Portulakröschen für Steingarten und Trockenmauer: Fugen, Substrat und Aussaat
- Portulakröschen braucht volle Sonne, Wärme und gut durchlässigen Boden, auch nährstoffarmer Sand passt.
- In der Trockenmauer bepflanzt du nur Stoßfugen, die Lagerfugen bleiben aus Stabilitätsgründen frei.
- Lehmigen Steingartenboden magerst du mit Sand, Kies und Splitt ab und legst ausreichend große Erdtaschen an.
- Die sehr feinen Samen streckst du mit Sand und hältst die Saat bis kurz nach der Keimung feucht.
- Portulakröschen ist einjährig und nicht winterhart, deine Saatplätze säst du jedes Jahr neu ein.

Du hast eine sonnige Trockenmauer oder einen Steingarten und suchst Farbe für die Lücken zwischen den Steinen? Portulakröschen passt dorthin, wenn Fugen und Substrat das Wasser rasch ableiten. Ich säe es jedes Frühjahr in dieselben Stoßfugen und Erdtaschen und strecke die winzigen Samen dafür mit Sand. Entscheidend sind drei Dinge: die richtigen Fugen, ein abgemagerter Boden und eine Saat, die bis nach der Keimung nicht austrocknet.
Was Portulakröschen mitbringt
Portulakröschen (Portulaca grandiflora) ist eine einjährige Pflanze und nicht winterhart. Es speichert Wasser in dickfleischigen Blättern und blüht von Juni bis September mit einfachen oder gefüllten Blüten. Lebensdauer und Herkunft weiterer Arten findest du in den Kurzporträts der Sommerblumen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Nasse Böden vermeiden; die Art bevorzugt heiße, trockene Bedingungen.
- Düngung
Portulakröschen haben einen niedrigen Düngebedarf und können gelegentlich gedüngt werden. Bei Stecklingsvermehrung kann Düngung das Wachstum fördern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Warum Portulakröschen in Steingarten und Trockenmauer passt
| Merkmal | Portulakröschen |
|---|---|
| Licht | volle Sonne, warm, möglichst vor Regen geschützt |
| Boden | gut durchlässig, gedeiht auch auf nährstoffarmem Sand |
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Blütezeit | Juni bis September |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | keine, einjährige Kultur |
Weil Portulakröschen breiter wird als hoch, breitet es sich flach zwischen den Steinen aus, statt sie zu überragen. Das ist der erste Vorteil im Steingarten: Die Steine bleiben sichtbar, die Lücken werden bunt.
Der zweite Vorteil liegt im Boden. Ein Steingarten mit viel Sand und Splitt bietet genau den gut durchlässigen, mageren Untergrund, auf dem Portulakröschen gedeiht. Für die Einfache Mischung auf trockenen, mageren Standorten ist keine Düngung vorgesehen, dieser Arbeitsgang entfällt also.
Dem stehen Grenzen gegenüber, die du einplanen solltest. Portulakröschen ist einjährig, du säst deine Pflanzstellen also jedes Jahr neu, anders als bei PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. wie Blaukissen oder Polsterphlox. Nasse Böden solltest du meiden: Eine Fuge, in der Wasser steht, ist auch in voller Sonne der falsche Platz. Und trockenheitsverträglich heißt nicht pflegefrei, denn in der Anwachsphase dürfen auch solche Pflanzen nicht austrocknen.
Den Platz wählst du nach der Sonne, denn Portulakröschen bevorzugt einen warmen, vollsonnigen und vor Regen geschützten Standort. Wie viel Sonne und welche DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. nötig sind, vertieft der Ratgeber, wie du den sonnigen Standort für Portulakröschen wählst.
Den Steingarten vorbereiten: Boden abmagern, Erdtaschen anlegen
Ein hoher Tonanteil bremst das Versickern und begünstigt Staunässe, und nasse Böden verträgt Portulakröschen schlecht. Lehmigen Boden kannst du für den Steingarten mit Sand, Kies und Splitt abmagern und so durchlässiger machen. Wie viel du zumischen musst, hängt vom Ausgangsboden ab.
Stattdessen arbeite ich mit der Fingerprobe. Leicht feuchte Erde, die körnig zerfällt, spricht für Sand; lässt sie sich formen und klebt sie, steckt viel Ton darin. Ich mische Sand und Splitt unter, bis die Probe nicht mehr klebt. Danach gieße ich Wasser auf die Stelle und schaue, ob es zügig versickert.
Für eine dichte Bepflanzung brauchst du zwischen den Steinen ausreichend große Erdtaschen und Pflanzlöcher. Ich hebe sie aus, fülle sie mit dem abgemagerten Boden und gebe keinen Dünger dazu. Bleibt das Substrat in einer Tasche nach Regen lange nass, mische ich nachträglich Sand unter, denn so lässt sich zu feuchtes Portulak-Substrat verbessern. Vor der Saat entferne ich Unkraut und harke die Oberfläche fein, damit ein lockeres, gut durchlüftetes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. entsteht. Wo Erdtaschen, Steine und BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. liegen sollen, kannst du vorher im Beetplaner als Skizze anlegen.
