Mittagsblumen pflegen: der Jahreslauf und was hilft, wenn sie nicht blühen
- Die Blüten der einjährigen Mittagsblume öffnen sich bei Sonnenschein, deshalb prüfst du bei geschlossenen Blüten zuerst Licht und Platz.
- Dorotheanthus bellidiformis braucht einen vollsonnigen Platz mit trockenem, sandigem, magerem Boden ohne Staunässe.
- Vorkultur im Haus im März oder April, Auspflanzen ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter.
- Gegossen wird nach Bodenfeuchte und Witterung, nicht nach festem Rhythmus.
- Dorotheanthus ist nicht winterhart; bei Delosperma cooperi können nasse Winterbedingungen die Überwinterung gefährden.

Wenn deine Mittagsblume grün und gesund aussieht, aber keine offenen Blüten zeigt, liegt die Ursache nicht unbedingt bei der Pflanze. Ihre Blüten öffnen sich bei Sonnenschein, an einem trüben Tag kann das Beet deshalb unauffällig bleiben. Ich schaue bei geschlossenen Blüten zuerst auf Himmel und Platz, dann auf die Erde und erst zuletzt zur Gießkanne. In diesem Ratgeber gehe ich mit dir durch das Jahr: Vorkultur im Frühjahr, Pflege im Sommer, Samen und Aufräumen im Herbst und die Frage, was den Winter übersteht.
Warum blüht meine Mittagsblume nicht?
Die Blüten der einjährigen Mittagsblume Dorotheanthus bellidiformis öffnen sich bei Sonnenschein. Bei bedecktem Himmel können ihre Knospen deshalb geschlossen bleiben, ohne dass ein Pflegefehler dahinterstecken muss. Zugleich braucht sie einen vollsonnigen Pflanzplatz. Wer sie in den Halbschatten setzt, nimmt ihr also genau das Licht, auf das ihre Blüten reagieren. Auch Delosperma cooperi bevorzugt volle Sonne. Wie du das Öffnen der Blüten bei Sonne für ein Gartenprojekt nutzt, zeigt der Ratgeber, wie du mit Mittagsblumen eine Sonnenuhr anlegst.
Steht die Sonne auf dem Beet und die Blüten bleiben trotzdem aus, schaue ich mir den Boden an. Dorotheanthus bellidiformis verlangt trockenen, sandigen, mageren Boden ohne Staunässe. Schwere, dauerfeuchte oder reich gedüngte Erde passt nicht zu diesen Ansprüchen. Weil die Art mageren Boden braucht, greife ich bei fehlenden Blüten auch nicht zuerst zum Dünger.
Schlaffe Triebe sind kein sicheres Zeichen für Durst, denn Welke kann TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden., aber auch beginnende Wurzelfäule anzeigen. Bevor du gießt, prüfst du deshalb mit dem Finger die Erdfeuchte, im Topf auch in den unteren Schichten.
Mittagsblume ist nicht gleich Mittagsblume
Die einjährige Mittagsblume, etwa als ‘Eiskraut Mischung’ angeboten, heißt botanisch Dorotheanthus bellidiformis und ist nicht winterhart. Delosperma cooperi gehört zur Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) und eignet sich auch für Pflanzgefäße. Diese Unterscheidung bestimmt vor allem, was du im Herbst und Winter tust. Den Überblick, wie sich Sommerblumen in Lebensdauer und Herkunft unterscheiden, gibt der Sommerblumen-Ratgeber im Kurzporträt.
Was Mittagsblumen grundsätzlich brauchen
Beide Mittagsblumen wollen volle Sonne und trockenen, sandigen Boden. Bei Delosperma cooperi soll er gut durchlässig sein, bei Dorotheanthus bellidiformis mager und frei von Staunässe. Welchen Platz du im Beet, im Topf und im Balkonkasten wählst, zeigt der Ratgeber, welchen Standort und Boden Mittagsblumen brauchen und wie du sie pflanzt.
Gedüngt wird nach Bedarf: Im Beet richtet sich die Düngung nach einer Bodenuntersuchung, im Topf bestimmt die VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. der Erde den Beginn und die Packungsangabe die Dosierung. Die Grundlagen stehen im Sommerblumen-Ratgeber in den Abschnitten Standort und Boden sowie Gießen und Düngen.
