Tabak ernten: reife Blätter pflücken, trocknen, fermentieren, lagern
- Echter Tabak hat sein Erntefenster von August bis Oktober.
- Die Blätter reifen von unten nach oben, deshalb erntest du gestaffelt in mehreren Durchgängen.
- Nikotin kann über die Haut aufgenommen werden, vor allem mit Tau, Regen oder Schweiß; Handschuhe und lange Kleidung schützen.
- Zum Trocknen hängst du die Blätter mit Abstand an einen trockenen, luftigen und schattigen Ort.
- Tabak für den Eigenbedarf ist steuerfrei ohne Anzeige, jede Weitergabe ist unzulässig und löst Tabaksteuer aus.

Wenn im August die untersten Blätter deines Tabaks aufhellen, beginnt eine Ernte, die bis in den Oktober reicht. Du pflückst dabei nicht alles auf einmal, sondern gehst mehrmals durch und nimmst nur die reifen Blätter. Ich trage dafür Handschuhe und lange Ärmel, denn das Nikotin der Blätter kann über die Haut in den Körper gelangen. Nach der Ernte hängt viel an der Aufbereitung: Zu dicht gehängte oder feucht gelagerte Blätter können schimmeln.
Wann ist Tabak erntereif?
Echter Tabak (Nicotiana tabacum) wird als einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. Pflanze gezogen und braucht eine lange Saison bis zur Ernte. Für die Planung helfen dir diese Kulturdaten:
| Merkmal | Echter Tabak |
|---|---|
| Lebensform | einjährig, nicht winterhart |
| Kulturstart | Februar bis April |
| Kulturdauer | 182 bis 196 Tage |
| Wuchshöhe | 150 bis 200 cm |
| Wuchsbreite | 50 bis 60 cm |
| Abstand | 50 cm in der Reihe, 60 cm Reihenabstand, jede Pflanze im Einzelstand |
| Blütezeit | August bis September |
| Erntezeit | August bis Oktober |
Echter Tabak ist einjährig und nicht winterhart, und sein Erntefenster reicht bis Oktober. Auch die obersten Blätter holst du deshalb innerhalb dieser Saison herein, denn ein zweites Jahr gibt es für die Pflanze nicht.
Den Kulturstart trägst du am besten in einen Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein. Mit der Kulturdauer im Blick siehst du dann früh, wann die Ernte ansteht. Zwischen den Reihen brauchst du Platz, weil du dort während der Ernte mehrmals durchgehst. Wie viele Pflanzen mit diesen Abständen auf dein Beet passen, spielst du im Beetplaner für Pflanzabstände und Beetflächen durch.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger, leicht saurer Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet.
- Bodenart
Lehmboden ist geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger, leicht saurer Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich als Zierpflanze für Beete und Rabatten, Bauerngärten, Kübel sowie Gewächshaus und Wintergarten.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Bei 18 °C auf die Oberfläche säen.
Pflege
- Pflege
Aussaatsubstrat feucht halten; pikieren beziehungsweise eintopfen, sobald die Sämlinge dafür groß genug sind.
- Düngung
Echten Tabak in der Gartenkultur während der Wachstumszeit flüssig düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung, Blumenrabatten und Beete, Wintergarten und Gewächshaus.
Reife Tabakblätter erkennen
Ein reifes Tabakblatt erkennst du an seiner Farbe. Es verfärbt sich von Grün zu Gelb, die Blattadern werden heller, und die Blattspitze biegt sich leicht nach unten. Diese Zeichen zeigen sich nicht an der ganzen Pflanze zugleich, denn die Blätter reifen von unten nach oben.
Sandblätter, Mittelblätter, Oberblätter
| Blattlage | Sitz an der Pflanze | Reife | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Sandblätter | ganz unten | zuerst | oft schon etwas brüchig, behutsam lösen |
| Mittelblätter | Mitte | danach | meist der größte Teil der Ernte, Stängel nicht verletzen |
| Oberblätter | oben | zuletzt | gelten oft als besonders aromatisch, vorsichtig arbeiten |
Du erntest deshalb gestaffelt. Bei jedem Durchgang nimmst du nur die Blätter, die schon aufgehellt sind, und lässt die grünen stehen. Ich fange an jeder Pflanze unten an und arbeite mich nach oben, bis ich auf das erste noch grüne Blatt stoße.
