, deshalb gießt du sommerblühende Knollenpflanzen dort regelmäßig. Der Gießbedarf steigt, je kleiner das Gefäß im Verhältnis zur Pflanze ist und je sonniger es steht. Ton- und Terrakottatöpfe verlieren zusätzlich Wasser über die Gefäßwand. Volle Mittagssonne verträgt die Calla nur bei ausreichend feuchtem Boden. Für eine Kübel-Calla in der Sonne heißt das: Der Topf trocknet schnell aus, und genau dann setzt ihr die Mittagssonne zu.
Auch zu viel Wasser kann Spuren am Laub hinterlassen. Gelbe Blätter können auf WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. hindeuten, schwaches Wachstum auch auf vernässten Boden oder Wurzelfäule. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während der untere Topfbereich noch nass ist. Prüfe deshalb vor dem Gießen auch die Feuchte weiter unten. Für Kübelpflanzen allgemein gilt eine 1 bis 2 cm tief abgetrocknete obere Schicht als Hinweis auf Gießbedarf.
Ist es auch unten trocken, gießt du durchdringend, möglichst morgens und direkt in den Wurzelbereich. Blätter und Blüten bleiben dabei trocken. Ist die Erde unten nass und die Calla welkt trotzdem, kontrollierst du den Wasserabzug. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet.
Bei einer schlappen Topf-Calla hebe ich zuerst den Übertopf ab und schaue, ob unten Wasser steht. Danach stecke ich den Finger tief in die Erde. Erst wenn es auch unten trocken ist, gieße ich durchdringend.
Welke Blätter sofort zu gießen, ohne die Erde in der Tiefe zu prüfen. Steht unten schon Nässe, verlängert jede weitere Gabe die Staunässe am Rhizom.
Weitere Pflegefehler, die Callas schwächen, und wie du sie umgehst, findest du im Ratgeber zu typischen Fehlern bei Calla-Zwiebeln.
Licht, Temperatur und Dünger
Die Calla will hell stehen, aber geschützt vor praller Mittagssonne. Bei Topfpflanzen im Zimmer können gelbe Blätter auch auf Lichtmangel oder Temperaturschwankungen hindeuten.
Im Topf kann zu viel Dünger einen Salzschaden auslösen. Braune Blattränder und geschädigte Wurzeln können darauf hindeuten. Flüssigdünger gibst du deshalb nur auf feuchte Erde. Ist es schon passiert, spülst du den Wurzelballen bei freiem Wasserabzug gründlich durch. Bei extremem Überschuss ist frische Erde nötig.
Gelbe Blätter verleiten schnell zur Diagnose Nährstoffmangel. Schwaches Wachstum kann aber ebenso von Lichtmangel, nassem Boden oder Wurzelfäule kommen und beweist für sich keinen Mangel. Im Beet kann zusätzlich ein zu hoher pH-Wert die Verfügbarkeit von Nährstoffen einschränken. Ob etwas fehlt oder zu viel da ist, zeigt eine Bodenuntersuchung. Bittersalz wird gern gegen gelbes Laub empfohlen, weil ihm nachgesagt wird, einen Magnesiummangel auszugleichen. Ohne Befund weißt du aber nicht, ob überhaupt Magnesium fehlt.
Für das Sommerwachstum passen bei Zantedeschien Tagestemperaturen ab 20 °C und Nachttemperaturen von 10 bis 18 °C. Die Zimmercalla bekommt nach der Blüte eine kühle Ruhephase von 2 bis 3 Monaten ohne Wassergabe. Ins Freiland kommen Callas ab Mai, sobald es sicher frostfrei ist.
Schadbilder auf einen Blick
Die Übersicht ersetzt keine Diagnose, sie sortiert nur, wo du zuerst hinschaust.
