Geranien: Sonne oder Schatten? So findest du den passenden Standort
- Hänge- und Zonalpelargonien wachsen bevorzugt in voller Sonne.
- Mit Halbschatten kommen Geranien zurecht, eine vollschattige Nordlage passt nicht.
- Gefüllt blühende Sorten stehen besser unter einem Dach, weil Regenwasser länger in ihren Blüten bleibt.
- Ein windgeschützter Platz mit Luft zwischen den Pflanzen kann Grauschimmel vorbeugen.
- Hält sich die Temperatur länger unter 10 °C, setzen Pelargonien keine neuen Blüten an.

Du hast einen Kasten am Geländer, ein Vordach über der Terrasse oder einen Balkon nach Norden. Jetzt fragst du dich, ob deine Geranien dort blühen werden. Das hängt vom Licht ab, aber auch von Wind, Regen und Temperatur. Ich kläre vor dem Bepflanzen zuerst, wie viel Sonne ein Platz abbekommt, und schaue danach auf Wind und Regen.
Geranien in Sonne oder Schatten?
Hänge- und Zonalpelargonien wachsen bevorzugt an einem vollsonnigen Standort. Mit Halbschatten kommen Pelargonien ebenfalls zurecht. Eine vollschattige Nordlage ist dagegen kein Platz für sie. Hast du die Wahl, gib deinen Geranien also einen Platz in der vollen Sonne.
| Lichtlage | Woran du sie erkennst | Eignung für Geranien |
|---|---|---|
| vollsonnig | Sonne liegt fast den ganzen Tag auf dem Platz | bevorzugt von Hänge- und Zonalpelargonien |
| halbschattig | Sonne nur einen Teil des Tages | wird vertragen |
| vollschattig, Nordlage | kaum oder keine direkte Sonne | nicht geeignet |
Ein halbschattiger Balkon ist damit kein Ausschlussgrund. Liegt dein Platz dagegen ganz im Schatten nach Norden, nimm lieber eine Pflanze, die Schatten verträgt. Das Fleißige Lieschen ‘Leuchtfeuer’ etwa kommt mit Halbschatten bis Schatten zurecht.
An einem sonnigen Tag gehe ich morgens, mittags und am späten Nachmittag auf den Balkon. Jedes Mal notiere ich, ob Sonne auf den Kasten fällt. Dabei sehe ich auch, wann ein Vordach oder das Nachbarhaus den Platz beschattet.
Geranie oder Pelargonie?
Was im Balkonkasten als Geranie blüht, gehört botanisch zur Gattung Pelargonium, die Storchschnäbel dagegen heißen botanisch Geranium. Standortangaben für Storchschnäbel gelten deshalb nicht automatisch für deine Balkonpflanzen. Lebensdauer und Herkunft der Sommerblumen fasst das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber zusammen.
Welcher Platz auf Balkon und Terrasse passt?
Auf dem Balkon suche ich eine Stelle mit viel Sonne, Schutz vor kräftigem Wind und Luft zwischen den Pflanzen. Hängepelargonien setze ich in Kästen an der Brüstung oder in Ampeln, wo ihre Triebe frei herabhängen. Die stehenden Zonalpelargonien passen in Kästen und Töpfe auf dem Boden oder auf der Fensterbank.
Gefüllt blühende Sorten bekommen bei mir den Platz unter dem Dachvorsprung, weil sie empfindlicher auf Regen reagieren. Die einfach blühenden dürfen an die offene Brüstung.
Vollsonnig oder wenigstens halbschattig, keine vollschattige Nordlage. Die windabgewandte Seite des Balkons. Luft zwischen den Pflanzen. Gefüllte Sorten unter einem Dach.
Geranien im Garten und am Fenster
Im Beet brauchen Geranien dieselbe Lichtlage wie auf dem Balkon. Eine Stelle vor einer Hauswand bietet zusätzlich Schutz vor Wind. Der Boden sollte locker und durchlässig sein, damit nach Regen kein Wasser an den Wurzeln steht. Hängepelargonien kommen im Garten in Ampeln oder an den Rand eines HochbeetsEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche., über den ihre Triebe hängen können.
Welche Pflanzen und Farben neben Geranien gut aussehen, zeigt der Ratgeber, mit welchen Begleitpflanzen du Geranien kombinierst. Planst du ein ganzes Beet, kannst du die Flächen im Beetplaner einteilen.
