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Zwiebelblumen im Zimmer: Amaryllis, Hyazinthe und Co. vom Gießen bis zur Ruhephase

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 17 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Der als Amaryllis gehandelte Ritterstern blüht im Winter, wächst im Frühling und Sommer und ruht im Herbst.
  • Beim Eintopfen bleibt ein Drittel bis die Hälfte der Ritterstern-Zwiebel über der Erde.
  • Im Treibglas bleiben etwa 0,5 bis 1 cm Luft zwischen Wasseroberfläche und Zwiebelboden der Hyazinthe.
  • Nach der Blüte nur den welken Stiel entfernen, das grüne Laub baut Reserven für die nächste Blüte auf.
  • Die Zimmercalla ruht nach der Blüte kühl und 2 bis 3 Monate ohne Wasser.
  • Ritterstern und Zimmercalla sind giftig, Lilien sind für Katzen sehr stark giftig.
Eine Biene fliegt um die violetten Blüten einer Hyazinthe, die im Freiland wächst.
Foto: Dinkum · CC BY-SA 3.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Ein Ritterstern im Advent, ein Hyazinthenglas auf der Fensterbank, ein Topf Krokusse im Februar: Zwiebelblumen holen Blüten ins Haus, wenn draußen wenig blüht. Damit sie nach der ersten Saison nicht im Müll landen, musst du wissen, wann sie Wasser, Dünger und Ruhe brauchen. Ich führe dafür einen einfachen Kalender für meine Fensterbank, in dem für jede Art steht, wann sie wächst, blüht und ruht.

Hier geht es um die Arten, die du drinnen zur Blüte bringst, und um ihre Pflege im Topf. Du findest Standort, Gießen und Düngen, Schädlinge, die Zeit nach der Blüte, die Ruhephase und das Umtopfen, dazu Ideen fürs Arrangieren.

Kurz erklärt

Zwiebel ist nicht gleich Zwiebel. Tulpen und Narzissen speichern ihre Reserven in verdickten Blattteilen der Zwiebel. Die Zimmercalla bildet dagegen ein Rhizom und zählt botanisch nicht zu den echten Zwiebelpflanzen. Für die Pflege im Topf zählt vor allem der Rhythmus der jeweiligen Art.

Welche Zwiebelblumen blühen im Zimmer?

Drinnen begegnen dir zwei Gruppen. Die erste lebt dauerhaft im Topf und verbringt zumindest den Winter geschützt im Haus: Ritterstern, Zimmercalla, Glücksklee und Exoten wie die Ananasblume. Die zweite sind Frühjahrsblüher aus dem Garten, die du im Herbst eintopfst, kalt überwinterst und zur Blüte hereinholst.

Ritterstern, im Handel Amaryllis

Was als Amaryllis verkauft wird, ist botanisch ein Ritterstern der Gattung Hippeastrum. Sein Jahr hat drei Abschnitte: Er blüht im Winter, wächst im Frühling und Sommer und ruht im Herbst. Schon beim Kauf entscheidest du, ob er bleiben darf. Getopfte oder unversiegelte Zwiebeln lassen sich eher mehrjährig weiterpflegen als Wachszwiebeln, denen meist weitgehend die Wurzeln fehlen.

Hyazinthen für das Treibglas

Hyazinthen bringst du im Glas über Wasser zur Blüte. Dafür brauchst du vorgekühlte Treibzwiebeln, die fest, prall und schimmelfrei sind. Unter den Gartenhyazinthen blüht ‘Carnegie’ weiß, ‘Hollyhock’ gefüllt rot und die mehrtriebige ‘Anastasia’ blau. Nach der Treiberei ist die Zwiebel erschöpft und wechselt später in den Garten statt zurück ins Glas.

Tulpen und Narzissen im Topf

Tulpen und Narzissen sind Gartenpflanzen und brauchen auch im Topf einen kalten Winter. Bei Tulpen liefert erst die kühle Aufstellung den Kältereiz für die Frühjahrsblüte. Für Gefäße eignen sich kleine Tulpen wie Tulipa tarda, Tulipa turkestanica, ‘Pulchella’ von Tulipa humilis und die Praestans-Tulpe ‘Fusilier’. Die Kaufmanniana-Tulpe ‘Stresa’ mit johannisbeerroten, gelb gerandeten Blüten passt ebenfalls in Kübel. Einfache frühe Tulpen wie ‘Flair’, ‘Apricot Beauty’ und ‘Purple Prince’ werden je nach Sorte etwa 20 bis 40 cm hoch.

