Mädchenauge länger blühen lassen: Ausputzen, Schnitt und Aussaat in Sätzen
- Verblühte Blüten regelmäßig abschneiden: Das kann neue Blüten anregen und die Selbstaussaat bremsen.
- Bei überwinterbaren Mädchenaugen kann ein bodentiefer Schnitt im frühen Herbst die Blüte verkürzen.
- Das einjährige Färber-Mädchenauge 'Bicolor' blüht von Juni bis September.
- 'Bicolor' in mehreren Sätzen zwischen April und Juni direkt säen, damit Pflanzen unterschiedlichen Alters im Beet stehen.
- Hohe, umknickende Mädchenaugen mit einem Bambusstab stützen oder die Triebe zusammenbinden.

Mitten im Sommer trägt das Mädchenauge plötzlich mehr braune Köpfe als frische Blüten. Lässt du sie stehen, reifen darin Samen, und der Nachschub an Knospen kann nachlassen. Ich gehe deshalb mit der Schere durchs Beet, sobald die ersten Blüten welken, und plane die Aussaat der einjährigen Sorten schon im Frühjahr in Sätzen. Hier zeige ich dir, wie du verblühte Blüten richtig abschneidest und wann ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. hilft oder die Blüte verkürzen kann. Danach geht es um die Aussaat in Sätzen und um Sorten, deren Blüte sich im Beet ablöst.
Verblühte Blüten abschneiden: wann und wie
In welken Köpfen reifen Samen heran. Bei vielen Sommerblumen und Stauden kann es weniger neue Blüten geben, sobald diese Samenbildung einsetzt. Entfernst du beim Mädchenauge die welken Köpfe regelmäßig, kann das neue Blüten anregen. Nebenbei bremst du die SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat., denn bei vielen Stauden lässt sie sich verhindern, wenn Verblühtes rechtzeitig verschwindet.
AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., im Englischen Deadheading, heißt: Du entfernst verwelkte Blüten laufend, bevor sie Samen ansetzen. Es ist kein Rückschnitt der ganzen Pflanze, sondern ein Handgriff an einzelnen Blüten oder Triebpartien.
Der richtige Moment
Schneide, sobald eine Blüte blass wird, ihre Blütenblätter hängen lässt oder vertrocknet. Warte nicht, bis sich in der Mitte ein fester Samenstand gebildet hat. Schau während der ganzen Blütezeit regelmäßig nach, nicht nur einmal im Hochsommer.
Der Handgriff
Ich nehme eine saubere, scharfe Schere und schneide den welken Kopf mit seinem Stiel bis zum nächsten Blatt oder zur nächsten Seitenknospe zurück. So bleiben keine kahlen Stielstummel im Beet stehen. Bei Sorten mit vielen kleinen Köpfen schneide ich nicht jede Blüte einzeln. Dort nehme ich ganze abgeblühte Triebpartien bis zu den nächsten Knospen zurück.
Ist die Schere sauber und scharf? Sind die welken Köpfe samt Stiel bis zum nächsten Blatt oder zur nächsten Knospe abgeschnitten? Hast du bei vielköpfigen Sorten ganze abgeblühte Partien zurückgenommen? Stehen Köpfe nur noch dort, wo du Samen ernten willst?
Schnitt für die Vase und Samen für das nächste Jahr
Auch der Strauß gehört zum Ausputzen. Das Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ eignet sich als Schnittblume, und jeder Stiel in der Vase kann im Beet keine Samen mehr ansetzen. Schneide dafür morgens oder abends, nicht in der Mittagshitze.
Willst du eigene Samen, lässt du ausgewählte BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. bis zur Reife stehen und erntest sie bei trockenem Wetter. Danach trocknest du sie nach und lagerst sie kühl, dunkel und trocken. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen deutlich anders aussehen als die Mutterpflanze.
Ich putze meine Mädchenaugen bis zum Ende der Saison aus und lasse nur an einer Beetecke ein paar Köpfe von ‘Bicolor’ ausreifen. Die ernte ich an einem trockenen Tag, lasse sie auf Papier nachtrocknen und beschrifte die Tüte sofort.
Rückschnitt: Nachblüte im Sommer, Vorsicht im Herbst
Beim Rückschnitt unterscheide ich zwei Zeitpunkte, weil sie Unterschiedliches bewirken.
