Greigii-Tulpen vermehren: Brutzwiebeln ernten und zur Blüte bringen
- Welke Blütenköpfe abschneiden, damit die Energie in die Brutzwiebeln statt in Samen geht
- Laub stehen lassen, bis es vergilbt ist; das Einziehen dauert im Mittel 6 bis 8 Wochen
- Brutzwiebeln abtrennen, wenn die Blätter vertrocknet sind, dann trocken, luftig und kühl lagern
- Von September bis Dezember wieder pflanzen, Tochterzwiebeln als Faustregel zwei Zwiebelhöhen tief
- Bei Tulpen-Tochterzwiebeln ein bis zwei Jahre ohne Blüte einplanen

Greigii-Tulpen bilden nach der Blüte kleine Tochterzwiebeln, aus denen du neue Pflanzen derselben Sorte ziehst. Ob das gelingt, entscheidet sich in den Wochen nach dem Verblühen, denn die Brutzwiebeln wachsen nur weiter, solange das Laub noch nicht eingezogen ist. Ich schneide bei meinen Greigii-Gruppen deshalb nur die welken Blütenköpfe ab und lasse alles Grüne stehen. Danach brauchst du Geduld: Bei Tulpen bleiben Tochterzwiebeln ein bis zwei Jahre ohne Blüte.
Greigii-Tulpen kurz vorgestellt
Greigii-Tulpen bleiben mit 20 bis 30 cm niedrig, blühen im April und Mai und tragen Laub mit braunroten Streifen oder Punkten entlang der Adern. Zu den Sorten gehören die rosa ‘Toronto’ mit mehreren Blüten je Stiel und die intensiv rote ‘Rotkäppchen’ mit auffällig gemustertem Laub. Woher die Gruppe stammt und wie du sie im Garten einsetzt, liest du im Ratgeber darüber, was Greigii-Tulpen auszeichnet.
So vermehrst du Greigii-Tulpen über Brutzwiebeln
Die Vermehrung folgt dem Jahreslauf der Tulpe. Du lenkst die Kraft nach der Blüte in die Zwiebeln, gräbst zum passenden Zeitpunkt aus, lagerst sortiert und pflanzt im Herbst wieder.
Brutzwiebeln, auch Tochterzwiebeln genannt, sind die kleinen Zwiebeln, die eine Tulpe nach der Blüte bildet. Sie wachsen weiter, bis das Laub eingezogen ist. Weil sie vegetativ entstehen, tragen sie grundsätzlich dieselben Erbanlagen wie die Mutterzwiebel, und die Sorte bleibt erhalten.
Nach der Blüte: Köpfe ab, Laub bleibt stehen
Sobald eine Blüte welk ist, schneidest du den Kopf ab und lässt Stängel und Blätter stehen. Ziel ist, dass die Pflanze ihre Energie in die Brutzwiebeln steckt und nicht in Samen. Abgefallene Blütenblätter, die auf dem Laub liegen, nimmst du ab, weil sie bei Regen faulen können. Im Frühjahrswachstum brauchen Tulpen gleichmäßig feuchten Boden ohne Staunässe.
Das Laub bleibt, bis es gelb wird und welkt. Nach der Blüte dauert dieses Einziehen bei Zwiebelpflanzen im Mittel 6 bis 8 Wochen, und erst vollständig abgestorbene Blätter kommen weg. Weil die Brutzwiebeln genau bis zum Einziehen des Laubs weiterwachsen, nimmt ihnen ein früher RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. diese Wochen. Nährstoffe kann die Zwiebel während des grünen Blattwachstums einlagern, an gelbem, vertrocknendem Laub bringt Düngen keinen Nutzen mehr.
Das grüne Laub wird abgeschnitten, weil das Beet nach der Blüte unordentlich wirkt. Wer es zu früh entfernt, kann damit die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Setze die Zwiebeln lieber hinter später austreibende Stauden wie Taglilien, deren Blätter das welkende Laub verdecken.
Brutzwiebeln erkennen und ausgraben
Ausgegraben wird erst, wenn die Blätter vertrocknet sind. Die Tochterzwiebeln trennst du dann in der sommerlichen Ruhephase ab. In feuchten Lagen holst du Tulpenzwiebeln nach dem Eintrocknen des Blütenstängels ohnehin aus der Erde, an sommertrockenen Standorten dürfen sie auch im Boden bleiben. Für die Vermehrung gräbst du die Gruppe trotzdem aus, denn nur so kommst du an die Tochterzwiebeln.
Hebe die Zwiebeln mit etwas Abstand zur markierten Stelle aus der Erde, damit keine verletzt wird. Neben der Mutterzwiebel findest du dann die kleineren Tochterzwiebeln, die du von ihr abtrennst. Die anhaftende Erde schüttelst du ab, bevor alles ins Lager geht.