Bei den Narzissen tragen Jonquilla-Narzissen duftende gelbe Blüten. Die Triandrus-Narzisse ‘Thalia’ duftet ebenfalls und blüht weiß.

Krokusse und Schneeglöckchen

Krokusse und Schneeglöckchen holen den Vorfrühling auf die Fensterbank. Für Töpfe, Kübel und Balkonkästen eignet sich zum Beispiel eine Mischung aus Crocus chrysanthus, die im Februar und März blüht. Ihre Knollen setzt du etwa 6 cm tief. Großblumige Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe folgen im März und April, die Sorte ‘Pickwick’ trägt hellviolette Blüten mit dunkleren Streifen.

Schneeglöckchenzwiebeln haben keine feste Außenhülle und trocknen deshalb leicht aus. Ich topfe sie gleich nach dem Kauf im Herbst ein.

Lilien für Kübel und große Töpfe

Viele Gartenlilien blühen im Juli und August. Kompakte Topflilien werden ungefähr 50 cm hoch und eignen sich für Kübel und Balkonkästen. Die Pixie-Lilien bleiben mit etwa 45 cm etwas niedriger. Orientalische Lilien tragen große, häufig duftende Blüten und blühen ungefähr 10 bis 20 Tage nach den Asiatischen. Die meisten Gartenlilien pflanzt du von März bis Mai. Ein zweites Pflanzfenster reicht von September bis Mitte Oktober.

Achtung

Lilien der Gattung Lilium und Taglilien der Gattung Hemerocallis sind für Katzen sehr stark giftig. Lebt eine Katze mit im Haushalt, holst du dir Lilien besser nicht in die Wohnung.

Zimmercalla, Glücksklee und Exoten

Die Zimmercalla Zantedeschia aethiopica wächst aus einem Rhizom. Ihr weißes Hochblatt umgibt den eigentlichen, kolbenförmigen Blütenstand. Die Sumpfpflanze Calla palustris gehört trotz des ähnlichen Namens zu einer anderen Gattung. Glücksklee ziehst du aus Zwiebeln und hältst ihn im Zimmer hell und kühl.

Ananasblumen sind Schopflilien der Gattung Eucomis, ihr Blattschopf über dem Blütenstand erinnert an eine Ananas. Sie verbringen den Sommer im Kübel draußen und den Winter geschützt. Nach der Blüte bleiben ihre Fruchtkapseln als Schmuck stehen.

Der orangefarbene Milchstern Ornithogalum dubium ist nicht winterhart und überwintert mit seinen Zwiebeln geschützt im Keller. Auch die Blutblume Scadoxus ist in Mitteleuropa nicht winterhart und bleibt deshalb eine Topfpflanze. Freesien im Topf holst du vor den ersten Frösten ins Haus.

Welche Zimmerzwiebeln sind giftig?

Zwiebelblumen sind Zierpflanzen, keine Lebensmittel, und mehrere Arten auf der Fensterbank sind giftig. Beim Ritterstern Hippeastrum vittatum ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Zwiebel. Bei der Zimmercalla sind alle Teile giftig: Verzehr kann starke Schleimhautreizungen auslösen, Hautkontakt Blasen. Lilien und Taglilien sind für Katzen sehr stark giftig.

Achtung

Narzissen sind in allen Pflanzenteilen giftig, sie enthalten Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin. Werden Teile verschluckt, können schwere Magen-Darm-Beschwerden folgen. Auch Haut- oder Augenkontakt kann Reizungen verursachen, und essen darfst du keinen Teil der Pflanze.

Hast du den Verdacht, dass jemand Pflanzenteile verschluckt hat, wende dich unverzüglich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe.

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Welcher Standort passt in der Wohnung?

Licht

Hell ist die Grundregel für Zwiebelblumen im Zimmer. Blühende Krokusse und Schneeglöckchen brauchen einen hellen Platz, bewurzelte Treibhyazinthen ziehen an ein Ost- oder Westfenster. Die Zimmercalla mag es ebenfalls hell, pralle Mittagssonne verträgt sie aber nur bei ausreichend feuchter Erde. Ich rücke sie deshalb mittags aus der direkten Sonne, wenn ich die Erde nicht durchgehend feucht halten kann.

Temperatur

Eine Einheitstemperatur für alle Zimmerzwiebeln gibt es nicht, die Arten unterscheiden sich deutlich. Glücksklee steht im Zimmer günstig hell und kühl bei 10 bis 15 °C. Freesien wachsen günstig bei nächtlichen 13 bis 16 °C. Tagsüber dürfen es bei ihnen 20 bis 22 °C sein. Die Werte für Treibhyazinthen und für die Ruhephasen findest du weiter unten bei den einzelnen Arten.