Alle Blätter an einem Tag zu ernten, spart Arbeit? An einer Tabakpflanze reifen die Blätter nacheinander. Wer alles zugleich pflückt, erwischt viele Blätter unreif oder schon überreif.
Nikotin: So schützt du dich bei der Ernte
Beim Umgang mit Tabakblättern kann Nikotin eine Vergiftung auslösen. Das Risiko steigt, wenn sich das Nikotin der Blätter mit Regen, Tau oder Schweiß vermischt. Dann gelangt es leichter über die Haut in den Blutkreislauf. Schutz bieten Handschuhe, ein langärmeliges Hemd, eine lange Hose und wasserabweisende Kleidung. Nasse Handschuhe schützen weniger, deshalb wechsle ich sie gegen ein trockenes Paar, sobald sie feucht geworden sind.
Weil Feuchtigkeit die Aufnahme über die Haut erleichtert und nasse Handschuhe schlechter schützen, erntest du nicht im Morgentau und nicht nach einem Regen. Warte, bis die Blätter abgetrocknet sind, und wähle einen trockenen Tag, der nicht zu heiß ist. Nach der Arbeit wäschst du dir gründlich die Hände.
So erntest du Tabakblätter
Werkzeug und Ablageplatz
Für die Ernte brauchst du ein scharfes, sauberes Messer oder eine Schere, saubere Körbe oder Kisten und deine Schutzkleidung. Schnüre und eine Nadel zum Auffädeln legst du gleich bereit. Richte außerdem einen schattigen Platz ein, an dem die frischen Blätter liegen, bis du sie aufhängst. In der prallen Sonne haben geerntete Blätter nichts verloren.
Der Handgriff am Blatt
Fasse jedes Blatt am Stielansatz und löse es mit Messer oder Schere, ohne den Stängel zu verletzen. Leg die Blätter locker in den Korb und drück sie nicht zusammen, denn Quetschungen können die Qualität mindern. Bei den Oberblättern arbeitest du vorsichtig, damit du darunter noch stehende Blätter nicht beschädigst.
Gleich beim Pflücken vorsortieren
Eine grobe Sortierung schon im Beet erleichtert dir die Aufbereitung. Beschädigte oder kranke Blätter kommen gleich in einen eigenen Behälter. Die übrigen legst du nach Blattlage getrennt ab, also Sandblätter, Mittelblätter und Oberblätter jeweils für sich. Hast du an einer kranken Pflanze gearbeitet, reinigst du Werkzeug und Handschuhe, bevor du an eine gesunde gehst. Erde und kleine Tiere entfernst du behutsam, bevor du die Blätter auffädelst.
Blätter abgetrocknet · Handschuhe trocken, Ersatzpaar dabei · langes Hemd und lange Hose an · Messer oder Schere scharf und sauber · Korb und schattiger Ablageplatz bereit · eigener Behälter für beschädigte Blätter
Tabakblätter trocknen
Beim Trocknen geben die Blätter ihre Feuchtigkeit ab und färben sich von Grün über Gelb zu Brauntönen.
Luft, Feuer oder Sonne?
Verbreitet sind drei Verfahren. Bei der Lufttrocknung hängen die aufgefädelten Blätter an einem luftigen, schattigen Ort. Die Feuertrocknung läuft in speziellen Öfen mit schrittweise steigender Temperatur und verlangt viel Erfahrung. Die Sonnentrocknung funktioniert nur bei stabiler Witterung und birgt das Risiko von Sonnenschäden an den Blättern. Für die Menge aus dem Garten arbeite ich mit Lufttrocknung, weil sie ohne Ofen auskommt und die Blätter geschützt im Schatten hängen.
