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Ist Akelei giftig? So schützt du Kinder, Katzen und Hunde

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Gewöhnliche Akelei ist in allen Pflanzenteilen giftig.
  • Sie enthält unter anderem Magnoflorin und Spuren cyanogener Glykoside.
  • Bei Tieren kann sie den Magen-Darm-Trakt reizen; eine toxische Dosis ist nicht bekannt.
  • Bei Verdacht rufst du ein Giftinformationszentrum an oder holst ärztliche Hilfe; Erbrechen löst du nicht aus.
  • Ein Rückschnitt nach der Blüte verhindert die Samenbildung und begrenzt die Selbstaussaat.
Eine blaue Blüte der Gemeinen Akelei (Aquilegia vulgaris) mit ihren charakteristischen Spornen und mehreren Blütenknospen an einem behaarten Stängel
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ja, Akelei ist giftig. Bei der Gewöhnlichen Akelei betrifft das alle Pflanzenteile. Spielen bei dir Kinder oder streifen Tiere durch die Beete, kommt es auf drei Dinge an: Platz, Handgriffe und dein Verhalten im Ernstfall. Ich behandle die Akelei wie jede giftige Staude in meinem Garten. Sie steht nicht am Spielrasen, ich schneide nach der Blüte die Samenstände ab und trage dabei Handschuhe.

Wie giftig ist Akelei?

Für die Gewöhnliche Akelei, botanisch Aquilegia vulgaris, ist die Sache eindeutig: Blüten, Blätter, Stängel, Wurzeln und Samen sind giftig. Zu dieser Art gehören auch Gartenformen wie ‘Heidi’ oder ‘Black Barlow’. Unter ihren Inhaltsstoffen finden sich Magnoflorin und Spuren cyanogener Glykoside. Botanisch zählt die Akelei zu den Hahnenfußgewächsen.

Daraus folgt für mich eine einfache Regel: Jede Akelei wird mit allen ihren Teilen so behandelt wie die Gewöhnliche Akelei. Gegessen wird im Garten ohnehin nur, was sicher als essbar bestimmt ist.

Mythos-Check

„Akelei ist nur schwach giftig, gefährlich sind bloß die Samen.“ Auf beides würde ich mich nicht verlassen. Bei der Gewöhnlichen Akelei sind alle Pflanzenteile giftig, und für Tiere ist keine Menge bekannt, ab der es gefährlich wird. Ein Etikett wie „schwach giftig“ gibt dir deshalb keine Sicherheit.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.

Bodenart

Geeignet ist fruchtbarer, feuchter, aber gut durchlässiger Boden.

Bodenreaktion

Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist fruchtbarer, feuchter, aber gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Staudenbeete, Wildblumenwiesen und die Unterpflanzung von Rosen oder Sträuchern.

Pflege

Pflege

Nach der Blüte zurückschneiden.

Düngung

Die Sorte Black Barlow kann im Frühjahr und Herbst gedüngt werden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze wächst als krautige Staude.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für naturnahe Gärten und Wildblumenwiesen, Staudenbeete sowie zur Unterpflanzung von Rosen und Gehölzen.

Aussaatkalender Gemeine Akelei
GartenkalenderVorkultur: März, April; Aussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustVorkulturAussaatBlüte

Ist Akelei gefährlich für Kinder?

Für Kinder zählt vor allem, was in Griffhöhe neben Sandkasten, Spielrasen und Terrasse wächst. Setz die Akelei deshalb in ein Beet, das nicht zum Spielen genutzt wird, etwa an den Gehölzrand hinter dem Rasen. Größeren Kindern bringst du bei, dass aus dem Garten nur gegessen wird, was du sicher als essbar bestimmt hast. Akeleiblüten gehören also weder in den Salat noch als Dekoration auf den Kuchen.

Mit dem Pflanzplatz allein ist es nicht getan. Die Gewöhnliche Akelei ist verwilderungsfähig und sät sich selbst aus, deshalb kann sie auch dort keimen, wo du sie nie gepflanzt hast. Ein Rückschnitt nach der Blüte verhindert die Samenbildung und begrenzt so die Selbstaussaat. Wer die Mutterpflanze aus der Spielecke fernhält, die Samenstände aber reifen lässt, kann sich die Sämlinge also selbst an den Spielrasen zurückholen.

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Ist Akelei giftig für Katzen, Hunde und Kaninchen?

Ja. Bei Tieren kann die Aufnahme von Akelei den Magen-Darm-Trakt reizen. Eine Menge, ab der es gefährlich wird, ist nicht bekannt. Weil alle Pflanzenteile giftig sind und niemand eine solche Grenze kennt, gibt es für dein Tier keine Menge, die du als unbedenklich abhaken kannst.