Nach dem ersten Flor: abgeblühte Triebe zurücknehmen
Ist der erste große Flor vorbei, nehme ich abgeblühte Triebe bis zu den nächsten gesunden Blättern oder Knospen zurück. Orientiere dich dabei an den Knospen, nicht an einer festen Höhe. Von anderen Stauden kennt man den Effekt: Bei der Witwenblume ‘Red Knight’ kann ein leichter Rückschnitt nach der ersten Blüte einen zweiten Flor fördern. Gartenrittersporn kann nach einem kräftigen Rückschnitt nach der Blüte neu austreiben und ein weiteres Mal blühen. Am Mädchenauge putze ich nach diesem Schnitt weiter aus und beobachte, was nachkommt.
Im frühen Herbst: kein bodentiefer Schnitt, wenn du Blüten willst
Bei überwinterbaren Mädchenaugen kann ein Schnitt bis zum Boden im frühen Herbst die Blüte verkürzen. Zugleich kann er die Ausbildung einer Blattrosette fördern. Daraus folgt eine Wahl: Willst du die letzten Blüten mitnehmen, putzt du weiter aus und verzichtest auf den frühen Kahlschnitt. Ist dir die Blattrosette vor dem Winter wichtiger, nimmst du dafür ein früheres Blühende in Kauf.
Beim einjährigen ‘Bicolor’ stellt sich diese Frage nicht. Es wird jedes Jahr neu gesät, also putzt du es bis zum Schluss aus.
„Ein kräftiger Schnitt im Herbst verlängert die Blüte.“ Bei überwinterbaren Mädchenaugen kann ein bodentiefer Schnitt im frühen Herbst die Blüte im Gegenteil verkürzen. Neue Blüten kann im Sommer das Ausputzen anregen, nicht der Kahlschnitt im Herbst.
Pinzieren: buschiger, aber womöglich später
Pinzieren heißt, die Triebspitze einer Jungpflanze mit Daumen und Zeigefinger auszukneifen. Bei Landnelken im Topf fördert dieses Stutzen einen gedrungenen, dicht verzweigten Wuchs, verlängert aber die Kulturzeit. Auch bei vorgezogenen Kletterpflanzen kann gelegentliches Stutzen den Wuchs dichter und stärker verzweigt machen. Beim Mädchenauge ist das eine Abwägung, die du im eigenen Beet prüfst: Mehr Verzweigung kann mehr Blütenstiele bringen, der erste Flor kann aber später kommen.
Ich kneife deshalb nur einen Teil der Jungpflanzen, solange sie noch keine Knospen zeigen, und lasse die anderen ungestört wachsen. So habe ich den direkten Vergleich im Beet. Starten die gekniffenen tatsächlich später, verteilen sie den Blühbeginn zusätzlich.
Hohe Mädchenaugen, die zum Umknicken neigen, stützt du mit einem Bambusstab, oder du bindest ihre Triebe zusammen. ‘Bicolor’ wird etwa 60 bis 80 cm hoch, bei ihm stecke ich den Stab schon beim Pflanzen mit.
Gestaffelte Aussaat mit dem einjährigen Färber-Mädchenauge
Für die Aussaat in Sätzen eignet sich das Färber-Mädchenauge Coreopsis tinctoria, etwa die Sorte ‘Bicolor’. Es ist einjährig und blüht von Juni bis September. Weil sein Aussaatfenster mehrere Monate umfasst, musst du nicht alles an einem Tag säen.
Ich ziehe einen ersten Satz ab März in Schalen vor. Danach säe ich direkt ins Beet, verteilt auf mehrere Termine zwischen April und Juni. So stehen Pflanzen unterschiedlichen Alters nebeneinander, und die später gesäten können nachrücken, wenn die ersten nachlassen. Ein weiteres Fenster für die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. liegt im September.
| Merkmal | Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ |
|---|---|
| Lebensdauer | einjährig |
| Vorkultur | ab März in Schalen |
| Direktsaat | April bis Juni sowie September |
| Saattiefe | etwa 0 bis 0,5 cm, nur dünn mit Erde bedecken |
| Keimung | bei 15 bis 20 °C innerhalb von 7 bis 14 Tagen |
| Abstand | etwa 20 cm Pflanzabstand; Direktsaaten darauf vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe., hohe Pflanzen bei Bedarf an einen Stab binden |
| Wuchshöhe | etwa 60 bis 80 cm |
| Blüte | Juni bis September |
Bis zur Keimung hältst du die Saat ständig ausreichend feucht. Vorgezogene Jungpflanzen härtest du vor dem Auspflanzen etwa eine Woche an einem hellen, aber schattigen und windgeschützten Platz ab. Die Termine für Vorkultur und Sätze trage ich in den druckbaren Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser ein, damit kein Satz untergeht.
