Gemüse · Kohl · Pflege

Kohl pflegen von Wirsing bis Rosenkohl: hacken, anhäufeln, Schosser erkennen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Flach hacken, solange das Beet nicht gemulcht ist: Das hält Beikraut zurück und vermindert die Verdunstung.
  • Erst hacken, wenn keine Erde mehr an der Hacke haften bleibt.
  • Hohe Arten wie Grünkohl und Rosenkohl am Stängelfuß anhäufeln, Kohlrabi nie.
  • Kühle Temperaturen in der Anzucht können Kopfkohl, Chinakohl und frühen Kohlrabi zum Schossen bringen.
  • Seitentriebe beim Brokkoli nach dem Hauptschnitt sind Nachernte, keine Schosser.
  • Staunässe vermeiden: Feuchte bis staunasse Böden begünstigen bei 20 bis 25 °C die Kohlhernie.
Dicht stehende Weißkohlköpfe mit blaugrünen Umblättern reihen sich im sonnigen Feld
Foto: Quang Nguyen Vinh · Pexels License · Quelle ↗

Kohl steht lange im Beet. Rosenkohl braucht je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage ab der Pflanzung, und Grünkohl erntest du je nach Sorte von Oktober bis März. In dieser Zeit keimt immer wieder Beikraut, hohe Pflanzen brauchen Halt, und mancher Kohl schiebt vorzeitig einen Blütentrieb. Ich gehe deshalb die ganze Saison mit denselben Handgriffen durchs Beet: flach hacken, anhäufeln, auf Schosser achten und dafür sorgen, dass nirgends Wasser steht.

Hier findest du diese Schritte der Reihe nach und dazu eine Übersicht je Kohlart, von Wirsing bis Rosenkohl. Netz, Blumenkohlkopf und Entgipfeln erklärt der Abschnitt Pflege im Kohl-Ratgeber, deshalb reiße ich sie hier nur an. Stehst du noch ganz am Anfang, lies vorher, wie du als Hobbygärtner in den Kohlanbau einsteigst.

Hacken: flach, früh und bei abgetrocknetem Boden

Flaches Hacken hält auf ungemulchten Beeten das Beikraut zurück und vermindert die Verdunstung. Beim Weißkohl entferne ich Beikraut früh und möglichst, bevor es Samen bildet. Rotkohl hacke und jäte ich vor allem zu Kulturbeginn, solange die Jungpflanzen noch klein sind.

Einen festen Rhythmus habe ich dafür nicht. Ich greife zur Hacke, sobald ich zwischen den Reihen keimendes Beikraut sehe. Die Klinge ziehe ich flach durch den Reihenzwischenraum und arbeite mich vorsichtig an den Stängel heran. Pak Choi wurzelt flach, deshalb jäte ich direkt an seinen Pflanzen von Hand.

Häufiger Fehler

Hacken direkt nach dem Regen. Bleibt Erde an der Hacke kleben, ist der Boden noch zu nass zum Bearbeiten. Ich warte, bis er so weit abgetrocknet ist, dass nichts mehr am Gerät haftet.

Wo ich mulche, vermindert die Decke Verdunstung und Verschlämmung. Brokkoli bekommt bei mir eine Rasenschnittauflage von etwa 2 cm. Angetrockneten Rasenschnitt bringe ich nur so hoch aus, dass er den Boden bedeckt, und ergänze ihn dafür öfter.

Liegt ein Kulturschutznetz über dem Beet, soll es bis zur Ernte geschlossen bleiben. Zum Hacken öffne ich es deshalb nur kurz und lege die Ränder danach sofort wieder dicht auf.

Anhäufeln: welche Kohlarten Erde am Stängel bekommen

Beim Anhäufeln ziehe ich lockere Erde aus dem Reihenzwischenraum an den Stängelfuß. Das mache ich bei hohen Arten, die lange im Beet stehen, damit sie fester sitzen. Grünkohl wird 40 bis 100 cm hoch und steht bis in den Winter. Kohlröschen erreichen etwa 80 bis 100 cm. Weißkohl kultiviere ich dagegen eher flach und häufele ihn nicht an.

