Akelei aussäen: Zeitpunkt, Kältereiz und der Weg ins Beet
- Akelei ist ein Lichtkeimer, als Saattiefe sind nur 0,3 cm angegeben.
- Die Aussaatzeit der Gemeinen Akelei reicht von April bis Juni.
- Für die warme Aussaat auf der Fensterbank gelten etwa 20 °C.
- Beim Kaltkeimerverfahren bekommen die Aussaatkisten nach Warm- und Übergangsphase draußen einen Kältereiz unter 5 °C.
- Während Quellung und Keimung bleibt das Substrat ständig ausreichend feucht.
- Im Beet stehen die Jungpflanzen 25 cm auseinander, auch zwischen den Reihen.

Akelei-Samen keimen bei Licht und lassen sich je nach Sorte unterschiedlich viel Zeit. Wer sie wie Gemüsesamen in Rillen legt oder die Schale zu früh wegräumt, riskiert, dass nichts aufläuft. Ich säe Akelei deshalb auf zwei Wegen: warm auf der Fensterbank oder als Kaltkeimer mit einer Kältephase im Freien. Welcher Weg passt, entscheidet die Angabe auf der Tüte deiner Sorte. Unten findest du beide Wege Schritt für Schritt, vom Saatgut bis zur Jungpflanze im Beet.
Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen, ihre Samen werden deshalb kaum bedeckt. Kaltkeimer bekommen vor der Keimung einen KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume.. Diese Kältebehandlung heißt im Gartenjargon auch Stratifikation.
Akelei-Aussaat in Zahlen
Die Gemeine Akelei, Aquilegia vulgaris, ist eine mehrjährige, winterharte Staude. Für sie gelten die Werte in dieser Tabelle. Weicht die Tüte deiner Sorte davon ab, richtest du dich nach der Tüte.
| Angabe | Wert für die Gemeine Akelei |
|---|---|
| Kulturstart im Haus | März oder April |
| Aussaatzeit | April bis Juni |
| Keimverhalten | Lichtkeimer |
| Saattiefe | 0,3 cm |
| Keimtemperatur | 5 bis 24 °C |
| Warme Aussaat | etwa 20 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage, die Keimung kann aber auch bis zu 3 Monate dauern |
| Abstand in der Reihe | 25 cm |
| Reihenabstand | 25 cm |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Geeignet ist fruchtbarer, feuchter, aber gut durchlässiger Boden.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist fruchtbarer, feuchter, aber gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Staudenbeete, Wildblumenwiesen und die Unterpflanzung von Rosen oder Sträuchern.
Pflege
- Pflege
Nach der Blüte zurückschneiden.
- Düngung
Die Sorte Black Barlow kann im Frühjahr und Herbst gedüngt werden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als krautige Staude.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für naturnahe Gärten und Wildblumenwiesen, Staudenbeete sowie zur Unterpflanzung von Rosen und Gehölzen.
Wann säst du Akelei aus?
Als Aussaatzeit gilt für die Gemeine Akelei April bis Juni. Ziehst du im Haus vor, startest du die Kultur im März oder April. Ich hänge mir dafür den Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken neben die Fensterbank und trage meine Akelei-Sorten ein.
Beim Kaltkeimerverfahren rechnest du vom Wetter aus statt vom Kalender. Die Kältephase braucht draußen Temperaturen unter 5 °C. Plane den Start deshalb so, dass Warm- und Übergangsphase vorbei sind, wenn es draußen so kalt ist.
Warm oder mit Kältereiz: welcher Weg passt?
Für Akelei kommen zwei Wege infrage, und die Sortenangabe zeigt dir, welcher gilt. Steht auf der Tüte eine warme Aussaat, säe ich auf der Fensterbank. Verlangt sie einen Kältereiz, nehme ich das Kaltkeimerverfahren für Stauden, das sich auch für Akelei eignet.
„Akelei keimt nur nach Frost.“ Pauschal stimmt das nicht. Die Sorte ‘Heidi’ wird bei etwa 20 °C und gleichmäßiger Feuchtigkeit gesät. Und auch das Kaltkeimerverfahren verlangt keinen Frost, sondern Temperaturen unter 5 °C.
Taugt dein Saatgut noch?
Bei Saatgutresten mit fraglicher KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Ich säe dafür einen Teil der Samen in eine kleine Schale, genau wie bei der richtigen Aussaat, und zähle, was aufläuft.
