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Nachtkerzen: Arten, Lebensdauer und Ernte von Blüte bis Samen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Gewöhnliche Nachtkerze wächst ein- bis zweijährig und stirbt nach der Samenbildung meist ab.
  • Ihre gelben Blüten öffnen sich am Abend und bieten Nachtfaltern Nektar.
  • Ausdauernd ist zum Beispiel die flach wachsende Sorte 'Silver Wings', etwa 15 cm hoch.
  • Bei sicher bestimmter Gewöhnlicher Nachtkerze sind Blüten, Wurzeln und junge Triebe essbar.
  • Die Pfahlwurzel erntest du vom Herbst des ersten bis zum Frühjahr des zweiten Wuchsjahres.
  • Die Samen sind reif, sobald sie sich in den unteren Kapseln braun färben.
Eine gelbe Nachtkerzenblüte in Nahaufnahme, umgeben von unscharfem Grün.
Foto: Dmytro Koplyk · Pexels License · Quelle ↗

Deine Nachtkerze hat geblüht, Samen gebildet und ist danach abgestorben? Das ist meist kein Pflegefehler, sondern ihr Lebenslauf. Ich plane jede Nachtkerze deshalb von Anfang an danach: welche Art wie lange lebt, wann sie blüht und wann ich Wurzel, Blüten oder Samen ernte. Hier findest du die Arten mit ihren Unterschieden in Wuchs, Blüte und Lebensdauer und dazu die essbaren Teile mit ihren Erntezeitpunkten.

Woher kommt die Nachtkerze?

Nachtkerzen bilden die Gattung Oenothera in der Familie der Nachtkerzengewächse. Die Gewöhnliche Nachtkerze, oft auch Gemeine Nachtkerze genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Ihr deutscher Name passt zu ihr, denn ihre gelben Blüten öffnen sich am Abend.

Heute begegnet sie dir in drei Rollen. Im Garten steht sie als Abendblüher im Beet. Saatmischungen für Nachtfalter enthalten sie ebenfalls. Im landwirtschaftlichen Anbau wiederum wird sie für ihre Samen kultiviert, aus denen Nachtkerzenöl gewonnen wird.

Woran erkennst du eine Nachtkerze?

Der Lebenslauf: Rosette, Blütenstand, Samen

Die Gewöhnliche Nachtkerze kann ein- bis zweijährig wachsen. Im zweijährigen Verlauf bildet sie im ersten Jahr eine bodennahe Blattrosette über einer Pfahlwurzel. Im zweiten Jahr nach der Aussaat schiebt sie einen aufrechten Blütenstand, blüht und setzt Samen an. Danach stirbt sie, wie andere Zweijahresblumen, meist ab.

Blüte und Pollen

Ihre Blüten sind gelb und öffnen sich am Abend. Sie bieten Nachtfaltern Nektar, der am Ende einer langen Blütenröhre sitzt, wo langrüsselige Schwärmer ihn erreichen. Die Pollenkörner der Gewöhnlichen Nachtkerze sind durch Viscinfäden miteinander verbunden. Welche Falter kommen und mit welchen Anpassungen die Blüte sie lockt, liest du im Beitrag darüber, wie die Nachtkerze Nachtfaltern als Nahrungsquelle dient.

Kapseln, Samen und Wurzel

Nach der Blüte entstehen Kapseln, in denen die Samen reifen. Die Reife beginnt unten: In den unteren Kapseln färben sich die Samen schon braun, während die Pflanze oben noch blüht. Unter der Erde sitzt die Pfahlwurzel, die bei der Gewöhnlichen Nachtkerze essbar ist.

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Welche Nachtkerzenarten gibt es?

Für den Garten sind vier Nachtkerzen interessant. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie lange sie leben und wie sie wachsen.

Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis)

Sie wächst ein- bis zweijährig, bildet eine Pfahlwurzel und öffnet ihre gelben Blüten am Abend. Sie steht gern sonnig und hat eine hohe Trockenheitstoleranz. Bei sicher bestimmten Pflanzen sind Blüten, Wurzeln und junge Triebe essbar.

Kleinblütige Nachtkerze (Oenothera parviflora)

Die Kleinblütige Nachtkerze ist zweijährig. Sie blüht also im zweiten Jahr nach der Aussaat und stirbt nach der Samenbildung meist ab. Ihr Name verweist auf kleinere Blüten.

