Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Anbau

Geranien pikieren und umtopfen: So ziehst du Jungpflanzen bis zur Blüte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Pikiere Geranien, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar ist.
  • Halte den Sämling ohne Zug an einem Keimblatt und setze die Wurzel gerade ein.
  • Pikiererde enthält etwas Dünger, die Erde für den späteren Endtopf ist stärker vorgedüngt.
  • Geranien der Sorte Horizon F1 ziehst du nach dem Pikieren hell bei 16 °C weiter.
  • Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen mit niedrigeren Temperaturen und mehr Lüften ab.
Eine Hängeampel mit roten und rosa Hängegeranien vor einer Steinmauer
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

In der Saatschale drängen sich die Geranien-Sämlinge, und über den Keimblättern zeigt sich das erste Laubblatt. Jetzt brauchen die Jungpflanzen eigene Töpfe, frische Erde und genug Licht, denn bei Lichtmangel bilden sie lange, instabile Triebe. Ich pikiere an einem hellen Tisch und stelle Töpfe, Erde und Gießkanne vorher bereit. Dann kann ich jeden Sämling ohne Pause in seinen neuen Topf setzen.

Kurz erklärt

Pikieren heißt, Sämlinge aus der Saatschale zu vereinzeln und jeden in einen eigenen Topf zu setzen. Die üblichen Balkon-Geranien gehören botanisch zur Gattung Pelargonium. Mit den Storchschnäbeln der Gattung Geranium sind sie nicht gleichzusetzen.

Wann sind Geranien-Sämlinge bereit zum Pikieren?

Pikiert wird, wenn die Keimblätter entwickelt sind und danach das erste Laubblatt sichtbar wird. Die beiden Keimblätter allein sind noch kein Startsignal. Ich schaue mir die Schale genau an und pikiere zuerst die Sämlinge, die schon so weit sind. Die übrigen bleiben stehen, bis auch bei ihnen das Laubblatt erscheint.

Auch Geranien der Sorte Horizon F1 kommen nach dem Auflaufen in kleine Töpfe. Für die Zeitplanung helfen ihre Werte:

Horizon F1 Wert
Aussaat in Gefäßen Dezember bis Februar
Saatgut bedecken nur leicht
Keimtemperatur 18 bis 20 °C, gleichmäßig feucht
Keimdauer bei dieser Temperatur etwa 15 Tage
Weiterkultur nach dem Pikieren 16 °C

Bei anderen Sorten richte ich mich nach den Angaben auf der Samentüte. Wie du Geraniensamen aussäst und bis zur Keimung begleitest, zeigt ein eigener Ratgeber. Deine Saattermine kannst du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken festhalten.

Was du vor dem Pikieren bereitlegst

Die neuen Töpfe sollten sauber sein und einen Wasserabzug haben, damit keine Staunässe entsteht. Hast du genug Platz auf der Fensterbank, pikierst du gleich in 8-cm-Töpfe. Darin bleiben die Jungpflanzen, bis sie bei Bedarf in größere Endtöpfe umziehen.

Bei der Erde gibt es einen Wechsel. Für die Aussaat nimmst du hygienische, nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Ihr Salzgehalt sollte unter 0,5 g je Liter liegen. Pikiererde enthält dagegen etwas Dünger. Mit dem Pikieren bekommt der Sämling also zum ersten Mal einen kleinen Nährstoffvorrat, weil er aus nährstoffarmer Aussaaterde in Pikiererde mit etwas Dünger wechselt.

Mini-Checkliste

Saubere kleine Töpfe mit Abzugsloch, Pikiererde, ein Pikierstab zum Vorstechen und Anheben, eine Gießkanne mit feiner Brause und Etiketten für Sorte und Datum.

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Geranien pikieren: Schritt für Schritt

Arbeite Topf für Topf und nimm immer nur einen Sämling aus der Schale. So liegt keine Wurzel lange frei.

  1. Fülle den Topf mit Pikiererde und stich in der Mitte mit dem Pikierstab ein Pflanzloch vor.
  2. Lockere den Sämling mit dem Pikierstab von unten und heb ihn aus der Saatschale.
  3. Halte ihn dabei an einem Keimblatt, ohne daran zu ziehen.
  4. Lass die Wurzel gerade in das Pflanzloch hängen, sodass sie sich nicht umbiegt.
  5. Schließe das Loch seitlich behutsam mit dem Pikierstab.
  6. Gieß den Sämling an und drück die Erde danach leicht an.