Den Trockenraum einrichten
Gut geeignet ist ein Dachboden oder Schuppen, der trocken, gut belüftet und vor direkter Sonne geschützt ist. Du brauchst Schnüre oder Stangen zum Aufhängen und so viel Platz, dass zwischen den Blättern Luft zirkulieren kann. Ein Ventilator kann die Luft bewegen, richte ihn aber nicht direkt auf die Blätter. Wähle einen Raum, an den Kinder und Haustiere nicht herankommen.
Auffädeln und aufhängen
Die Blätter fädelst du einzeln an dünnen Schnüren auf oder hängst sie paarweise Rücken an Rücken. Entscheidend ist der Abstand: Hängen die Blätter zu dicht, staut sich Feuchtigkeit, und es kann sich Schimmel bilden. Ich schiebe die Blätter auf der Schnur so weit auseinander, dass sie sich nicht berühren.
Die Blätter dicht an dicht hängen, damit alles auf wenige Schnüre passt. Zwischen eng hängenden Blättern staut sich Feuchtigkeit, und Schimmel kann sich ausbreiten. Spann lieber eine Schnur mehr.
An jede Schnur hänge ich einen Zettel mit Erntedatum und Blattlage. Beim Kontrollieren notiere ich darauf, was mir an Farbe, Geruch und Griff der Blätter auffällt.
Die Trocknung kontrollieren
Schau regelmäßig nach den Blättern und nach dem Raumklima. Ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. und ein Thermometer zeigen dir, wie feucht und warm es im Trockenraum ist. Ich schreibe die Werte zusammen mit meinen Beobachtungen an den Blättern auf. Ist die Luft zu trocken, werden die Blätter spröde, ist sie zu feucht, droht Schimmel. Zu hohe Temperaturen trocknen ungleichmäßig, zu niedrige verlangsamen die Trocknung und begünstigen ebenfalls Schimmel. Zeigt sich ein Belag oder riecht es muffig, kann das auf Schimmel hindeuten, und du nimmst die betroffenen Blätter ab.
Woran du erkennst, dass die Blätter trocken sind
Fertig getrocknete Blätter sind gleichmäßig braun gefärbt. Die Blattrippen sind vollständig ausgetrocknet und brüchig, das Blatt fühlt sich leicht ledrig an und ist nicht mehr feucht. Wie lange das dauert, hängt von Blattdicke, Raumklima und Wetter ab. Richte dich deshalb nach diesen Zeichen und nicht nach dem Kalender.
Fermentieren: So entwickelt sich das Aroma
Auf das Trocknen folgt die Fermentation, bei der sich die charakteristischen Aromen des Tabaks entwickeln. Dafür sortierst du die getrockneten Blätter nach Größe und Qualität, bindest sie zu Bündeln und schichtest die Bündel zu Stapeln. Im Inneren der Stapel entsteht Wärme, die den Prozess in Gang setzt. Damit alle Blätter gleichmäßig fermentieren, schichtest du die Stapel regelmäßig um.
Im Raum oder in der Kammer
Bei der natürlichen Fermentation liegen die Stapel in einem Raum mit gleichbleibender Temperatur und Luftfeuchte. Das kostet Arbeit, weil du die Stapel immer wieder umschichten musst. In speziellen Fermentationskammern lassen sich Temperatur und Luftfeuchte genauer steuern. Die Fermentation verläuft dort gleichmäßiger und macht weniger Arbeit, was vor allem bei größeren Mengen praktisch ist.
Den Stapel im Blick behalten
Wird es im Stapel zu heiß, nehmen die Blätter Schaden, bleibt es zu kühl, kommt der Prozess nur schleppend voran. Ist es zu feucht, droht Schimmel, ist es zu trocken, kommt die Fermentation zum Erliegen. Ich stecke beim Umschichten ein Thermometer in den Stapel, fühle mit der Hand nach der Wärme und rieche an den Blättern. Die Messwerte notiere ich zu jeder Partie, damit ich die Stapel untereinander vergleichen kann.
