Blumen · Stauden & Ziergräser · Pflege

Bauernorchidee im Jahreslauf: Pflegekalender von der Vorkultur bis zur Samenernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Vorkultur im Haus: für 'Angel Wings' von Februar bis April, als allgemeiner Richtwert ab März.
  • Für 'Angel Wings' werden die Samen dünn bedeckt und keimen bei 18 bis 20 °C unter dunkler, belüfteter Abdeckung.
  • Ausgepflanzt wird erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, vorher etwa eine Woche abhärten.
  • Blütezeit von 'Angel Wings': Juni bis August; das Entfernen welker Blüten kann die weitere Blüte fördern.
  • Einjährig kultiviert: Nach der Saison wird abgeräumt, über den Winter lagert nur das Saatgut.
Rosa-weiße Bauernorchideenblüten mit gelben und dunklen Zeichnungen
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Die Bauernorchidee hat nur eine Saison. Sie wird einjährig kultiviert, deshalb hängt viel am richtigen Zeitpunkt: früh genug vorziehen, nicht zu früh auspflanzen und vor dem Abräumen Samen sammeln. Meinen Ablauf richte ich nach einer Frage aus, nämlich wann in meiner Gegend keine Frostgefahr mehr besteht. Der Kalender unten führt dich von der Vorkultur ab Februar bis zur Winterruhe, in der nur noch das Saatgut überdauert.

Wie läuft das Jahr einer Bauernorchidee ab?

Die Bauernorchidee (Schizanthus pinnatus) ist trotz ihres Namens keine Orchidee, sie gehört zu den Nachtschattengewächsen. Im Garten wird sie als einjährige Sommerblume gezogen, Aussaat, Blüte und Samenreife liegen also in einem Jahr. Wie sich Stauden, Zweijährige und Gräser in ihren Lebensläufen unterscheiden, zeigt das Kurzporträt im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.

Für die Sorte ‘Angel Wings’ ist die Vorkultur im Haus von Februar bis April angegeben. Als allgemeiner Richtwert gilt ein Start im März. Ausgepflanzt wird erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Die Blüte liegt bei ‘Angel Wings’ zwischen Juni und August. Daraus folgt: Wer schon im Februar sät, muss die Jungpflanzen länger hell und etwas kühler im Haus halten, bis draußen kein Frost mehr droht. Ich starte deshalb meist mit dem Richtwert März.

Die Tabelle zeigt jeden Arbeitsschritt mit seinem Termin. Wo kein Monat steht, entscheiden das Wetter oder der Zustand der Pflanze.

Wann Was Worauf du achtest
Februar bis April, Richtwert März Vorkultur im Haus Samen dünn mit Erde oder Vermiculit bedecken; für ‘Angel Wings’ dunkle, belüftete Abdeckung und 18 bis 20 °C
10 bis 20 Tage nach der Aussaat (‘Angel Wings’) Keimung Abdeckung beim ersten Keimling abnehmen, hell, aber vor praller Sonne geschützt aufstellen
nach den ersten Laubblättern Pikieren Jungpflanzen hell und etwas kühler weiterziehen
Frühjahr, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist Beet lockern mit Grabgabel oder Krail
vor dem Auspflanzen Abhärten etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz
sobald keine Frostgefahr mehr besteht Auspflanzen in Beet, Kübel oder Kasten Vorhersage beobachten, Vlies und Reservepflanzen bereithalten
Juni bis August (‘Angel Wings’) Blüte welke Blüten entfernen, morgens im Wurzelbereich gießen, auf Blattläuse und Spinnmilben achten
gegen Ende der Blüte Samen ernten an einigen Pflanzen Blüten ausreifen lassen
nach der Samenernte Abräumen kein Winterschutz, kein Winterquartier
Winterruhe Saatgut lagern, Reste prüfen kühl, dunkel, trocken; unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C; bei fraglicher Keimfähigkeit Keimprobe etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat
Passt dazu

Wenn du deine Termine lieber auf Papier planst, hilft dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.

Was ist von Februar bis April zu tun?

