Calla-Zwiebeln: Häufige Fehler vom Einpflanzen bis zur Winterruhe
- Calla bildet Rhizome und gilt im Garten als nicht winterhart, ins Beet kommt sie erst ab Mai bei sicherer Frostfreiheit.
- Garten-Callas setzt du je nach Größe des Pflanzguts etwa 5 bis 10 cm tief.
- Heller, windgeschützter Platz, volle Mittagssonne nur bei ausreichend feuchtem Boden.
- Im Wachstum reichlich gießen, beim Einziehen im Herbst trocken halten.
- Im Topf ein freies Abflussloch, durchlässige Erde und bei torffreier Erde die Feuchte auch unten prüfen.

Wenn eine Calla im Topf fault oder im Sommer nur zögerlich austreibt, suche ich die Ursache zuerst bei Wasser, Wärme und Ruhezeit. An diesen Stellen liegen die typischen Fehler mit Calla-Zwiebeln, vom Einpflanzen im Frühjahr bis zur Winterruhe. Für fast jeden Fehler gibt es einen Handgriff, der das Risiko senkt.
Calla ist keine echte Zwiebel: was daraus folgt
Die als Calla verkauften Pflanzen sind Zantedeschien. Botanisch bilden sie Rhizome und gehören nicht zu den echten Zwiebelpflanzen. Ein Rhizom ist eine unterirdische Sprossachse mit Knoten und Blattansätzen, die Reservestoffe speichert. Tulpen und Narzissen legen ihre Reserven dagegen in verdickten Blattteilen ihrer Zwiebeln an.
Auch der Kalender unterscheidet sich. Tulpen pflanzt du im Herbst, und sie sind winterhart. Callas behandelst du in der Gartenkultur als nicht winterhart: Ins Beet kommen sie erst ab Mai bei sicherer Frostfreiheit, im Herbst holst du sie zurück ins Haus. Wer Callas nach dem Tulpenkalender behandelt, setzt sie also zu früh und lässt sie im Winter draußen.
Im Handel begegnen dir zwei Gruppen: die Zimmercalla Zantedeschia aethiopica und die farbigen Calla-Hybriden. Beide brauchen im Wachstum reichlich Wasser. Ihre Ruhe richtet sich aber nach unterschiedlichen Signalen, bei der Zimmercalla nach der Blüte, bei den HybridenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. nach dem Einziehen im Herbst.
Der Name Calla führt leicht in die Irre. Die Sumpfpflanze Calla palustris ist botanisch eine andere Art und Gattung als die Zimmercalla Zantedeschia aethiopica. Was bei der Zimmercalla wie eine weiße Blüte aussieht, ist ein Hochblatt um den eigentlichen kolbenförmigen BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe..
Calla-Knollen einpflanzen: zu früh, zu tief, krankes Pflanzgut
Wann darf die Calla ins Beet?
Ins Freiland setzt du Callas ab Mai, und zwar erst, wenn es sicher frostfrei ist. Nicht winterharte sommerblühende Callas pflanzt du ab Mitte Mai. Ich halte mich an diesen Termin und schaue zusätzlich in die Wettervorhersage, ob noch Nachtfrost droht. Für ihr Sommerwachstum gelten Tagestemperaturen ab 20 °C als passend. Nachts passen Werte von 10 bis 18 °C.
Wer früher beginnen möchte, zieht farbige Calla-Hybriden ab März im Haus vor. So beginnt die Saison drinnen, und ins Beet kommt die Calla trotzdem erst bei sicherer Frostfreiheit.
Wie tief kommt das Rhizom in die Erde?
Garten-Callas setzt du je nach Größe des Pflanzguts etwa 5 bis 10 cm tief. Als Einzelwert für sommerblühende Callas gelten 10 cm. Kleine Rhizome setze ich eher ans flache Ende dieser Spanne, große eher ans tiefe. Das Rhizom lege ich mit den Austriebsknospen nach oben ins Pflanzloch.
Ein typischer Fehler ist die Faustregel der Frühjahrszwiebeln. Für sie gilt etwa die zwei- bis dreifache Zwiebelstärke als Erdabdeckung. Für Callas nimmst du stattdessen ihre eigene Tiefenangabe.
Welches Pflanzgut taugt?
Vor dem Pflanzen nehme ich jedes Rhizom in die Hand und prüfe, ob es fest ist. Weiche Stellen, Schimmel oder Fraßspuren sind ein Grund, das Stück auszusortieren. Im Topf kommt die Calla in durchlässige Blumenerde mit etwas Sand.
| Was | Wert | Gilt für |
|---|---|---|
| VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. im Haus | ab März | farbige Calla-Hybriden |
| Ins Freiland | ab Mai bei sicherer Frostfreiheit, nicht winterharte sommerblühende Callas ab Mitte Mai | Garten-Callas |
| Pflanztiefe | etwa 5 bis 10 cm je nach Größe des Pflanzguts | Garten-Callas |
| Pflanztiefe als Einzelwert | 10 cm | sommerblühende Callas |
| Wärme im Sommer | tagsüber ab 20 °C, nachts 10 bis 18 °C | Zantedeschien |
| Erde im Topf | durchlässige Blumenerde mit etwas Sand | Callas im Topf |
Bei der Zimmercalla sind alle Pflanzenteile giftig. Beim Verzehr können sie starke Schleimhautreizungen auslösen, bei Hautkontakt Blasenbildung. Ich trage beim Einpflanzen, Umtopfen und Teilen deshalb Handschuhe. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kontaktierst du sofort ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe.