Drinnen am Fenster
Geranien lassen sich auch im Haus halten, dann brauchen sie einen hellen Fensterplatz. Wie das über das ganze Jahr gelingt, beschreibt der Ratgeber, wie du Geranien als Zimmerpflanzen pflegst.
Schutz vor Wind, Regen, Hitze und Kühle
Neben dem Licht bestimmt die Witterung, wie gut ein Platz für Geranien taugt.
Wind
Kräftiger Wind kann Blätter und Blütenstiele knicken. Solche Knickstellen können bei Balkonpflanzen zu Befallsstellen für GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. werden. Stell deine Geranien deshalb auf die windabgewandte Seite, zum Beispiel nah an die Hauswand. Nach einem Sturm gehe ich die Kästen durch und schneide geknickte Stiele ab.
Die Pflanzen dauerhaft eng zusammenzurücken, löst das Problem nicht, denn neben geknickten Stielen begünstigt auch ein sehr dichter Bestand den Grauschimmel.
Regen
Bei Regen kommt es auf die Blütenform an. Gefüllte Blüten halten das Wasser länger fest als einfache, deshalb reagieren gefüllt blühende Geranien empfindlicher auf Regen. Für sie lohnt sich ein Platz unter einem Vordach oder Dachvorsprung. Bei Kübeln mit Untersetzer kippe ich nach Regen das stehende Wasser aus, damit sich an den Wurzeln keine Nässe staut.
Hitze am Sonnenplatz
Die volle Sonne musst du Geranien nicht ersparen, denn Hänge- und Zonalpelargonien bevorzugen sie. Knapp werden kann an heißen Tagen aber das Wasser im Gefäß. Mehr torffreie Erde im Gefäß kann mehr Wasser vorhalten und den schnellen Verlust an heißen Tagen abfedern. Weil Geranien die volle Sonne bevorzugen und mehr Erde diesen Verlust abfedern kann, lohnt sich am Sonnenplatz ein größerer Kasten.
Kühle
Auch anhaltende Kühle bremst die Blüte.
Hält sich die Temperatur länger unter 10 °C, setzen Pelargonien keine neuen Blüten an.
In kühlen Wochen rücke ich die Töpfe näher an die Hauswand. Dazu kommt: Im frei stehenden Kasten ist der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. schneller durchgefroren als bei einer Pflanze im Gartenboden. Bei anhaltender Kühle bringt dir das Draußenlassen der Kästen im Herbst also keine neuen Blüten, aber ein früheres Frostrisiko als im Beet.
Luft und Abstand: Grauschimmel vorbeugen
Stehen Beet- und Balkonpflanzen sehr dicht, kann sich Grauschimmel leichter ausbreiten, auch bei Geranien. Beim Bepflanzen eines Kastens lasse ich deshalb Luft zwischen den Pflanzen und setze lieber eine Pflanze weniger. Wird es im Lauf des Sommers eng, nehme ich einzelne Pflanzen heraus und gebe ihnen einen eigenen Topf. Kästen stelle ich auch nicht in eine zugestellte Ecke, in der die Luft steht.
Befallene Teile entferne ich, sobald ich sie entdecke. Wie du Grauschimmel und andere Krankheiten erkennst und ihnen vorbeugst, beschreibt der Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen an Geranien.
Erde, Wasser und Pflege am Standort
Erde und Gefäß
Gute Balkonerde muss die Wurzeln auch nach Starkregen oder einer trockenen Phase noch mit Luft und Wasser versorgen. Im Gefäß bleiben dafür die Abzugslöcher frei, und unter dem Topf muss das Wasser abfließen können. Mehr zu Erde und Einpflanzen findest du im Ratgeber, wie du Geranien im Kübel pflanzt und pflegst, und im Sommerblumen-Ratgeber unter Standort und Boden.
Gießen
Steht die Geranie in torffreier Erde, fühlst du mit dem Finger tiefer im Topf nach oder hebst ihn an und prüfst das Gewicht. Welkt eine Geranie, prüfe vor dem nächsten Gießen die Feuchte, denn auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln lassen Topfpflanzen welken. Wann, wie oft und womit du gießt, beschreibt der Ratgeber, wie du Geranien ohne Staunässe gießt.