| Was du siehst | Was dahinterstecken kann | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Laub vergilbt nach der Blüte oder im Herbst | Einziehen vor der Ruhephase | Wassergaben zurücknehmen, welkes Laub entfernen |
| Blätter hängen, Erde auch unten trocken | Wassermangel, im Kübel und in der Sonne schneller | durchdringend gießen |
| Blätter hängen oder vergilben, Erde unten nass | Staunässe, mögliche Wurzel- oder Rhizomfäule | Abzug prüfen, Rhizom auf weiche Stellen ansehen |
| braune Blattränder nach häufigem Düngen | Salzschaden durch Überdüngung | Ballen bei freiem Abzug durchspülen |
| silbrige Flecken mit schwarzen Kotpunkten | Thripse | Blattunterseiten mit der Lupe kontrollieren |
| gelbliche bis bronzefarbene Sprenkel, feine Gespinste | SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. | stark befallene Blätter entfernen |
| gekräuselte Blätter, klebriger Belag | Blattläuse und ihr HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. | auf Nützlinge prüfen, schwachen Befall abspritzen |
| grauer Belag auf faulenden Teilen | Grauschimmel | befallene Teile entfernen, für Luft sorgen |
| Mosaikflecken, Nekrosen, Wuchsstörungen | möglicher Virusbefall, leicht verwechselbar | im Labor klären lassen, Pflanze nicht teilen |
| weiße Punkte auf sonst gesundem Laub | Sortenmerkmal, etwa bei ‘Vermeer’ | nichts unternehmen |
Weiche Rhizome: Fäulnis erkennen und eindämmen
Ein gesundes Calla-Rhizom ist fest. Weiche, kranke oder angefressene Stellen sind ein Warnzeichen. Weiche und matschige Rhizome sortierst du aus und entsorgst sie. Wie bei vielen Blumenzwiebeln kann anhaltende Staunässe Fäulnis begünstigen. Bei der Calla ist zusätzlich die Ruhephase heikel, weil die Speicherorgane der farbigen Sorten dann keine Nässe vertragen.
Welcher Erreger hinter einer Faulstelle steckt, kannst du mit bloßem Auge nicht sicher bestimmen. Von Blumenzwiebeln kennt man etwa FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. oxysporum, das eine zunächst weiche und später trockene Fäule hervorrufen kann. Der Pilz wird mit Erde und Kulturgefäßen verbreitet und kann mit Dauersporen mehrere Jahre im Boden überdauern. Nach der Ruhephase kommt die Zimmercalla ohnehin in einen Topf mit frischer Erde. Nach einer Faulstelle nehme ich zusätzlich einen gereinigten Topf und verwende die alte Erde nicht mehr für Zwiebeln und Knollen.
Ist der Schaden unklar, kann eine Pflanzenschutzberatung helfen. Notiere dir vorher, wie viele Pflanzen betroffen sind, wie sich der Schaden verteilt und was du schon unternommen hast. Kranke Pflanzenteile gehören nicht auf den Hauskompost, weil Erreger bei zu geringer RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können. Werkzeug und Schuhe reinigst du nach der Arbeit an befallenen Pflanzen, denn anhaftende Erde kann Krankheiten verschleppen.
Alle Teile der Zimmerkalla sind giftig. Beim Verzehr können sie starke Schleimhautreizungen auslösen, bei Hautkontakt Blasenbildung. Ich trage beim Putzen und Sortieren der Rhizome deshalb Handschuhe.
Vorbeugend zählt die Erde. Für Callas im Topf eignet sich durchlässige Blumenerde mit etwas Sand, und das Gefäß braucht ein Abflussloch am Boden. Wann und wie tief du die Rhizome setzt, erklärt der Ratgeber zum Pflanzen von Calla-Zwiebeln im Beet und im Topf.
Grauer Belag: Grauschimmel
Grauschimmel zeigt sich an Zierpflanzen als grauer Sporenträgerrasen auf faulenden Pflanzenteilen. Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, Luftbewegung und Pflanzen, die zur Nacht trocken sind. Morgendliches Gießen hilft dabei, weil benetzte Blätter dann schneller abtrocknen. Befallene Teile schneidest du heraus und entsorgst sie über den Hausmüll.
Der Pilz sitzt auf faulenden Pflanzenteilen, und verblühte Blüten und gelbe Blätter entfernst du bei der Calla ohnehin. Wer das zeitnah erledigt, kann dem Grauschimmel einen Teil seiner Grundlage entziehen.
Flecken und gestörter Wuchs: Steckt ein Virus dahinter?
Calla gehört wie die Dahlie zum Wirtsspektrum von Tomatenbronzeflecken- und Impatiensfleckenvirus. Mosaikflecken, Nekrosen, also abgestorbene Gewebestellen, oder Wuchsstörungen können auf einen solchen Befall hindeuten. Allein sichern sie die Diagnose nicht, weil sich die Schadbilder verwechseln lassen. Eine sichere Diagnose bringt erst eine Laboruntersuchung.