Es gibt auch niedrige Grünkohlformen mit ungefähr 25 bis 30 cm Höhe. Deshalb entscheide ich am Beet und nicht nach Kalender: Neigt sich eine Pflanze oder steht ihr Stängel lang und frei, bekommt sie Erde. Den Wall forme ich so, dass Regenwasser vom Stängel wegläuft und sich keine Mulde bildet. Die unteren Blätter bleiben dabei frei.

Marias Erfahrung

Ich hacke und häufele in einem Arbeitsgang. Erst ziehe ich die Hacke flach durch die Reihe, dann schiebe ich mit derselben Hacke die gelockerte Erde an die hohen Pflanzen.

Bei Rosenkohl sitzt die Ernte am Stängel, denn die Röschen sind verdickte Blattknospen. Ich häufele ihn deshalb nur am Fuß an, damit die Blattachseln mit den Knospen frei bleiben. Brokkoli setze ich schon beim Pflanzen etwa 2 bis 3 cm tiefer, als er in der Anzucht stand.

Achtung

Kohlrabi häufele ich nie an. Er wird so flach gepflanzt, dass die Keimblätter über der Erde bleiben, und schon beim Pikieren nicht tiefer gesetzt. Erde an der Knolle widerspricht dieser Pflanzweise.

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Schosser erkennen und richtig reagieren

Kurz erklärt

Ein Kohl schießt, wenn er vorzeitig einen Blütentrieb in die Höhe schiebt. Kopfkohl ist zweijährig: Den Kopf bildet er im ersten Jahr, die Samen erst im zweiten.

Warum Kohl zu früh schießt

Ein Blütentrieb im ersten Jahr ist deshalb verfrüht. Der Anstoß kann schon in der Anzucht liegen, denn bei Kopfkohl führen zu niedrige Anzuchttemperaturen zu vermehrtem Schossen. Wer Kopfkohl zu kühl anzieht, riskiert also, dass er die Samenbildung vorzieht und schon im ersten Jahr einen Blütentrieb schiebt. Auch bei Chinakohl, Pak Choi und frühem Kohlrabi spielt Kälte eine Rolle.

Schossen vorbeugen: Auslöser je Kohlart

Kohlart Auslöser Was ich tue
Kopfkohl: Weißkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Wirsing Anzucht unter 16 °C bis zu den Keimblättern, unter 14 °C bis zum Pikieren, unter 11 °C bis zum Pflanzen diese Temperaturen in der Anzucht nicht unterschreiten
Kohlrabi, früh gleichmäßig kühle Tage und Nächte: 12/12 °C gilt als schosskritischer als 22/2 °C auf den ganzen Tag-Nacht-Verlauf achten, nicht nur auf den Nachtwert; für frühen Anbau unter Glas oder Folie eine schossfeste Sorte wie Lanro wählen
Chinakohl 5–8 °C in der Jungpflanzenanzucht wirken besonders schossfördernd im Frühanbau über 15 °C anziehen; für frühen Anbau schossfeste, für lange Sommertage weitgehend tagneutrale Sorten wählen
Pak Choi Kälte nach der Frühjahrsaussaat als Nachkultur ab Mitte Juli säen
Blumenkohl, Frühsorten 7–14 °C im 3–5-Laubblattstadium können eine verfrühte Kopfanlage mit zu wenig Blattmasse auslösen erste Sätze nach dem Pikieren bei 14–16 °C weiterziehen

Wie du Jungpflanzen warm genug anziehst, pikierst und abhärtest, erklärt der Beitrag darüber, wie du Kohlgemüse selbst vorziehst. Die Saatzeiten je Art stehen im Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.

