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Orientalischer Waldmeister: blauen Blütenteppich säen und über Samen erhalten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Einjährig und nicht winterhart: Im nächsten Jahr kommt der Bestand nur aus Samen.
  • Aussaat von April bis Mai, die Samen keimen bei 15 bis 25 °C.
  • Sonne bis Halbschatten auf nährstoffreichem, feuchtem und gut durchlässigem Boden ohne stehende Nässe.
  • Abstand 25 cm in der Reihe und 25 cm zwischen den Reihen, in größeren Gruppen am Beetrand.
  • Blüht von Juni bis September und bietet Insekten Nektar beziehungsweise Pollen.
  • Samen erntest du, bevor sie von selbst ausfallen; einen Teil der Samenstände lässt du für die Selbstaussaat stehen.
Blauer Waldmeister mit hellblauen Röhrenblüten in dichten Köpfchen über quirlig stehenden Blättern
Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Der Orientalische Waldmeister bildet im Sommer niedrige blaue Gruppen am Beetrand, die duften und von Insekten besucht werden. Den Winter übersteht er nicht. Die Pflanze ist einjährig und nicht winterhart, deshalb gibt es sie im nächsten Jahr nur aus Samen. Ob er wiederkommt, hängt also vor allem an deinem Umgang mit Rückschnitt und Samen. Ich plane die Samen darum schon bei der Aussaat mit ein.

Kurz erklärt

Orientalischer Waldmeister und Blauer Waldmeister sind zwei Namen für dieselbe Pflanze, botanisch Asperula orientalis. Gezogen wird sie als Zierpflanze für Gefäße und für größere Gruppen am Beetrand.

Was für eine Pflanze ist der Orientalische Waldmeister?

Er bleibt niedrig und wird 20 bis 30 cm hoch. Jede Pflanze wächst auf eine Breite von 25 cm. Die Blüten duften und werden durch Insekten fremdbefruchtet.

Merkmal Angabe
Botanischer Name Asperula orientalis
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Wuchshöhe 20 bis 30 cm
Wuchsbreite 25 cm
Blütezeit Juni bis September
Licht Sonne bis Halbschatten, auch lichter Schatten
Boden nährstoffreich, feucht, gut durchlässig, keine stehende Nässe
pH-Wert keine besonderen Ansprüche
Aussaat April bis Mai
Saattiefe etwa 0,5 bis 1 cm
Keimverhalten Lichtkeimer
Keimtemperatur 15 bis 25 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Abstand 25 cm in der Reihe, 25 cm zwischen den Reihen, in Gruppen
Bestäubung Fremdbefruchtung durch Insekten
Keimfähigkeit der Samen 2 Jahre, ohne garantierte Keimquote

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.

Bodenart

Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter und gut durchlässiger Boden.

Bodenreaktion

Keine besonderen Ansprüche an den pH-Wert.

Substrat

Das Substrat sollte nährstoffreich, feucht und gut durchlässig sein; Wasser darf sich nicht stauen.

Anbauort

Die angebotene Sorte „Orientalischer Waldmeister“ lässt sich im Kübel und im Topf ziehen.

Pflege

Pflege

Feucht halten, aber nicht vernässen. Rückschnitt bei beginnender Samenbildung kann eine Nachblüte fördern.

Düngung

Vor der Kultur Kompost einarbeiten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Gefäße und größere Gruppen am Beetrand, auch im lichten Schatten.

Aussaatkalender Blauer Waldmeister
GartenkalenderAussaat: April, Mai; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Welcher Standort passt zum Blauen Waldmeister?

Er wächst in der Sonne und im Halbschatten, auch lichter Schatten ist möglich. Der Boden sollte nährstoffreich, feucht und gut durchlässig sein. Nässe darf darin nicht stehen bleiben. An den pH-Wert stellt er keine besonderen Ansprüche. Weil er feuchten und nährstoffreichen Boden braucht, setze ich ihn nicht in trockene, magere Ecken, sondern an feuchte, gut versorgte Beetränder.

Vor der Aussaat arbeite ich Kompost in den Boden ein. Bedenke dabei, dass auch Kompost ein Dünger ist und bei zu hohen Gaben zur Nährstoffanreicherung beitragen kann.

Im Topf oder Kübel kommt er ebenfalls zurecht. Das Gefäß braucht Ablauflöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Ich kombiniere ihn dort nur mit Pflanzen, die ähnlich viel Licht, Wasser und Nährstoffe brauchen.

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Wie säst du den Orientalischen Waldmeister?

Gesät wird von April bis Mai. Die Samen gehören etwa 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Zugleich gilt die Art als Lichtkeimer, ihre Samen brauchen also Licht zum Keimen. Ich bleibe deshalb an der unteren Grenze und bedecke die Samen nur etwa 0,5 cm hoch mit Erde.

Die Samen keimen bei 15 bis 25 °C. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. Halte die Saat bis dahin gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Zeigt sich danach noch nichts, halte ich die Erde weiter feucht und warte ab.

Vorziehen im Haus

Im Haus stelle ich die Saatschale bei 20 °C auf. Der Platz muss hell sein, denn ein warmer, zu dunkler Standort begünstigt übermäßiges Längenwachstum und schwache Pflanzen. Vor dem Auspflanzen härte ich die Jungpflanzen ab, mit mehr Belüftung und einer Temperatursenkung.