Vorkultur auf der Fensterbank

Für ‘Angel Wings’ liegt die Aussaat im Haus zwischen Februar und April, die Samen bedeckst du dünn mit Erde oder Vermiculit. Bis zur Keimung stehen sie unter einer dunklen, belüfteten Abdeckung, offen auf der Erde liegen bleiben sie also nicht. Wie du Bauernorchideen Schritt für Schritt aussäst, pikierst und abhärtest, zeigt die Aussaatanleitung.

Platz wählen und Beet lockern

Für die Sorte ‘Tinkerbell’ sind sonnige bis halbschattige Plätze mit normaler, durchlässiger Erde angegeben, Staunässe ist zu vermeiden. Im Frühjahr lockerst du das Beet erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Wie du Licht, Windschutz und Boden aufeinander abstimmst, liest du in den Hinweisen zum passenden Standort für Bauernorchideen.

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Wann dürfen die Jungpflanzen raus, und wie schützt du sie vor Spätfrost?

Ausgepflanzt wird die Bauernorchidee erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Ein festes Datum gibt es dafür nicht, den Tag bestimmt das Wetter in deiner Gegend in diesem Frühjahr. Vorher härtest du die Jungpflanzen etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab. Erst dann kommen sie ins Beet, in den Kübel oder in den Balkonkasten.

Auch am Auspflanztag behalte ich ein paar Jungpflanzen als Reserve im Topf. Kommt doch noch eine kalte Nacht, habe ich Ersatz zur Hand und muss nicht neu aussäen. In der Zeit nach dem Auspflanzen schaue ich abends auf die Vorhersage für die Nacht. Meldet sie Frost, lege ich Vlies über die jungen Pflanzen im Beet und nehme es am nächsten Vormittag wieder ab. Eine Garantie gegen Frostschäden ist das nicht. Kübel und Balkonkästen trage ich für diese Nacht ins Haus.

Nach einer kalten Nacht sehe ich mir zuerst die Triebspitzen an, bevor ich etwas unternehme oder nachpflanze. Gleichzeitig brauchen frisch bepflanzte Beete und Kübel bei Trockenheit mehr Aufmerksamkeit als gut eingewachsene Staudenpflanzungen. Gieß in dieser Phase deshalb nach Bedarf, ohne Staunässe zu erzeugen.

Häufiger Fehler

Den Auspflanztag einfach aus dem Vorjahr übernehmen. Maßgeblich ist, dass keine Frostgefahr mehr besteht, und das ergibt sich jedes Frühjahr neu aus dem Wetter.

Mini-Checkliste

Jungpflanzen etwa eine Woche abgehärtet. Vorhersage ohne Frost. Beet bei abgetrocknetem Boden gelockert. Gefäße mit freien Abzugslöchern. Vlies und ein paar Reservepflanzen griffbereit.

Was braucht die Bauernorchidee von Juni bis August?

Für ‘Angel Wings’ ist die Blüte von Juni bis August angegeben. In diesen Monaten geht es ums Gießen, ums Ausputzen und um einen regelmäßigen Blick auf Schädlinge.

Gießen und Düngen

Vom Auspflanzen bis zum Ende der Blüte gießt du vorzugsweise morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird. Die Düngermenge richtest du nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe und rechnest Nährstoffe aus Kompost mit ein. Wie du bedarfsgerecht gießt und düngst, erklärt der Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern in den Kapiteln Gießen und Düngen.

Verblühtes ausputzen

Während der Blüte entferne ich welke Blüten, denn bei vielen Sommerblumen kann Samenbildung weitere Blüten vermindern. Gegen Ende der Blütezeit höre ich damit an einigen Pflanzen auf, damit dort Samen reifen können. Wann und wie du Bauernorchideen ausputzt und zurückschneidest, zeigt die Schnittanleitung.

Blattläuse und Spinnmilben im Blick

Bei schwachem Blattlausbefall genügt an Zierpflanzen häufig, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Spinnmilben werden im Freiland besonders in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem, erwachsen sind sie nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß. Wie du vorbeugst, kontrollierst und mechanisch eingreifst, beschreibt der Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern im Kapitel Krankheiten und Schädlinge.