Fertig ist die Fermentation, wenn die Blätter den gewünschten Geruch und die passende Farbe entwickelt haben. Wie lange das dauert, hängt von der Sorte und vom gewünschten Ergebnis ab.
Nachsortieren und lagern
Nach der Fermentation sortierst du ein zweites Mal, diesmal nach Farbe, Textur und Geruch. Beschädigte oder fleckige Blätter nimmst du heraus. Die übrigen bindest du zu kleineren Bündeln oder presst sie zu Ballen, ohne sie stark zu quetschen.
Der richtige Lagerort
Lagere den Tabak dunkel, denn Licht kann die Qualität beeinträchtigen. Luftdichte Behälter oder Folienbeutel halten Feuchtigkeit und Schädlinge fern. Holzkisten lassen dagegen etwas Luft an den Tabak, weshalb manche Tabakbauern sie bevorzugen. Dicht schließende Gefäße schützen also besser vor Feuchtigkeit, Holz lässt den Tabak atmen, und in beiden Fällen kontrollierst du ihn auf Schimmel. Ich beschrifte jedes Gefäß mit Erntejahr und Blattlage.
Auch im Lager schaust du regelmäßig nach Schimmel, Schädlingen und auffälligem Geruch. Bei längerer Lagerung kann eine leichte Nachfermentation einsetzen, die das Aroma weiter verändern kann. Tabakkonsum birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken, und Tabak gehört nicht in Kinderhände.
Getrocknete Blätter, Bündel und Kisten lagerst du so, dass Kinder und Haustiere nicht herankommen. Hat ein Kind möglicherweise Blattstücke verschluckt, entfernst du Reste aus dem Mund, rufst ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe an und löst kein Erbrechen aus. Bei lebensbedrohlichen Anzeichen rufst du sofort den Rettungsdienst unter 112. Bei Hund oder Katze holst du sofort tierärztliche Hilfe, nimmst Pflanzenreste mit und gibst keine Hausmittel.
Was rechtlich für den Eigenanbau gilt
Tabakwaren aus selbst angebautem Tabak für den eigenen Bedarf sind von der Tabaksteuer befreit. Dafür musst du den Anbau weder der Zollverwaltung anzeigen noch eine Erlaubnis einholen. Eine Höchstmenge in einer festen Zahl gibt es nicht, die zulässige Anbau- und Herstellungsmenge richtet sich nach deinem persönlichen Konsum. Jede Weitergabe an andere ist unzulässig, egal ob du verkaufst oder verschenkst, und löst Tabaksteuer aus.
Weil die zulässige Menge an deinem eigenen Konsum hängt und du Überschuss nicht weitergeben darfst, planst du die Zahl der Pflanzen nach deinem Bedarf und nicht nach dem Platz im Beet.
Vor dem Anbau muss man sich beim Hauptzollamt anmelden? Für Tabak zum eigenen Bedarf gilt das nicht: Er ist steuerfrei, ohne Anzeige bei der Zollverwaltung und ohne Erlaubnis. Tabaksteuer fällt an, sobald du Tabak an andere weitergibst, und diese Weitergabe ist unzulässig.
Nach der Saison: das Tabakbeet wechseln
Agroscope und AGRIDEA empfehlen für Virgin- und Burley-Tabak im Schweizer Feldbau drei tabakfreie Jahre zwischen zwei Tabakkulturen. Im Garten kannst du dich daran orientieren, wenn du entscheidest, wann Tabak wieder auf dasselbe Beet kommt. Bei Virgin-Tabak sind außerdem hohe Gehalte an mineralischem StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). im Boden zu vermeiden. Wie du FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. und Beetwechsel grundsätzlich angehst, findest du im Überblick zu Mischkultur und Fruchtfolge bei Sommerblumen. Welche Kulturen in den Jahren ohne Tabak gut nebeneinander stehen, prüfst du mit dem Mischkultur-Werkzeug für Beetnachbarn.





