Kornrade und Biodiversität: Warum das Ackerwildkraut gefährdet ist und wie Schutzäcker es erhalten
- Einjähriges Ackerwildkraut mit purpurrosa, fein dunkel geaderten Blüten im Juni und Juli.
- Die Rote Liste Deutschlands führt die Kornrade in Kategorie 2; gesetzlich besonders geschützt ist sie nicht.
- Intensive Saatgutreinigung und Herbizide verdrängten sie aus vielen Getreidefeldern.
- Ihre Samen bleiben im Boden nur wenige Monate keimfähig, deshalb braucht sie regelmäßig bearbeiteten, offenen Boden.
- Ihre Stieltellerblüten bieten vor allem Tagfaltern Nektar.
- Die Pflanze gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere und ist weder Futter noch Nahrung.

Eine Kornrade ist schnell gesät. Dem Ackerwildkraut hilft das aber nur, wenn du weißt, was ihm auf den Feldern fehlt: offener, regelmäßig bearbeiteter Boden, auf dem seine Samen keimen können. Im Boden bleiben diese Samen nämlich nur wenige Monate keimfähig. Ich säe meine Kornraden deshalb in einen eigenen Streifen am Beetrand, lockere ihn vor jeder Aussaat und halte ihn getrennt von Gemüse und Kräutern. Hier liest du, warum die Kornrade aus vielen Getreidefeldern verschwand, welche Insekten ihre Blüten nutzen und wie Schutzäcker, Blühstreifen und Saatgutbanken sie erhalten.
Was ist die Kornrade?
Die Kornrade, botanisch Agrostemma githago, ist eine einjährige krautige Pflanze und ein Begleiter des Getreides. Ihre Stieltellerblüten sind purpurrosa und von feinen dunklen Adern durchzogen. Sie blüht im Juni und Juli und erreicht eine Wuchshöhe von 80 cm. Keimt sie im Herbst, überwintert sie als bodennahe Rosette. Ihre Samenkapseln öffnen sich erst, wenn sie vollständig getrocknet sind, oder sie brechen beim Dreschen auf.
| Merkmal | Kornrade (Agrostemma githago) |
|---|---|
| Lebensform | einjährig, krautig |
| Blüte | Stieltellerblüte, purpurrosa mit feinen dunklen Adern |
| Blütezeit | Juni bis Juli |
| Wuchshöhe | 80 cm |
| Samen | orthodox, im Boden nur wenige Monate keimfähig |
| Rote Liste Deutschland | Kategorie 2 |
| Gesetzlich besonders geschützt | nein |
| Giftigkeit | giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere (Einstufung von NC State) |
Was einjährige Wildblumen in Lebenslauf, Wuchshöhe und Pflegezeit von zweijährigen und ausdauernden Arten unterscheidet, erklärt das Kurzporträt in unseren Wildblumen-Grundlagen. Hier geht es um die Kornrade als Ackerwildkraut und um das, was sie erhält.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Bevorzugt volle Sonne.
- Bodenart
Lehmige oder sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure bis neutrale Böden sind geeignet, ebenso Böden mit pH 6–8.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, frischer Boden; zeitweilige Trockenheit wird vertragen.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich als Zierpflanze an Beeträndern von Bauern- oder Schnittblumengärten; nicht als Futter- oder Nahrungspflanze einsetzen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht bedecken.
Pflege
- Pflege
Reiche Samenbildung und schnelle Ausbreitung beachten; auf Mehltau achten.
- Düngung
Kornrade auf nährstoffarmem, gut durchlässigem Gartenboden nicht zusätzlich düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze dient als Zierpflanze und ist für Menschen, Vögel und Nutztiere giftig.
Warum ist die Kornrade gefährdet?
Die Rote Liste Deutschlands führt die Kornrade in Kategorie 2, also als stark gefährdet. Gesetzlich besonders geschützt ist sie dagegen nicht. Hinter ihrem Rückgang stehen ihre Geschichte als Unkraut und die Art, wie Getreide heute angebaut und gereinigt wird.
Früher ein gefürchtetes Unkraut im Getreide
Kornradensamen gelangten früher mit dem Wintergetreide bis ins Brotmehl. Das machte die Pflanze zu einem gefürchteten Ackerunkraut. Ihre Kapseln öffnen sich erst bei vollständiger Trocknung oder brechen beim Dreschen auf. Deshalb landeten die Samen mit dem Korn in der Ernte und von dort im Mehl.