Im Kübel, Balkonkasten und in der Ampel

Die Sorte ‘Tinkerbell’ eignet sich für Beet und Topf, Gefäße bepflanzt du wie das Beet erst ohne Frostgefahr. Vor dem Befüllen prüfst du die Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Wie du Bauernorchideen auf dem Balkon in Kübel, Kasten und Ampel ziehst, zeigt der Balkonratgeber.

Was passiert nach der Blüte?

Samen sammeln

Gegen Ende der Blütezeit lasse ich die Samen an den stehen gelassenen Blüten ausreifen und sammle sie, sobald die Fruchtstände trocken sind. Bei Hybridsorten können die Nachkommen aus selbst geernteten samen.liveutlich von der Mutterpflanze abweichen. Mehr zu Samenernte und Lagerung steht im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern im Kapitel Schnittblumen und Saatgut.

Abräumen statt einwintern

Weil die Bauernorchidee einjährig kultiviert wird und nicht winterhart ist, braucht sie weder Winterschutz im Beet noch ein Winterquartier im Haus. Nach der Samenernte ziehe ich die Pflanzen aus Beet, Kübel und Kasten und räume die Stellen ab. Was beim Herbstputz sonst noch anfällt, beschreibt die Schnittanleitung für Bauernorchideen.

Was bleibt über den Winter?

Über den Winter überdauert von der Bauernorchidee nur das Saatgut. Ich fülle die trockenen Samen in Tütchen, beschrifte sie mit Sorte und Erntejahr und stelle sie in ein dicht schließendes Glas. Das Glas kommt an einen kühlen, dunklen und trockenen Ort. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Als Orientierung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen so etwa 3 Jahre keimfähig, eine Garantie für jede Art ist das nicht. Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe.

Im Winter plane ich auch den Platz für die nächste Saison. Dafür skizziere ich meine Beete im Beetplaner für Gartenbeete. Soll die Bauernorchidee in einen naturnahen Garten, lies vorher, wie sich Bauernorchideen in einen Naturgarten einfügen.

Marias Erfahrung

In ein Gartenheft trage ich Aussaattag, Auspflanztag und die letzte Frostwarnung des Frühjahrs ein. Im Winter lese ich nach, wie lange die Jungpflanzen auf der Fensterbank standen, und lege danach den nächsten Aussaattermin fest.

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Häufige Fragen

Was ist eine Bauernorchidee und gehört sie wirklich zu den Orchideen?
Nein, die Bauernorchidee (Schizanthus pinnatus) ist keine Orchidee, sie gehört zu den Nachtschattengewächsen. Im Garten wird sie als einjährige Sommerblume kultiviert. Du ziehst sie im Frühjahr vor, pflanzt sie erst ohne Frostgefahr aus und säst im nächsten Jahr neu.
Wann und wie erfolgt die Aussaat von Bauernorchideen richtig?
Für Schizanthus pinnatus 'Angel Wings' ist die Vorkultur im Haus von Februar bis April angegeben, als allgemeiner Richtwert gilt ein Start im März. Die Samen bedeckst du dünn mit Erde oder Vermiculit und stellst sie unter einer dunklen, belüfteten Abdeckung bei 18 bis 20 °C auf. Die Keimdauer liegt bei 10 bis 20 Tagen; beim ersten Keimling nimmst du die Abdeckung ab und ziehst die Jungpflanzen hell und etwas kühler weiter.
Welche Standortansprüche haben Bauernorchideen im Garten?
Für Schizanthus pinnatus 'Tinkerbell' sind sonnige bis halbschattige Standorte angegeben. Normale, durchlässige Erde reicht, Staunässe solltest du vermeiden. Länger anhaltende Staunässe kann im Wurzelbereich Sauerstoffmangel verursachen und Wurzel- und Stammgrundfäule begünstigen. Die Sorte eignet sich für Beet und Topf, Gefäße brauchen dabei freie Abzugslöcher.
Wie pikiert man Bauernorchideen-Sämlinge richtig?
Pikiert wird, sobald die Sämlinge ihre ersten Laubblätter gebildet haben. Dicht stehende Sämlinge hebst du mit einem Pikierstab heraus und hältst sie dabei an den Keimblättern, ohne zu ziehen. Danach stehen die Jungpflanzen hell und etwas kühler. Vor dem Auspflanzen härtest du sie etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab.
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