Was ich tue, wenn ein Kohl schießt

Schiebt ein Kohlrabi, Chinakohl oder Kopfkohl einen Blütentrieb, ernte ich die Pflanze zeitnah. Ich verwende dann, was an Knolle, Kopf oder Blättern noch zart ist.

Beim Grünkohl ist ein Blütentrieb im Frühjahr dagegen kein Pflegefehler. Er blüht im April und Mai, und seine Blätter erntest du meist bis ins späte Frühjahr. Der Blütentrieb zeigt also das Ende seiner Erntezeit an. Ich hole dann die letzten Blätter und mache das Beet frei für die nächste Kultur.

Nicht jeder Trieb ist ein Schosser

Beim Brokkoli ist der Blütenstand selbst die Ernte. Du schneidest ihn, solange die Knospen deutlich ausgeprägt, aber noch fest geschlossen sind. Nach dem Schnitt der Hauptrose bildet etwa die Sorte Calinaro weitere Seitentriebe. Bei Sprossenbrokkoli lasse ich beim Ernten einen belaubten Stängelabschnitt stehen, weil aus den Blattachseln neue Seitentriebe entstehen können.

Häufiger Fehler

Seitentriebe beim Brokkoli als Schosser ausbrechen. Nach dem Schnitt der Hauptrose sind sie deine Nachernte.

Hört ein junger Brokkoli nach meist 4 bis 8 Blättern auf, neue Blätter zu bilden, und zeigt er ein trichter- oder nadelförmiges Endblatt, kann genetische Herzlosigkeit dahinterstecken. Das ist kein Schosser.

Staunässe im Kohlbeet erkennen und vermeiden

Kohl braucht gleichmäßig feuchten Boden, aber kein stehendes Wasser. Für Blumenkohl passt ein Boden, der Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser gut ableitet. Chinakohl bevorzugt lockere, tiefgründige Erde ohne Staunässe, und Kohlröschen wollen Boden ohne Wasserstau.

Feuchte bis staunasse Böden begünstigen außerdem Infektionen mit Kohlhernie, besonders bei 20 bis 25 °C. Die Dauersporen des Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Eine Infektion in einem nassen Sommer kann ein Beet also sehr lange belasten. Wie du Kohlhernie erkennst und mit befallenen Pflanzen umgehst, steht im Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.

Ob dein Boden schwer ist, zeigt die Fingerprobe: Leicht feuchter Sandboden zerfällt körnig, toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen. Nach kräftigem Regen schaue ich nach, ob zwischen den Reihen Wasser stehen bleibt.

Mini-Checkliste

So beuge ich Staunässe vor.

  • Reifen Kompost einarbeiten, denn er verbessert bei schweren Böden Krümelstruktur und Durchlüftung.
  • Vor Kohl als Gründüngung Phacelia oder Buchweizen säen, nicht Senf, Ölrettich oder Raps; Gründüngung kann schwere Böden durchlässiger machen.
  • Bestehende Beete mit dem Sauzahn lockern, ohne die Schichten zu wenden; Umgraben ist vor allem bei Neuanlagen und sehr schweren Böden sinnvoll.
  • Den Boden erst bearbeiten, wenn keine Erde mehr am Gerät haftet.
  • Beim Anhäufeln keine Mulde am Stängel formen.
  • Gefäße nur mit freien Ablauflöchern nutzen und bei torffreier Erde vor dem Gießen die Feuchte unter der Oberfläche prüfen.
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Pflege je Kohlart: von Wirsing bis Rosenkohl

Die Handgriffe bleiben gleich, die Schwerpunkte unterscheiden sich je Art. So gehe ich bei den Kohlarten in meinem Beet vor.

