Steinkraut im Naturgarten: Wirkung, Einsatz und passende Partner
- Steinkraut meint hier den Duft-Steinrich, Lobularia maritima, der meist einjährig gezogen wird.
- Er wird 10 bis 20 cm hoch, duftet und blüht von Juni bis Oktober.
- In Versuchen mit Mischanbau nutzten Schwebfliegen den Nektar seiner Blüten.
- Als Lichtkeimer wird er von April bis Juni direkt gesät und nur angedrückt.
- Winterhart ist er nicht, deshalb säst du neu oder lässt Selbstaussaat zu.
- Nicht stark düngen, denn sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten.
- Steinkraut ist eine Zierpflanze und keine Medizin.

Steinkraut bewirkt im Naturgarten dreierlei: Es duftet, seine Blüten liefern Nektar, und seine niedrigen Polster füllen Lücken vorne im Beet. Es blüht von Juni bis Oktober und übernimmt damit die Beetkante, wenn Blaukissen und Immergrüne Schleifenblume verblüht sind. Ich säe es deshalb an die Kante, an der im Frühjahr die PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. blühen. Wer es dort wie eine winterharte Staude einplant, kann im nächsten Frühjahr allerdings vor einer Lücke stehen, denn als winterhart gilt es nicht.
Gemeint ist hier der Duft-Steinrich, botanisch Lobularia maritima. In Empfehlungen für den Steingarten liefert Steinkraut dagegen gelbe Blüten als Kontrast zu violetten Blaukissen. Ob dieselbe Pflanze gemeint ist, erkennst du sicher nur am botanischen Namen auf Tüte oder Etikett.
Steinkraut im Steckbrief
Der Duft-Steinrich ist botanisch einjährig oder kurzlebig mehrjährig. Im Garten wird er meist einjährig gezogen, weil er bei mehrjähriger Kultur rasch seinen kompakten Wuchs verliert. Die Wildform ist im Mittelmeerraum zu Hause. Wie du Herkunft, Lebensläufe und Gartennamen einordnest, erklärt das Kurzporträt im Ratgeber für Stauden und Ziergräser.
| Merkmal | Duft-Steinrich (Lobularia maritima) |
|---|---|
| Lebensform | einjährig oder kurzlebig mehrjährig, meist einjährig gezogen |
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Wuchsbreite | 10 bis 30 cm |
| Blütezeit | Juni bis Oktober |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Duft | duftend |
| Keimung | Lichtkeimer |
| Verwendung | Beet- und Balkonpflanze, auch für Topf, Kübel und Hochbeet |
| Schnittblume | nicht als Schnittblume eingestuft |
„Steinkraut ist in milden Lagen winterhart und kommt mit Reisig abgedeckt durch den Winter.“ Als winterhart gilt der Duft-Steinrich nicht. Hält eine Pflanze doch länger durch, verliert sie bei mehrjähriger Kultur rasch ihren kompakten Wuchs. Plane Steinkraut deshalb wie eine Einjährige und sorge über Aussaat oder Selbstaussaat für Nachwuchs.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist leichter, mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Bei mehrjähriger Kultur verliert die Pflanze rasch ihren kompakten Wuchs und wird deshalb meist einjährig gezogen. Am geeigneten Standort kann sie sich selbst aussäen.
- Düngung
Nicht stark düngen: Sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten. Nach sommerlicher Hitzepause kann eine leichte Düngung zusammen mit Wässern und leichtem Rückschnitt die Erholung bei kühlerem Wetter unterstützen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig oder kurzlebig mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Steinkraut-Wirkung: Was bringt die Pflanze im Naturgarten?
Die Wirkung von Steinkraut zeigt sich im Garten an drei Stellen: bei den Blütenbesuchern, im Blühkalender der Beetkante und am Boden.
Steinkraut ist eine Zierpflanze und keine Medizin. Was Pflanzen an Heilkräften nachgesagt wird, ersetzt keinen ärztlichen Rat. Iss nichts aus dem Garten, das du nicht sicher als essbar bestimmt hast.
Welche Insekten nutzen die Blüten?
Steinkraut duftet, und seine Blüten bieten Nektar. In Versuchen mit Mischanbau, bei denen es zwischen anderen Kulturen wuchs, nutzten Schwebfliegen diesen Nektar. Für Bienen gilt allgemein: Nektar liefert ihnen Energie, Pollen dient als Aufbaunahrung. Welche Besucher in deinem Garten kommen, zeigt dir nur das eigene Hinschauen.
Ich führe ein kleines Heft für die Beetkante. An warmen Tagen setze ich mich eine Weile neben Steinkraut, Blaukissen und Schafgarbe und notiere, wer an den Blüten sitzt.
