Viridiflora-Tulpen vermehren: richtiger Zeitpunkt, Brutzwiebeln oder Aussaat
- Tulpen bilden nach der Blüte Brutzwiebeln, die weiterwachsen, bis das Laub eingezogen ist.
- Viridiflora-Tulpen blühen als Richtwert im Mai, ihr Trennfenster beginnt deshalb später als bei frühen Tulpen.
- Ausgegraben wird, wenn die Blätter vertrocknet sind, getrennt wird in der sommerlichen Ruhephase.
- Die Brutzwiebeln setzt du im Herbst wieder, bei Tulpen von Ende September bis Mitte November.
- Brutzwiebeln tragen grundsätzlich die Erbanlagen der Mutterpflanze und erhalten so die Sorte.
- Sämlinge kombinieren die Erbanlagen beider Eltern, unveränderte Sortenmerkmale sind nicht garantiert.

Bei Viridiflora-Tulpen fällt die erste Entscheidung fürs Vermehren schon direkt nach der Blüte. Entfernst du die verblühte Blüte, steckt die Pflanze ihre Kraft in die Brutzwiebeln statt in Samen. Lässt du die Blüte stehen, kann sie Samen für eine Aussaat bilden. Ich lege das für jeden Horst einzeln fest und markiere ihn, solange seine Blätter noch grün sind.
Für Tulpen allgemein gilt die kurze Antwort: Tulpen bilden nach der Blüte Brutzwiebeln, die weiterwachsen, bis das Laub eingezogen ist. Diese Tochterzwiebeln gräbst du aus, wenn die Blätter vertrocknet sind, trennst sie in der Sommerruhe und setzt sie im Herbst wieder. Bei Viridiflora-Tulpen kommt eine zweite Frage dazu: Willst du deine Sorte erhalten oder etwas Neues ausprobieren?
Was Viridiflora-Tulpen von anderen Tulpen unterscheidet
Viridiflora-Tulpen bilden einfache Blüten mit teilweise grün gezeichneten Blütenblättern und gehören zu den spät blühenden Tulpen. Als Richtwert blühen sie im Mai, und die grünen Bereiche ihrer Blütenblätter enthalten Chlorophyll. Was die Gruppe sonst auszeichnet und wie du sie in einen naturnahen Garten einbindest, liest du im Ratgeber über Merkmale und ökologischen Wert der Viridiflora-Tulpen.
Wann du Viridiflora-Tulpen am besten vermehrst
Beim Vermehren von Viridiflora-Tulpen ist der Zeitpunkt die Kernfrage, denn die Brutzwiebeln brauchen das Laub bis zum Schluss. Die Monate in der Übersicht sind Richtwerte. Das Signal zum Ausgraben geben dir die Blätter.
| Zeitpunkt (Richtwert) | Phase | Was du tust |
|---|---|---|
| Mai | Viridiflora-Tulpen blühen | Für jeden Horst festlegen, ob du köpfst oder den Fruchtstand für eine Aussaat stehen lässt |
| Nach der Blüte, im Mittel 6 bis 8 Wochen | Das Laub zieht ein, die Brutzwiebeln wachsen weiter | Laub stehen lassen, Horste markieren |
| Blätter vertrocknet, Sommerruhe | Die Zwiebeln ruhen | Ausgraben, Tochterzwiebeln trennen, trocken und luftig lagern |
| Bis zur Herbstpflanzung | Die Zwiebeln liegen im Lager | Kühl und luftig aufbewahren, auf Schimmel und Fäulnis prüfen |
| Ende September bis Mitte November | Pflanzzeit für Tulpen | Brutzwiebeln setzen und angießen |
| Mitte Oktober bis Ende November | Aussaatzeit eines Zuchtverfahrens im Gewächshaus | Samen aus gezielter Kreuzung säen |
Nach der Blüte: Laub einziehen lassen und im Sommer trennen
Tulpen bilden nach der Blüte Brutzwiebeln, die bis zum Einziehen des Laubs weiterwachsen. Für den Aufbau dieser Tochterzwiebeln braucht die Pflanze ihre Blätter, bis sie vergilben. Im Mittel dauert das Einziehen nach der Blüte 6 bis 8 Wochen. Viridiflora-Tulpen blühen als Richtwert erst im Mai, einfache frühe Tulpen überwiegend schon im April. Weil das Laub erst nach der Blüte einzieht, beginnt dein Trennfenster bei Viridiflora-Tulpen also später als bei frühen Tulpen.