Rotkelchige Nachtkerze (Oenothera glazioviana)

Die Rotkelchige Nachtkerze erkennst du an ihren rötlichen Kelchblättern. Sie sitzen unter großen gelben Blüten und heben sich farblich deutlich davon ab.

‘Silver Wings’ (Oenothera macrocarpa subsp. fremontii)

‘Silver Wings’ ist eine Sorte von Oenothera macrocarpa subsp. fremontii. Sie wächst als ausdauernde, flache Staude und wird etwa 15 cm hoch. Anders als die Gewöhnliche Nachtkerze bleibt sie mehrere Jahre am Platz und wächst flach statt aufrecht.

Die Arten im Vergleich

Art Lebensdauer Wuchs Woran du sie erkennst
Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) ein- bis zweijährig Rosette, danach aufrechter Blütenstand gelbe Blüten, die sich am Abend öffnen; essbare Pfahlwurzel
Kleinblütige Nachtkerze (Oenothera parviflora) zweijährig Blüte im zweiten Jahr nach der Aussaat kleinere Blüten
‘Silver Wings’ (Oenothera macrocarpa subsp. fremontii) ausdauernd flache Staude, etwa 15 cm hoch Sorte für dauerhafte Plätze

Für einen dauerhaften Platz im Beet passt die ausdauernde ‘Silver Wings’ besser, denn die Gewöhnliche Nachtkerze stirbt nach der Samenbildung meist ab. Wer dagegen Wurzel, Blüten und junge Triebe ernten will, braucht die Gewöhnliche Nachtkerze.

Wie lange lebt eine Nachtkerze und wie kommt sie über den Winter?

Wächst die Gewöhnliche Nachtkerze zweijährig, überwintert sie als Rosette mit ihrer Pfahlwurzel im Boden. Im Jahr darauf blüht sie, bildet Samen und stirbt danach meist ab. Die Kleinblütige Nachtkerze folgt demselben zweijährigen Muster. Für Nachtkerzen, die dauerhaft im Beet bleiben, brauchst du eine ausdauernde Sorte wie ‘Silver Wings’.

Im Winter achte ich vor allem auf den Boden, weil die Gewöhnliche Nachtkerze stauende Nässe nicht verträgt. Eine zweijährige Pflanze belegt ihren Platz über zwei Gartenjahre. Deshalb trage ich sie gleich bei der Aussaat ein und plane die Fläche für beide Jahre im Beetplaner.

Mythos-Check

Nachtkerzen sind mehrjährig? Für die Gewöhnliche Nachtkerze stimmt das nicht, sie wächst ein- bis zweijährig. Stehen im Folgejahr wieder Nachtkerzen an derselben Stelle, sind das meist neue Pflanzen aus ausgefallenen Samen. Ausdauernd ist dagegen zum Beispiel die Sorte ‘Silver Wings’.

Die abgestorbenen Stängel lasse ich über den Winter stehen. Stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier dienen, und ausgereifte Fruchtstände ergänzen das Futter von Samenfressern wie dem Stieglitz. Zum Schutz des Nachtkerzenschwärmers wird empfohlen, Bestände seiner Raupenfutterpflanzen frühestens ab September oder im Winter und möglichst abschnittsweise zu mähen. Seine Raupen fressen auch an Nachtkerzen, überwiegend aber an Weidenröschen. Wie du Wildblumenflächen insgesamt pflegst, liest du im Ratgeber dazu, wie du Wildblumen im Jahreslauf mähst und pflegst.

Standort, Aussaat und Pflege in Kürze

Die Gewöhnliche Nachtkerze braucht einen sonnigen Platz und gut durchlässigen Boden mit mittlerer Feuchte, stauende Nässe verträgt sie nicht. Gesät wird von März bis April, 0,5 cm tief. Lässt du reife Samen ausfallen, kann sie sich selbst aussäen. Zusätzlichen Dünger braucht sie im Garten nicht. Wo Nachtkerzen am besten stehen, wie du sie säst und mit welchen Partnern du sie kombinierst, erklärt der Beitrag, wo Nachtkerzen im Garten ideal stehen und wie du sie pflegst.