Direkt ins Beet

Draußen säe ich gleich an die Stelle, an der die Gruppe stehen soll. Die Keimlinge vereinzele ich später auf den Pflanzabstand. Rund um die Saat jäte ich von Hand, damit ich die jungen Pflanzen nicht mit herausreiße.

Wie viel Abstand braucht der Blaue Waldmeister?

In der Reihe bekommt jede Pflanze 25 cm Platz. Zwischen den Reihen lasse ich ebenfalls 25 cm frei. Ich pflanze mehrere kurze Reihen nebeneinander, sodass eine Gruppe am Beetrand entsteht, in der die Pflanzen frei wachsen. Die Pflanzen werden 25 cm breit und stehen genau so weit auseinander, deshalb kann sich die Gruppe zu einer geschlossenen niedrigen Fläche verbinden.

Wo die Gruppe in diesem Jahr steht, kannst du im Beetplaner für deine Beetbelegung festhalten. Dann weißt du im nächsten Jahr, wo Samen ausgefallen sein können.

Wie pflegst du ihn im Sommer?

Halte den Boden feucht, aber lass keine Nässe stehen. Ich gieße morgens und gebe das Wasser direkt an den Wurzelbereich. Mehr als den Kompost vor der Aussaat bekommt er bei mir nicht. Grundlagen dazu stehen im Wildblumen-Ratgeber unter Gießen, Witterung und Düngen.

Rückschnitt: Nachblüte oder Samen?

Ein Rückschnitt bei beginnender Samenbildung kann eine Nachblüte fördern. Zu genau diesem Zeitpunkt entstehen aber die Samen, die du ernten oder ausfallen lassen willst. Wer die ganze Gruppe abschneidet, entfernt also die ersten Samenstände, die sonst für Ernte und Selbstaussaat bereitstünden. Ich schneide deshalb nur einen Teil zurück und lasse den anderen Teil Samen bilden.

Häufiger Fehler

Die ganze Gruppe bei beginnender Samenbildung abschneiden und allein auf die Nachblüte setzen. Ob danach noch reife Samen entstehen, ist offen. Lass einen Teil der Samenstände stehen, damit Samen für Ernte und Selbstaussaat reifen können.

Was bietet der Orientalische Waldmeister Insekten?

Seine Blüten bieten Nektar beziehungsweise Pollen. Wie viel davon eine Pflanze liefert, ist nicht gemessen. Er wird als nützlingsfreundlich geführt, und seine Blüten werden durch Insekten fremdbefruchtet. Insektenfreundliche Pflanzungen sollten ein Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst bieten. Der Blaue Waldmeister blüht von Juni bis September und deckt damit den Sommer ab, für Frühjahr und Spätherbst brauchst du weitere Pflanzen.

Blüten allein reichen Insekten nicht. Ein insektenfreundlicher Garten braucht auch Nistplätze, Überwinterungsräume und Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien. Wie du das im Garten verbindest, beschreibt der Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt zum Nutzen für Insekten.

Wie erhältst du ihn über Selbstaussaat und Samenernte?

Für das nächste Jahr gibt es zwei Wege: Du lässt Samen ausfallen, oder du erntest sie. Ich nutze beide nebeneinander.

Selbstaussaat zulassen

Der Blaue Waldmeister gilt als verwilderungsfähig. Lässt du Samenstände stehen, können die Samen von selbst ausfallen und an Ort und Stelle aufgehen. Wo er im Vorjahr stand, jäte ich von Hand und lasse unbekannte Keimlinge stehen, bis ich sie sicher erkenne. Ich verlasse mich aber nicht allein darauf und ernte zusätzlich Samen.

Marias Erfahrung

An die Stelle, an der ich Samen ausfallen lasse, stecke ich einen Stab. Beim Jäten im nächsten Frühjahr weiß ich so, wo ich vorsichtig sein muss.

Samen gezielt ernten

Für die gezielte Vermehrung erntest du die Samen, bevor sie von selbst ausfallen. Ernte bei trockenem Wetter, sobald die Samen reif sind und sich leicht aus ihren Hüllen lösen. Diese Samen entstehen durch Fremdbefruchtung, also durch die Insekten, die im Sommer die Blüten besuchen. Insektenbesuch und Samenernte gehören bei dieser Pflanze deshalb zusammen.

Trockne die Samen danach vollständig nach und fülle sie in beschriftete Tüten. Bis zur Aussaat lagern sie trocken, kühl und dunkel. Die Samen gelten 2 Jahre als keimfähig, das ist aber eine allgemeine Angabe ohne festgelegte Lagerbedingungen und ohne garantierte Keimquote. Wie gut sie eine lange Lagerung vertragen, ist nicht sicher geklärt. Ich säe meine geernteten Samen in der nächsten Aussaatzeit wieder aus. Mehr zur Samenernte bei Wildblumen steht im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt Ernte.

Mini-Checkliste

Von April bis Mai säen und die Saat feucht halten. Bei beginnender Samenbildung nur einen Teil der Gruppe zurückschneiden und den Rest Samen bilden lassen. Reife Samen bei trockenem Wetter ernten, bevor sie ausfallen. Nachtrocknen, beschriften und trocken, kühl und dunkel lagern. Die Stelle der Selbstaussaat markieren und dort von Hand jäten.

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