Ausgegraben wird als Richtwert erst, wenn die Blätter vertrocknet sind. In feuchten Lagen ist das Eintrocknen des Blütenstängels dein Zeichen zum Herausnehmen. An sommertrockenen Standorten können Tulpenzwiebeln auch im Boden bleiben, zum Trennen holst du sie trotzdem heraus. Die Tochterzwiebeln löst du dann während der sommerlichen Ruhephase von der Mutterzwiebel.
Die gerodeten Zwiebeln lagerst du in der Sommerpause trocken und luftig, bis zur Herbstpflanzung kühl. Kontrolliere sie dabei regelmäßig auf Schimmel oder Fäulnis. Luftundurchlässige Beutel eignen sich nicht, weil Schwitzwasser Fäulnis begünstigt. Halte die Zwiebeln außerdem von Äpfeln fern, deren ReifegasReifegas ist die gängige Bezeichnung für Ethylen, ein Gas, das manches Obst selbst bildet, besonders Äpfel. Es lässt Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen, welken oder austreiben. Ethylen einen vorzeitigen Austrieb fördern kann. Ich lagere jede Sorte in einer eigenen offenen Kiste mit Etikett.
Brauchst du das Beet früher, gräbst du die Tulpen mitsamt dem einziehenden Laub aus. Dann bewahrst du sie bis zum Herbst kühl und dunkel auf.
Direkt nach der Blüte stecke ich neben jeden Horst einen Stab mit Sortenetikett. Daran erkenne ich nach dem Einziehen des Laubs, wo welche Sorte liegt, und grabe jede Sorte getrennt aus.
Im Herbst vor dem ersten Frost: Brutzwiebeln setzen und säen
Der Herbst ist bei Tulpen die Pflanzzeit. Getrennt hast du die Tochterzwiebeln dann schon, denn das geschieht als Richtwert in der sommerlichen Ruhephase. Für Tulpen wird die Herbstpflanzung von Ende September bis Mitte November empfohlen. Setze die Brutzwiebeln vor dem ersten Frost und gieß die Pflanzstelle an, damit die Wurzelbildung beginnen kann.
Vor dem Setzen nehme ich jede Brutzwiebel einzeln in die Hand. Die Zwiebel soll fest und ungeschrumpft sein, ohne weiche Stellen, Schimmel oder Fraßspuren. Braune Flecken mit etwa 1 mm großen schwarzen Dauerkörpern auf den Schuppen sind ein Grund, die Zwiebel auszusortieren. Was matschig ist, kommt nicht ins Beet, sondern in den Müll.
Ich setze die kleinen Brutzwiebeln an eine eigene Stelle im Beet und schreibe das Pflanzjahr auf das Etikett. Welche Zwiebeln du in welchem Monat setzt, hast du im Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Bei der Aussaat liegt der Termin ebenfalls im Herbst, allerdings unter Glas. Bei gezielter Kreuzung im Gewächshaus reifen Tulpensamen im Herbst. In einem Zuchtverfahren für Tulpen wird von Mitte Oktober bis Ende November im Gewächshaus gesät.
Was den Zeitpunkt in deinem Garten verschiebt
Der erste Faktor ist der Wasserhaushalt deines Beets. Tulpen bevorzugen während der sommerlichen Ruhe einen trockenen Standort. Regelmäßige Sommerbewässerung benachbarter Pflanzen kann ruhende Tulpenzwiebeln dagegen faulen lassen. Stehen deine Viridiflora-Tulpen zwischen Sommerblumen, die du gießt, holst du die Zwiebeln nach dem Einziehen also besser heraus, statt sie im Boden ruhen zu lassen. Als direkte Nachpflanzung über ruhenden Tulpen wählst du keine stark wasserbedürftigen Sommerblumen.
Ein zweiter Faktor ist das Gefäß. Viridiflora-Tulpen im Topf stellst du nach der Blüte an einen ungestörten Platz, an dem ihr Laub weiter einziehen darf. Danach gehst du beim Trennen vor wie im Beet. Wie du Viridiflora-Tulpen im Gefäß kultivierst und überwinterst, steht im Ratgeber zu Viridiflora-Tulpen in Töpfen auf Balkon und Terrasse.