Sträuße aus Zwiebelblumen stellst du geschützt vor Hitze und Zugluft auf. Gekaufte Zwiebeln von Frühlingsblühern, die noch auf den Topf warten, lagerst du vorübergehend dunkel und luftig bei etwa 18 °C. Halte sie dabei getrennt von Äpfeln, denn deren Reifegas Ethylen kann einen vorzeitigen Austrieb fördern. Tulpensträuße altern neben Obst ebenfalls schneller, weil auch sie auf Ethylen reagieren. Die Obstschale gehört also weder neben die Zwiebeltüte noch neben die Vase.

Topf und Erde

Jeder Topf braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft. Als Grundsubstrat für Blumenzwiebeln im Topf eignet sich Blumenerde. Für Frühjahrsblüher wie Tulpen nimmst du eine hochwertige Topferde, die Wasser und Nährstoffe speichert und mit strukturstabilen mineralischen Zuschlägen luftig bleibt. Für die Zimmercalla eignet sich durchlässige Blumenerde mit etwas Sand, für Freesien eine Mischung aus Blumenerde und grobem Sand.

Im Gefäß dürfen Zwiebeln enger stehen als im Beet. Sie sollen sich aber weder gegenseitig noch die Topfwand berühren. Bei einer dichten Saisonpflanzung bleibt zwischen den Zwiebeln höchstens eine Fingerbreite frei. Wie groß der Topf sein muss, richtet sich nach Anzahl und Größe der Zwiebeln.

Mythos-Check

Ein Tontopf schützt vor Staunässe? Allein nicht. Durch die Wand von Ton- und Terrakottagefäßen verdunstet zusätzlich Wasser, deshalb brauchen sie oft häufiger Wasser als Kunststofftöpfe. Gegen stauendes Wasser helfen freie Abzugslöcher, eine Drainage und strukturstabile Erde.

Wie gießt du Zwiebelblumen im Topf?

Staunässe begünstigt Fäulnis an Zwiebeln, deshalb beginnt gutes Gießen mit der Kontrolle. Prüf vor dem Gießen mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist. Bei torffreien Substraten kann die Oberfläche schon trocken sein, während der untere Topfbereich noch nass ist. Ist es dort noch feucht, wartest du. Gieß dann direkt auf die Erde und halte Blätter und Blüten möglichst trocken. Wasser, das sich im Übertopf sammelt, kippe ich nach dem Gießen weg.

Wie viel eine Zwiebel braucht, hängt von Art und Phase ab. Die Zimmercalla braucht in ihrer Wachstumsphase reichlich Wasser, den Ritterstern gießt du während der Blüte mäßig. Frisch getopfte Frühjahrsblüher gießt du gründlich an, auch wenn die Erde schon feucht ist. Im Winter prüfst du ihre Töpfe ebenfalls auf Trockenheit und gießt bei Bedarf nach. Der Gießbedarf steigt, wenn ein Topf im Verhältnis zur Pflanze klein ist und sonnig steht.

Häufiger Fehler

Nach Kalender gießen. Ob ein Topf Wasser braucht, zeigt die Erde unter der Oberfläche, nicht der Wochentag.

Wann und wie düngst du Zimmerzwiebeln?

Gedüngt wird nur, solange das Laub grün ist und wächst. In dieser Zeit lagern Zwiebelblumen Nährstoffe ein. Wird das Laub gelb und trocknet ein, bringt weiteres Düngen keinen Nutzen mehr. In der Ruhephase brauchen Topfpflanzen kaum Nährstoffe, dann bleibt der Dünger im Schrank.

Beim Ritterstern heißt das: In der Wachstumsphase im Frühling und Sommer düngst du regelmäßig. Frühjahrsblüher, die du im Herbst in frische Blumenerde getopft hast, brauchen über den Winter keinen zusätzlichen Dünger. Schneeglöckchen düngst du gar nicht zusätzlich, weil das lange Blätter auf Kosten der Blüten fördern kann.

Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Düngers. Flüssigdünger gibst du nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Stickstoff fördert vor allem Blätter und Triebe, Phosphat und Kalium dagegen vorrangig Blüten und Früchte. Hast du zu viel gedüngt, kannst du den Wurzelballen bei freiem Wasserabzug auswaschen. Bei extremem Überschuss hilft nur ein Wechsel in frische Erde.