Standortfehler: zu dunkel, zu windig, Sonne ohne Wasser
Callas brauchen einen hellen Platz, ein dunkler Winkel passt nicht zu ihnen. Volle Mittagssonne vertragen sie nur, wenn der Boden ausreichend feucht bleibt. Im Kübel eignet sich Halbschatten ohne pralle Mittagssonne. Außerdem gehört die Calla an einen windgeschützten Platz.
Wenig Regen, Wärme und Wind trocknen den Gartenboden schneller aus. Ein sonniger, zugiger Platz ist für Callas deshalb doppelt ungünstig: Der Wind trocknet die Erde aus, und ohne feuchte Erde vertragen sie die Sonne nicht.
Für halbschattige Plätze im Beet oder Kübel eignet sich zum Beispiel die Sorte ‘Vermeer’ mit weißer Außenseite und dunkelviolettem Schlund. Welche Sorten zu Beet, Rabatte und Vase passen, zeigt der Ratgeber zu Calla-Sorten und ihrer Verwendung im Garten. Wie du den Gartenplatz nach Licht, Wärme und Frostschutz auswählst, liest du im Ratgeber zum passenden Calla-Standort im Garten.
Gießfehler: zwischen Austrocknen und Staunässe
Zu trocken im Wachstum
Im Wachstum brauchen Callas reichlich Wasser, das gilt für die Zimmercalla wie für die farbigen Hybriden. Wer im Sommer nur ab und zu gießt, verfehlt diesen Bedarf, vor allem an sonnigen Plätzen. Bei aktiv wachsenden Gartenpflanzen gießt du durchdringend, bevor auch der Untergrund vollständig austrocknet.
Im Beet vermindert eine Mulchdecke das Austrocknen des Bodens und kann den Gießbedarf senken. Bei feuchter Witterung kann eine dicke Mulchauflage allerdings Schnecken begünstigen.
Zu nass im Topf
Reichlich Wasser heißt nicht, dass Wasser im Gefäß stehen bleibt. Pflanzgefäße brauchen freie Ablauflöcher, damit sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet. Den Untersetzer leere ich nach starkem Regen aus. Wie du die Feuchte im Topf prüfst, steht weiter unten bei der Kübelkultur.
Wann und wie du gießt
Ich gieße morgens und direkt in den Wurzelbereich. Morgendliches Gießen verringert Verdunstungsverluste, und benetzte Blätter trocknen schneller ab. Bei Kübelpflanzen bleiben Blätter und Blüten beim Gießen möglichst trocken.
Düngefehler: zur falschen Zeit und in falscher Menge
Direkt nach dem Eintopfen in vorgedüngte Blumenerde braucht deine Calla keinen zusätzlichen Dünger. Für Kübelpflanzen gilt nach dem Umtopfen in solche Erde eine Pause von vier bis sechs Wochen. Flüssigdünger gibst du bei Topfpflanzen nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des verwendeten Produkts.
Schwaches Wachstum beweist allein keinen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub., denn auch Lichtmangel, Bodenvernässung oder Wurzelfäulen können dahinterstecken. Ich prüfe deshalb zuerst Licht und Feuchte, bevor ich nachdünge.
Auch die Zusammensetzung spielt eine Rolle. Stickstoff unterstützt vor allem Blätter und Triebe, PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und Kalium fördern vorrangig das generative Wachstum. Eine stark stickstoffbetonte Düngung kann außerdem stärkeren Blattlausbesatz begünstigen.
Ist zu viel Dünger im Topf gelandet, kannst du den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. bei freiem Wasserabzug auswaschen. Bei extremem Überschuss ist ein Wechsel des Substrats nötig. Wann, womit und in welcher Menge du düngst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Callas in Beet und Topf richtig düngst.
Kübelkultur: die typischen Fehler im Topf
Gefäß und Erde
Der erste Kübelfehler passiert schon beim Kauf: ein Gefäß ohne Abflussloch. Gefäße für sommerblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen brauchen ein Abflussloch am Boden, und es muss frei bleiben. Ich stelle meine Calla-Kübel zusätzlich auf Holzklötze, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Für Callas im Topf eignet sich durchlässige Blumenerde mit etwas Sand. Bleibt die Calla mehrere Jahre im selben Gefäß, nimmst du strukturstabile Kübelpflanzenerde. Diese Erde wirkt Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich entgegen, wozu mineralische Bestandteile wie Bims, Splitt oder Blähton beitragen.