Die Kulturgeschichte der Pflanze und die Mythen um Giftigkeit, schwierigen Anbau und SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. findest du im Beitrag darüber, wie die Kornrade vom gefürchteten Ackerunkraut zur gefährdeten Wildblume wurde.
Saatgutreinigung, Herbizide und kurzlebige Samen
Intensive Saatgutreinigung und der Einsatz von Herbiziden haben die Kornrade aus vielen Getreidefeldern verdrängt. Bei der Kornblume, die sich als Kulturfolger mit dem Getreideanbau verbreitet hat, tragen starke Düngung, chemische Pflanzenschutzmittel und gründliche Saatgutreinigung zum Rückgang bei. Die Kornrade hat zusätzlich eine eigene Schwäche: Ihre Samen bleiben im Boden nur wenige Monate keimfähig. Fällt auf einem Acker eine Generation aus, etwa durch Herbizide, fehlt deshalb der Vorrat im Boden, aus dem sie zurückkehren könnte.
Welche Rolle spielt die Kornrade im Agrarökosystem?
Die Kornrade gehört zu einer Gruppe von Ackerwildkräutern, die auf offenem, bearbeitetem Boden wachsen. Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn eignen sich für gemeinsame Ansaaten auf solchen Flächen. Die Stieltellerblüten der Kornrade sind vor allem an die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. durch Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar. Kornblume und Klatschmohn sprechen andere Blütenbesucher an:
| Art | Lebensform | Blütezeit | Angebot der Blüte | Besucher |
|---|---|---|---|---|
| Kornrade | einjährig | Juni bis Juli | Nektar | vor allem Tagfalter |
| Kornblume | einjährig | Mai bis Oktober | Nektar | Honigbienen, Erd- und Steinhummeln, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. |
| Klatschmohn | einjährig oder überjährig | Mai bis September | reichlich Pollen, kein Nektar | bestäubende Insekten |
Die Kornrade allein blüht nur im Juni und Juli. Zusammen mit Kornblume und Klatschmohn reicht das Blütenangebot von Mai bis Oktober und erreicht Falter, Hummeln, Honigbienen und Pollen sammelnde Insekten. Damit geht eine solche Ansaat in die Richtung eines zeitlich gestaffelten Blütenangebots, wie es für insektenfreundliche Pflanzungen empfohlen wird.
Eine einzelne Blütenart ersetzt aber keinen Lebensraum. Insekten brauchen neben Blüten auch Nistplätze, Überwinterungsräume und Nahrungspflanzen für ihre Entwicklungsstadien. Zu ihren Belastungen gehören Lebensraumverlust, Strukturverarmung, Zerschneidung und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Als Vogelfutter taugt die Kornrade nicht, denn sie gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere.
Im Juni setze ich mich an sonnigen Vormittagen an meinen Kornradenstreifen und schreibe auf, welche Falter die Blüten anfliegen. Dieselbe Liste führe ich für die Kornblumen daneben, damit ich die Besucher beider Arten nebeneinanderlegen kann.
Was verrät die Kornrade über einen Acker?
Die Kornrade braucht regelmäßig bearbeitete Standorte mit vegetationsfreien Stellen, an denen ihre Samen aufkeimen können. Ihre Wiederansiedlung setzt zugleich eine langfristig extensive Nutzung der Ackerfläche voraus. Ein Bestand, der sich über Jahre in einem Acker hält, passt deshalb zu einer Fläche, die bearbeitet, aber nicht intensiv genutzt wird.
Für Licht hat die Kornrade den Ellenberg-Zeigerwert 7, auf einer Skala von 1 für Tiefschatten bis 9 für Volllicht. Ihre Salzzahl ist 0, das untere Ende der Skala für salzfreie Standorte.
Eine einzelne Pflanze sagt dabei wenig. Für eine Standortdeutung mit Zeigerpflanzen sind größere Bestände und mehrere Arten aussagekräftiger als ein einzelnes Exemplar. Mehrere unterschiedliche Zeigerpflanzen am gleichen Standort erlauben eine genauere Einschätzung des Bodens als eine Art allein. Sehe ich eine Kornrade am Feldweg, schaue ich deshalb zuerst, wie groß der Bestand ist und ob Kornblume, Kamille oder Mohn mit ihr wachsen.
„Eine Kornrade am Feldrand zeigt einen alten, extensiv bewirtschafteten Acker.“ So einfach ist es nicht. Bestände aus Gartenkultur und Blühmischungen lassen sich oft nicht sicher von ursprünglichen Ackervorkommen unterscheiden. Eine blühende Kornrade kann also aus einer Ansaat stammen und dann nichts über die Bewirtschaftung des Ackers aussagen.