Tipp

Ist der Topf trocken, gieße ich zuerst mit klarem Wasser an und gebe den Flüssigdünger erst auf die durchfeuchtete Erde.

Schädlinge und Krankheiten auf der Fensterbank

Bei meinen Zimmerzwiebeln schaue ich mir vor allem Blattunterseiten und Triebspitzen genau an. Dort sitzen Blattläuse häufig, und Spinnmilben saugen überwiegend an der Blattunterseite. Jedes Schadbild ist zunächst nur ein Hinweis, für eine sichere Diagnose brauchst du genaues Hinsehen.

Blattläuse können gekräuselte Blätter und Honigtau verursachen, auf dem sich später Rußtau bildet. Bei schwachem Befall kann als erste Maßnahme das Abspritzen mit Wasser ausreichen, ich nehme dafür die Dusche. Einzelne befallene Triebe kannst du auch von Hand entfernen. Wassermangel und stark stickstoffbetonte Düngung können einen stärkeren Befall begünstigen.

Gelblich gesprenkelte bis silbrige Blätter mit feinen Gespinsten und weißen Häutungsresten auf der Unterseite können auf Spinnmilben hinweisen. Bei unklaren Schäden kann eine Pflanzenschutzberatung helfen. Notier dir dafür, wie stark und wo die Pflanze befallen ist und was du bisher unternommen hast. Gelbtafeln, die du in befallene Zimmerpflanzen steckst, fangen ausgewachsene, fliegende Trauermücken.

Grauschimmel zeigt sich als grauer Sporenrasen auf faulenden Pflanzenteilen. Zur Vorsorge gehören ausreichender Abstand zwischen den Töpfen, Luftbewegung und Pflanzen, die zur Nacht abgetrocknet sind. Ich gieße deshalb morgens. Faulende Blüten und Blätter nehme ich ab und werfe sie in den Hausmüll, nicht auf den Kompost.

Weiche Zwiebeln sind ein Warnsignal, und schon vor dem Eintopfen sortierst du weiche und matschige Exemplare aus. Fusarium oxysporum kann an Blumenzwiebeln eine zunächst weiche, später trockene Fäule hervorrufen. Der Pilz kann mit Substrat und Gefäßen weitergetragen werden und mit Dauersporen mehrere Jahre überdauern. Eine faule Zwiebel entsorgst du deshalb samt ihrer Erde im Hausmüll und nimmst für die nächste frische Erde und einen sauberen Topf.

Was tun nach der Blüte?

Nach der Blüte beginnt die Vorbereitung auf die nächste. Schneid nur den verblühten Stiel ab und lass die grünen Blätter stehen, denn über sie baut die Zwiebel ihre Reserven neu auf. Wer grünes Laub zu früh entfernt, kann die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Verblühte Köpfe nimmst du ab, damit die Pflanze keine Kraft in Samen steckt.

Beim Ritterstern schließt sich an die Blüte die Wachstumsphase im Frühling und Sommer an, seine Blätter bleiben also lange grün. Getopfte Frühjahrsblüher brauchen nach der Blüte vor allem einen ungestörten Platz, an dem ihr Laub einziehen kann. Das dauert nach der Blüte im Mittel 6 bis 8 Wochen. Erst wenn die Blätter vollständig gelb oder braun eingetrocknet sind, schneidest du sie ab.

Marias Erfahrung

Meine abgeblühten Zwiebeltöpfe stelle ich auf der Terrasse an die Hauswand und lasse sie dort einziehen. Erst wenn die Blätter braun und trocken sind, schneide ich sie ab und notiere im Kalender, welcher Topf fertig ist.

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Die Ruhephase: wann, wie lange, wie kühl?

Jede Art ruht nach ihrem eigenen Takt. Gemeinsam ist nur, dass die Zwiebel in dieser Zeit wenig oder gar kein Wasser und keinen Dünger bekommt. Die Tabelle fasst die Arten aus diesem Ratgeber zusammen.