Als Orientierung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Eine Garantie für jede Art ist das nicht. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Hast du Samen einer Hybridsorte selbst geerntet, können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Warm aussäen in der Saatschale: Schritt für Schritt
Die warme Aussaat läuft bei etwa 20 °C mit gleichmäßiger Feuchtigkeit, nach der Keimung geht es kühler weiter. So gehe ich dabei vor:
- Schale vorbereiten: Füll eine Schale mit Abzugslöchern mit Aussaaterde, streich die Oberfläche glatt und feuchte sie an.
- Samen verteilen: Streu die Samen so, dass zwischen den Körnern Erde sichtbar bleibt.
- Kaum bedecken: Drück die Samen mit einem Brettchen an. Akelei ist ein Lichtkeimer. Als Saattiefe sind 0,3 cm angegeben, also nur eine sehr dünne Schicht Erde.
- Hell und warm stellen: Stell die Schale an einen hellen Platz mit etwa 20 °C. Gekeimt wird in einem breiten Bereich von 5 bis 24 °C.
- Feucht halten: Während die Samen quellen und keimen, muss das Substrat ständig ausreichend feucht bleiben. Ich sprühe lieber, als mit der Kanne zu gießen, damit die Samen an ihrem Platz bleiben.
- Abwarten: Angegeben sind 14 bis 21 Tage Keimdauer. Die Keimung kann aber auch bis zu 3 Monate dauern. Eine Schale ohne Keimlinge bleibt bei mir deshalb stehen und wird weiter feucht gehalten.
Akelei-Samen in Rillen legen und zuschieben wie größere Samen. Als Lichtkeimer brauchen sie Licht, eine dicke Erdschicht kann die Keimung bremsen.
Saatschale mit Abzugslöchern, Aussaaterde, Brettchen zum Andrücken, Sprühflasche, Etikett mit Sorte und Datum, PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. für später.
Akelei als Kaltkeimer aussäen
Das Kaltkeimerverfahren läuft in drei Phasen ab. Die Saat bleibt dabei in ihren Aussaatkisten, nur der Standort wechselt. Gesät wird wie bei der warmen Aussaat: Samen auf die feuchte Erde legen, andrücken, kaum bedecken.
| Phase | Dauer | Temperatur | Ort |
|---|---|---|---|
| Warmphase | 3 bis 4 Wochen | 15 bis 18 °C | im Haus |
| Übergangsphase | etwa 1 Woche | ungefähr 10 °C | kühler gestellt |
| Kältephase | etwa 4 bis 8 Wochen | unter 5 °C | geschützter Außenplatz, an einem frostfreien Tag hinausbringen |
Für den Umzug nach draußen wählst du einen frostfreien Tag und einen geschützten Platz. Feucht bleibt das Substrat in allen drei Phasen. Zeigt sich in der Kältephase nichts, ist das kein Grund, die Kisten aufzugeben. Die Mindesttemperatur für die Keimung liegt bei 5 °C, und draußen ist es in dieser Phase kälter. Sobald sich Keimlinge zeigen, geht es weiter wie bei jeder Akelei-Aussaat: hell und kühler weiterziehen, dann pikieren.
In der Kältephase stelle ich die Kisten an die Hauswand unter das Vordach und lege ein feines Gitter darüber, damit Vögel nicht darin scharren. Die Feuchte prüfe ich mit dem Finger in der Erde, statt nach dem Aussehen der Oberfläche zu gießen. Jede Kiste trägt ein Etikett mit Sorte und Datum der Aussaat.
Direkt ins Beet säen
Direkt ins Beet säst du innerhalb der Aussaatzeit von April bis Juni. Lockere das Beet im Frühjahr erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist, und nimm dafür Grabgabel oder Krail. Wurzelunkräuter ziehst du dabei gleich mit heraus. Leg die Samen auf die krümelige Oberfläche, drück sie an und halte die Fläche feucht, bis die Keimlinge da sind. Ich stecke die Saatstelle mit Stäben ab, damit ich die Keimlinge beim Jäten nicht mit BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. verwechsle.
Für einen gesteuerten Kältereiz nutze ich deshalb die Aussaatkisten aus dem Kaltkeimerverfahren. Die stehen in der Kältephase ohnehin draußen.