Ist die Wurzel länger als das Loch tief, stichst du das Loch tiefer vor, statt die Wurzel hineinzudrücken. Ich pikiere zuerst die gut entwickelten Sämlinge und lasse schwache noch in der Schale.

Häufiger Fehler

Den Sämling am Keimblatt aus der Erde zu ziehen. Lockere ihn stattdessen mit dem Pikierstab, bis er sich ohne Zug anheben lässt, und halte das Keimblatt nur locker fest.

Marias Erfahrung

Ich beschrifte jeden Topf direkt nach dem Pikieren mit Sorte und Datum. So weiß ich beim Umtopfen noch, welche Sorte in welchem Topf steht.

Pflege nach dem Pikieren: Licht, Wärme, Wasser

Hell und etwas kühler als beim Keimen

Den hellen Platz behältst du nach dem Pikieren bei, denn auch jetzt begünstigt Lichtmangel lange, instabile Triebe. Bei der Wärme lohnt ein zweiter Blick. Horizon F1 keimt bei 18 bis 20 °C. Nach dem Pikieren wächst die Sorte bei 16 °C weiter. Der warme Platz, an dem die Saat gekeimt hat, ist für die Jungpflanzen also nicht automatisch der richtige. Ich stelle die pikierten Töpfe deshalb an einen hellen, etwas kühleren Platz.

Gießen nach der Fingerprobe

Gieß erst, wenn du die Feuchte geprüft hast. In torffreier Erde trocknet die Oberfläche schnell ab, deshalb fühlst du im unteren Bereich nach oder prüfst das Gewicht des Topfes. Wann und womit du später gießt, steht in der Anleitung, wie du Geranien in Topf und Balkonkasten richtig gießt.

Platz zwischen den Töpfen

Stell die Töpfe nicht dicht an dicht. Ein sehr dichter Bestand kann bei Beet- und Balkonpflanzen wie Geranien die Ausbreitung von Grauschimmel begünstigen. Ich rücke die Töpfe auseinander, sobald sich die Blätter der Nachbarn berühren.

Nährstoffe beobachten

Ob die Versorgung reicht, zeigen dir die Pflanzen selbst. Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum sprechen für eine gute Nährstoffversorgung. Ich schaue mir Blattfarbe und Zuwachs an, bevor ich über Dünger nachdenke.

Umtopfen: wann Geranien-Jungpflanzen mehr Platz brauchen

Aus dem ersten Topf ziehen die Jungpflanzen bei Bedarf in einen größeren Endtopf um. Ich hebe dafür einzelne Töpfe an und schaue auf die Abzugslöcher. Schieben sich dort Wurzeln heraus, setze ich die Pflanze in einen größeren Topf.

Die Erde für den Endtopf ist stärker vorgedüngt als die Pikiererde. Für Balkonkästen und Gefäße wähle ich torffreie Qualitätserde mit mindestens drei transparent deklarierten Torfersatzstoffen. Gute Gefäßerde soll die Wurzeln auch nach starkem Regen oder einer Trockenphase weiter mit Luft und Wasser versorgen. Ein größeres Erdvolumen kann in torffreier Erde mehr Wasser bevorraten und so den raschen Wasserverlust an heißen Tagen abpuffern. Gefäße für torffreie Erde prüfst du vor dem Bepflanzen auf Wasserabzugslöcher.

Beim Umsetzen gehst du so behutsam vor wie beim Pikieren. Ich setze die Pflanze gerade ein, fülle seitlich Erde nach und gieße an. Setzt du Geranien in einen Kübel mit vorgedüngter Blumenerde, verzichtest du danach zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzlichen Dünger.

Tipp

Stehen die Kübel später draußen in Untersetzern, leere sie nach Regen. So bleibt keine stauende Nässe an den Wurzeln.

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Abhärten und Auspflanzen: der Weg bis zur Blüte

Bevor die Jungpflanzen dauerhaft nach draußen ziehen, härtest du sie ab. Dafür senkst du die Temperatur und lüftest mehr. Bei mildem Wetter stellst du die Töpfe zuerst geschützt in den Schatten. Erst danach gewöhnst du sie schrittweise auch an die Sonne.

Kühler heißt dabei nicht kalt. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an. Wer abhärtet, senkt die Temperatur also, lässt die Jungpflanzen aber nicht dauerhaft in der Kälte stehen. Ich warte mit dem endgültigen Umzug nach draußen, bis die Pflanzen abgehärtet sind und auch die Nächte mild bleiben.