Art Wann Wasser Platz und Temperatur
Ritterstern im Herbst zu Beginn bis auf null reduzieren im Topf, ohne Dünger
Zimmercalla nach der Blüte, 2 bis 3 Monate kein Wasser kühl, danach frische Erde
Glücksklee nach der Blüte, etwa acht Wochen kein Wasser bei etwa 8 °C
Ananasblume nach dem Welken der Blätter im Herbst nicht gießen, bei im Haus vorgezogenen Pflanzen ab Februar wieder Kübel geschützt bei 6 bis 8 °C
Orangefarbener Milchstern Ruhephase im Topf nur gelegentlich eine minimale Gabe geschützt im Keller
Freesie Ruhephase nicht gießen Knollen trocken und luftig bei etwa 8 bis 12 °C

Trocken heißt nicht ausgedörrt. Ananasblumen-Zwiebeln, die zu stark austrocknen, können in der folgenden Saison ohne Blüte bleiben. Beim Milchstern begünstigt dagegen zu viel Wasser Fäulnis. Ruhe bedeutet also so wenig Wasser, wie die Art verlangt, und nicht bei jeder Art null.

Lagerst du Zwiebeln oder Knollen außerhalb der Erde, nimm luftdurchlässige Behälter statt dichter Beutel, weil Schwitzwasser Fäulnis begünstigt. Kontrollier sie regelmäßig auf Schimmel und Fäulnis.

Zum Ende der Ruhe weckst du die Zwiebel behutsam. Die Zimmercalla kommt in einen neuen Topf mit frischer Erde, du gießt zunächst vorsichtig und ab dem Blattaustrieb kräftiger. Beim Ritterstern warte ich mit dem Gießen, bis sich an der Zwiebel ein neuer Trieb zeigt.

Pflege Schritt für Schritt nach Art

Ritterstern durchs Jahr

Den Ritterstern setzt du in nährstoffreiche Erde mit gutem Wasserabzug. Zwischen Zwiebel und Topfrand bleibt etwa eine Fingerbreite Erde. Die Zwiebel sitzt nicht ganz in der Erde, ein Drittel bis die Hälfte ragt heraus.

Im Winter blüht er, dann gießt du mäßig. Ist die Blüte vorbei, schneidest du nur den verblühten Stiel ab und lässt die Blätter stehen. Im Frühling und Sommer wächst er und bekommt regelmäßig Dünger. Im Herbst beginnt die Ruhephase, zu deren Beginn du die Wassergabe bis auf null zurücknimmst.

Hyazinthe im Treibglas

Bei der Glastreiberei kommt es auf die Reihenfolge an. So gehst du vor:

  1. Wähle vorgekühlte Treibzwiebeln, die fest, prall und schimmelfrei sind.
  2. Füll das Glas so, dass zwischen Wasseroberfläche und Zwiebelboden etwa 0,5 bis 1 cm Luft bleibt.
  3. Stell das Glas zunächst dunkel bei etwa 10 °C auf, bis sich kräftige Wurzeln gebildet haben.
  4. Danach wechselt es an ein Ost- oder Westfenster.
  5. Das Papierhütchen nimmst du erst ab, wenn der Austrieb es deutlich angehoben hat.
  6. Nach der Blüte entfernst du den verblühten Stiel und lässt das Laub einziehen.

Die erschöpfte Zwiebel setzt du später in den Garten, statt sie ein zweites Mal zu treiben. Rechne dort ab dem zweiten Standjahr meist mit kleineren und lockereren Blütenständen. Wo sie im Beet Platz findet, plane ich im Beetplaner für dein Gartenbeet.

Tulpen, Narzissen und Krokusse aus dem Topf

Frühjahrsblüher für eine Topfbepflanzung setzt du von September bis Dezember, jeweils vor dem ersten Frost. Der Topf braucht eine Abflussöffnung, als Erde dient Blumenerde. Als allgemeine Pflanzregel kommen die Zwiebeln doppelt so tief in die Erde, wie sie hoch sind, mit der Spitze nach oben. Danach bedeckst du sie mit Erde, drückst leicht an und gießt gut an.

Den Winter verbringen die Töpfe kalt, wobei das Substrat weder vernässen noch durchfrieren soll. Im Gefäß friert die Erde schneller durch als im Gartenboden, und schmale Balkonkästen können durchfrieren und anschließend faulen. Bei starkem Frost rückst du die Töpfe an die Hauswand und deckst sie mit Wintervlies ab. Sobald im Frühjahr der Austrieb sichtbar wird, darf der Topf an seinen endgültigen Platz. Bei mir ist das ein helles Fenster.

Jetzt dran

Im Herbst bepflanzt du die Töpfe für den Frühling. Wann welche Art in die Erde kommt, zeigt dir der druckbare Kalender für Blumenzwiebeln.