Kohlart Anhäufeln bei mir Worauf ich in der Saison achte
Wirsing nein, flach hacken Kompost vor dem Pflanzen, während der Kultur regelmäßig nachdüngen
Weißkohl nein, eher flach kultiviert Beikraut früh und vor der Samenbildung entfernen
Rotkohl nein zu Kulturbeginn hacken und jäten, in Hitzeperioden regelmäßig wässern
Grünkohl ja, am Stängelfuß Wassermangel von Anfang August bis Mitte September vermeiden
Rosenkohl ja, Blattachseln frei lassen Entgipfeln, bei Pflanzung Anfang Juni Mitte September
Kohlröschen ja, Blattachseln frei lassen bei trockenem Boden zusätzlich wässern
Kohlrabi nie, die Knolle bleibt frei Wassermangel vermeiden, damit die Knolle gut ausgebildet wird
Brokkoli beim Pflanzen etwa 2–3 cm tiefer gesetzt Seitentriebe nach dem Hauptschnitt stehen lassen
Blumenkohl nein ab beginnender Kopfbildung Wasser- und Nährstoffmangel vermeiden

Wirsing durch die Saison

Wirsing bildet wie Weiß- und Rotkohl einen geschlossenen Kopf aus Blättern. Ich setze ihn in Reihen mit 40 cm Abstand zwischen den Pflanzen. Zwischen den Reihen lasse ich 50 cm frei, und genau dort arbeite ich mit der Hacke. Vor dem Pflanzen kommt reifer Kompost ins Beet, und während der Kultur dünge ich regelmäßig nach. Mit passender Sortenwahl erntest du Wirsing vom Herbst bis zum Frühjahr.

Wie du bei Weißkohl mehr Ertrag erzielst, liest du im Beitrag zu Ertragstechniken für Weißkohl im Hausgarten.

Gießen, Düngen, Schutz und Ernte in Kürze

Diese Grundlagen reiße ich hier nur an, ausführlich stehen sie im Kohl-Ratgeber.

Netz, Blumenkohlkopf und Entgipfeln

Das Kulturschutznetz legst du direkt nach der Pflanzung auf. Beim Blumenkohl kann ein umgeknicktes oberes Blatt den Kopf weiß halten, und Rosenkohl, der Anfang Juni gepflanzt wurde, wird Mitte September entgipfelt. Wie das im Einzelnen geht, steht im Kohl-Ratgeber unter Pflege.

Gießen

Wie viel Wasser dein Kohl braucht, hängt von Kultur und Sorte, Wetter, Boden sowie Sonne und Wind am Standort ab. Die Bayerische Gartenakademie rät, Gemüse lieber wöchentlich und gründlich mit rund 14 l/m² zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Blumenkohl reagiert bei beginnender Kopfbildung besonders empfindlich auf Wassermangel, mehr dazu im Kohl-Ratgeber unter Gießen.

Düngen

Lagerkohl sowie Weiß- und Spitzkohl für Sauerkraut düngst du in der zweiten Hälfte der Kulturzeit nicht mehr. Bei überwinternden Blumenkohlsorten vermeidest du Stickstoffüberschuss, weil weiches Wachstum Kälteschäden begünstigen kann. Mengen und organische Varianten stehen im Kohl-Ratgeber unter Düngen.

Schädlinge

Überwinterte Kohlerdflöhe erscheinen meist ab April, deshalb kontrolliere ich Saaten und Jungpflanzen ab dann regelmäßig, gern gleich beim Hacken. Welche weiteren Schädlinge Kohl befallen und mit welchem Methodenmix du sie eindämmst, erklärt der Ratgeber zu Kohlschädlingen im Hausgarten.

Mischkultur und Fruchtfolge

Zwischen jungem Blumenkohl kann Frühsalat stehen, wenn du ihn erntest, bevor der Kohl die Reihen schließt. Nachbarlisten sind dabei keine Wirkversprechen, weil sich günstige Wirkungen verschiedener Gemüsearten schwer nachweisen lassen. Gute und schlechte Nachbarn stellt dir der Ratgeber zu Kohlnachbarn im Beet vor, den Fruchtwechsel planst du im Beetplaner.