In der befallenen Pflanze lassen sich die beiden Viren nicht direkt bekämpfen. Bestätigt sich der Befall, nimmst du die Pflanze umgehend aus dem Bestand und entsorgst sie über den Hausmüll. Material mit Virusbefall gehört nicht auf den Gartenkompost. Bei der Dahlie gelten Thripse als Überträger des Tomatenbronzefleckenvirus.
Infiziertes, vegetativ vermehrtes Pflanzenmaterial kann die Viren weitergeben, und Callas vermehrst du durch Teilen. Teilst du eine verdächtige Pflanze, verteilst du einen möglichen Befall also auf mehrere Töpfe. Bis zur Klärung stelle ich eine verdächtige Topf-Calla abseits der übrigen Pflanzen und teile sie nicht.
Schau bei hellen Punkten zuerst aufs Sortenetikett. Bei manchen Sorten gehören helle Flecken zum Laub, ‘Vermeer’ etwa trägt weiß gepunktetes grünes Laub. Genauer hinsehen solltest du, wenn sich das Muster verändert, Gewebe abstirbt oder der Wuchs stockt.
Welche Schädlinge an der Calla auftreten können
Auch an der Calla können saugende Schädlinge und Schnecken auftreten. Für alle gilt: erst genau hinsehen, dann gezielt handeln.
Blattläuse
Blattläuse sitzen an Zierpflanzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Die Läuse können gekräuselte Blätter verursachen und Honigtau hinterlassen, auf dem sich Rußtau bildet. Bevor du eingreifst, suchst du nach Gegenspielern wie Marienkäfern, Florfliegen- und SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben. oder SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen.. Sind sie schon vor Ort, kann ein Eingriff überflüssig sein.
Bei schwachem Befall kann ein kräftiger Wasserstrahl als erste Maßnahme reichen. Beginnenden Befall an einzelnen Trieben entfernst du von Hand, dicht besetzte Triebspitzen schneidest du gezielt heraus. Achte auch auf die Pflege, denn Wassermangel und stark stickstoffbetonte Düngung können einen stärkeren Befall begünstigen. SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. taucht als Hausmittel oft auf, weil ihr nachgesagt wird, weichhäutige Läuse zu schädigen. Ich bleibe bei Wasserstrahl, Fingern und Schere.
Thripse und Spinnmilben unterscheiden
Beide hinterlassen helle Spuren auf dem Laub, deshalb nehme ich für die Blattunterseiten eine Lupe. Silbrige Blattflecken zusammen mit schwarzen Kotpunkten können bei Topfpflanzen im Zimmer auf Thripse hindeuten. Spinnmilben saugen überwiegend an den Blattunterseiten. Die Saugflecken sind zunächst weißlichgelb und werden später bräunlich bis bronzefarben, dazu kommen feine Gespinste. Im Zimmer können an der Unterseite auch weiße Häutungsreste zu sehen sein.
Stark befallene, vergilbte Blätter entfernst du und kontrollierst danach auch die Nachbarpflanzen. Gekaufte Nützlinge sind im Freiland nur eingeschränkt sinnvoll. Drinnen müssen Temperatur, Luftfeuchte und Licht zur eingesetzten Art passen. Hält sich der Befall, lass die Ursache von einer Pflanzenschutzberatung bestätigen, bevor du zu einem Mittel greifst.
Schnecken
Fressen Schnecken an jungen Calla-Trieben, steht Absammeln an erster Stelle. Ich gehe dafür abends mit der Taschenlampe durchs Beet. Ein Schneckenkragen kann frisch ausgepflanzte Jungpflanzen schützen, solange keine überhängenden Blätter eine Brücke bilden. Ein Schneckenzaun wirkt nur zuverlässig, wenn du die Schnecken innen absammelst und keine Pflanzen darüber hängen. Bei feuchter Witterung kann eine dicke Mulchdecke Schnecken zusätzlich fördern.
Bierfallen gelten als einfache Lösung gegen Schnecken. Offene Fallen können aber Schnecken aus Nachbargärten anlocken, und nur ein kleiner Teil der Tiere fällt hinein. Außerdem können darin auch Nützlinge sterben.