Zimmercalla, Glücksklee und Ananasblume

Die Zimmercalla stellst du hell auf und hältst sie während des Wachstums reichlich feucht. Verblühte Blüten und gelb bis braun gewordene Blätter entfernst du, nach der Blüte folgt die trockene, kühle Ruhephase. Farbige Calla-Hybriden kannst du ab März im Haus vorziehen. Ab Mai dürfen sie bei sicherer Frostfreiheit nach draußen.

Glücksklee setzt du 5 cm tief in humose, wasserdurchlässige Erde. Er steht hell und kühl und ruht nach der Blüte ohne Wasser.

Ananasblumen hältst du im Wachstum gut feucht, aber ohne Staunässe. Nach Bildung der Blattrosette bekommen sie beim Gießen regelmäßig Flüssigdünger. Nach den letzten Frösten ziehen sie an einen geschützten, warmen und sonnigen Platz ins Freie, wo du auf Schnecken und Blattläuse achtest. Welken im Herbst die Blätter, gießt du nicht mehr und überwinterst den Kübel geschützt.

Umtopfen und Teilen

Wann und wie oft?

Nicht winterharte Zwiebel- und Knollenpflanzen, die im Gefäß überwintern, setzt du spätestens nach zwei Jahren in frische Erde. Das gilt zum Beispiel für den orangefarbenen Milchstern. Bei der Zimmercalla fällt das Umtopfen ohnehin ans Ende jeder Ruhephase. Den Ritterstern topfe ich ebenfalls am Ende der Ruhe um, bevor ich ihn wieder gieße. Hyazinthen aus dem Treibglas und abgeblühte Frühjahrsblüher aus dem Topf setze ich nach dem Einziehen in den Garten.

So setzt du um

Nimm die Zwiebel aus dem Topf und prüf sie. Gesund ist sie fest und hat keine weichen, kranken oder angefressenen Stellen. Den neuen Topf wählst du nach Anzahl und Größe der Zwiebeln, mit freien Abzugslöchern. Beim Ritterstern gelten dieselben Maße wie beim ersten Eintopfen. Setz die Zwiebel mit der Spitze nach oben, füll Erde auf, drück sie leicht an und gieß an, ohne dass Wasser steht.

Glücksklee kannst du beim Umtopfen teilen, indem du seine Knöllchen trennst. Weiche Zwiebeln setzt du nicht wieder ein, sondern entsorgst sie.

Und vermehren?

Viele Zwiebeln bilden mit der Zeit Tochter- oder Brutzwiebeln, die du abnehmen und eigens weiterziehen kannst. Wie das bei Brutzwiebeln und geteilten Knollen im Einzelnen geht, steht im Abschnitt zum Vermehren von Blumenzwiebeln und Knollen.

Warum blüht meine Zimmerzwiebel nicht?

Bleibt die Blüte aus, lohnt ein Blick auf die letzte Saison. Diese Gründe kommen infrage.

Die Zwiebel war nicht auf Dauer angelegt. Wachszwiebeln des Rittersterns fehlen meist weitgehend die Wurzeln, sie lassen sich schlechter mehrjährig weiterpflegen als getopfte. Auch Treibzwiebeln sind nach dem Glas erschöpft: Hyazinthen bilden ab dem zweiten Standjahr meist kleinere und lockerere Blütenstände. Bei Freesien ist eine erneute Blüte nicht zuverlässig.

Das Laub kam zu früh weg. Über die grünen Blätter baut die Zwiebel ihre Reserven auf, fehlen sie, kann die nächste Blüte leiden.

Die Ruhe passte nicht zur Art. Zu stark ausgetrocknete Ananasblumen-Zwiebeln können ohne Blüte bleiben, während der Milchstern bei zu viel Wasser zur Fäulnis neigt.

Die Kälte fehlte. Tulpen im Topf brauchen im Winter einen kühlen Platz, damit sie den Kältereiz für die Frühjahrsblüte bekommen.

Zu viel Stickstoff. Stickstoff fördert vor allem Blätter und Triebe. Bei Schneeglöckchen kann zusätzlicher Dünger lange Blätter auf Kosten der Blüten fördern.

Gelbe Blätter, kümmernde Pflanzen, weiche Zwiebeln

Vergilbt das Laub nach der Blüte, zieht die Pflanze ein, das gehört zu ihrem Rhythmus. Kümmert eine Pflanze dagegen mitten im Wachstum, muss nicht der Dünger fehlen. Schwaches Wachstum kann auch auf Lichtmangel, nasse Erde oder Wurzelfäule hindeuten. Prüf deshalb zuerst Standort und Feuchte unten im Topf, bevor du düngst. Weiche Zwiebeln behandelst du so, wie bei den Krankheiten beschrieben, und entsorgst sie samt Erde.