Fingerprobe gemacht und Lehm mit Sand, Kies oder Splitt abgemagert. Wasser versickert zügig. Erdtaschen zwischen den Steinen sind ausreichend groß. Unkraut entfernt, Oberfläche fein geharkt. Kein Dünger in den Taschen.
Trockenmauer: Welche Fugen du bepflanzt
In einer Trockenmauer bepflanzt du nur die Stoßfugen. Die Lagerfugen bleiben frei, weil die Mauer sie für ihre Stabilität braucht.
Lagerfugen sind die waagerechten Fugen, auf denen die Steine einer Lage aufliegen. Stoßfugen sind die senkrechten Fugen zwischen zwei Steinen derselben Lage.
Die Stoßfugen fülle ich mit demselben abgemagerten Substrat wie die Erdtaschen im Steingarten. Mit den Fingern drücke ich es an, damit es beim Gießen nicht herausrieselt. Für die Mauerkrone eignen sich Sedum- und Sempervivum-Arten. Portulakröschen setze ich in die sonnigen Stoßfugen und in Lücken an der Vorderkante der Krone.
Weil Portulakröschen einjährig ist und die Lagerfugen tabu sind, werden die Stoßfugen zu festen Saatplätzen, die du jedes Jahr neu besäst. Ich bepflanze deshalb nur so viele Fugen, wie ich im Frühjahr bequem erreiche.
Erde in die Lagerfugen kratzen, weil dort scheinbar Platz ist. Diese Fugen bleiben aus Stabilitätsgründen frei; Portulakröschen gehört in die Stoßfugen.
Direktsaat im Steingarten: breitwürfig oder in Erdtaschen
Die Aussaatzeit reicht von April bis Juni. Zum Keimen brauchen die Samen 18 bis 22 °C. Welche Wochen sich für deine Sommerblumen eignen, siehst du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Portulakröschen-Samen sind winzig. Das Tausendkorngewicht der Art liegt bei Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. nur bei 0,1 bis 0,124 g. Sehr feines, unpilliertes Saatgut von Beet- und Balkonpflanzen lässt sich mit etwas Sand vermischt dünner aussäen. Für unpilliertes Portulak-Saatgut heißt das: Strecke die Samen vor jeder Saat mit Sand, in der Fläche wie in der Fuge.
Portulakröschen gilt als Lichtkeimer. Die Tiefenangaben auf den Saatguttüten unterscheiden sich trotzdem, deshalb richtest du dich nach deinem Saatgut.
| Saatgut | Saattiefe |
|---|---|
| Gefüllte Mischung | etwa 0 bis 0,5 cm |
| Prachtmischung | etwa 0,5 bis 1 cm |
| Spanne für die Art | 0 bis 1 cm |
Breitwürfig säst du, wo zwischen den Steinen eine zusammenhängende Fläche offener Erde liegt. Du streust das Sand-Samen-Gemisch auf das fein geharkte Saatbett und drückst es an. Der Nachteil zeigt sich beim Jäten: Zwischen deiner Saat laufen auch Unkräuter auf, und du musst die Keimlinge sicher auseinanderhalten.
In Erdtaschen säst du punktuell. Du kennst jede Saatstelle, hältst sie gezielt feucht und jätest drumherum ohne Verwechslungsgefahr. Dafür bleibt der Raum zwischen den Taschen anfangs leer, bis die Pflanzen in die Breite gehen. Für einen Steingarten mit vielen Steinen nehme ich die Erdtaschen, breitwürfig säe ich nur auf größeren offenen Flächen. Wo Sämlinge zu dicht stehen, ziehe ich sie auf Abstand.
In Reihen gesät stehen Portulakröschen 10 bis 20 cm auseinander, der Reihenabstand beträgt 20 bis 25 cm. Jede Pflanze wird 20 bis 30 cm breit.
Bis kurz nach der Keimung darf die Saat nicht austrocknen. Sollen die Pflanzen früh blühen, gießt du Sommerblumenansaaten in der Auflaufphase bei Trockenheit täglich. Nach 7 bis 14 Tagen zeigen sich in der Regel die ersten Keimlinge.
Neben jede besäte Erdtasche und Stoßfuge lege ich einen hellen Kiesel. So finde ich die Saatplätze beim Gießen sofort und jäte dort erst, wenn ich die Portulak-Keimlinge sicher von Unkraut unterscheiden kann.
