Gemüse · Exoten & Gemüse-Raritäten · Ernten

Knollenziest ernten und lagern: Erntezeichen, Lagerwege und Küche

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Gemüse ernten und lagern: Reifezeichen erkennen und Vorräte richtig aufbewahren · Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erntereif ist Knollenziest, wenn Stängel und Blätter abgestorben sind.
  • Das Erntefenster liegt von Oktober bis Dezember, die Knöllchen können bis zum Bedarf im Boden bleiben.
  • Grab nur aus, was du rasch verbrauchst, denn an der Luft welken die Knöllchen und verbräunen.
  • Gewaschen halten sie im Kühlschrank etwa eine Woche.
  • Für längere Lagerung kommen gesunde Knöllchen in feuchten, sauberen Sand bei höchstens 2 °C.
  • Lies beim Ernten auch kleine Knöllchen aus, sonst treiben sie erneut aus.
  • Die dünne Haut musst du nicht schälen.

Frisch geernteter Knollenziest welkt an der Luft und verbräunt. Deshalb holst du ihn nach Bedarf aus dem Boden und verbrauchst ihn rasch, statt die ganze Reihe auf einmal auszugraben. Ich grabe immer nur die Portion aus, die ich gleich verarbeite, und lasse den Rest in der Erde.

Was Knollenziest ist

Knollenziest, botanisch Stachys affinis oder Stachys sieboldii, ist ein Lippenblütler, dessen kleine Knöllchen du isst. Die Pflanze wird 30 bis 40 cm hoch, ist winterhart und kann verwildern. Wo Knollenziest zwischen Fruchtgemüse, Knollen und Körnern steht, zeigt der Überblick, was bei Exoten und Gemüse-Raritäten alles wächst.

Aussaatkalender Knollenziest
GartenkalenderBlüte: Juli, August; Ernte: Oktober, November, Dezember; Pflanzung: MärzJFMAMJJASONDBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: MärzBlüteErntePflanzung

Wann ist Knollenziest erntereif?

Erntereif ist Knollenziest, wenn Stängel und Blätter abgestorben sind. Das Erntefenster liegt von Oktober bis Dezember. Alles auf einmal ernten musst du aber nicht, denn die Knöllchen bleiben in der Erde, bis du sie brauchst. Weil die Pflanze winterhart ist, kannst du die Knöllchen nach Bedarf auch von November bis April ausgraben.

Ich stecke einen Stab an jedes Reihenende, solange das Laub noch steht, damit ich die Pflanzen später wiederfinde.

Jetzt dran

Ab Oktober prüfst du, ob Stängel und Blätter deines Knollenziest abgestorben sind. Ist das der Fall, gräbst du die erste Portion aus und lässt den Rest im Beet.

Anzeigen

Knollenziest ausgraben: so gehst du vor

Knollenziest gräbst du vorsichtig aus, Schritt für Schritt:

  1. Setz die Grabegabel außerhalb der Pflanzstelle an und arbeite dich nach innen vor.
  2. Heb die Erde an, statt sie umzuwerfen, und brich die Klumpen mit den Händen auf.
  3. Lies die Knöllchen von Hand aus und tast die lose Erde ab, bis keine mehr auftauchen.
  4. Bring die Ernte gleich ins Haus, damit die Knöllchen nicht offen an der Luft liegen.

Ich schüttle jeden Erdklumpen über einer Wanne aus und fahre danach mit den Fingern durch die lose Erde.

Lies dabei gründlich aus. Zurückgelassene Knöllchen treiben erneut aus, und zu dichter Nachwuchs kann durch Konkurrenz den Ertrag verringern. Knollenziest braucht eine Anbaupause von 3 Jahren, doch jedes vergessene Knöllchen treibt erneut aus und bringt ihn ungeplant auf dieselbe Fläche zurück. Wann welche Fläche wieder frei für ihn ist, planst du im Beetplaner.

Häufiger Fehler

Bei nassem Wetter quer durchs Beet laufen, um an die letzten Pflanzen zu kommen. Nasser Boden verdichtet, wenn du ihn betrittst. Arbeite in diesem Fall vom Weg aus.