Mini-Checkliste

Steht der Topf hell? Ist die Erde unten im Topf nass? Blieb das Laub nach der Blüte stehen, bis es welkte? Passte die Ruhe zur Art? Hatten die Tulpen ihren kalten Winter?

Zwiebelblumen drinnen arrangieren

Etagen im Topf

Zwiebeln lassen sich im Topf in Lagen übereinander pflanzen, oft Lasagne-Methode genannt. Größere und später blühende Zwiebeln kommen nach unten, kleinere und früher blühende nach oben, zwischen die Lagen kommt jeweils etwas Erde. Ein bunter Frühjahrstopf kann unten Narzissen, darüber Tulpen und oben Traubenhyazinthen tragen. Auch Hyazinthen in der unteren und Krokusse in der oberen Schicht ergeben eine Etagenpflanzung. Für solche Etagen wird die Kaufmanniana-Tulpe ‘Stresa’ empfohlen.

Farben und Blühzeiten

Gemeinsame Blühtermine ergeben einen gleichzeitigen Farbeindruck, gestaffelte verlängern die Blüte im selben Topf. Die rote Praestans-Tulpe ‘Fusilier’ blüht zum Beispiel zusammen mit blauen Traubenhyazinthen. Violett und Gelb bilden im Farbkreis ein Komplementärpaar, das in Kästen kräftige Kontraste setzt. Abstufungen derselben Farbe in Helligkeit oder Sättigung ergeben dagegen eine Ton-in-Ton-Gestaltung.

Frühjahrsblühende Veilchen passen als Begleiter in denselben Topf. Lässt du außen einen Ring frei, kannst du ihn im Frühjahr mit Primeln und Hornveilchen füllen.

Sträuße aus Zwiebelblumen

Tulpen schneidest du mit einem scharfen Messer statt mit der Schere und stellst sie in sauberes, höchstens lauwarmes Wasser. Blätter, die ins Vasenwasser reichen würden, entfernst du vorher. Den Wasserstand kontrollierst du bei Tulpen täglich und wechselst eingetrübtes Wasser aus. Narzissen und Hyazinthen geben im Vasenwasser ein schleimiges Sekret ab, das die Haltbarkeit beigestellter Tulpen verkürzen kann. Narzissen stehen deshalb vor dem Mischen über Nacht allein im Wasser und werden danach nicht mehr angeschnitten. Fehlt ein Frischhaltemittel, nimmst du sauberes Wasser ohne selbst gemischte Zusätze.

Duftende Sorten wie die balsamisch duftende Hyazinthe ‘Anastasia’ und Jonquilla-Narzissen planst du im Zimmer mit Bedacht. Schwere Düfte können die zarten Düfte gleichzeitig blühender Pflanzen überlagern, deshalb stelle ich Duftzwiebeln nicht dicht zusammen. Willst du Duft lieber draußen erleben, lies, wie du ein Aromabeet mit duftenden Blumenzwiebeln planst.

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Nachhaltig mit Zimmerzwiebeln umgehen

Nach der Blüte muss keine Zwiebel in den Müll. Den Ritterstern pflegst du im Topf weiter, wenn du ihn getopft statt gewachst gekauft hast. Treibhyazinthen und getopfte Frühjahrsblüher ziehen nach dem Einziehen in den Garten um.

Bei der Erde greifst du zu torffreier oder torfreduzierter Ware mit strukturstabilen mineralischen Anteilen. Als Torfersatz kommen unter anderem Holzfasern, Rindenhumus, Kompost und Ton zum Einsatz. Weil torffreie Erde oben schon trocken sein kann, während sie unten noch nass ist, gehört die Fingerprobe unter der Oberfläche fest zum Gießen. Gesunde Pflanzenreste dürfen auf den Kompost, Material mit Fäulnis oder Welke gehört in den Hausmüll.

Kaufst du Schnittblumen dazu, nimm regionale Saisonware, damit lange Transporte und energieaufwendige Treibhauskultur entfallen. Für Arrangements verzichtest du auf Steckmasse und Kunststofffolien. Beim Etikett lohnt Genauigkeit: Die Zugehörigkeit zur Slowflower-Bewegung ist kein Nachweis einer Bio-Zertifizierung. Hydroponisch getriebene Tulpen dürfen nicht als Bio-Schnittblumen vermarktet werden.