Die Oberfläche ist trocken, also wird gegossen. Bei Kübelpflanzen gilt eine 1 bis 2 cm tief abgetrocknete obere Schicht zwar als Hinweis auf Gießbedarf. Bei torffreier Erde kann der untere Topfbereich trotzdem noch nass sein, deshalb prüfst du dort vor dem Gießen zusätzlich die Feuchte.
Topfgröße, Material und Sonne
Der Gießbedarf steigt, je kleiner das Gefäß im Verhältnis zur Pflanze ist und je sonniger es steht. Weil Callas im Wachstum ohnehin reichlich Wasser brauchen, ist ein kleiner Topf an einem sonnigen Platz für sie die schwierigste Kombination. Ton- und Terrakottagefäße verlieren zusätzlich Wasser über die Gefäßwand und können häufiger Wasser brauchen als Kunststofftöpfe.
Schwarze Kunststoffkübel in direkter Sonne können die Wurzeln überhitzen. Ich nehme deshalb helle Gefäße oder beschatte den Topf selbst.
Nach dem Winter
Ein überwinterter Kübel kommt nicht vom Winterplatz direkt in die volle Sonne. Überwinterte Kübelpflanzen härtest du bei mildem Wetter zunächst tagsüber im Halbschatten ab. Droht Frost, räumst du sie wieder ein.
Nicht winterharte Zwiebel- und Knollenpflanzen können im vorhandenen Kübel frostfrei überwintern. Nach spätestens zwei Jahren gehören sie dann in frische Erde. Die Zimmercalla setzt du nach der Ruhephase ohnehin in einen neuen Topf mit frischer Erde.
Fehler in der Ruhezeit
Callas wechseln zwischen einer Wachstumszeit mit reichlich Wasser und einer trockenen Ruhe. Der typische Fehler ist, diesen Wechsel zu übergehen und einfach weiterzugießen.
Die Zimmercalla bekommt nach der Blüte eine kühle Ruhephase, in der sie 2 bis 3 Monate kein Wasser erhält. Farbige Calla-Hybriden ziehen dagegen im Herbst ein. Dann hältst du ihre Rhizome trocken und anschließend kühl und frostfrei. Wer beide Gruppen nach einem gemeinsamen Termin trocken stellt, erwischt bei einer davon leicht den falschen Zeitpunkt, weil die eine nach der Blüte und die andere nach dem Einziehen ruht. Ich schreibe deshalb auf jedes Etikett, ob es eine Zimmercalla oder eine farbige Hybride ist.
Auch Dünger hat in der Ruhe keinen Platz, denn Topfpflanzen brauchen in einer Ruhephase mit sehr geringem Wachstum kaum Nährstoffe.
Beim AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. entfernst du verblühte Blüten und Blätter, die gelb bis braun geworden sind. Grüne Blätter lasse ich stehen.
Den Neustart nach der Ruhe beginnst du behutsam. Die Zimmercalla topfst du in frische Erde und gießt zunächst vorsichtig. Kräftiger gießt du erst ab dem Blattaustrieb.
Überwinterung: drei Fehlerbilder
Die Calla bleibt im Beet: Das ist das erste Fehlerbild, denn in der Gartenkultur holst du sie im Herbst ins Haus und überwinterst sie frostfrei und trocken. Zu spätes Einräumen ist das zweite, weil nicht winterfeste Sommerknollen vor dem ersten Frost oder spätestens unmittelbar danach ins Winterquartier gehören. Das dritte Fehlerbild ist ein feuchtes Lager, dabei können aus dem Beet genommene Calla-Knollen nach dem Abtrocknen trocken und dunkel bis zur nächsten Pflanzung liegen. Wie du Callas vom Sommer bis in die Winterruhe begleitest, zeigt der Ratgeber zur Calla-Pflege im Lauf des Jahres.
Krankheiten und Schädlinge: früh hinschauen
Weiche Stellen am Rhizom, grauer Belag auf faulenden Teilen oder Läuse an den Triebspitzen sind Hinweise, aber noch keine sichere Diagnose. Befallene Pflanzenteile gehören nicht auf den Hauskompost, weil Erreger bei zu niedriger RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können. Wie du Krankheiten und Schädlinge an Callas erkennst, liest du im Ratgeber zu Calla-Krankheiten und Gegenmaßnahmen, den Überblick für alle Arten gibt der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen bei Blumenzwiebeln und Knollen.
Vermehrung: worauf du beim Teilen achtest
Rhizome speichern Reservestoffe und dienen der vegetativen Vermehrung, deshalb kannst du eine Calla teilen. Ich teile nur feste Rhizome ohne weiche Stellen und trage dabei Handschuhe, weil Hautkontakt mit der Zimmercalla Blasen auslösen kann. Welche Methode wann passt und wie du Jungpflanzen versorgst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Callas durch Teilung, Aussaat und Stecklinge vermehrst.

