Heimische Astern im Naturgarten: welche passen und wem sie nützen
- Die Berg-Aster (Aster amellus) ist in Deutschland heimisch und wächst an sonnigen Plätzen mit trockenem bis frischem, vorzugsweise kalkhaltigem Boden.
- Die Raublatt-Aster stammt aus Nordamerika. Im privaten Garten kannst du sie pflanzen, für Aussaaten in der freien Natur sind heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen.
- Raublatt- und Glattblatt-Astern blühen bis zum ersten Frost und werden von Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Tagfaltern besucht.
- Für Bestäuber wählst du ungefüllte Astern, stark gefüllte Blüten meidest du in einer bienenfreundlichen Pflanzung.
- Die dürren Stängel bleiben über Winter stehen und bieten Insekten Quartiere, die Samenstände können Vögeln Nahrung liefern.
- Echter Mehltau kann an Astern bei trocken-warmer Witterung auftreten, kranke Blätter pflückst du früh ab.
- Pflanzen mit Asternwelke kommen nicht auf den Kompost, am Standort gilt danach eine Anbaupause für Astern von 5 bis 7 Jahren.

Wer im Herbst noch Bienen und Falter im Garten haben will, braucht Pflanzen, die dann blühen. Raublatt- und Glattblatt-Astern tun das bis zum ersten Frost. Beim Kauf schaue ich auf zwei Dinge: woher die Aster stammt und ob ihre Blüte ungefüllt ist. Davon hängt ab, welchen Platz eine Aster im Naturgarten bekommt.
Welche Astern sind heimisch?
Die Berg-Aster (Aster amellus) ist in Deutschland heimisch. Sie wächst an sonnigen Plätzen mit trockenem bis frischem, vorzugsweise kalkhaltigem Boden. Die Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae) stammt dagegen aus Nordamerika. Auch die einjährigen Sommerastern tragen den Namen Aster, botanisch heißen sie Callistephus chinensis.
Hinter dem Namen Aster stecken Pflanzen mit ganz unterschiedlicher Herkunft und Lebensdauer. Die Berg-Aster ist eine heimische Art. Raublatt-Astern sind mehrjährige Herbststauden aus Nordamerika. Sommerastern sind einjährig und werden jedes Jahr neu gesät.
Für den Naturgarten folgt daraus keine Verbotsliste. Nichtheimische Arten kannst du im privaten Garten verwenden. Für Aussaaten in der freien Natur sind dagegen heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen. samen.liver Raublatt-Aster bringst du deshalb im eigenen Beet aus und nicht in der Landschaft vor dem Gartenzaun.
Ich lese beim Kauf zuerst den botanischen Namen auf dem Etikett, weil der deutsche Name allein wenig über die Herkunft verrät. Wie sich die einzelnen Gruppen in Merkmalen, Blütezeit und Verwendung unterscheiden, zeigt der Vergleich der Asternarten.
Was bringen Astern Insekten, Nützlingen und Vögeln?
Nahrung bis zum ersten Frost
Raublatt- und Glattblatt-Astern werden von Honigbienen, Wildbienen, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Tagfaltern besucht. Die Kissenaster ‘Rosenwichtel’ blüht von Ende September bis Ende Oktober in Lilarosa. Auch die einjährigen Sommerastern werden von Insekten bestäubt, sie blühen von Juli bis Oktober.
Insekten brauchen ungefüllte Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst. Weil Raublatt- und Glattblatt-Astern bis zum ersten Frost blühen, decken sie das späte Ende dieser Spanne ab. Für Frühling und Sommer brauchst du andere Pflanzen im selben Garten.
Ungefüllte Blüten statt dicht gefüllter Sorten
Bestäuber müssen an Pollen und Nektar herankommen. Ungefüllte und halbgefüllte Blüten sind dafür geeignete Quellen, stark gefüllte meidest du in einer bienenfreundlichen Pflanzung. Bei Staudenastern wie bei Sommerastern lohnt deshalb der Blick auf die Blütenform.
Für das Insektenbeet eine dicht gefüllte Sommerastern-Mischung kaufen. Die Prinzess Mischung zum Beispiel stuft ihr Hersteller als nicht nützlingsfreundlich ein. Für den Naturgarten greifst du zu Sorten mit ungefüllter Blüte.
Stängel und Samenstände im Winter
Mit dem Verblühen endet der Nutzen nicht. Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, und Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Ich lasse die Stängel meiner Herbstastern deshalb bis zum Frühjahr stehen. Dann schneide ich die dürren vorjährigen Stängel heraus, damit der neue Austrieb Platz bekommt.
Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten fördern außerdem die Ansiedlung von NützlingenNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei., die Blattläuse dezimieren. Wer die Asternstängel stehen lässt, schafft also genau solche Plätze und kann damit die Gegenspieler der Blattläuse fürs nächste Jahr unterstützen.
Wildbienen brauchen mehr als Blüten
Wildbienen benötigen neben Blüten auch Nistplätze. Offene Bodenstellen und Totholz können solche Plätze bieten. Lass deshalb neben den Astern eine Stelle unbewachsen und leg etwas Totholz an den Beetrand.
Blühfolge über die ganze Saison
Für ein durchgehendes Blütenangebot kombinierst du Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten. Spät austreibende Prärieastern lassen sich mit Blumenzwiebeln, Türkenmohn und Tränendem Herz kombinieren. Deren einziehendes Laub überdecken die Astern später, sodass dieselbe Fläche früh im Jahr und im Herbst blüht. Hohe Fetthennen können verkahlende Raublatt-Astern verdecken, und hohe Ziergräser passen als Begleiter zu Raublatt- und Glattblatt-Astern.
Weitere Ideen findest du bei den Partnerpflanzen für Astern im Gartenbeet. Beim Einteilen deiner Flächen hilft dir der Beetplaner.
Botanischen Namen und Herkunft auf dem Etikett prüfen. Ungefüllte Blüten wählen. Stängel bis zum Frühjahr stehen lassen. Offene Bodenstellen und Totholz für Wildbienen einplanen. Frühblüher wie Blumenzwiebeln an dieselbe Stelle setzen.
Welche Aster passt an welchen Standort?
Astern unterscheiden sich deutlich in ihren Ansprüchen an Licht und Wasser. Die Tabelle ordnet einige Gruppen nach dem Platz im Garten.
| Standort | Passende Astern | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Sonne, trockener bis frischer, vorzugsweise kalkhaltiger Boden | Berg-Aster (Aster amellus) | heimisch; kompakte Bergastern passen zu Salbei und Lavendel |
| Sonne, frischer bis feuchter Boden | Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae) | je nach Sorte 60 bis 150 cm hoch; auf zu nährstoffreichem Boden weniger standfest |
| gleichmäßig feuchter Boden | Glattblatt-Astern | vertragen Trockenheit nur kurzfristig; ‘Zauberspiel’ wird 80 bis 100 cm hoch |
| HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. | Weiße Wald-Aster, Sorten der Wald-Aster | für halbschattige Gartenbereiche geeignet |
| Beetrand | Kissenastern | ‘Apollo’, ‘Herbstgruß vom Bresserhof’ und ‘Blauer Gletscher’ werden 30 bis 50 cm hoch |
| Topf und Balkon | Zwergastern-Mischung (Callistephus chinensis) | einjährig; ungefüllte Blüten wählen |
Sonnig und eher trocken
Auf sonnigen Flächen mit trockenem bis frischem Boden passt die heimische Berg-Aster. Sie bevorzugt kalkhaltigen Boden. Kompakte Bergastern lassen sich dort mit Salbei und Lavendel kombinieren. Vor dem Pflanzen nehme ich leicht feuchte Erde zwischen die Finger. Zerfällt sie körnig, ist es eher Sandboden, lässt sie sich gut formen und klebt, eher Tonboden. Die Fingerprobe ist eine grobe Einschätzung und ersetzt keine Bodenuntersuchung.
Frisch bis feucht
Raublatt-Astern brauchen Sonne und frischen bis feuchten Boden. Auf zu nährstoffreichem Boden können sie an Standfestigkeit verlieren. Sie wachsen horstig ohne AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. und breiten sich damit nicht unterirdisch in die Nachbarpflanzung aus. Glattblatt-Astern brauchen für gesundes Wachstum gleichmäßig feuchten Boden und vertragen Trockenheit nur kurzfristig. Sie gehören deshalb an Stellen, an denen der Boden nicht austrocknet.
Halbschatten
Für halbschattige Gartenbereiche eignen sich die Weiße Wald-Aster und Sorten der Wald-Aster. Berg- und Raublatt-Astern brauchen dagegen sonnige Plätze.
Beetrand, Topf und Balkon
Niedrige Kissenastern passen an den Beetrand. Für Topf und Balkon gibt es die einjährige Zwergastern-Mischung von Callistephus chinensis. Auch dort sind ungefüllte Blüten für Insekten zugänglicher als dicht gefüllte. Welche Astern sich für den Einstieg anbieten, zeigt die Auswahl pflegeleichter Astern für Einsteiger.
