Portulakröschen im Gartenjahr: von den Eisheiligen bis zur Samentüte
- Auspflanzen erst nach den Eisheiligen, an einen warmen, vollsonnigen und vor Regen geschützten Platz.
- Abstand als System: 10–20 cm in der Reihe, 20–25 cm Reihenabstand, niedriger Wuchs mit 10–20 cm Höhe und 20–30 cm Breite.
- In der Anwachsphase nicht austrocknen lassen, danach nach Bedarf gießen und nasse Böden meiden.
- Sommerstecklinge von gesunden, möglichst blütenfreien Trieben: Bei geeigneten Beet- und Balkonpflanzen zeigen sich hell und vor greller Sonne geschützt nach etwa 2–3 Wochen erste Wurzeln.
- Für eigene Samen einzelne Blüten stehen lassen und bei trockenem Wetter ernten, wenn die Samen braun und trocken sind.
- Samen auf Papier nachtrocknen, beschriften und kühl, dunkel und trocken lagern.
- Einjährig und nicht winterhart: Blüte von Juni bis September, Aussaat von April bis Juni, über den Winter kommt nur der Samen.

Beim Portulakröschen entscheiden im Gartenjahr vor allem drei Termine: das Auspflanzen, die Samenernte und das Räumen im Herbst. Wer zu früh pflanzt, riskiert die Pflanzen, denn winterhart sind sie nicht. Ich gehe das Jahr deshalb jedes Mal in derselben Reihenfolge durch und trage mir die Termine in den Kalender ein.
Dazwischen liegen Arbeiten, die im Sommer leicht untergehen: Stecklinge schneiden, Samen reifen lassen und trocknen. Den Abschluss bildet die Planung im Winter, und mit ihr beginnt schon das nächste Jahr.
Was für eine Pflanze ist das Portulakröschen?
Das Portulakröschen (Portulaca grandiflora) ist eine einjährige, nicht winterharte Beet- und Balkonpflanze mit dickfleischigen Blättern, die Wasser speichern. Es bleibt mit 10 bis 20 cm niedrig und blüht einfach oder gefüllt in Weiß, Gelb, Rosa, Rot und Pink. Was Sommerblumen grundsätzlich auszeichnet, von der Lebensdauer bis zur Herkunft, steht im Kurzporträt der Sommerblumen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Nasse Böden vermeiden; die Art bevorzugt heiße, trockene Bedingungen.
- Düngung
Portulakröschen haben einen niedrigen Düngebedarf und können gelegentlich gedüngt werden. Bei Stecklingsvermehrung kann Düngung das Wachstum fördern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Das Portulakröschen-Jahr im Überblick
So verteilt sich die Arbeit bei mir über das Jahr:
| Zeitraum | Was ansteht | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Winter | Saatgut sichten, KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt., Plätze planen | Bodenprobe zwischen Herbst und Frühjahr, vor jeder Düngung |
| Spätwinter bis Frühjahr | Boden vorbereiten | Gründüngung vor der Samenreife schneiden, Kompost nur nach Bedarf |
| April bis Juni | Aussaat | Keimtemperatur 18–22 °C, Keimdauer 7–14 Tage |
| Nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. | Auspflanzen | vorher abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten., in der Anwachsphase nicht austrocknen lassen |
| Juni bis September | Blüte | nach Bedarf gießen, ausputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., Sommerstecklinge schneiden |
| Bei reifen Samenständen | Samen ernten | einzelne Blüten stehen lassen, bei trockenem Wetter ernten |
| Herbst | Beet räumen | Pflanzen vollständig entfernen, Beet über Winter begrünen |
Die Blütezeit reicht von Juni bis September. In diese Monate fallen auch die Stecklinge und die Samenernte, sodass sich die Arbeit im Sommer bündelt. Wer die Termine lieber auf Papier vor sich hat, nimmt den druckbaren Aussaatkalender für Sommerblumen dazu.
Auspflanzen nach den Eisheiligen
Ausgepflanzt wird das Portulakröschen erst nach den Eisheiligen. Vorgezogene Pflanzen härte ich vorher bei mildem Wetter ab: zuerst geschützt im Schatten, danach Schritt für Schritt auch in der Sonne. Balkonkästen und Kübel, die du vor Mitte Mai bepflanzt, brauchen bei drohenden Spätfrösten Schutz.
Welcher Platz passt?
Das Portulakröschen braucht einen warmen, vollsonnigen und vor Regen geschützten Platz. Auf gut durchlässigen, auch nährstoffarmen Sandböden gedeiht es, nasse Böden solltest du meiden. Die Grundlagen zu Licht, Boden und pH-Wert stehen im Sommerblumen-Überblick unter Standort und Boden.