Am endgültigen Platz bevorzugen Hänge- und Zonalpelargonien volle Sonne. Halbschatten vertragen Pelargonien, für eine vollschattige Nordlage eignen sie sich aber nicht. Gefüllt blühende Sorten reagieren empfindlicher auf Regen als einfach blühende, weil Wasser länger in ihren Blüten bleibt. Auch Windschutz hilft, denn vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können zu Befallsstellen für Grauschimmel werden. Welcher Platz passt, beschreibt der Ratgeber zum Standort, an dem Geranien gut wachsen und blühen.

Wenn Geranien-Jungpflanzen schwächeln

Welkende Pflänzchen gießt du nicht sofort nach, sondern prüfst zuerst die Feuchte, denn auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke auslösen. Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig das Abspritzen mit einem Wasserstrahl. Wie du Krankheiten und Schädlinge an Sommerblumen einordnest, beschreibt der Sommerblumen-Überblick.

Wenn die Geranien blühen: Pflege, Stecklinge und Überwintern

Mit der ersten Blüte beginnt die normale Sommerpflege mit dem Ausputzen. Wie das geht, steht im selben Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zur Pflege.

Neue Pflanzen ziehst du auch ohne Aussaat über Sommerstecklinge. Dafür nimmst du gesunde, möglichst blütenfreie Triebe mit 3 bis 4 Blattpaaren. Hell und vor greller Sonne geschützt, bilden sie nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln.

Das Überwintern im Topf erklärt der Überblick im Abschnitt zu Topf, Überwintern und Stecklingen. Willst du Geranien das ganze Jahr im Zimmer halten, lies, wie du Geranien ganzjährig als Zimmerpflanze kultivierst.

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Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Geranien zu pikieren?
Pikiere Geranien, sobald die Keimblätter entwickelt sind und danach das erste Laubblatt sichtbar wird. Die Keimblätter allein sind noch kein Signal. Die Sorte Horizon F1 keimt bei 18 bis 20 °C. Ihre Sämlinge erscheinen nach etwa 15 Tagen und kommen nach dem Auflaufen in kleine Töpfe.
Welche Materialien werden zum Pikieren von Geranien benötigt?
Du brauchst saubere kleine Töpfe mit Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Hast du genug Platz, nimm 8-cm-Töpfe, aus denen die Jungpflanzen bei Bedarf später in größere Endtöpfe umziehen. Dazu kommen Pikiererde, die etwas Dünger enthält, ein Pikierstab zum Vorstechen und Anheben sowie eine Gießkanne zum Angießen.
Wie unterscheidet sich das Pikieren von Geranien vom Umtopfen?
Beim Pikieren holst du die Sämlinge aus der Saatschale und setzt jeden einzeln in einen kleinen Topf mit Pikiererde. Diese Erde enthält nur etwas Dünger. Umgetopft wird später und nur bei Bedarf: Dann ziehen die Jungpflanzen in größere Endtöpfe mit stärker vorgedüngter Topferde um.
Wie gehst du mit zarten Geranien-Sämlingen beim Pikieren richtig um?
Lockere den Sämling mit einem Pikierstab und halte ihn an einem Keimblatt, ohne daran zu ziehen. Setze ihn so in das vorgestochene Pflanzloch, dass die Wurzel gerade hängt und sich nicht umbiegt. Danach schließt du das Loch seitlich behutsam, gießt an und drückst die Erde leicht an.
Welchen Einfluss hat das Pflanzsubstrat auf die Drainage bei pikierten Geranien?
Schon für die Aussaat eignet sich hygienische, nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Nach dem Pikieren kommt der Topf dazu: Ohne Wasserabzug kann Staunässe entstehen. Die Erde für die späteren Endtöpfe soll die Wurzeln auch nach starkem Regen oder einer Trockenphase weiter mit Luft und Wasser versorgen.
Wie wirkt sich Luftzirkulation auf das Wachstum nach dem Pikieren aus?
Ein sehr dichter Bestand kann bei Beet- und Balkonpflanzen wie Geranien die Ausbreitung von Grauschimmel begünstigen. Stell die pikierten Töpfe deshalb nicht dicht an dicht. Eine Folienabdeckung über der Aussaat lüftest du täglich und nimmst sie nach der Keimung ab. Vor dem Auspflanzen gehört vermehrtes Lüften zusammen mit niedrigeren Temperaturen zum Abhärten.
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