Blaukissen als Bodendecker: Polster gegen Unkraut und offenen Hangboden
- Blaukissen sind mehrjährige, winterharte Polsterstauden, etwa 10 bis 20 cm hoch, mit Blüte im April und Mai.
- Bewachsene Bodendeckerflächen schützen allgemein vor Erosion und hemmen den Unkrautaufwuchs.
- Bis Bodendecker eine geschlossene Fläche bilden, vergehen je nach Pflanzdichte etwa zwei bis vier Jahre.
- Je nach Saatgutmischung liegt der Pflanzabstand bei 20 bis 25 cm.
- In den Anfangsjahren Beikräuter rechtzeitig von Hand entfernen, eingewachsene Flächen nicht hacken.
- Sonniger Platz, gut durchlässiger und meist nährstoffarmer Boden; Kompost ist für die Polster nicht sinnvoll.

Offene Erde an einer sonnigen Böschung oder am Beetrand bleibt selten lange leer. BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. keimen, und Regen spült die Oberfläche ab. Blaukissen können solche Flächen schließen, weil ihre niedrigen Polster mit der Zeit zu einer zusammenhängenden Decke zusammenwachsen. Bis dahin vergehen allerdings mehrere Jahre, und in dieser Zeit entscheidet deine Pflege, ob am Ende Polster oder Beikräuter die Fläche besetzen. Ich plane eine Blaukissenfläche deshalb von Anfang an mit den Lücken der ersten Jahre, nicht nur mit der geschlossenen Fläche am Ende.
Blaukissen auf einen Blick
Blaukissen (Aubrieta) sind mehrjährige, winterharte PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. für sonnige Plätze. Für eine Bodendeckerfläche zählen vor allem Höhe, Abstand und die Zeit bis zum FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist..
| Merkmal | Was gilt |
|---|---|
| Wuchs | mehrjährige, winterharte Polsterstaude |
| Höhe | etwa 10 bis 20 cm |
| Blüte | April und Mai |
| Licht | sonnig |
| Boden | gut durchlässig, steinig, meist nährstoffarm |
| Pflanzabstand | 20 bis 25 cm je nach Saatgutmischung |
| Flächenschluss | bei BodendeckernBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. allgemein nach etwa zwei bis vier Jahren, je nach Pflanzdichte; keine feste Frist für Blaukissen |
| Rückschnitt | ab dem zweiten Jahr leicht nach der Blüte |
Als Saatgut gibt es Blaukissen zum Beispiel als Mischung ‚Superbissima‘. Lebensläufe, Gartennamen und die Grundlagen aller Stauden fasst der Überblick über Stauden und Ziergräser zusammen.
Warum Blaukissen als Bodendecker funktionieren
Ein Bodendecker wirkt über die bewachsene Fläche. Solche Flächen schützen allgemein vor Erosion und hemmen den Unkrautaufwuchs. Blaukissen bilden niedrige Polster, die bei passendem Abstand zu einer Decke zusammenwachsen. Sind die Polster ausgewachsen, spielen Beikräuter kaum noch eine Rolle.
Dabei passt nicht jeder Bodendecker auf jede Fläche. Kriechender Thymian eignet sich für sonnige, leichte Böden, Bodendeckerrosen brauchen dagegen nährstoffreiche Verhältnisse. Blaukissen gehören wie der Thymian auf die sonnige Seite, denn sie wollen einen durchlässigen, meist nährstoffarmen Boden. Auf einer schattigen, nährstoffreichen Fläche greifst du deshalb besser zu einem anderen Bodendecker.
Im Steingarten passen Schleifenblume, Polsterphlox und Silberwurz als Nachbarn, auch Blauschwingel gehört zu einer solchen Bepflanzung. Pflanzgemeinschaften mit ähnlichen Ansprüchen an Boden, Feuchte, Nährstoffe und Licht werden stabiler und pflegeleichter. Farben und Höhenstaffelung behandelt der Ratgeber, mit welchen Begleitpflanzen du Blaukissen kombinierst.
Bodendecker bilden je nach Pflanzdichte nach etwa zwei bis vier Jahren eine zusammengewachsene Fläche. Das ist ein allgemeiner Rahmen für Bodendecker, keine feste Frist für Blaukissen.
Halten Blaukissen Unkraut wirklich fern?
Die unkrauthemmende Wirkung kommt von der geschlossenen Fläche, nicht vom Pflanztag. Beikräuter verlieren erst bei ausgewachsenen Polstern an Bedeutung, und bis Bodendecker zusammenwachsen, vergehen je nach Pflanzdichte etwa zwei bis vier Jahre. In dieser Zeit übernimmst du die Arbeit, die später die Polster leisten.
Vor dem Pflanzen entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Bodenverdichtungen. Den Boden lockerst du dafür mit der Grabegabel und sammelst Rhizom- und Wurzelstücke sorgfältig heraus. In der jungen Pflanzung ziehst du Beikräuter und überzählige Sämlinge rechtzeitig, auch im Winter. Ich jäte zwischen den jungen Polstern von Hand, damit ich ihre Wurzeln nicht störe.