Abstand und Pflanzung
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 10–20 cm |
| Reihenabstand | 20–25 cm |
| Wuchshöhe | 10–20 cm |
| Wuchsbreite | 20–30 cm |
| Wuchsform | niedrig, frei wachsend |
Beim Pflanzen lockere ich den Boden, setze die Pflanzen in der Reihe auf Abstand und gieße sie an. Ist die Erde zu feucht, mische ich vorher Sand darunter.
Das Portulakröschen bevorzugt heiße, trockene Bedingungen. Auch trockenheitsverträgliche Pflanzen dürfen in der Anwachsphase aber nicht austrocknen. Die Vorliebe für Trockenheit zählt also erst, wenn die Pflanzen eingewurzelt sind; bis dahin prüfe ich die Erde mit dem Finger, bevor ich gieße.
Im Kübel, im Topf und im Hochbeet gelten dieselben Regeln, dazu braucht jedes Gefäß Abzugslöcher. Wie du Gefäß und Substrat auswählst, zeigt der Ratgeber zu Portulakröschen in Balkonkasten, Topf und Kübel.
Die Eisheiligen sind vorbei, die Pflanzen sind abgehärtet. Der Platz ist warm, vollsonnig und vor Regen geschützt. Boden oder Gefäß lassen Wasser abfließen, und nach dem Pflanzen ist alles angegossen.
Den Sommer über: gießen, düngen, ausputzen
Im Sommer gieße ich nach Bedarf und nicht nach Kalender. Das Portulakröschen bevorzugt heiße, trockene Bedingungen, nasse Böden meidest du. Wie oft und wie viel Wasser es in Beet und Topf braucht, erklärt der Ratgeber zum Gießen von Portulakröschen.
Der Düngebedarf ist niedrig. Für Portulakröschen der Einfachen Mischung ist auf trockenen, mageren Standorten gar keine Düngung vorgesehen. Ob und wann sich eine Gabe lohnt, steht im Ratgeber zur Düngung von Portulakröschen.
Welkt eine Pflanze, prüfe ich zuerst die Erdfeuchte, denn Welke kann auch auf Staunässe mit Wurzelfäule hindeuten. Schwacher Blattlausbefall an Zierpflanzen lässt sich häufig mit einem Wasserstrahl abspülen. Mehr dazu steht im Ratgeber, worauf du bei Krankheiten und Schädlingen am Portulakröschen achtest.
Verwelkte Blüten zu entfernen, kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern. Welche Handgriffe die Blüte zusätzlich verlängern, sammelt der Ratgeber zur längeren Blütezeit von Portulakröschen.
Stecklinge im Sommer
Wozu Stecklinge?
Über Stecklinge gibst du die Eigenschaften einer Mutterpflanze weiter. Bei Samen ist das nicht sicher, denn Nachkommen aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können anders aussehen als die Mutterpflanze. Willst du eine bestimmte Farbe aus einer Hybridsorte behalten, nimmst du deshalb Stecklinge statt Samen. Bewurzelte Stecklinge setze ich außerdem gern in Lücken im Beet.
Welche Triebe eignen sich?
Ich schneide nur an gesunden, kräftigen Mutterpflanzen. Geeignet sind feste, noch unverholzte Triebe, die möglichst keine Blüten tragen. Vorhandene Blütenansätze entferne ich, bevor der Steckling in die Erde kommt.
Stecken und bewurzeln
Die Stecklinge kommen in Aussaaterde und werden angegossen. Ist das Substrat zu feucht, mischst du wie im Beet Sand darunter. Danach stehen sie hell, aber vor greller Sonne geschützt.
Deckst du die Töpfe mit einer Haube ab, kontrollierst du täglich und lüftest kurz. So begünstigen hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser keine Pilzerkrankungen. Düngung kann das Wachstum bei der Stecklingsvermehrung fördern, ein festes Intervall dafür gibt es aber nicht.
Sommerstecklinge geeigneter Beet- und Balkonpflanzen bilden hell und vor greller Sonne geschützt nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln.
Sind die ersten Wurzeln da, gewöhne ich die jungen Pflanzen schrittweise an die Sonne, bevor sie an ihren Platz kommen.
Ich schneide Stecklinge nur von Pflanzen, deren Farbe ich behalten will, und schreibe die Farbe sofort auf das Etikett. Ohne Blüte sehe ich dem Steckling sonst nicht mehr an, welche Farbe er bringt.
Samen ernten für das nächste Jahr
Für eigene Samen lasse ich einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen. Ausputzen kann die Samenbildung begrenzen, und genau die brauchst du für die Nachzucht. An derselben Blüte geht beides also nicht, deshalb teile ich die Pflanzen auf: Die meisten putze ich weiter aus, einige markiere ich mit einem Stab und lasse sie reifen.
Woran erkennst du reife Samen?
Reif sind die Samen, wenn sie braun und trocken sind; dunkle, trockene Körner zeigen häufig die Erntereife an. Geerntet wird bei trockenem, sonnigem Wetter. Das Tausendkorngewicht liegt bei Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. der Art bei 0,1 bis 0,124 g. Die Samen sind also winzig, deshalb ernte ich über einem Blatt Papier.