Nach der Keimung: kühler stellen und pikieren
Sobald die Keimlinge da sind, stellst du sie kühler, aber weiter hell. Bei der Sorte ‘Heidi’ gehört diese kühlere Weiterkultur nach der Keimung dazu, und ich halte es bei allen Akelei-Sämlingen so. Das Substrat bleibt feucht, ohne nass zu stehen.
Pikiert wird, wenn die ersten echten Blätter erscheinen. Ich hebe jeden Sämling mit dem Pikierstab heraus und fasse ihn dabei nur am Blatt an. Jeder kommt einzeln in einen kleinen Topf mit Aussaaterde und wird vorsichtig angegossen.
Abhärten vor dem Auspflanzen
Pflanzen aus dem Haus gewöhnst du vor dem Auspflanzen an das Wetter draußen. Stell die Töpfe zuerst an einen geschützten, schattigen Platz im Freien und hol sie wieder herein, bevor es kühl wird. Verlängere die Zeit draußen Schritt für Schritt und gib ihnen nach und nach mehr Licht. Schau dabei auf die Blätter: Werden sie blass oder schlaff, gehst du einen Schritt zurück in den Schatten.
Auspflanzen ins Beet
Akelei verträgt Sonne bis Halbschatten, empfohlen wird sie vor allem für halbschattige bis schattige Plätze mit anhaltend feuchtem Boden. Der Boden sollte fruchtbar, feucht und dabei gut durchlässig sein; saure, neutrale und alkalische Böden kommen infrage. Licht, Feuchte und pH-Wert für alle Stauden erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Stauden-Überblick.
Vor der Pflanzung beseitigst du Wurzelunkräuter und Bodenverdichtungen, damit ein durchlässiger, bewuchsfreier Pflanzboden entsteht. In der Reihe setzt du die Akelei 25 cm auseinander. Zwischen den Reihen bleiben ebenfalls 25 cm. Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, rechnest du mit dem Beetplaner für deine Pflanzfläche aus.
Setz jede Jungpflanze so tief, wie sie im Topf stand, drück die Erde an und gieß gründlich an. Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend. Rechne dafür mit etwa 25 l/m² je Gießgang.
Akelei im Gefäß
Auch im Gefäß lässt sich Akelei halten. Die Biedermeier Mischung eignet sich für die GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen., ist aber nicht trockenheitstolerant. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bei torffreier Topferde prüfst du vor dem Gießen auch die unteren Schichten, denn eine trockene Oberfläche kann feuchte tiefere Schichten verdecken.
Nach dem Anwachsen: Pflege, Schutz und Vermehrung
Mit dem Auspflanzen ist die Anzucht geschafft. Die Grundlagen für alle Stauden, vom Rückschnitt bis zum Pflanzenschutz, bündelt der Stauden-Überblick. Für die Akelei gibt es dazu eigene Anleitungen.
Pflege und Rückschnitt
Nach der Blüte schneidest du Akelei zurück; wann und wie du Akelei schneidest, steht in einer eigenen Anleitung. Gießen, Düngen und Winterschutz behandelt die Pflege für reich blühende Akelei. Welche Arbeiten in welcher Jahreszeit anfallen, ordnet der Akelei-Kalender durchs Jahr.
Krankheiten und Schädlinge
Im Staudenbeet folgt der Pflanzenschutz der Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Ein Schneckenzaun schützt das Beet nur zuverlässig, wenn du innerhalb der Umzäunung weiter Schnecken absammelst; Weinbergschnecken stehen unter Schutz und werden nicht gezielt bekämpft. Die ganze Stufenfolge beschreibt der Stauden-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Selbstaussaat und Vermehrung
Die Akelei ist verwilderungsfähig und sät sich im Garten selbst aus. Willst du das bremsen, kann rechtzeitiges Entfernen verwelkter Blüten unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern; wie du Akelei über Selbstaussaat und Teilung vermehrst, zeigt die Anleitung dazu.
Akelei im Garten kombinieren
Akelei passt in naturnahe Gärten, Wildblumenwiesen und Staudenbeete und eignet sich zur Unterpflanzung von Rosen und Gehölzen. Für Schattenbeete zeigt eine eigene Übersicht, welche Akelei-Sorten sich für den Schatten eignen. Gruppen, Dichte und Kombinationen im Staudenbeet behandelt der Stauden-Überblick unter Gestalten und kombinieren.