Warum ist die Blüte von Juni bis Oktober wertvoll?
Blaukissen und Immergrüne Schleifenblume blühen im April und Mai. Das Steinkraut folgt von Juni bis Oktober. Setzt du sie an dieselbe Kante, löst das Steinkraut die Frühjahrspolster ab, und die Kante bietet von April bis Oktober Blüten. Ein zeitlich gestaffeltes Angebot aus Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblühern verlängert die Zeit, in der Insekten Nahrung finden. In sommerlicher Hitze kann Steinkraut allerdings eine Pause einlegen und sich bei kühlerem Wetter wieder erholen.
Hält Steinkraut den Boden bedeckt?
Bewachsene Bodendeckerflächen schützen allgemein vor Erosion und hemmen den Unkrautaufwuchs. Steinkraut übernimmt diese Aufgabe als niedriges Polster an offenen Stellen, allerdings meist nur für eine Saison. Eine mehrjährige Polsterstaude deckt dieselbe Stelle dagegen dauerhaft. Für Steinkraut planst du deshalb jedes Jahr eine neue Aussaat ein oder lässt Samenstände für die Selbstaussaat stehen.
Welche Steinkraut-Sorten passen in den Naturgarten?
Steinkraut gibt es in Sorten mit weißen, rosa oder violetten Blüten. Für den Naturgarten zählt zuerst die Blütenform. Stark gefüllte Blüten bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung. Wähle deshalb ungefüllte Sorten, an deren Blüten Insekten herankommen.
Bei der Höhe gibt die Art den Rahmen vor, sie bleibt mit 10 bis 20 cm niedrig. Wie hoch und breit deine Sorte wird, steht auf der Saatguttüte, und danach planst du Kante oder Kasten.
Beim eigenen Saatgut kommt es auf die Sortenbezeichnung an. Nachkommen aus selbst geernteten Samen von Hybridsorten können deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Da du Steinkraut ohnehin jedes Jahr neu ziehst, kannst du eine Hybridsorte über eigene Samen nicht sicher erhalten. Willst du selbst ernten, greif zu Sorten, die nicht als Hybride angeboten werden.
Welche Sorten du für einen langen Flor kombinierst, gehört zur Frage, wie du Steinkraut länger zum Blühen bringst.
Wo setzt du Steinkraut im Naturgarten ein?
Steinkraut ist als Beet- und Balkonpflanze eingeordnet und wächst auch in Topf, Kübel und Hochbeet. Im Naturgarten bieten sich mehrere Plätze an, die sich gut miteinander verbinden lassen.
Vorne an der Beetkante
In einseitig betrachteten Staudenbeeten stehen höhere LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden. hinten und niedrige Bodendecker vorne. Mit seiner geringen Wuchshöhe gehört Steinkraut in die vorderste Reihe. In der Reihe stehen die Pflanzen 10 bis 20 cm auseinander. Zur nächsten Reihe hältst du 10 bis 25 cm Abstand, das Polster wächst frei und braucht keine Stütze. Wie die Kante mit den Stauden dahinter zusammenspielt, kannst du vorab im Beetplaner skizzieren.
Im Steingarten nach den Frühjahrspolstern
Steingartenpflanzen wie Blaukissen wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden. Blaukissen, Schleifenblume und Polsterphlox gelten dort als passende Polsterstauden für die Frühjahrsblüte. Steinkraut schließt im Sommer an, braucht aber mehr Feuchte als manche seiner Nachbarn. Welche Stellen sich dafür eignen, steht weiter unten bei den BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst..
Zwischen Gemüse in der Mischkultur
In Versuchen mit Mischanbau stand Steinkraut zwischen anderen Kulturen, und Schwebfliegen holten sich dort Nektar. Am Rand von Gemüsereihen bringt es deshalb Blüten ins Gemüsebeet. Mischkultur kann das Gartenleben unterstützen, sie garantiert aber nichts. Für die Gemüsereihen daneben prüfst du, welche Kulturen in Mischkultur zueinander passen.
In Topf, Kasten und Hochbeet
Für Gefäße ist Steinkraut ausdrücklich geeignet. Prüfe vor dem Befüllen, ob Abzugslöcher vorhanden sind, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Ein größeres Erdvolumen speichert mehr Wasser und verlängert die Abstände zwischen den Wassergaben. Gegossen wird, wenn die obere Erdschicht 1 bis 2 cm tief abgetrocknet ist. Weil sehr nährstoffreiche Erde Laub statt Blüten fördert, düngst du Steinkraut auch im Kasten nicht stark.