Samen trocknen und lagern
Frisch geerntete Samen trockne ich auf Papier nach und trenne sie von Pflanzenresten. Erst wenn sie vollständig trocken sind, kommen sie in ein dicht schließendes Gefäß. Auf das Etikett gehören Sortenname und Erntejahr. Gelagert wird kühl, dunkel und trocken, also geschützt vor Feuchtigkeit und Wärme.
Samen gleich nach der Ernte luftdicht verpacken. In dicht schließende Gefäße kommt erst, was vollständig nachgetrocknet ist.
Im klimatisierten Lager eines Saatgutherstellers liegt die Temperatur bei 15 bis 18 °C, die relative Luftfeuchte je nach Art konstant bei 35 bis 45 %. Eine artspezifische Grenze für deinen Vorrat zu Hause ist das nicht, aber ein Anhaltspunkt dafür, was kühl und trocken heißt.
Vor der nächsten Aussaat prüfst du den Vorrat mit einer Keimprobe, das gehört zur Planung im Winter.
Vorbereitung auf den Winter
Einjährige Pflanzen keimen, blühen, bilden Samen und sterben innerhalb einer VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. ab. Ungünstige Zeiten überdauern sie als Samen. Weil das Portulakröschen zudem nicht winterhart ist, gilt für den Winter: Die Samentüte kommt hindurch, die Pflanze nicht.
Beet räumen
Sind die Pflanzen abgestorben, ziehe ich sie vollständig aus dem Beet. Gesunde Reste kommen bei mir auf den Kompost, Pflanzen mit Belag oder Fäulnis nicht auf den eigenen. Werkzeug und Handschuhe reinige ich nach solchen Pflanzen, bevor ich an gesunden weiterarbeite.
Den Boden über Winter schützen
Ein geräumtes Beet lasse ich nicht offen liegen. Eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. schützt es über Winter vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung, und ihre Wurzeln halten den Boden locker. Betreten wird das Beet möglichst nicht, damit Poren und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Kompost bringe ich nicht im Herbst aus, sondern im Spätwinter oder Frühjahr, weil so weniger Nitrat ausgewaschen wird.
Das geräumte Beet mit rohem Rindenmulch abdecken. Roher, nicht kompostierter Rindenmulch ist für Beete mit Einjahresblumen ungeeignet.
Planung für die nächste Saison
Saatgut prüfen
Im Winter sichte ich meine Samentüten und mache mit vorhandenem Saatgut eine Keimprobe. Dafür lege ich genau abgezählte Körner auf feuchtes, nicht nasses Küchenpapier und decke es gegen Austrocknung ab. Zum Keimen braucht das Portulakröschen 18 bis 22 °C. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen, danach zähle ich die gekeimten Samen aus.
Boden vorbereiten
Steht eine Neuanlage an oder liegt die letzte Bodenuntersuchung 3 bis 5 Jahre zurück, nehme ich zwischen Herbst und Frühjahr eine Probe, und zwar vor jeder Düngung. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Schwere Gartenböden verbesserst du je nach Ausgangszustand mit 2 bis 5 Litern gewaschenem Sand ohne Feinanteile je Quadratmeter. Die Gründüngung vom Winter schneidest du vor der Samenreife und arbeitest sie flach ein; bis zur Folgekultur wartest du meist zwei bis drei Wochen.
Aussaat einplanen
Gesät wird von April bis Juni. Das Portulakröschen gilt als Lichtkeimer. Die Saattiefe unterscheidet sich je nach Saatgutangebot, deshalb halte ich mich an die Angabe auf der Packung. Wie du Schritt für Schritt vorgehst, zeigt die Anleitung, wie du Portulakröschen aussäst und die Sämlinge zur Blüte bringst.
Sorten und Plätze festlegen
Bei der Sortenwahl entscheidest du zwischen einfachen und gefüllten Blüten. Für Insekten sind ungefüllte Blüten die geeignete Wahl, eine gefüllte Portulakröschen-Mischung ist als nicht nützlingsfreundlich eingestuft. Einen Überblick gibt der Ratgeber zu einfach und gefüllt blühenden Sorten und ihren Farben.
Sommerblumen eignen sich als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Für bestimmte Plätze gibt es eigene Ratgeber: zum Portulakröschen als flächigem Bodendecker in Beet und Hang, zu passenden Begleitpflanzen und Farbkombinationen und zum Portulakröschen in Steingarten und Trockenmauer. Deine Beete skizzierst du vorab im Beetplaner für Gartenbeete. Ein eigener Beitrag klärt, was rund um Portulakröschen in der Küche zu beachten ist.
Samentüten sichten, eine Keimprobe ansetzen, die Bodenprobe vor der nächsten Düngung einplanen und die Plätze für das kommende Jahr festhalten.