Ernte

Kohlrabi kann etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein, Rosenkohl erntest du von Oktober bis Februar. Von Grünkohl lässt du bei der ersten Ernte mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk. Die Erntezeiten aller Arten stehen im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.

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Häufige Fragen

Welche Kohlarten eignen sich für Anfänger im Gemüseanbau?
Kohlrabi, Grünkohl und Wirsing eignen sich gut für den Gartenanbau, Blumenkohl stellt höhere Ansprüche. Kohlrabi kann im Hausgarten etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein, sodass du früh ein Ergebnis hast. Grünkohl und Wirsing stehen länger und liefern dir mit passender Sortenwahl Ernte bis in den Winter.
Wie unterscheidet sich die Pflege von Weißkohl und Grünkohl im Garten?
Weißkohl hat einen hohen Stickstoffbedarf, bei dem auch Schwefel und ein passender Boden-pH zählen, und er ist nicht winterhart. Du erntest ihn als ganzen Kopf von Juni bis Oktober. Grünkohl wird 40 bis 100 cm hoch, deshalb häufele ich ihn am Stängelfuß an und Weißkohl nicht. Grünkohl erntest du blattweise und lässt bei der ersten Ernte mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter stehen.
Was sind die wichtigsten Schritte bei der Bodenvorbereitung für Kohlpflanzen?
Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen, und ob du kalken solltest, klärt eine Bodenuntersuchung. Reifer Kompost verbessert schwere Böden in Krümelstruktur und Durchlüftung und hilft sandigen Böden, Wasser zu halten. Bestehende Beete lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Schichten zu wenden, und zwar erst, wenn keine Erde mehr am Gerät haftet.
Wie erkennst du die richtige Erntezeit bei verschiedenen Kohlarten?
Brokkoli schneidest du, solange die Blütenknospen deutlich ausgeprägt, aber noch fest geschlossen sind. Blumenkohl und Weißkohl erntest du von Juni bis Oktober, Wirsing mit passender Sortenwahl vom Herbst bis zum Frühjahr. Grünkohlblätter erntest du meist vom Herbst bis ins späte Frühjahr. Schiebt ein Kohl vorzeitig einen Blütentrieb, ernte ich ihn zeitnah.
Woran erkennst du beim Wachstum, ob deine Kohlpflanzen gesund sind?
Ich schaue beim Hacken jede Pflanze an und achte auf Warnzeichen, die Hinweise sind und keine Diagnosen. Welke mit Wucherungen an den Wurzeln kann auf Kohlhernie hindeuten, vergilbende Grünkohlblätter können auf Wassermangel hinweisen. Hört ein junger Brokkoli nach meist 4 bis 8 Blättern auf, neue Blätter zu bilden, kann genetische Herzlosigkeit dahinterstecken. Ein Blütentrieb im ersten Jahr zeigt dagegen, dass der Kohl vorzeitig schießt.
Welche praktischen Bewässerungsmethoden eignen sich für verschiedene Kohlarten?
Gieß direkt an die Wurzel, denn bei Jungpflanzen beugen rasch abtrocknende Blätter und vermiedene Taubildung dem Falschen Mehltau vor. Die Bayerische Gartenakademie rät, Gemüse lieber wöchentlich und gründlich mit rund 14 l/m² zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Mulch vermindert die Verdunstung, und in Gefäßen mit torffreier Erde prüfst du die Feuchte auch unter der schnell abtrocknenden Oberfläche.
Stimmt es, dass Kohlpflanzen im Winter nicht wachsen können?
Pauschal stimmt das nicht, denn mehrere Kohlarten stehen über Winter im Beet und liefern dann Ernte. Rosenkohl erntest du von Oktober bis Februar, Wirsing mit passender Sortenwahl vom Herbst bis zum Frühjahr. Für winterlichen Grünkohl gelten etwa −10 °C als grober Richtwert der Frosttoleranz, je nach Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung. Bei vielen Grünkohlsorten steigt der Zuckergehalt durch Kälte, Frost ist dafür nicht nötig.
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