Blattläuse an jungen Triebspitzen streife ich als erste Maßnahme vorsichtig mit behandschuhten Fingern ab. Mehr zu Krankheiten, Schädlingen und zur Pflege im ersten und zweiten Jahr findest du im Beitrag, wie du Nachtkerzen in der Wildblumenwiese anbaust und pflegst.

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Welche Teile der Nachtkerze sind essbar?

Bei sicher bestimmter Gewöhnlicher Nachtkerze sind drei Teile essbar: die Blüten, die Wurzeln und die jungen Triebe.

Achtung

Verwende Pflanzenteile nur, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Blüten von Nachtkerzen, die als Zierpflanzen verkauft wurden, gehören nicht auf den Teller, weil sie mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein können. Die Essbarkeit gilt für die Gewöhnliche Nachtkerze, auf andere Arten und Sorten übertrage ich sie nicht.

Blüten

Die Blüten öffnen sich am Abend, deshalb pflücke ich sie dann, wenn sie gerade offen sind. Frisch eignen sie sich als essbare Dekoration für Salate oder Desserts.

Junge Triebe

Bei den grünen Teilen halte ich mich an die jungen Triebe der Pflanze. Ältere Blätter lasse ich stehen.

Wurzel

Die Pfahlwurzel kannst du vom Herbst des ersten bis zum Frühjahr des zweiten Wuchsjahres ernten. In dieser Zeit steht die Pflanze als Rosette im Beet. Ich hebe die Wurzel mit der Grabegabel aus, wasche sie gründlich und bereite sie als Gemüse zu.

Weil die Gewöhnliche Nachtkerze erst im zweiten Jahr blüht und ihre Wurzel bis zum Frühjahr dieses Jahres geerntet wird, triffst du für jede Pflanze eine Wahl: Wurzel oder Blüte und Samen.

Marias Erfahrung

Im ersten Herbst stecke ich einen Stab neben jede Rosette, die blühen soll. Die übrigen Rosetten sind meine Wurzelpflanzen. Die Stäbe stecken, damit ich beim Graben keine Pflanze erwische, die ich für Blüten und Samen eingeplant habe.

Samen

Die Samen nutze ich für die Nachsaat und nicht in der Küche. Aus ihnen wird Nachtkerzenöl gewonnen.

Wie erntest und verarbeitest du Nachtkerzen?

Erntezeitpunkte im Überblick

Pflanzenteil Erntezeit Woran du den Zeitpunkt erkennst
Blüten am Abend die Blüte hat sich geöffnet
Wurzel Herbst des ersten bis Frühjahr des zweiten Wuchsjahres die Pflanze steht noch als Rosette
Samen ab der Reife der unteren Kapseln, bei trockenem Wetter die Samen sind braun und lösen sich leicht

Samen ernten und lagern

Die Samenernte beginnt, wenn sich die Samen in den unteren Kapseln braun färben. Ernte bei trockenem Wetter und nimm nur Samen, die ausgereift sind und sich leicht aus ihrer Hülle lösen. Weil die Samen von unten nach oben reifen, gehe ich in mehreren Durchgängen an dieselbe Pflanze, statt alle Kapseln auf einmal zu ernten.

Nach der Ernte lässt du die Samen vollständig nachtrocknen. Danach kommen sie in beschriftete Tüten und lagern trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat. Einen Teil der Fruchtstände lasse ich an der Pflanze, für die Vögel und für neue Sämlinge.

Mini-Checkliste

Vor und nach der Samenernte prüfe ich diese Punkte.

  • Samen in den unteren Kapseln braun gefärbt
  • Wetter trocken
  • Samen lösen sich leicht aus ihrer Hülle
  • Samen vollständig nachgetrocknet
  • Tüten beschriftet, Lagerplatz trocken, kühl und dunkel

Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl wird aus den Samen gewonnen. Wie das Öl in der Naturheilkunde verwendet wird, steht im Beitrag über die Nachtkerze in der Naturheilkunde. Eine Selbstbehandlung mit Nachtkerzenöl kann die Diagnose von Beschwerden unnötig verzögern, lass Beschwerden deshalb ärztlich abklären.

Was gibt es neben der Wildart? Sorten, Feldanbau und Saatmischungen

Neben der Gewöhnlichen Nachtkerze findest du Gartensorten anderer Arten. Ein Beispiel ist ‘Silver Wings’, eine flache, ausdauernde Staude von Oenothera macrocarpa subsp. fremontii. Sie passt dorthin, wo du eine niedrige Nachtkerze für mehrere Jahre willst.