Wie sich Veränderungen auf Schutzflächen erfassen lassen
Phänologische Beobachtungen halten fest, wann wiederkehrende Entwicklungsstadien wie Austrieb, Blüte und Fruchtreife eintreten. Beim Tagfalter-Monitoring werden feste Zählstrecken von April bis September mindestens zehnmal, besser wöchentlich, begangen. Weil die Kornradenblüten vor allem auf Tagfalter ausgelegt sind, erfasst eine solche Zählung genau die Gruppe, der ihr Nektar in erster Linie dient.
Wie erhalten Schutzprojekte die Kornrade?
Schutzäcker: extensiv heißt nicht brachliegen
Auf dem Schutzacker in Harsleben wurde Kornradensaatgut ausgebracht, um die Art dort wieder anzusiedeln. Die Wiederansiedlung von Kornrade und anderen gefährdeten Ackerwildkräutern setzt eine langfristig extensive Nutzung der Ackerfläche voraus. Extensiv heißt dabei nicht, den Acker sich selbst zu überlassen. Klatschmohn etwa wird in mehrjährigenMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Brachen ohne regelmäßige Bodenbewirtschaftung von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt. Die Kornrade braucht ebenso regelmäßig bearbeiteten Boden mit offenen Stellen, deshalb wird ein Schutzacker weiter bestellt, nur eben extensiv.
Saatgutbanken sichern Samen außerhalb des Ackers
Die Erhaltung von Wildpflanzensamen in einer Saatgutbank ergänzt den Schutz am natürlichen Standort. Für die trockene Tiefkühllagerung eignen sich nur austrocknungsresistente Samen, die man orthodox nennt. Kornradensamen gelten als orthodox. Im Boden überdauern sie nur wenige Monate, im Lager einer Saatgutbank lassen sie sich dagegen sichern, falls eine Population draußen ausfällt.
| Arbeitsschritt | Beispiel aus der Praxis |
|---|---|
| Sammeln | Die Dahlemer Saatgutbank entnimmt höchstens 20 % der zum Erntezeitpunkt verfügbaren Samenmenge. |
| Genehmigung | Bei geschützten Pflanzen oder in Naturschutzgebieten braucht die Sammlung eine behördliche Genehmigung. |
| Dokumentation | In Dahlem bleibt die Herkunft über eine Akzessionsnummer und dokumentierte Fundort-, Standort- und Sammeldaten nachvollziehbar. |
| Lagerung | Das Zürcher Verfahren trocknet geeignete Samen auf etwa 5 % Wassergehalt und lagert sie bei −20 °C. |
| Absicherung | Die Zürcher Saatgutbank bewahrt Sicherheitsduplikate ihrer Akzessionen in einer anderen Saatgutbank auf. |
Saatgut für deinen Garten bekommst du dort nicht: Die Dahlemer Saatgutbank gibt kein Saatgut an Privatpersonen ab.
Blühstreifen: was sie leisten und was nicht
Ackerblühstreifen sind Bereiche am Feldrand oder im Feldinneren, die gezielt mit einer Saatmischung angelegt werden. Für Stilllegungen im Betrieb kommen vor allem ertragsschwache, schwer erreichbare oder ungünstig zugeschnittene Teilflächen infrage. Vor der Ansaat lassen sich auflaufende Ackerunkräuter durch wiederholte flache Bodenbearbeitung im SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. regulieren. Soll ein Streifen Feldvögel und Niederwild schützen, liegen die fachlichen Empfehlungen zur Mindestbreite bei 10 bis 15 m. Als Förderwege kommen je nach Land und Fläche Agrarumweltmaßnahmen, Öko-Regelungen oder Vertragsnaturschutz infrage.
Was Blühstreifen für einen Betrieb bedeuten, haben Untersuchungen geprüft. In einer Untersuchung von Winterweizenfeldern in neun Landschaften bei Göttingen lag der Gewinn von Feldern mit Blühstreifen einschließlich Zuschüssen geringfügig unter dem konventioneller Kontrollflächen. Im Projekt FlowerBeet führten mehr NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. und teilweise weniger Blattläuse neben Blühstreifen nicht zuverlässig zu einem höheren Zuckerrübenertrag. Für den Betrieb ist ein Blühstreifen damit vor allem eine Leistung für den Naturschutz, und dass er sich über den Ertrag selbst trägt, ist nicht gesichert.