Hast du beobachtet, dass Katze oder Hund an einer Akelei gefressen hat, ruf die Tierarztpraxis an und nenne die Pflanze. Wer Kaninchen oder Meerschweinchen mit Grünfutter aus dem Garten versorgt, lässt Akeleilaub draußen. Ich pflücke Futter grundsätzlich nicht in dem Beet, in dem meine Akeleien stehen, damit kein Blatt versehentlich in die Schale rutscht.

Achtung

Auch als Schnittblume bleibt die Akelei giftig. Stell die Vase dort hin, wo Kleinkinder und Katzen nicht herankommen.

Was tust du bei Verdacht auf eine Vergiftung?

Hat ein Kind oder ein Erwachsener vermutlich Teile einer Akelei gegessen, rufst du ein Giftinformationszentrum an oder holst ärztliche Hilfe. Erbrechen löst du nicht aus. Sag gleich zu Beginn, dass es um Akelei geht. Der Anruf richtet sich nach dem Verdacht, nicht danach, ob schon Beschwerden da sind. Bei Haustieren ist die Tierarztpraxis die richtige Stelle.

Warte bei einem Vergiftungsverdacht nicht erst ab, ob bestimmte Anzeichen auftreten.

Jetzt dran

Speichere dir heute die Nummer des für dich zuständigen Giftinformationszentrums im Handy und häng sie zusätzlich gut sichtbar in die Küche. Im Ernstfall musst du dann nicht erst suchen.

Wie gärtnerst du sicher mit Akelei?

Welcher Platz passt?

Die Gewöhnliche Akelei wächst in Sonne bis Halbschatten auf fruchtbarem, feuchtem, aber gut durchlässigem Boden. Sie eignet sich für Staudenbeete, naturnahe Pflanzungen und als Unterpflanzung von Rosen und Gehölzen. Gerade der Gehölzrand liegt oft abseits der Wege, und das passt zu einer giftigen Staude. Ich setze sie dort nach hinten und lasse vorne Nachbarstauden wachsen, die ihr Laub nach der Blüte verdecken, ohne sie zu überwuchern.

Planst du ein neues Beet, kannst du im Beetplaner für dein Staudenbeet gleich festlegen, dass die Akelei weit weg vom Spielbereich steht. Im Topf bestimmst du den Platz selbst. Die kompakte ‘Biedermeier Mischung’ eignet sich für die Topfkultur, ist aber nicht trockenheitstolerant. Stell den Topf so, dass Kleinkinder und Hunde nicht im Vorbeigehen herankommen.

Worauf achtest du beim Schneiden?

Beim Schneiden und Jäten an der Akelei trage ich Gartenhandschuhe und wasche mir danach die Hände. So kommt kein Pflanzensaft an den Mund oder an ein Butterbrot. Die verblühten Stängel schneide ich zurück, bevor sich Samen bilden. Das begrenzt die Selbstaussaat, und bei der ‘Biedermeier Mischung’ kann danach ein weiterer Blütenflor folgen.

Marias Erfahrung

Beim Schneiden steht ein Eimer mit Deckel neben mir, und jeder Stängel kommt direkt hinein. Die Handschuhe ziehe ich erst aus, wenn der Eimer zu ist, danach geht es zum Händewaschen.

Wohin mit Schnittgut und Samen?

Schnittgut bleibt bei mir nicht am Beetrand liegen, auch nicht kurz. Wo Kinder spielen oder ein Hund unterwegs ist, gehört es direkt in einen geschlossenen Behälter. Fest steht nur, dass offene Reste in Reichweite von Kindern und Tieren nichts verloren haben.

Sammelst du Samen, behandelst du sie wie jedes giftige Saatgut. Du trocknest sie auf Papier nach und lagerst sie kühl, dunkel und trocken. Die Tüte beschriftest du mit dem Pflanzennamen und dem Wort giftig. Ich bewahre meine Samentüten in einer Dose im obersten Regalfach auf, wo Kinder nicht hinkommen.

Rechne nicht damit, dass die Nachkommen deiner Sorte gleichen. Stehen mehrere Akeleien zusammen, können durch Kreuzung neue Farbvarianten entstehen, und über Selbstaussaat bleibt eine Sorte kaum dauerhaft rein. Gesät wird die Gewöhnliche Akelei von April bis Juni. Die Termine für deine Stauden hast du mit dem Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken im Blick.

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Sind Fingerhut oder Eisenhut ein guter Ersatz?

Suchst du für den Halbschatten einen Ersatz, prüf jede Kandidatin einzeln auf ihre Giftigkeit. Zwei bekannte Stauden scheiden für einen Garten mit Kindern und Tieren aus. Beim Roten Fingerhut sind Blätter, Blüten und Samen giftig, weil sie herzwirksame Glykoside wie Digitoxin enthalten; gegessen wird davon nichts. Den Blauen Eisenhut fasst du nur mit Handschuhen an, denn längerer Hautkontakt kann Vergiftungserscheinungen im ganzen Körper auslösen.