Samen und Tuffs in die Mauerfuge bringen
Für die Mauerfuge mische ich die Samen mit trockenem, feinem Sand und streue das Gemisch auf das angedrückte Substrat in der Stoßfuge. Da Portulakröschen Licht zum Keimen braucht, decke ich die Saat nicht oder nur so dünn ab, wie es die Tüte vorgibt. Anschließend befeuchte ich die Fuge mit feinem Strahl in mehreren kurzen Durchgängen, damit das Wasser die Samen nicht herausspült.
Die Samen liegen also offen und dürfen während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Deshalb prüfe ich die Feuchte in der Fuge mit dem Finger, solange die Keimlinge noch nicht da sind.
Wo die Fuge breit genug für einen Wurzelballen ist, kannst du statt Samen vorgezogene Tuffs setzen. Bei der Einfachen Mischung ersparen drei bis fünf Samen je Topf das PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat.; bis zum Auflaufen stehen die Töpfe unter Glas oder Folie feucht, danach kühler und trockener. Ausgepflanzt wird erst nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr.. Den Tuff setze ich mit Ballen in die Stoßfuge, fülle seitlich Substrat nach und drücke es an. Bis er angewachsen ist, halte ich ihn feucht.
Stoßfuge mit abgemagertem Substrat füllen und andrücken. Samen mit feinem Sand mischen und aufstreuen. Nicht oder nur so tief bedecken, wie die Tüte angibt. Mit feinem Strahl in mehreren Durchgängen anfeuchten. Bis kurz nach der Keimung feucht halten.
Kaskaden an Mauerkante und Hang
An der Mauerkante und am Hang sollen die Blüten über den Stein hinauswachsen. Portulakröschen wird nur 10 bis 20 cm hoch. In die Breite geht es dagegen 20 bis 30 cm. Diese flache Breite nutzt du, indem du die Pflanzstelle direkt an die Kante legst.
An der Mauer sind das bei mir die obersten Stoßfugen und die Lücken an der Vorderkante der Krone. Am Hang lege ich die Erdtaschen an die Oberkante größerer Steine, damit die Triebe über die Steinfläche hangabwärts wachsen können. Weil eine Pflanze nur 20 bis 30 cm breit wird, entsteht ein durchgehendes Blütenband erst aus mehreren Pflanzstellen nebeneinander. Ich plane deshalb mit der Wuchsbreite und nicht mit langen Hängetrieben.
Für die Farbwirkung an der Kante hast du einfache und gefüllte Blüten in Weiß, Gelb, Rosa, Rot und Pink zur Wahl. Sollen Insekten etwas davon haben, greife ich zu ungefüllten Blüten; eine im Handel angebotene Gefüllte Mischung wird als nicht nützlingsfreundlich eingestuft. Wie du Farben und Mischungen kombinierst, beschreibt der Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zum Gestalten mit Sorten und Mischungen.
Als Nachbarn im sonnigen Steingarten eignen sich Thymian, Lavendel und Heiligenkraut sowie Polsterstauden wie Blaukissen, Schleifenblume und Polsterphlox. Halbschattige Steinecken überlasse ich der Liebeshainblume, die sich für halbschattige Steingärten eignet, denn Portulakröschen braucht volle Sonne.
Willst du Portulakröschen flächig statt an der Kante einsetzen, findest du die Details im Ratgeber dazu, wie du Portulakröschen als Bodendecker in sonnigen Gärten nutzt.
Gießen, Düngen und Pflege in Kürze
Gießen und Düngen
Nach dem Anwachsen gießt du nur bei Bedarf, dann seltener, aber durchdringend und möglichst morgens direkt an die Wurzeln. Portulakröschen hat einen niedrigen Düngebedarf; für die Einfache Mischung auf trockenen, mageren Standorten ist gar keine Düngung vorgesehen. Wie Portulakröschen an Trockenheit angepasst ist, vertieft ein eigener Ratgeber, die Grundlagen stehen im Sommerblumen-Überblick unter Gießen und Düngen.
Ausputzen, Samen und Gartenjahr
Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen die Samenbildung begrenzen und weitere Blüten fördern. Eigene Samen erntest du bei trockenem Wetter von ausgereiften Samenständen. Was übers Jahr vom Auspflanzen bis zur Stecklingsvermehrung ansteht, steht im Ratgeber zur Pflege von Portulakröschen im Gartenjahr.
Winter
Portulakröschen ist nicht winterhart, draußen in Mauer und Steingarten übersteht es den Winter also nicht. Was du im Gefäß beachtest, beschreibt der Ratgeber zu Portulakröschen in Balkonkasten, Topf und Kübel.
Wenn etwas nicht stimmt
Welke Triebe können auf Trockenheit, aber auch auf beginnende Wurzelfäule hindeuten, deshalb prüfst du vor dem Gießen die Feuchte in der Fuge. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken, die du zuerst absammelst. Vorbeugen und Eingreifen von Hand beschreibt der Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.