Ich stecke im Frühjahr neben jede Greigii-Gruppe einen Stab mit Sortenschild, solange das gemusterte Laub noch zu sehen ist. Der Stab zeigt mir im Sommer die Stelle, wenn über der Erde nichts mehr steht. Beim Ausgraben lege ich jede Gruppe in eine eigene Kiste und stecke das Schild dazu.
Sortieren und bis zum Herbst lagern
Nicht jede Tochterzwiebel taugt zur Weiterkultur. Behalte nur feste, gesunde Zwiebeln ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren. Weiche und matschige Zwiebeln sortierst du aus und entsorgst sie. Danach trennst du nach Größe, denn eine größere Zwiebel ist ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte. In der niederländischen Zwiebelproduktion gilt dieselbe Logik: Große Zwiebeln gehen in den Verkauf, junge Brutzwiebeln werden weiterkultiviert.
Diese Zwiebeln kommen in die Lagerkiste.
- fest und trocken, ohne weiche Stellen oder Schimmel
- ohne Krankheitszeichen und ohne Fraßspuren
- nach Größe getrennt
- jede Kiste mit der Sorte beschriftet
Bis zur Pflanzung lagern die Zwiebeln trocken, luftig und kühl. Ich lege sie dafür in einer Schicht in flache, offene Kisten. Kontrolliere sie regelmäßig auf Schimmel oder Fäulnis. Luftundurchlässige Beutel sind tabu, weil sich darin Schwitzwasser bildet, das Fäulnis begünstigt. Äpfel gehören nicht in die Nähe, denn ihr ReifegasReifegas ist die gängige Bezeichnung für Ethylen, ein Gas, das manches Obst selbst bildet, besonders Äpfel. Es lässt Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen, welken oder austreiben. Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern. Musst du das Beet räumen, bevor das Laub eingezogen ist, bewahrst du die Zwiebeln mitsamt dem einziehenden Laub bis zum Herbst kühl und dunkel auf.
Brutzwiebeln pflanzen und aufziehen
Greigii-Tulpen pflanzt du von September bis Dezember, vor dem ersten Frost. Die Mutterzwiebeln kommen zurück ins Beet. Die Tochterzwiebeln setzt du als eigene Gruppe an eine Stelle, an der ihr Laub in den blütenlosen Jahren ungestört einziehen kann. Wie du Boden, DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. und Pflanzlöcher vorbereitest, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Greigii-Tulpen in Beet und Topf pflanzt.
| Pflanzgut | Tiefe | Abstand | Anordnung |
|---|---|---|---|
| Mutterzwiebeln | 10 cm | 10 cm von Zwiebel zu Zwiebel | in Gruppen, für eine sichtbare Wirkung mindestens 10 Stück |
| Tochterzwiebeln | Faustregel: zwei Zwiebelhöhen | zwei bis drei Zwiebelbreiten | eigene Gruppe an einer ungestörten Stelle |
Die Tiefe der Tochterzwiebeln richtet sich nach ihrer Größe, deshalb gilt für sie die Faustregel statt einer festen Zentimeterangabe. Setze jede Zwiebel mit der Spitze nach oben, füll das Loch mit Erde und drück sie leicht an. Gieß danach gründlich an, auch wenn der Boden schon feucht ist, aber ohne Staunässe zu erzeugen. Mist, Kompost und andere Dünger gehören nicht direkt ins Pflanzloch.
Auf leichtem Sandboden setzt du die Zwiebeln etwas tiefer, auf schwerem Lehmboden etwas flacher.
In den Jahren ohne Blüte steht an der Anzuchtstelle nur Laub. Du behandelst es wie bei blühenden Tulpen: stehen lassen, bis es vergilbt, und im Frühjahr gleichmäßig feucht halten. Im Sommer bevorzugen die ruhenden Zwiebeln einen trockenen Standort. Pflanze deshalb keine stark wasserbedürftigen Sommerblumen direkt darauf, denn regelmäßiges Gießen der Nachbarn kann ruhende Tulpenzwiebeln faulen lassen. Dem Beet gibst du alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost.
Vermehrung im Topf
Greigii-Tulpen eignen sich auch für Töpfe, und die Schritte sind dort dieselben. Nach der Blüte stellst du den Topf an einen ungestörten Platz, an dem das Laub einziehen darf. Ist es vertrocknet, topfst du die Zwiebeln aus und trennst die Tochterzwiebeln wie im Beet. Beim Neupflanzen dürfen die Zwiebeln enger stehen als im Beet, sie sollen sich aber weder gegenseitig noch die Gefäßwand berühren. Das Gefäß braucht eine Abflussöffnung am Boden. Über Winter steht der Topf kühl, damit die Zwiebeln den KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. für die Frühjahrsblüte bekommen, und das SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. darf weder vernässen noch durchfrieren.