Die Saat zu tief einarbeiten. Das Färber-Mädchenauge bedeckst du nur dünn mit Erde und hältst die Fläche bis zur Keimung gleichmäßig feucht.
Sorten nach Blühzeitpunkt kombinieren
Mehr Spielraum hast du, wenn du ein- und mehrjährige Mädchenaugen mischst. Die mehrjährigen bilden den festen Bestand im Beet. Coreopsis grandiflora wird als mehrjähriges Mädchenauge angeboten, ist genau genommen aber zwei- bis mehrjährig. Ihre Sorte ‘Sunfire’ trägt goldgelbe Blüten mit einem tiefroten Fleck. Coreopsis verticillata ‘Zagreb’ bleibt mit etwa 30 cm niedrig und gehört deshalb nach vorn.
Wann eine Staudensorte zu blühen beginnt, liest du auf ihrem Etikett ab. Danach sortierst du deine Auswahl in früh, mittel und spät und pflanzt so, dass sich die Blühzeiten ablösen. Das einjährige ‘Bicolor’ ergänzt diesen Bestand mit seiner Blüte von Juni bis September und lässt sich in freie Stellen säen.
Eine artenreiche Staudenpflanzung mit unterschiedlichen Blütezeiten verlängert zugleich das Blütenangebot für Insekten. ‘Pink Lady’ gehörte in einer Gartenleistungsprüfung zu den Mädchenauge-Sorten, die Wildbienen bevorzugt anflogen. Die Blüten von ‘Roulette’ bieten Nektar für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Stark gefüllte Blüten meidest du, wenn dir Insekten wichtig sind, denn sie bieten häufig wenig oder gar keine Nahrung.
Welche Arten und Sorten es nach Farbe, Blütenform und Wuchshöhe gibt, zeigt der Überblick zur Arten- und Sortenvielfalt beim Mädchenauge.
Standort, Pflege und Winter in Kürze
Das Mädchenauge will volle Sonne und einen durchlässigen, leicht lehmigen, nährstoffreichen Boden, in dem sich kein Wasser staut. Es verträgt Trockenheit, in längeren Trockenphasen gießt du trotzdem. Wie du Boden, Gießen, Düngen und Winterschutz im Einzelnen angehst, steht bei Standort, Boden und Pflege des Mädchenauges im Detail.
Zur Nährstoffversorgung kann das Mädchenauge einen LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. bekommen. Übertreib es nicht mit Stickstoff, denn mastig gewachsene, überdüngte Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Wie viel dein Boden schon liefert, klärt eine Bodenuntersuchung.
Ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung können Echtem Mehltau vorbeugen. Bei schwachem Blattlausbefall reicht an Zierpflanzen häufig ein Wasserstrahl, der die Läuse abspült. Die Stufenfolge aus Vorbeugen, Kontrollieren und Absammeln beschreibt der Staudenratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Im Beet dürfen abgestorbene Stängel überwinterbarer Mädchenaugen als natürlicher Winterschutz stehen bleiben, bis du sie im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr zurückschneidest. Steht ein überwinterbares Mädchenauge im Kübel, umwickelst du das Gefäß mit Vlies, rückst es an eine schützende Hauswand und gießt an frostfreien Tagen mäßig. Schnitthöhe, Winterstängel und Mulch für alle Stauden findest du im Staudenratgeber unter Pflege im Jahreslauf mit Rückschnitt, Winter und Mulch.
Mädchenauge im Staudenbeet, Kübel und Bauerngarten
In Staudenmischungen bekommt das Mädchenauge Partner mit ähnlichen Ansprüchen an Boden, Feuchte und Licht. Der Veitshöchheimer Pflanzplan Blütenzauber setzt Coreopsis verticillata ‘Zagreb’ zusammen mit Katzenminze, Steppensalbei und Fetthenne ein. Das Kleine Mädchenauge passt mit Blau- oder Schafschwingel in einen durchlässigen Steingarten, und die Verteilung im Beet kannst du vorab im Beetplaner skizzieren.
Im Kübel kommt es auf Gefäß, Erde und Überwinterung an; wie du Mädchenauge in Kübel und Balkonkasten ziehst, steht in einem eigenen Ratgeber. Für ländliche Beete findest du Ideen, mit welchen Bauerngartenpflanzen du das Mädchenauge kombinierst.