Im landwirtschaftlichen Anbau wird die Gewöhnliche Nachtkerze direkt gesät. Dort zählen ihre Samen, denn aus ihnen wird das Öl gewonnen.

Zahl im Blick

Bei der landwirtschaftlichen Direktsaat liegt die empfohlene Saattiefe bei 1 bis 2 cm. Die Samen enthalten in diesem Anbau etwa 18 bis 30 % Öl. Für dein Beet gilt der Feldwert nicht: Im Garten säst du flacher.

Auch Saatmischungen für Nachtfalter enthalten die Gemeine Nachtkerze. In solchen Mischungen dürfen die Pflanzen nach der Blüte ihre Fruchtstände ausbilden.

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Häufige Fragen

Was sind Nachtkerzen und welche besonderen Eigenschaften haben sie?
Nachtkerzen bilden die Gattung Oenothera aus der Familie der Nachtkerzengewächse, die Gewöhnliche Nachtkerze stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wächst ein- bis zweijährig, öffnet ihre gelben Blüten am Abend und bietet Nachtfaltern Nektar. Sie steht gern sonnig, verträgt keine stauende Nässe und hat eine hohe Trockenheitstoleranz. Bei sicher bestimmten Pflanzen sind Blüten, Wurzeln und junge Triebe essbar, aus den Samen wird Nachtkerzenöl gewonnen.
Welche Nachtkerzen-Arten eignen sich für den Garten?
Die Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis) wächst ein- bis zweijährig und blüht am Abend gelb. Die Kleinblütige Nachtkerze (Oenothera parviflora) ist zweijährig und blüht im zweiten Jahr nach der Aussaat. Wer eine ausdauernde, flach wachsende Staude sucht, findet sie in der Sorte 'Silver Wings' von Oenothera macrocarpa subsp. fremontii, die etwa 15 cm hoch wird.
Wie erfolgt die Aussaat und Vermehrung von Oenothera im Garten?
Die Gewöhnliche Nachtkerze wird von März bis April gesät, und zwar 0,5 cm tief. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 21 Tage. Vermehrt wird sie über ihre Samen, die du an der eigenen Pflanze ernten kannst; lässt du reife Samen ausfallen, kann sie sich auch selbst aussäen. Zusätzlichen Dünger braucht sie im Garten nicht, stauende Nässe verträgt sie nicht.
Welche Pflanzenteile der Nachtkerze sind essbar und wie werden sie verwendet?
Bei sicher bestimmter Gewöhnlicher Nachtkerze sind Blüten, Wurzeln und junge Triebe essbar. Die Pfahlwurzel wird vom Herbst des ersten bis zum Frühjahr des zweiten Wuchsjahres geerntet und als Gemüse zubereitet. Die Blüten pflückst du, wenn sie sich am Abend geöffnet haben, und verwendest sie frisch als essbare Dekoration. Nutze nur Pflanzen, deren Art sicher bestimmt und deren Eignung zum Verzehr geklärt ist, und keine Blüten von Nachtkerzen, die als Zierpflanzen verkauft wurden, weil diese mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein können.
Wie lassen sich Samenstände richtig ernten und lagern?
Reif sind die Samen, wenn sie sich in den unteren Kapseln braun färben, auch wenn die Pflanze oben noch blüht. Ernte bei trockenem Wetter nur Samen, die sich leicht aus ihrer Hülle lösen, am besten in mehreren Durchgängen von unten nach oben. Lass sie vollständig nachtrocknen und lagere sie in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat.
Worin liegt der Unterschied zwischen Blattrosette und Blütenstand bei zweijährigen Pflanzen?
Zweijährige Pflanzen bilden im ersten Jahr eine bodennahe Blattrosette und blühen erst im zweiten Jahr nach der Aussaat an einem aufrechten Blütenstand. Nach der anschließenden Samenbildung sterben sie meist ab. Bei der Gewöhnlichen Nachtkerze sitzt unter der Rosette eine Pfahlwurzel, die vom Herbst des ersten bis zum Frühjahr des zweiten Wuchsjahres geerntet werden kann.
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