Knollenziest im Kübel ernten und überwintern

Knollenziest eignet sich auch für Gefäße. Zum Ernten kippst du den Kübel auf einer Plane aus und liest die Knöllchen aus der Erde. Sollen die Knöllchen im Topf überwintern, braucht das Gefäß Schutz. Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel eher auf Frostschutz angewiesen, weil die Erde dort schneller durchfriert. Grab den Topf im Beet ein, auf dem Balkon packst du ihn rundum ein.

Knollenziest lagern: Beet, Kühlschrank oder Sand

Offen an der Luft welken die Knöllchen und verbräunen. Drei Lagerwege kommen infrage:

Lagerweg So gehst du vor Darauf achtest du
Beet Knöllchen in der Erde lassen und nach Bedarf ausgraben Pflanze ist winterhart; Wühlmäuse im Blick behalten
Kühlschrank Knöllchen waschen und kühl stellen hält etwa eine Woche
Sand Knöllchen in feuchten, sauberen Sand betten höchstens 2 °C, hohe Luftfeuchte, nur gesunde Knöllchen

Im Beet lassen

Im Beet bleiben die Knöllchen in der Erde, bis du sie brauchst. Du holst jeweils eine Portion heraus und lässt den Rest liegen. Wühlmäuse können Knollen im Boden allerdings fressen. Ein sorgfältig geschlossener Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite kann sie davor schützen, Knoblauch und andere Abwehrpflanzen bieten keinen dauerhaften Schutz. Weitere Schadbilder erklärt der Ratgeber, wie du Knollenziest vor Krankheiten und Schädlingen schützt.

Im Kühlschrank

Für die Küche legst du gewaschene Knöllchen in den Kühlschrank. Dort halten sie etwa eine Woche.

Im feuchten Sand

Für eine längere Lagerung bettest du die Knöllchen in feuchten, sauberen Sand.

Mini-Checkliste

  • nur gesunde Knöllchen ohne Verletzungen, Schimmel oder Fäulnis einlagern
  • sauberen, feuchten Sand als Lagermedium nehmen
  • Lagerort mit dem Thermometer prüfen, er hat höchstens 2 °C
  • auf hohe Luftfeuchte am Lagerort achten

Schau beim Herausnehmen auf die übrigen Knöllchen. Welke oder braune holst du zuerst heraus. Sichtbar verschimmelte isst du nicht mehr, du entsorgst sie sofort.

Marias Erfahrung

Ich schreibe das Einlagerungsdatum auf die Sandkiste und lege ein Thermometer daneben. Beim Herausnehmen lese ich die Temperatur ab und fühle, ob der Sand noch feucht ist.

Knöllchen für die nächste Pflanzung

Knollenziest vermehrst du über seine Knöllchen. Gepflanzt wird im März. Weil die Pflanze winterhart ist und die Knöllchen bis zum Bedarf im Boden bleiben, kannst du dein Pflanzgut bis zum Pflanztermin im Beet lassen. Wähl dafür gesunde, unverletzte Knöllchen aus. Den Termin hast du im Aussaatkalender zum Ausdrucken im Blick.

Knollenziest in der Küche verarbeiten

Für die Küche wäschst du die Knöllchen gründlich und verarbeitest sie mit Haut.

Mythos-Check

Muss Knollenziest vor dem Kochen geschält werden? Nein. Die dünne Haut darf dranbleiben, schälen musst du nicht.

Roh kommen die Knöllchen in den Salat. Zum Garen eignen sich Kochen, Braten und Dünsten. Der Geschmack ist leicht nussig und erinnert an Artischocken, Haselnüsse, Topinambur oder Schwarzwurzeln. Mehr dazu liest du im Ratgeber, wie Knollenziest schmeckt und welche Nährwerte er hat. Knollenziest enthält Stachyose, die Blähungen verursachen kann. Fertige Gerichte mit Mengenangaben findest du in den ausgearbeiteten Rezepten mit Knollenziest.