Düngen und Ausputzen
Ob deine Geranien gut mit Nährstoffen versorgt sind, zeigen kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum. Wie viel Dünger sie brauchen und woran du eine ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. erkennst, steht im Ratgeber, wie du Geranien bedarfsgerecht düngst. Verblühtes zupfe ich beim Gießen gleich mit ab; das AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zur Pflege.
Standort im Jahreslauf
Frühjahr: langsam an draußen gewöhnen
Bevor vorgezogene Geranien nach draußen kommen, härtest du sie ab: Du senkst die Temperatur und lüftest mehr. Bei mildem Wetter stellst du sie zuerst geschützt in den Schatten und gewöhnst sie dann schrittweise auch an die Sonne. Pflanzen aus dem Winterquartier gewöhne ich auf dieselbe Weise an draußen. Solange Frostnächte angesagt sind, hole ich sie abends wieder herein. Ihren endgültigen Platz bekommen sie erst, wenn es beständig mild bleibt, denn bei anhaltender Kühle setzen sie ohnehin keine neuen Blüten an.
Herbst und Winter
Vor dem ersten Frost holst du Kästen und Töpfe ins Haus. Wie ein passendes Winterquartier aussieht, beschreibt der Ratgeber zu Geranien im Haus. Das Überwintern von Topfpflanzen allgemein behandelt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zu Topf, Überwintern und StecklingenEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze..
Sämlinge und Stecklinge: der Platz für junge Pflanzen
Bei der Anzucht kommt es auf Wärme und Licht an. Für die Sorte Horizon F1 sehen die Schritte so aus:
| Schritt | Geranien Horizon F1 |
|---|---|
| Aussaat | Dezember bis Februar in Gefäßen, Saatgut nur leicht bedecken |
| Keimung | bei 18 bis 20 °C nach etwa 15 Tagen, Erde gleichmäßig feucht halten |
| Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. | in kleine Töpfe pikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und bei 16 °C weiterziehen |
Sobald die Sämlinge aufgelaufen sind, stellst du sie hell, denn bei zu wenig Licht bilden sie leicht lange, instabile Triebe. Die ganze Anleitung von der Saat bis zur blühfähigen Pflanze steht im Ratgeber, wie du Geraniensamen aussäst. Wie du die Sämlinge vereinzelst und umtopfst, zeigt der Ratgeber, wie du Geranien-Sämlinge pikierst.
Für Sommerstecklinge von Pelargonien schneidest du gesunde Triebe mit 3 bis 4 Blattpaaren, möglichst ohne Blüten. An einem hellen Platz ohne grelle Sonne zeigen sich nach etwa 2 bis 3 Wochen die ersten Wurzeln. Liegt eine Abdeckung darüber, schaust du täglich nach und lüftest kurz, damit hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser keine Pilzerkrankungen begünstigen.
Wenn der Platz nicht passt: Anzeichen und Abhilfe
Ob ein Platz nicht passt, zeigt sich an Trieben, Blüten und Blättern.
| Was du siehst | Mögliche Ursache am Platz | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| lange, dünne Triebe und wenige Blüten | zu wenig Licht | an einen helleren, sonnigen Platz umstellen |
| keine neuen Blüten im Frühjahr oder Herbst | Temperaturen länger unter 10 °C | einen wärmeren, geschützten Platz wählen |
| Grauschimmel an Blättern oder Blüten | sehr dichter Stand, vom Wind geknickte Stiele | Befallenes entfernen, Pflanzen auseinanderrücken, windgeschützter stellen |
| gefüllte Blüten leiden nach Regen | Wasser bleibt lange in den Blüten | Platz unter einem Dachvorsprung |
| Pflanze welkt trotz Gießen | Dauernässe oder abgestorbene Wurzeln | Feuchte der Erde prüfen, Untersetzer leeren |
Die Anzeichen sind Hinweise und keine sicheren Diagnosen, denn ein Symptom kann mehrere Ursachen haben. Ich prüfe deshalb zuerst Licht, Abstand und Feuchte der Erde, bevor ich etwas ändere. Töpfe und Kästen kannst du einfach umstellen. Eine Pflanze im Beet, die dauerhaft kümmert, setzt du an eine hellere Stelle um.