Im Beet, als Bodendecker und zwischen Steinen
Wie du mit Mittagsblumen geschlossene Flächen in Beeten und an Böschungen anlegst, zeigt der Ratgeber, wie du mit Mittagsblumen Bodendeckerflächen anlegst. Ideen für Beete mit Steinen und Kies findest du im Ratgeber, wie du mit Mittagsblumen-Sorten, Steinen und Kies sonnige Beete gestaltest.
Frühling (März bis Mai): Vorkultur, Abhärten, Auspflanzen
Die Saison der einjährigen Mittagsblume beginnt auf der Fensterbank. Eine Mittagsblumen-Mischung von Dorotheanthus bellidiformis ziehst du im März oder April im Haus vor.
Aussäen auf der Fensterbank
Ich lege die Samen flach auf die Erde, siebe eine sehr dünne Schicht Sand darüber und drücke alles an. Danach hältst du die Aussaat feucht, denn Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Schalen und Töpfe brauchen einen Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Liegt eine Folie über der Schale, lüftest du sie bis zur Keimung täglich.
Für eine einjährige Mittagsblumen-Mischung (Dorotheanthus bellidiformis) gelten diese Werte:
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Vorkultur im Haus | März oder April |
| Keimtemperatur | 15–18 °C |
| Keimdauer bei 15–18 °C | innerhalb von 12–20 Tagen |
| Auspflanzen | ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter bis Juni |
| Jungpflanzen beim Auspflanzen | etwa 5 cm hoch |
| Pflanzgruppe | ungefähr 3–5 Pflanzen |
| Abstand der Pflanzgruppen | 20 × 20 cm |
Nach dem Auflaufen brauchen die Sämlinge ausreichend Licht, weil Lichtmangel lange, instabile Triebe begünstigt. Nach der Keimung senkst du außerdem die Temperatur, denn viel Wärme begünstigt bei Lichtmangel lange, weiche Triebe. Den ganzen Weg von der Schale bis ins Beet beschreibt der Ratgeber, wie du Mittagsblumen aussäst und die Jungpflanzen ins Freiland bringst. Termine für weitere Sommerblumen hältst du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken fest.
Abhärten und Auspflanzen ab Mitte Mai
Vorgezogene Jungpflanzen gewöhnst du bei mildem Wetter schrittweise ans Freiland: zuerst geschützt im Schatten, danach auch in der Sonne. Bei niedrigen Nachttemperaturen holst du sie wieder in den Schutz. Ausgepflanzt wird ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter, das Pflanzfenster reicht bis Juni. Die Jungpflanzen sind dann etwa 5 cm hoch. Ich setze sie nicht einzeln, sondern in Gruppen von ungefähr 3 bis 5 Pflanzen. Die Pflanzgruppen stehen im Raster von 20 × 20 cm.
Hast du einen Balkonkasten oder Kübel schon vor Mitte Mai bepflanzt, braucht er bei drohendem Spätfrost Schutz. Ich stelle solche Gefäße in frostigen Nächten an einen geschützten Platz.
Sommer: Verblühtes, Unkraut und Wasser
Im Sommer besteht die Pflege aus kurzen Rundgängen: Verblühtes abzupfen, zwischen den Gruppen jäten, die Erde prüfen. Etablierte Delosperma cooperi sind sehr trockenheitsverträglich, und die einjährige Mittagsblume wächst auf trockenem Boden. Wie oft du gießt, hängt von Bodenart, Temperatur und Niederschlag ab, ein allgemein gültiger Rhythmus lässt sich dafür nicht festlegen. Wie du dabei im Beet und im Topf vorgehst, zeigt der Ratgeber, wie du Mittagsblumen bedarfsgerecht wässerst.
Verblühtes abzupfen
Bei Balkonblumen wie Petunien und Fleißigem Lieschen fördert das Entfernen verblühter Blüten die weitere Blüte und vermindert Krankheitsherde. Ich gehe bei meinen Mittagsblumen genauso vor und zupfe Welkes ab, sobald ich es sehe. In dichten Polstern achte ich besonders darauf, denn ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung von GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten.. Wann ein Schnitt sinnvoll ist und wie du ihn setzt, erklärt der Ratgeber, wann und wie du Mittagsblumen schneidest.
Ich verbinde das Abzupfen mit einem Blick unter die Polster. Dabei sehe ich, ob Blätter am Boden faulen, ob Schnecken Spuren hinterlassen haben und ob die Erde unten noch feucht ist.
Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken, die du zuerst absammelst. Schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen spülst du häufig schon mit einem Wasserstrahl ab. Wie du Sommerblumen vorbeugend schützt und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Unkraut und Mulch
Zwischen den Pflanzgruppen jäte ich von Hand. Das Beet betrittst du dabei möglichst nicht, damit der Boden seine Poren und seine Wasserspeicherfähigkeit behält. Bestehende Zierbeete lockerst du mit einem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr legst du sie nur dünn aus.
Rohen Rindenmulch um einjährige Mittagsblumen verteilen. Nicht kompostierter Rindenmulch ist für Beete mit Einjahresblumen ungeeignet, und stickstoffarme Materialien wie Rinde können bei ihrer Zersetzung Stickstoff im Boden binden.
Herbst: Samen ernten und den Winter vorbereiten
Im Herbst unterscheidet sich die Pflege der beiden Mittagsblumen deutlich. Dorotheanthus bellidiformis ist nicht winterhart, deshalb plane ich sie als Saisonpflanze und ziehe im nächsten Frühjahr neu vor. Bei Delosperma cooperi bereitest du dagegen den Winter vor.
Für eigene Samen lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest sie bei trockenem Wetter. Die geernteten Samen trockne ich auf Papier nach, trenne sie von Pflanzenresten und bewahre sie beschriftet kühl, dunkel und trocken auf. Stammen deine Pflanzen aus einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Vermehrung bei Sommerblumen allgemein behandelt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Topf, Überwintern und StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze..
Beet abräumen
Abgestorbene einjährige Pflanzen räumst du nach dem Saisonende ab. Nach Arbeiten an kranken Pflanzen reinigst du Werkzeug und Handschuhe, bevor du an gesunde Pflanzen gehst. Das geräumte Beet kann über Winter eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. tragen: Sie schützt vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung und hält den Boden mit ihren Wurzeln locker. Für eine Herbstdüngung eignen sich mineralische DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. und HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. wegen ihrer verzögerten NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab. nicht. Kompost bringst du zur Vermeidung von Nitratauswaschung im Spätwinter oder Frühjahr aus, nicht als pauschale Herbstgabe.
Delosperma auf den Winter vorbereiten
Bei Delosperma cooperi können nasse Winterbedingungen die Überwinterung gefährden, deshalb dreht sich die Herbstarbeit um Nässe. Im Topf prüfst du, ob die Abzugslöcher frei sind. Ich rücke meine Delosperma-Töpfe im Herbst unter den Dachüberstand an der Hauswand, damit nicht jeder Schauer auf die Erde fällt. Kommt ein Topf in ein Winterquartier, kontrollierst du die Pflanze vorher auf Schädlinge und stellst befallene Exemplare getrennt auf.
Winter: Was überwintert und was nicht
Die einjährige Mittagsblume überwinterst du nicht. Für das nächste Jahr säst du die geernteten Samen im März oder April neu aus.
Bei Delosperma cooperi im Beet zählt der Boden. Sandreiche Böden lassen Wasser schnell durch, während tonreiche Böden es langsamer durchlassen und leichter vernässen. Der trockene, sandige Boden, den Delosperma cooperi ohnehin braucht, ist damit auch im Winter ihr Schutz gegen Nässe. Wie du Pflege und Winterschutz an deinen Platz anpasst, zeigt der Ratgeber, wie du Mittagsblumen an trockenen, sonnigen Standorten pflegst und schützt.
Im Topf kommt der Frost dazu: In frei stehenden Pflanzgefäßen friert der Wurzelballen schneller durch als im Gartenboden. Meine Töpfe bleiben deshalb den Winter über an ihrem geschützten Platz unter dem Dachüberstand. Steht eine Delosperma im Winterquartier, braucht sie während einer tatsächlichen Winterruhe wie andere Kübelpflanzen kaum zusätzliche Nährstoffe.
Ein Untersetzer, in dem nach Regen Wasser steht, hält die Wurzeln nass. Wassergefüllte Untersetzer leerst du deshalb auch im Winter nach Regen, damit sich an den Wurzeln keine Nässe staut.
Kommt eine Delosperma im Frühjahr aus dem Winterquartier, stellst du sie zuerst an einen halbschattigen, windgeschützten und warmen Platz draußen. Erst danach gewöhnst du sie an die volle Sonne, die sie für den Sommer bevorzugt.