Häufiger Fehler

Eisenhut taucht manchmal als Ersatz für die Akelei auf. Für einen kindersicheren Garten taugt er nicht, denn er gehört zu den Stauden, die du nur mit Handschuhen berührst.

Ungiftigkeit muss für jede Art einzeln geklärt sein, sonst tauschst du ein bekanntes Risiko gegen ein unbekanntes. Welche Stauden im Garten Vorsicht verlangen, findest du im Abschnitt über giftige Stauden im Stauden-Ratgeber.

Was bedeutet der Naturschutz für deine Akelei?

Die Gewöhnliche Akelei ist in Deutschland heimisch und besonders geschützt. Pflanzen und Samen kaufe ich deshalb in der Gärtnerei oder als Saatgut, statt sie an einem Wildstandort zu holen. Gartenformen können sich außerdem in wilde Bestände einkreuzen und deren genetische Zusammensetzung verändern.

Weil Akeleien sich untereinander leicht kreuzen und Gartenformen dabei Wildbestände verändern können, lässt du in der Nähe wilder Vorkommen keine Samen reifen. Grenzt dein Garten an ein Gelände mit wild wachsenden Akeleien, schneidest du deine Pflanzen nach der Blüte konsequent zurück. Fragen zu Haftung oder Versicherung klärst du bei Bedarf mit deiner Versicherung.

Was gehört sonst zur Akelei?

Die Gewöhnliche Akelei trägt meist blauviolette, nickende Blüten mit an der Spitze hakig eingerollten Spornen. Länge und Krümmung dieser Nektarsporne beeinflussen, welche Bestäuber an den Nektar kommen. Wuchs, Arten und den Einsatz im Beet beschreibt der Ratgeber dazu, was die Akelei als Gartenstaude ausmacht.

Die Akelei ist winterhart und wird nach der Blüte zurückgeschnitten. Welche Arbeiten übers Jahr an der Akelei anfallen und welche Akeleien im Schattenbeet gut stehen, beschreiben eigene Ratgeber. Rückschnitt, Winter, Mulch und Düngen für alle Stauden erklärt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Pflege im Jahreslauf.

Bei Krankheiten und Schädlingen gilt im Staudenbeet die Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Was an der Akelei auftreten kann, zeigt dir der Ratgeber darüber, woran du Krankheiten und Schädlinge an der Akelei erkennst.

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Häufige Fragen

Wie gefährlich ist Akelei für Menschen und Tiere?
Die Gewöhnliche Akelei ist in allen Pflanzenteilen giftig und enthält unter anderem Magnoflorin sowie Spuren cyanogener Glykoside. Bei Tieren kann die Aufnahme den Magen-Darm-Trakt reizen, eine toxische Dosis ist nicht bekannt. Deshalb gibt es keine Menge, die als unbedenklich gilt: Bei Verdacht rufst du ein Giftinformationszentrum an oder holst ärztliche Hilfe, für Tiere ist die Tierarztpraxis zuständig.
Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei Verdacht auf eine Akelei-Vergiftung zu ergreifen?
Hat jemand vermutlich Teile einer Akelei gegessen, rufst du ein Giftinformationszentrum an oder holst ärztliche Hilfe. Erbrechen löst du nicht aus. Sag gleich zu Beginn, dass es um Akelei geht, und warte nicht ab, ob Beschwerden auftreten. Hat ein Haustier an der Pflanze gefressen, meldest du dich bei der Tierarztpraxis.
Welche Schutzausrüstung braucht man für die Gartenarbeit mit giftigen Pflanzen wie Akelei?
Bei der Akelei sind Gartenhandschuhe und gründliches Händewaschen nach der Arbeit eine gute Routine, damit kein Pflanzensaft an Mund oder Essen gelangt. Beim Blauen Eisenhut sind Handschuhe Pflicht, weil längerer Hautkontakt Vergiftungserscheinungen im ganzen Körper auslösen kann. Schnittgut sammelst du sofort ein, damit Kinder und Haustiere nicht daran kommen.
Wie beeinflusst die Selbstaussaat der Akelei die genetische Vielfalt im Garten?
Stehen mehrere Akeleien zusammen, können durch Kreuzung neue Farbvarianten entstehen. Über Selbstaussaat bleibt eine Sorte deshalb kaum dauerhaft rein. Willst du Sorte und Ausbreitung im Griff behalten, schneidest du nach der Blüte zurück, denn das verhindert die Samenbildung.
Steht die Gewöhnliche Akelei in Deutschland unter Naturschutz?
Ja, die Gewöhnliche Akelei ist in Deutschland heimisch und besonders geschützt. Gartenformen können sich in wilde Bestände einkreuzen und deren genetische Zusammensetzung verändern. Grenzt dein Garten an wild wachsende Akeleien, schneidest du deine Pflanzen nach der Blüte zurück, bevor sich Samen bilden.
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