Der Greigii-Jahreslauf auf einen Blick
Über das Jahr verteilt sich die Vermehrung auf wenige Arbeitsschritte. Wann welcher dran ist, zeigt dir die Pflanze selbst: an der Blüte, am Laub und an der Ruhephase.
| Zeitraum | Was an der Pflanze passiert | Was du tust |
|---|---|---|
| April und Mai | Blüte | welke Blütenköpfe abschneiden |
| nach der Blüte, im Mittel 6 bis 8 Wochen | Laub zieht ein, Brutzwiebeln wachsen | Laub stehen lassen, Stellen markieren |
| sommerliche Ruhephase | Blätter sind vertrocknet | ausgraben, Tochterzwiebeln trennen, sortieren, trocken, luftig und kühl lagern |
| September bis Dezember | Pflanzzeit für Greigii-Tulpen | Mutter- und Tochterzwiebeln vor dem ersten Frost setzen und angießen |
| Winter | Kältereiz für die Frühjahrsblüte | Töpfe kühl stellen, Substrat weder nass noch durchgefroren |
| Folgejahre | Tochterzwiebeln bilden ein bis zwei Jahre nur Laub | Laub bis zum Vergilben stehen lassen, erste Blüten köpfen |
Für die Pflanztermine im Herbst hilft dir der Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken. Ich notiere mir beim Ausgraben für jede Gruppe, wie viele Tochterzwiebeln sie gebracht hat und in welche Größen ich sie sortiert habe.
Wie lange dauert es bis zur ersten Blüte?
Bei Tulpen bleibt eine abgetrennte Tochterzwiebel ein bis zwei Jahre ohne Blüte. Die erste Blüte kommt gegebenenfalls erst im zweiten Jahr, und das gilt auch für deine Greigii-Tochterzwiebeln. Einen Hinweis gibt dir die Größe: Eine größere Zwiebel spricht für eine kräftigere Blüte. Weil die junge Zwiebel ihre Reserven über das Laub aufbaut und die Größe für die Blüte spricht, zählt in den blütenlosen Jahren jedes Frühjahr, in dem das Laub bis zum Vergilben stehen bleibt. Blüht eine junge Pflanze zum ersten Mal, schneidest du auch ihren welken Kopf ab, damit die Energie in die Brutzwiebeln statt in Samen geht.
Ein bis zwei Jahre ohne Blüte sind bei Tulpen-Tochterzwiebeln einzuplanen. Nach jeder Blüte braucht das Laub im Mittel 6 bis 8 Wochen, bis es eingezogen ist.
Teilen, aussäen, abwägen: was bei Greigii-Tulpen gilt
Das Teilen eines Greigii-Bestands läuft über die Tochterzwiebeln: Du trennst sie in der sommerlichen Ruhephase von der Mutterzwiebel, so wie oben beschrieben. Wie die Vermehrung bei den übrigen Zwiebel- und Knollenarten aussieht, fasst der Abschnitt Vermehren im Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen zusammen.
Für die Brutzwiebeln spricht, dass sie die Sorte erhalten, weil die Nachkommen grundsätzlich dieselben Erbanlagen tragen wie die Mutterzwiebel. Dagegen steht die Wartezeit, denn junge Tochterzwiebeln bilden zunächst nur Laub.
Aus Samen ziehst du bei Greigii-Sorten wie ‘Toronto’ keine Kopie der Sorte: SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. tragen mütterliche und väterliche Erbteile, unveränderte Sortenmerkmale sind daher nicht garantiert. Dazu kommt ein Zielkonflikt, denn für Samen müssten die Fruchtstände stehen bleiben, die du für kräftige Brutzwiebeln abschneidest.
Als Ausgangsmaterial nimmst du nur kräftige, gesunde Pflanzen, denn geschwächte oder kranke taugen nicht für neue Pflanzungen. Werkzeug, mit dem du an kranken Pflanzen gearbeitet hast, reinigst du gründlich, bevor es an gesunde kommt.
Standort und gesunde Bestände
Greigii-Tulpen stehen sonnig bis halbschattig in durchlässigem Boden, und Tulpen reagieren empfindlicher auf nasse Böden als Narzissen. Welcher Platz und welcher Boden genau passen und wann eine Kalkgabe nötig wird, erklärt der Ratgeber zum sonnigen Standort für Greigii-Tulpen.
Vermehre nur aus einem gesunden Bestand: Zwiebeln aus einem Beet mit TulpenfeuerTulpenfeuer ist eine Pilzkrankheit der Tulpen, ausgelöst durch den Grauschimmelerreger Botrytis tulipae. Befallene Tulpen treiben mit verkrüppelten, graubraun gefleckten Blättern aus; der Pilz überdauert in kranken Zwiebeln im Boden. hebst du nicht zur Wiederpflanzung auf. Nach Tulpenfeuer oder GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. kommen Tulpen auf ein anderes Beet. Woran du solche Schadbilder erkennst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge desselben Überblicks über Blumenzwiebeln.