Frostschäden: Was du nach einer kalten Nacht tust
Die sommerblühenden Garten-Callas werden als nicht winterhart behandelt. Kritisch wird es im Frühjahr, wenn sie zu früh draußen stehen, und im Herbst, wenn sie zu lange bleiben. Im Kübel sind Pflanzen frostempfindlicher, weil das Substrat schneller durchfriert als der Gartenboden.
Das Schadbild
Schlaffe oder verfärbte Blätter nach einer kalten Nacht können auf einen Frostschaden hindeuten. Am Laub allein lässt sich das aber schwer von anderen Ursachen trennen. Aufschluss gibt das Rhizom. Ein festes Rhizom ohne weiche Stellen ist ein gutes Zeichen. Wird es weich oder matschig, ist es nicht mehr pflanzfähig.
Behandlung nach Frosteinwirkung
Nach einer Frostnacht holst du eine Topf-Calla sofort an einen frostfreien Platz. Nicht winterfeste Sommerknollen gehören je nach Frostempfindlichkeit vor dem ersten Frost ins Winterquartier, spätestens unmittelbar danach. Geschädigtes, gelb oder braun gewordenes Laub entfernst du.
Danach prüfst du das Rhizom mit Daumen und Auge. Beet-Callas nimmst du dafür auf. Feste Rhizome lässt du abtrocknen und lagerst sie trocken und dunkel. Weiche oder matschige Rhizome sortierst du aus und entsorgst sie über den Hausmüll statt auf dem Kompost.
Trifft ein Spätfrost frisch ausgepflanzte Callas, entfernst du ebenfalls die geschädigten Blätter. Die Topf-Calla kommt zurück ins Haus. Bei Beet-Callas beobachtest du den weiteren Austrieb und schaust bei Stillstand nach dem Rhizom. Auf Dünger verzichte ich in dieser Phase. Organische Dünger setzen bei Frost keine oder nur wenige Nährstoffe frei, und ob dem Rhizom etwas fehlt, zeigt das Schadbild nicht.
Schutzmaßnahmen
Vorbeugend zählen Termin und Platz: Ins Freiland kommen Callas ab Mai, sobald es sicher frostfrei ist. Überwinterte Kübel härtest du vorher bei mildem Wetter tagsüber im Halbschatten ab und räumst sie bei Frost wieder ein. Welche Lage im Garten Wärme und Schutz bietet, beschreibt der Ratgeber zu idealen Standorten für Calla im Garten.
Vorbeugen statt spritzen
Rhizome vor dem Einpflanzen prüfen
Gesunde Rhizome beginnen im Winter: Garten-Callas kommen im Herbst ins Haus und überwintern frostfrei und trocken. Vor dem Einpflanzen setzt du nur feste, ungeschrumpfte Rhizome ohne weiche Stellen oder Schimmel. Wie das frostfreie Knollenlager aussieht, zeigt der Abschnitt Ausgraben und Überwintern im Blumenzwiebel-Überblick, den Ablauf bis zum Frühjahrsstart der Pflege-Ratgeber im Jahresverlauf.
Kontrolle, Hygiene und der Rahmen für Pflanzenschutzmittel
Gezielter Pflanzenschutz setzt sorgfältige Beobachtung und eine korrekte Diagnose voraus. Ich drehe beim Kontrollgang ein paar Blätter um und schaue mir auch den Ansatz der Triebe an.
Reichen Wasserstrahl, Absammeln und Schnitt nicht aus, bleibt chemischer Pflanzenschutz das letzte Mittel. Im Hausgarten darfst du nur Mittel einsetzen, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind. Die Zulassung gilt nur für die Kombination aus Kultur und Schadorganismus, die in der Gebrauchsanleitung steht. Halte die Anleitung genau ein, trage Schutzkleidung, beachte die Wartezeit und entsorge Reste sachgerecht. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen. Eine pflanzliche Herkunft allein macht ein Mittel übrigens noch nicht zum erlaubten Pflanzenschutz.
Vor dem Gießen die Erde auch unten prüfen. Abzugslöcher frei halten. Gelbe und braune Blätter sowie verblühte Blüten entfernen. Blattunterseiten auf Läuse, Kotpunkte und Gespinste ansehen. Verdächtige Pflanzen nicht teilen. Kranke Teile in den Hausmüll, Werkzeug danach reinigen.