Zwischen eingewachsenen Polstern hacken. Hacken zerstört die obere Wurzelschicht und stört in Staudenmischpflanzungen den Flächenschluss, auf den du gerade hinarbeitest.
Ich lege im ersten Jahr neben jede Pflanzstelle einen flachen Stein, damit ich beim Jäten weiß, wo ein junges Polster sitzt.
Was leisten Blaukissen an Hang und Böschung?
An einer sonnigen Böschung mit durchlässigem, meist nährstoffarmem Boden finden Blaukissen ihre Standortbedingungen. Den Schutz vor Erosion liefert dort die bewachsene Fläche, also erst die zusammengewachsenen Polster. Je nach Saatgutmischung liegt der Pflanzabstand bei 20 bis 25 cm. Für die Mischung ‚Superbissima‘ gilt der untere Wert. Weil der Flächenschluss von der Pflanzdichte abhängt, setze ich die Polster am Hang an das dichtere Ende dieser Spanne.
Bis die Polster schließen, liegt Boden zwischen ihnen offen. Eine Mulchdecke hält dort die Bodenfeuchte länger und schützt die Oberfläche vor Verkrustung. Für nährstoffarme Staudenpflanzungen auf leichten Böden eignet sich mineralischer Mulch, weil organischer Mulch dort unerwünschte Nährstoffe zuführen kann.
sonniger Platz mit durchlässigem, meist nährstoffarmem Boden · Wurzelunkräuter samt Rhizomstücken vorher entfernt · Pflanzabstand nach Angabe der Mischung · Topfballen vor dem Pflanzen in Wasser getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen · offene Stellen mineralisch gemulcht · Beikräuter in den Anfangsjahren von Hand gezogen
Standort, Steingarten und Trockenmauer in Kürze
Blaukissen brauchen einen sonnigen Platz mit gut wasserdurchlässigem, meist nährstoffarmem Boden; lehmige Erde machst du mit Sand, Kies und Splitt durchlässiger. Neben Hang und Böschung passen sie in Steingärten, in Trockenmauern mit Fugen, Spalten und überhängenden Mauerkronen sowie als Beet- und Wegeinfassung. Licht, Boden und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. im Einzelnen erklärt der Ratgeber, wie du den richtigen Platz für Blaukissen findest.
Kann ich Blaukissen selbst aussäen?
Die Mischung ‚Superbissima‘ ziehst du von März bis Juni in Schalen vor, das Saatgut wird nur angedrückt und gleichmäßig feucht gehalten. Nach der Keimung pikierst du jeweils 3 bis 4 Sämlinge zusammen in einen Topf, ziehst sie hell und kühler weiter und pflanzt sie ab dem Frühsommer aus. Keimtemperatur, Zeitplan und Sämlingspflege beschreibt der Ratgeber, wie du Blaukissen aus Samen ziehst.
Wachsen Blaukissen auch im Topf?
Ja, die Mischungen ‚Superbissima‘ und ‚SPERLI’s Azurro‘ eignen sich auch für Gefäße. Für Steingartenpflanzen im Gefäß passt ein lockeres, nährstoffarmes Substrat, und der Topf braucht Abzugslöcher. Gefäßwahl, Gießen und Winterschutz erklärt der Ratgeber, was Blaukissen im Topf und im Balkonkasten brauchen.
Pflege in Kürze: schneiden, gießen, düngen
Ab dem zweiten Jahr schneidest du die Polster nach der Blüte leicht zurück. Welche Arbeiten von Frühjahr bis Winter dazukommen, zeigt die Übersicht, welche Pflegearbeiten bei Blaukissen über das Jahr anfallen.
Auch trockenheitsverträgliche Staudenpflanzungen gießt du in der Anwachsphase wiederholt und durchdringend, wenn die Trockenheit anhält. Das gilt in den ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. nach der Pflanzung. Je Gießgang rechnest du dann mit etwa 25 l/m².
Für Polsterstauden ist Kompost zur Bodenanreicherung nicht sinnvoll, und standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger. Zu viel Dünger kann bei Stauden nährstoffarmer Standorte untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Den Pflegeplan samt Winterschutz beschreibt der Ratgeber, wie du Blaukissen gießt, düngst und schneidest.
Wie vermehre ich Blaukissen?
Ältere Polster verjüngst du im Frühjahr durch Teilung. Jedes Teilstück braucht mindestens ein austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze, und ich setze die Stücke gern in Lücken der eigenen Fläche. Teilung, StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. und Aussaat im Vergleich beschreibt der Ratgeber, wie du Blaukissen vermehrst.
Was tun, wenn Blaukissen schwächeln?
Welkende Triebe können auf Wurzel- oder Stängelgrundfäulen hindeuten, deren Erreger bei anhaltender Bodenfeuchte und geringer Bodendurchlüftung günstige Bedingungen finden. Gegen Schnecken schützt ein Schneckenzaun nur, wenn du innerhalb der Umzäunung weiter absammelst, und Weinbergschnecken bekämpfst du nicht gezielt. Die Stufenfolge aus Vorbeugen, Kontrollieren und mechanischem Eingreifen steht im Stauden-Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.