Für Insekten sind langlebige artenreiche Wiesen, Säume und Wegränder wertvoller als nur vorübergehend bestehende Blühflächen. Ein Streifen mit Kornraden ergänzt solche dauerhaften Strukturen in der Feldflur, er ersetzt sie nicht.
Was kannst du im Garten für die Kornrade tun?
Ein Gartenbeet ist kein Schutzacker. Du kannst dort aber nach denselben Grundsätzen arbeiten: Boden offen halten, nicht düngen und Ackerbegleiter gemeinsam säen.
Standort und Aussaat in Kürze
Die Kornrade will volle Sonne und einen gut durchlässigen, frischen Boden, lehmig oder sandig; zeitweilige Trockenheit verträgt sie. Am nährstoffarmen, durchlässigen Platz düngst du sie nicht zusätzlich. Was sie an Licht, Boden und Wasser braucht, steht im Beitrag zu ihren Standortansprüchen im Garten, die Grundlagen dazu im Abschnitt Standort und Boden der Wildblumen-Grundlagen.
Gesät wird direkt ins Beet, im Frühjahr oder im Herbst, und die Samen bedeckst du nur leicht mit Erde. Was danach von der Herbstaussaat über den Winter bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. geschieht, kannst du Jahreszeit für Jahreszeit nachverfolgen. Eine Anleitung, wie du Kornradensaatgut gewinnst, reinigst und lagerst, gibt es ebenfalls.
Extensiv gärtnern im Kleinen
Ich lockere meinen Kornradenstreifen vor jeder Aussaat, damit offene, vegetationsfreie Stellen entstehen. Gedüngt wird der Streifen nicht. Kornblume, Kamille und Mohn säe ich mit dazu, weil sich diese Arten für gemeinsame Ansaaten auf offenen, bearbeiteten Flächen eignen. Im Sommer kontrolliere ich die Blätter, denn an der Kornrade kann MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. auftreten. Die Pflanze bildet reichlich Samen und kann sich schnell ausbreiten, deshalb behalte ich im Blick, wo sie sich aussät.
Kornraden in eine dauerhafte Blumenwiese säen und auf ihre Rückkehr Jahr für Jahr hoffen. Eine dauerhafte Wiese aus Gräsern und Wildkräutern ist etwas anderes als eine überwiegend einjährige Ansaat. Die Kornrade braucht zum Keimen offenen, regelmäßig bearbeiteten Boden, den eine geschlossene Wiese nicht bietet. Säe sie lieber in einen eigenen Streifen, den du regelmäßig bearbeitest.
Giftig: Zierpflanze, kein Futter
Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Setze sie nur als Zierpflanze ein, etwa am Beetrand eines Bauern- oder Schnittblumengartens, und nie als Futter- oder Nahrungspflanze. Blüten gehören nur dann in Speisen, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist; die Kornrade ist keine Nahrungspflanze.
Ich säe sie mit Abstand zu Gemüse und Kräutern und schneide sie nur für die Vase, denn als Schnittblume eignet sie sich. Den Platz dafür kannst du festlegen, wenn du deine Beete im Beetplaner aufteilst.
Garten ja, Feldrand nur mit Zustimmung
Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Maßgeblich bleibt aber, wie die Fläche im Einzelfall tatsächlich zugeordnet ist. Auch extensiv genutzte Flächen innerhalb von Siedlungen können zur freien Natur gehören, dort sind die Anforderungen an gebietseigene Herkünfte im Einzelfall zu prüfen. Öffentliche Flächen bepflanzt du nur nach Abstimmung mit dem zuständigen Grünflächenamt und mit dessen Zustimmung.
Kornraden aus Gartenkultur lassen sich oft nicht sicher von ursprünglichen Ackervorkommen unterscheiden. Säst du Gartensaatgut am Feldrand aus, entsteht also ein Bestand, den später niemand sicher von einem ursprünglichen Vorkommen trennen kann. Meine Kornraden bleiben deshalb im Garten.
Außerhalb des Gartens zählt die Herkunft. Gebietseigenes Pflanzenmaterial stammt aus einheimischen Populationen, die sich über viele Generationen im jeweiligen Naturraum vermehrt haben. Für solches Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Regionale Herkünfte derselben Art können sich in Blühzeitpunkt und Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost oder Hitze unterscheiden. Kennzeichnungen wie VWW-Regiosaaten und RegioZert helfen bei der Auswahl zertifizierten regionalen Wildpflanzensaatguts.