Der dritte Faktor ist der Zustand deines Bestands. Geschwächte oder kranke Pflanzen verwendest du nicht als Ausgangsmaterial für neue Pflanzungen. Aus einem Bestand mit TulpenfeuerTulpenfeuer ist eine Pilzkrankheit der Tulpen, ausgelöst durch den Grauschimmelerreger Botrytis tulipae. Befallene Tulpen treiben mit verkrüppelten, graubraun gefleckten Blättern aus; der Pilz überdauert in kranken Zwiebeln im Boden. bewahrst du keine Zwiebeln zur Wiederpflanzung auf. Weil alle Termine Richtwerte sind, richte ich mich am Ende nach den Blättern: Erst wenn sie vertrocknet sind, grabe ich.
Brutzwiebeln oder Aussaat: was sich bei Viridiflora-Tulpen lohnt
Beide Wege bringen dir neue Tulpen, aber nicht dieselben. Welcher passt, hängt davon ab, ob du eine Sorte erhalten oder Neues auslesen willst.
Vegetativ vermehrst du, wenn die neue Pflanze aus einem Teil der alten entsteht, bei Tulpen aus einer Brutzwiebel. Die neue Pflanze trägt dann grundsätzlich dieselben Erbanlagen wie die Mutterpflanze. Ein SämlingSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. entsteht dagegen geschlechtlich und vereint weibliche und männliche Erbanteile.
Zwiebelteilung: Vorteile und Nachteile
Für Brutzwiebeln spricht vor allem die Sortentreue. Vegetativ vermehrte Tochterpflanzen tragen grundsätzlich dieselben genetischen Anlagen wie die Mutterpflanze. Viridiflora-Sorten unterscheiden sich in der Farbe, mit der sich das Grün verbindet:
| Sorte | Blütenbild |
|---|---|
| ‘Spring Green’ | Elfenbeinweiß mit Grün |
| ‘Groenland’ | Rosa mit Grün |
| ‘Flaming Spring Green’ | Weiß-grün mit roter Flamme, als Richtwert etwa 50 cm hoch |
| ‘Hollywood’ | Rot-grün, als Richtwert etwa 30 cm hoch |
Wer genau diese Verbindung aus Grundfarbe und Grün im eigenen Beet vervielfältigen will, nimmt deshalb die Brutzwiebeln, denn sie geben grundsätzlich die Erbanlagen der Mutterpflanze weiter. Auch bei der Tulpenvermehrung für den Handel werden Pflanzen aussortiert, deren Blütenfarbe oder Blütenform nicht den gewünschten Eigenschaften entspricht. Ich vermehre deshalb nur Horste, deren Blüte ich im Mai gesehen und als sortentypisch erkannt habe.
Die Nachteile liegen in Zeit und Aufwand. Eine Tochterzwiebel blüht gegebenenfalls erst im zweiten Jahr. Eine größere Zwiebel ist ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte. In der niederländischen Zwiebelproduktion werden die großen Zwiebeln verkauft, die jungen Brutzwiebeln wachsen dort in Freilandbeständen weiter. Außerdem bindet dich die Methode an den Sommer: Du lässt das Laub stehen, gräbst aus, lagerst und pflanzt im Herbst wieder.
„Aus den Samen meiner ‘Spring Green’ wächst wieder eine ‘Spring Green’.“ Darauf kannst du dich nicht verlassen. Sämlinge tragen mütterliche und väterliche Erbteile, unveränderte Sortenmerkmale sind deshalb nicht garantiert. Die elfenbeinweiß-grüne Sorte erhältst du über ihre Brutzwiebeln.
Aussaat: Vor- und Nachteile
Die Aussaat bringt dir, was Brutzwiebeln nicht leisten: neue Kombinationen. Bei einer Kreuzung werden die Erbanlagen der Eltern neu kombiniert. Die Nachkommen mit den gewünschten Eigenschaften wählst du anschließend gezielt aus. Gekreuzt wird, indem du den Pollen der Vaterpflanze auf die Narbe der Mutterpflanze überträgst. Die Eltern suchst du nach den Eigenschaften aus, die du dir wünschst, und bestäubst kontrolliert, um unerwünschte Fremdbestäubung zu vermeiden. In der Züchtung neuer Tulpensorten werden die Pflanzen später nach Blütenfarbe, Blütenform, Größe, Stiellänge und Vasenhaltbarkeit ausgelesen.