Nistplätze gehören dazu
Blüten allein genügen Wildbienen nicht. Je nach Art brauchen sie offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen, Hohlräume oder Pflanzenstängel zum Nisten. Offene sandige Stellen, Totholz sowie Stein- und Holzhaufen ergänzen eine Steinkraut-Kante deshalb um Brut- und Rückzugsräume.
Welche Begleitpflanzen passen zu Steinkraut?
Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Steinkraut mag Sonne und leichten, gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Boden. Eingestuft ist es aber als Pflanze für feuchten Boden, ein Trockenspezialist ist es also nicht. Lavendel teilt den Wunsch nach Sonne und gutem Wasserabzug, braucht aber einen trockenen, mageren und luftigen Standort. In einer gemeinsamen Pflanzung bekommt der Lavendel deshalb die trockenste Stelle und das Steinkraut die Bereiche, in denen sich die Feuchte länger hält.
| Pflanze | Höhe | Blüte |
|---|---|---|
| Steinkraut (Duft-Steinrich) | 10 bis 20 cm | Juni bis Oktober |
| Blaukissen ‚Superbissima Mischung‘ | etwa 10 bis 20 cm | April und Mai |
| Immergrüne Schleifenblume | polsterförmiger HalbstrauchEin Halbstrauch ist eine ausdauernde Pflanze, die unten verholzt, während die Triebe des laufenden Jahres krautig und grün bleiben. Er steht zwischen Staude und Gehölz; Beispiele sind Lavendel, Salbei und Thymian. | April und Mai |
| Polsterphlox, Subulata-Gruppe | etwa 5 bis 15 cm | späteres Frühjahr |
| Gewöhnliche Schafgarbe | 60 cm | Juni bis Oktober |
| Echtes Leinkraut | 20 bis 75 cm | Juni bis Oktober |
| Blauschwingel, blaulaubige Sorten | Laub etwa 10 bis 15 cm, Blütenstände etwa 20 bis 30 cm | keine Angabe |
Frühjahrspolster, die Steinkraut ablöst
Blaukissen gelten als mehrjährige, winterharte Polsterstauden für sonnige Steingärten, Trockenmauern sowie Beet- und Wegeinfassungen. Die Immergrüne Schleifenblume wächst sonnig auf durchlässigem, trockenem bis frischem Boden und trägt weiße Blüten. Sie passt an Trockenmauern, auf Kiesflächen und an Beeteinfassungen. Die Sorte ‚Appen-Etz‘ bietet Wildbienen mit ihrer frühen Blüte Nahrung. Polsterphloxe der Subulata-Gruppe bilden je nach Sorte weiße, rosafarbene oder violette Blütenpolster.
Heimische Partner für Insekten
Die Gewöhnliche Schafgarbe ist in Deutschland einheimisch und blüht zur selben Zeit wie Steinkraut. In einer Untersuchung im Stadtgrün besuchten Fliegen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Wildbienen ihre Blüten. Sie gehört hinter das Steinkraut. Behalte die Wildart im Blick, denn sie kann sich in Beeträndern stark ausbreiten.
Echtes Leinkraut wächst sonnig auf lehmigem Boden, und seine Blüten nutzen insbesondere Hummeln. Es breitet sich über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. aus und braucht deshalb Platz. Passende Nachbarn und Gartenbereiche zeigt der Ratgeber dazu, mit welchen Pflanzen sich Leinkraut kombinieren lässt.
Die Kartäuser-Nelke wächst auf warmen, kalkreichen und nährstoffarmen HalbtrockenrasenEin Halbtrockenrasen ist eine spezielle Form des Magerrasens auf ungedüngten Standorten. Er bleibt nur durch Mahd oder Beweidung offen, sonst würde dort Wald wachsen, und ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. und gehört an den mageren Rand der Pflanzung. Ihren tief liegenden Nektar erreichen Schmetterlinge mit langem Saugrüssel. Außerdem dient sie heimischen Faltern als Raupenfutterpflanze.
Gräser und Matten für Struktur
Blaulaubige Blauschwingel-Sorten bilden Laubpolster für warme, eher trockene und durchlässige Standorte. Blauschwingel reagiert empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchte, deshalb setzt du ihn an den trockeneren Rand und nicht in die feuchteren Steinkraut-Stellen. Der Sand-Thymian ‚Coccineum‘ bildet flache Matten mit purpurroten Blüten. Kriechender Thymian eignet sich für sonnige, leichte Böden und teilt damit die Licht- und Bodenvorlieben des Steinkrauts.