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Häufige Fragen

Welche Zwiebelpflanzen eignen sich fürs Zimmer?
Dauerhaft im Topf kultivierst du den als Amaryllis gehandelten Ritterstern, die Zimmercalla und den Glücksklee. Die Ananasblume und der nicht winterharte orangefarbene Milchstern verbringen den Winter geschützt im Haus oder Keller. Dazu kommen Frühjahrsblüher wie Hyazinthen im Treibglas sowie getopfte Tulpen, Narzissen, Krokusse und Schneeglöckchen, die nach einem kalten Winter zur Blüte ins Haus dürfen.
Wie pflege ich Zimmerzwiebeln während der Wachstumsphase?
Prüf vor dem Gießen mit dem Finger die Feuchte unter der Oberfläche und warte, solange es dort noch nass ist, denn Staunässe begünstigt Fäulnis. Gedüngt wird, solange das Laub grün ist und wächst, in der Menge der Dosierungsanweisung und nur auf feuchte Erde. Nach der Blüte schneidest du nur den verblühten Stiel ab und lässt die grünen Blätter stehen, damit die Zwiebel neue Reserven aufbaut.
Welche Standortbedingungen brauchen Zwiebelpflanzen in der Wohnung?
Hell ist die Grundregel: Blühende Krokusse und Schneeglöckchen brauchen im Zimmer einen hellen Platz, bewurzelte Treibhyazinthen ein Ost- oder Westfenster. Die Zimmercalla verträgt pralle Mittagssonne nur bei ausreichend feuchter Erde. Jeder Topf braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft. Schnittblumen aus Zwiebelblumen stehen geschützt vor Hitze und Zugluft.
Wie bereite ich Zimmerzwiebeln auf die Ruhephase vor?
Lass das Laub stehen, bis es von selbst vergilbt, und hör mit dem Düngen auf, sobald es gelb wird. Beim Ritterstern reduzierst du die Wassergabe zu Beginn der Ruhephase im Herbst bis auf null. Die Zimmercalla ruht nach der Blüte kühl und 2 bis 3 Monate ganz ohne Wasser. Glücksklee hält seine Ruhe nach der Blüte ohne Wassergaben bei etwa 8 °C.
Welche Temperaturen brauchen verschiedene Zimmerzwiebeln?
Eine Einheitstemperatur gibt es nicht, die Werte hängen von Art und Phase ab. Treibhyazinthen bewurzeln zunächst dunkel bei etwa 10 °C, bevor sie ans Fenster kommen. Glücksklee steht im Zimmer günstig hell und kühl bei 10 bis 15 °C. Ruhende Ananasblumen überwintern im Kübel geschützt bei 6 bis 8 °C.
Was ist beim Umpflanzen von Zimmerzwiebeln zu beachten?
Nicht winterharte Zwiebel- und Knollenpflanzen, die im Gefäß überwintern, kommen spätestens nach zwei Jahren in frische Erde. Den Ritterstern setzt du in nährstoffreiche Erde mit gutem Wasserabzug und lässt etwa eine Fingerbreite Platz zum Topfrand. Ein Drittel bis die Hälfte seiner Zwiebel bleibt über der Erde. Die Zimmercalla topfst du nach der Ruhephase in frische Erde und gießt zunächst vorsichtig, ab dem Blattaustrieb kräftiger.
Wie unterscheidet sich die Pflege von Topfzwiebeln von Freilandzwiebeln?
Im Topf dürfen Zwiebeln enger stehen als im Beet, sie sollen sich aber weder gegenseitig noch die Gefäßwand berühren. Weil das Substrat im Gefäß schneller durchfriert als Gartenboden, überwinterst du getopfte Frühjahrsblüher kalt, aber so, dass die Erde weder vernässt noch durchfriert. Tulpen im Gefäß brauchen diese kühle Aufstellung für den Kältereiz zur Frühjahrsblüte. Auch im Winter prüfst du die Töpfe auf Trockenheit und gießt bei Bedarf.
Worauf achte ich beim Kauf von Amaryllis und Treibhyazinthen?
Gesunde Zwiebeln sind fest und haben keine weichen, kranken oder angefressenen Stellen. Beim Ritterstern, der als Amaryllis verkauft wird, lassen sich getopfte oder unversiegelte Zwiebeln eher mehrjährig weiterpflegen als Wachszwiebeln, denen meist weitgehend die Wurzeln fehlen. Für das Treibglas wählst du vorgekühlte Hyazinthenzwiebeln, die fest, prall und schimmelfrei sind.
Zuletzt geprüft:
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