Krankheiten und Schädlinge: was du im Naturgarten tun kannst
Im Naturgarten setzt du bei Astern auf Vorbeugen, Beobachten und Handarbeit. Ich schaue beim Gießen unter die Blätter und an die Triebspitzen, damit ich Befall früh sehe.
Echter Mehltau
Echter MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. kann an Astern bei trocken-warmer Witterung auftreten. Er beginnt häufig mit weißen Blattflecken, die sich zu einem mehlartigen Belag ausbreiten. Dieser Belag sitzt typischerweise auf der Blattoberseite und lässt sich abwischen. Falscher Mehltau bildet dagegen einen nicht abwischbaren Belag auf der Unterseite und gelbliche bis braune Flecken oben.
Bei beginnendem Befall pflückst du kranke Blätter früh ab. Sind schon Triebe befallen, schneidest du sie bis ins gesunde Gewebe zurück. Danach reinigst du Schere und Handschuhe, bevor du an gesunde Pflanzen gehst. Ausreichender Pflanzenabstand, gute Belichtung und Durchlüftung sowie der Verzicht auf Stickstoffüberdüngung unterstützen die Vorbeugung. Raublatt-Astern gelten als gut mehltauresistent, einen sicheren Schutz vor Befall bedeutet das aber nicht.
Abends nicht gießen, dann bleibt der Mehltau weg? Für Echten Mehltau an Sommerblumen und Stauden gilt der Verzicht auf abendliches Gießen als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung. An Astern kann Echter Mehltau zudem bei trocken-warmer Witterung auftreten. Setz deshalb auf Abstand, Licht und Durchlüftung.
Asternwelke
Verfärbt sich bei Sommerastern der untere Pflanzenbereich braun bis schwarz, kann das auf pilzbedingte Asternwelke hindeuten. Sommerastern setzt du nicht in zwei aufeinanderfolgenden Kulturen auf dasselbe Beet. Bewahre sie außerdem vor übermäßiger Stickstoffdüngung und zu nassem Boden. Bei unklaren Blattflecken und kümmernden Pflanzen kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose klären.
Pflanzen mit Asternwelke gehören nicht auf den Gartenkompost. Die Erreger können dort überdauern und mit dem Kompost im Garten verbreitet werden.
Nach Asternwelke hältst du am betroffenen Standort eine AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. für Astern von 5 bis 7 Jahren ein.
Blattläuse und Schnecken
Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen und können Blätter und Triebe kräuseln. Bevor du eingreifst, schaust du, ob schon Nützlinge an der Kolonie sind. Nötigenfalls spülst du die Läuse mit einem Wasserstrahl ab. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken. Du sammelst sie zunächst ab und schränkst erneute Zuwanderung bei Bedarf mit einem Schneckenzaun ein.
Wie du bei Sommerblumen allgemein vorbeugst und von Hand eingreifst, steht im Grundlagenteil zu Krankheiten und Schädlingen an Sommerblumen.
Pflanzung, Pflege und Vermehrung kurz gefasst
Pflanzzeit und Aussaat
Staudenastern pflanzt du Ende März bis Mitte Mai oder Mitte September bis Ende Oktober, bei frostfreiem, nicht heißem Wetter und nicht nassem Boden. Sommerastern sind einjährig und keine LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., Aussaattermine findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen. Den Weg vom Sämling bis zur Blüte beschreibt der Ratgeber, wie du Astern von der Keimung bis zur Blüte begleitest.
Pflege übers Jahr
Nach dem Frühjahrsschnitt kann auf abgetrocknetem Boden Kompost als Grunddünger ausgestreut und leicht eingearbeitet werden. Mit weiteren Nährstoffen hältst du dich bei Raublatt-Astern zurück, weil sie auf zu nährstoffreichem Boden an Standfestigkeit verlieren können.
Vermehren
Sorten der Raublatt-Aster werden durch Teilung oder StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. vermehrt. Über Stecklinge bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten.
Im Staudenbeet
Im gemischten Staudenbeet stehen hohe Leitstauden wie große Raublatt-Astern eher im Hintergrund, kleinere Begleiter davor. Wie du ein ganzes Beet nach Höhe und Farbe mit Astern aufbaust, zeigt der Ratgeber zum Staudenbeet mit Astern.
In der Vase
Sommerastern schneidest du für die Vase, wenn sich zwei bis drei Blütenkreise geöffnet haben. Stell sie gleich nach dem Anschneiden ins Wasser.