Steinkraut aussäen und vermehren
Weil du Steinkraut meist einjährig ziehst, vermehrst du es über Samen. Du kannst direkt am endgültigen Standort säen.
| Aussaat auf einen Blick | Wert |
|---|---|
| Kulturbeginn | März bis Mai |
| Aussaatzeit | April bis Juni |
| Keimverhalten | Lichtkeimer |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm |
| Keimtemperatur | untere Grenze 16 bis 18 °C, obere Grenze 18 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Abstand in der Reihe | 10 bis 20 cm |
| Reihenabstand | 10 bis 25 cm |
| Kulturdauer | 84 bis 140 Tage |
Direkt ins Beet säen
Gesät wird von April bis Juni an den Platz, an dem Steinkraut blühen soll. Als Lichtkeimer bleiben die Samen an der Oberfläche und werden nur angedrückt. Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung muss die Erde ständig ausreichend feucht bleiben. Ich drücke die Saat mit einem Brettchen an und überbrause die Fläche mit einer feinen Brause, damit die Samen liegen bleiben. Stehen die Sämlinge zu dicht, vereinzelst du sie auf den Abstand aus der Tabelle.
Die Samen in eine Rille legen und zuharken. Steinkraut keimt im Licht, deshalb bleibt die Saattiefe bei 0 bis 0,5 cm.
Die Saattermine fürs Staudenbeet behältst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick.
Auf der Fensterbank vorziehen
Die Kultur kann schon im März beginnen. Für Schalen und kleine Töpfe eignet sich salzarme Aussaaterde, aus der überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Eine Abdeckung nimmst du beim ersten Keimling ab und stellst die jungen Pflanzen hell, aber vor praller Sonne geschützt auf. Dicht stehende Sämlinge vereinzelst du nach den ersten Laubblättern mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch., ohne an den Keimblättern zu ziehen. Vor dem Auspflanzen härtest du sie etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab.
Selbstaussaat zulassen oder bremsen
Am geeigneten Standort kann sich Steinkraut selbst aussäen, wenn Blütenstände bis zur Samenreife stehen bleiben. Bei vielen Sommerblumen kann die Samenbildung jedoch weitere Blüten vermindern. Umgekehrt kann rechtzeitiges Entfernen verwelkter Blüten unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Nachwuchs und Nachblüte ziehen also in verschiedene Richtungen, und wer beides will, teilt die Fläche auf. Ich lasse an einer Beetecke einige Blütenstände stehen und putze den Rest aus. Sämlinge aus Hybridsorten können dabei anders aussehen als die Mutterpflanze.
Samen ernten und lagern
Für die eigene Ernte bleiben ausgewählte Blütenstände bis zur Samenreife stehen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind und sich leicht aus ihrer Hülle lösen. Das Lagerverhalten der Steinkraut-Samen gilt als orthodox, sie lassen sich also getrocknet aufbewahren. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Bei kühler, dunkler und trockener Lagerung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen als allgemeine Orientierung etwa 3 Jahre keimfähig, eine Garantie für jede Art ist das nicht. Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe.
- Blütenstände bis zur Samenreife stehen lassen
- bei trockenem Wetter ernten
- Samen auf Papier nachtrocknen
- Tüte mit Namen und Erntejahr beschriften
- kühl, dunkel und trocken lagern
Teilen spielt beim meist einjährig gezogenen Steinkraut kaum eine Rolle. Wie Teilen und krautige Stecklinge bei Stauden grundsätzlich ablaufen, beschreibt der Abschnitt Teilen, Stecklinge und Selbstaussaat im Ratgeber für Stauden und Ziergräser.
Standort, Boden und Gießen in Kürze
Steinkraut wächst sonnig bis halbschattig. Geeignet sind volle Sonne und leichter, mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden; Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden mit saurem bis alkalischem pH-Wert kommen infrage. Licht, pH-Zielbereiche und das Sandbeet erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber für Stauden und Ziergräser.
Gegossen wird bei Bedarf durchdringend, bevor der Boden auch im Untergrund ganz austrocknet, am besten morgens direkt an die Wurzeln. Warum frisch gesetzte Pflanzen in der Anwachszeit mehr Wasser brauchen, steht im Abschnitt Gießen desselben Ratgebers.
Pflege in Kürze
Dünge Steinkraut nicht stark, denn sehr nährstoffreicher Boden fördert Laub statt Blüten. Nach einer sommerlichen Hitzepause kann eine leichte Düngung zusammen mit Wässern und einem leichten Rückschnitt die Erholung bei kühlerem Wetter unterstützen. Wann und wie du im Frühjahr, nach der Hauptblüte und im Herbst schneidest, erklärt die Anleitung zum Steinkraut-Schnitt für kompakten Wuchs und Nachblüte. Ausputzen und weitere Maßnahmen für einen langen Flor beschreibt der Ratgeber zur längeren Blüte des Steinkrauts.