Bleibt gegarter Knollenziest übrig, kühlst du ihn innerhalb weniger Stunden auf unter 7 °C ab. Im Kühlschrank verbrauchst du die Reste innerhalb von 2 bis 3 Tagen.

Achtung

Selbst eingelegtes Gemüse in Öl stellst du wegen des Botulismusrisikos nicht als länger lagernden Vorrat her. Das gilt auch für Knollenziest. Bewahre selbst eingelegtes Gemüse und frische Kräuter in Öl im Kühlschrank auf und iss sie spätestens am Tag nach der Herstellung.

Anbau in Kürze

Knollenziest wächst sonnig bis halbschattig in feuchtem Boden und kommt als Knöllchen direkt ins Beet oder wird vorgezogen. Für zahlreiche große Knollen braucht er ausreichend Wasser und Nährstoffe, dazu kommen Hacken und Anhäufeln. Den Anbau Schritt für Schritt zeigt der Ratgeber, wie du Knollenziest von der Pflanzung bis zur Ernte anbaust. Den ökologischen Weg beschreibt der Beitrag, wie du Knollenziest biologisch anbaust.

Beliebt im Shopaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Artischocke Vert de Provence
Kiepenkerl Artischocke Vert de Provence
Zum Shop
Sperli Artischocke Vert de Provence
Sperli Artischocke Vert de Provence
Zum Shop
Kiepenkerl Artischocke Cynara cardunculus
Kiepenkerl Artischocke Cynara cardunculus
Zum Shop
Sperli Aubergine Galine, F1
Sperli Aubergine Galine, F1
Zum Shop

Häufige Fragen

Was ist Knollenziest und was macht seine Knollen besonders?
Knollenziest, botanisch Stachys affinis, ist ein winterharter Lippenblütler, von dem du die kleinen Knöllchen isst. Die Knöllchen schmecken leicht nussig und erinnern an Artischocken, Haselnüsse, Topinambur oder Schwarzwurzeln. Ihre dünne Haut musst du nicht schälen. Weil die Knöllchen an der Luft welken und verbräunen, erntest du sie nach Bedarf und verbrauchst sie rasch.
Wann ist der beste Erntezeitpunkt für Knollenziest?
Erntereif ist Knollenziest, wenn Stängel und Blätter abgestorben sind. Das Erntefenster liegt von Oktober bis Dezember. Weil die Pflanze winterhart ist und die Knöllchen im Boden bleiben können, gräbst du sie bei Bedarf auch von November bis April aus. Hol dabei nur heraus, was du rasch verbrauchst, denn an der Luft welken die Knöllchen.
Welche Erntetechnik eignet sich für die empfindlichen Knollen?
Grab Knollenziest vorsichtig mit der Grabegabel aus und setz sie außerhalb der Pflanzstelle an, damit du keine Knöllchen ansticht. Heb die Erde an und lies die Knöllchen von Hand heraus, auch die kleinen. Zurückgelassene Knöllchen treiben erneut aus und können bei zu dichtem Nachwuchs den Ertrag verringern. Nassen Boden betrittst du dabei nicht, weil er sonst verdichtet.
Wie reinigst du Knollenziest nach der Ernte?
Wasch die Knöllchen, die du in die Küche bringst, gründlich in klarem Wasser. Schälen musst du sie nicht, die dünne Haut kann für die Zubereitung dranbleiben. Gewaschen halten sie im Kühlschrank etwa eine Woche. Für eine längere Lagerung in feuchtem Sand wählst du nur gesunde Knöllchen ohne Verletzungen, Schimmel oder Fäulnis.
Worin unterscheidet sich Knollenziest von Topinambur in der Lagerung?
Beide können im Boden bleiben, bis du sie brauchst. Im Kühlschrank hält gewaschener Knollenziest etwa eine Woche. Frische Topinamburknollen bleiben dort in einem geschlossenen Behälter bis zu 4 Wochen frisch. Für eine längere Lagerung kommt Knollenziest in feuchten, sauberen Sand bei höchstens 2 °C und hoher Luftfeuchte.
Zuletzt geprüft:
↑