Dagegen stehen zwei Nachteile. Die Sortentreue fehlt, denn unveränderte Sortenmerkmale sind bei Sämlingen nicht garantiert. Dazu kommt die Zeit, die du bis zur ersten Blüte einplanen musst.
Vom Beginn einer Züchtung bis zum Handelsangebot einer neuen Tulpensorte vergehen 20 bis 30 Jahre. Bei der Weinbergstulpe, einer Wildart, dauert es vom Samen bis zur ersten Blüte ungefähr fünf Jahre.
Im Garten kommt ein dritter Punkt dazu. Verblühte Tulpenköpfe entfernst du, damit die Pflanze ihre Energie in die Brutzwiebeln statt in Samen steckt. Für die Aussaat brauchst du aber genau diese Samen. An derselben Pflanze arbeiten beide Methoden deshalb gegeneinander.
Du köpfst alle verblühten Tulpen und hoffst im Herbst trotzdem auf Samen. Das Entfernen der verblühten Blüten verhindert die Samenbildung. Lass die Fruchtstände nur an den Pflanzen stehen, die du vorher für eine Aussaat ausgewählt hast.
Welche Methode ich nehme
Für meine Viridiflora-Tulpen nehme ich die Brutzwiebeln, sobald ich eine Sorte behalten will. Eine Aussaat plane ich nur zusammen mit einer gezielten Kreuzung, und dafür köpfe ich eine einzelne, markierte Pflanze nicht. Wer einfach mehr Tulpen seiner Lieblingssorte möchte, braucht die Aussaat nicht. Die Aussaat lohnt sich für dich, wenn dich das Kreuzen und Auslesen reizt.
So trennst du die Brutzwiebeln
Sind die Blätter vertrocknet, hebst du den Horst vorsichtig aus der Erde und löst die Tochterzwiebeln von der Mutterzwiebel. Jede Sorte bleibt dabei für sich, damit du beim Pflanzen weißt, was du setzt. Wie verschieden Vermehrung bei Zwiebeln und Knollen aussehen kann, zeigt der Abschnitt Vermehren in unserem Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen.
So läuft eine Tulpenaussaat ab
Bei der Weinbergstulpe säst du am besten im Herbst oder Winter in Schalen oder Töpfe, bedeckst die Samen mit Erde und schützt sie vor starkem Regen. Im ersten Jahr bildet der Sämling dort nur ein Blatt und eine kleine Zwiebel. Den ganzen Weg von der Saat bis zur Selbstausbreitung beschreibt der Ratgeber zum Vermehren von Wildtulpen über Brutzwiebeln, Aussaat und Horstteilung.
Standort, Boden und Pflanzung
Gartentulpen bevorzugen sonnige Plätze mit lockerem, durchlässigem und humosem Boden, und auf nasse Böden reagieren Tulpen empfindlicher als Narzissen. Als allgemeine Regel setzt du Frühlingsblüher-Zwiebeln doppelt so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Wie du Standort, Bodenvorbereitung und Pflanztechnik für Viridiflora-Tulpen je nach BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. wählst, erklärt der Ratgeber zum richtigen Pflanzen von Viridiflora-Tulpen.
Pflege bis zur ersten Blüte
Während des Frühjahrswachstums brauchen Tulpen gleichmäßig feuchten Boden ohne StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Eine sommerliche Trockenphase begünstigt dagegen die reiche Blüte der folgenden Saison. Wie du Wasser, Nährstoffe und MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. übers Jahr einsetzt, liest du im Ratgeber zur Pflege von Viridiflora-Tulpen für eine lange Blüte.
Wenn Zwiebeln faulen oder krank wirken
Tulpen brauchen durchlässigen Boden, weil anhaltende Nässe Fäulnis und Pilzbefall begünstigt. Nach einem Befall mit Tulpenfeuer oder GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. wechseln Tulpen auf ein anderes Beet. Wie du Viridiflora-Tulpen mit robusten Sorten und gezielter Zwiebelpflege schützt, zeigt der Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen der Viridiflora-Tulpen.

