Kohlanbau für Einsteiger: welche Kohlarten sich eignen und welche Schritte du brauchst
- Kohlrabi, Grünkohl und Wirsing eignen sich gut für den Einstieg, Blumenkohl stellt höhere Ansprüche.
- Kohlrabi kann im Hausgarten etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein.
- Die meisten Kohlarten werden vorgezogen und als Jungpflanzen ins Beet gesetzt.
- Gegen Kohlerdflöhe kommt direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite aufs Beet.
- Bei vielen Grünkohlsorten erhöht Kälte den Zuckergehalt, Frost ist dafür nicht nötig.

Wenn Einsteiger mich fragen, womit sie im Kohlanbau anfangen sollen, nenne ich zuerst Kohlrabi, Grünkohl und Wirsing. Diese drei eignen sich gut für den Gartenanbau, während Blumenkohl höhere Ansprüche stellt. Bei ihm kann Wassermangel während der Wachstumszeit zu kleinen oder verformten Köpfen führen. Dazu kommt: Überwinterte KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. erscheinen meist ab April, deshalb planst du das Kulturschutznetz gleich mit ein.
Hier siehst du, wann welche Kohlart ins Beet kommt, wie viel Platz sie braucht und welche Grundschritte in deinem ersten Kohljahr anstehen.
Welche Kohlarten eignen sich für den Einstieg?
Für dein erstes Kohljahr empfehle ich dir eine der drei gut geeigneten Arten. Sie unterscheiden sich darin, was du erntest. Kohlrabi wächst zu einer Sprossknolle heran, Grünkohl liefert Blätter, und Wirsing schließt seine Blätter wie Weiß- und Rotkohl zu einem Kopf. Beim Blumenkohl und beim Brokkoli erntest du dagegen die Blütenstände, bevor sie aufblühen.
Kohlrabi, Grünkohl und Weißkohl heißen im Alltag oft Kohlsorten, genau genommen sind es Kohlarten. Sorten sind Züchtungen innerhalb einer Art. Beim Brokkoli wird zum Beispiel Calabrese Natalino für den frühen Anbau geführt, Marathon F1 und Belstar F1 für Sommer- und Herbstsätze.
In der Tabelle stehen oben die drei Einstiegsarten, darunter weitere Kohlarten für später. Plane den Abstand in der Reihe immer zusammen mit dem Reihenabstand, denn erst beides ergibt den Platz, den eine Pflanze bekommt.
| Kohlart | Aussaat | Abstand in der Reihe | Reihenabstand | Ernte |
|---|---|---|---|---|
| Kohlrabi | April bis Juli | 20 bis 50 cm | 25 bis 50 cm | etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung |
| Grünkohl | Mai bis Juli | 40 bis 50 cm | 50 bis 60 cm | Blätter meist vom Herbst bis ins späte Frühjahr |
| Wirsing | je nach früher, sommerlicher oder später Sortengruppe | 40 cm | 50 cm | mit passender Sortenwahl vom Herbst bis zum Frühjahr |
| Weißkohl | April bis Mai | 40 bis 60 cm | 40 bis 60 cm | Juni bis Oktober |
| Rotkohl | April bis Mai | 40 bis 50 cm | 50 bis 60 cm | im Herbst- und Winteranbau ab Spätherbst bis in den Winter |
| Rosenkohl | März bis Mai | 50 cm | 60 cm | Oktober bis Dezember sowie Januar und Februar |
| Brokkoli | früher Satz ab Februar im Gewächshaus, Herbstsatz Vorkultur Anfang bis Mitte Juni | 50 cm | 60 cm | je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung |
| Blumenkohl | Sommerblumenkohl Ende März bis Mitte Mai im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet., Herbstblumenkohl Mitte Mai bis Anfang Juli | 40 bis 60 cm | 40 bis 60 cm | Juni bis Oktober |
Zum Aufhängen neben der Anzucht gibt es die Kohl-Aussaattermine als Druckvorlage. Wenn du erst einmal nur eine Art ganz unkompliziert ausprobieren willst, schau in den Beitrag, wie du einfache Kohlarten selbst anbaust.
Mit Blumenkohl als erster Kohlart starten. Er reagiert zu Beginn der Kopfbildung besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel. Nimm ihn erst dazu, wenn du Gießen und Düngen an Kohlrabi, Grünkohl oder Wirsing geübt hast.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort wird bevorzugt; auch Halbschatten ist geeignet.
- Bodenart
Für Wildkohl eignet sich nährstoffreicher, gut durchlässiger, vorzugsweise alkalischer Boden; auch schwere Lehmböden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Alkalische Böden werden bevorzugt; leicht saure und neutrale Böden sind ebenfalls geeignet.
- Substrat
Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden bevorzugt; auch schwere Tonböden werden vertragen.
- Anbauort
Wildkohl kann an sonnigen Freilandstandorten wachsen und verträgt deutliche maritime Exposition.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Pflanze lässt sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren.
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten von Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl etwa 0,5-1 cm tief säen, den Grünkohl Halbhoher Grüner Krauser etwa 1-2 cm.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig; Wildkohl ist kurzlebig mehrjährig, viele Kulturformen sind zweijährig.
- Verwendung
Die Blätter des Wildkohls sind roh oder gekocht verwendbar; roh können sie etwas bitter schmecken.
Die Kohlarten im Porträt
Kohlrabi: mehrere Sätze in einer Saison
Kohlrabi mag sonnige, aber nicht zu heiße Plätze. Für frühe Sätze wählst du einen Boden, der sich leicht erwärmt. Weil die Aussaat von April bis Juli reicht und Kohlrabi etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein kann, passen mehrere Sätze in eine Saison. Ich säe ihn deshalb nacheinander in mehreren Sätzen, damit nicht alle Knollen gleichzeitig reif werden. Die Sprossknolle isst du roh oder gegart.
Grünkohl: Blätter für die kalte Jahreszeit
Grünkohl säst du von Mai bis Juli. Für die Herbst- und Winterernte pflanzt du ihn von Anfang Juni bis Anfang August. Er bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden, die Wasser gut halten. Von Anfang August bis Mitte September achtest du besonders auf die Bewässerung, denn Wassermangel kann die Blätter vergilben lassen.
Geerntet wird meist vom Herbst bis ins späte Frühjahr. Ich ernte Grünkohl Blatt für Blatt von unten nach oben und lasse bei der ersten Ernte mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk stehen. Bei vielen Sorten fördern niedrige Temperaturen den Zuckergehalt und einen milderen Geschmack, Frost braucht es dafür nicht. Als grober Richtwert verträgt winterlicher Grünkohl etwa −10 °C, abhängig von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung.
Wirsing: Kopfkohl mit zarten Blättern
Bei Wirsing richten sich Aussaat, Pflanzung und Ernte nach der Sortengruppe, also danach, ob du eine frühe, sommerliche oder späte Sorte wählst. Mit passender Sortenwahl erntest du vom Herbst bis zum Frühjahr. Wirsing mag gut durchlässigen, vorzugsweise alkalischen Boden, schwere Böden werden sogar bevorzugt. Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ein und düngst während der Kultur regelmäßig nach. Zarten Frühwirsing kannst du roh als Salat essen, größere Blätter nimmst du für Rouladen.
Weißkohl und Rotkohl: Köpfe für Küche und Vorrat
Beide säst du von April bis Mai. Weißkohl setzt du ins Beet, wenn die Jungpflanzen 5 Blätter haben. Er hat einen hohen Stickstoffbedarf, und du achtest auch auf die Schwefelversorgung und einen passenden Boden-pH. Beim Rotkohl arbeitest du bei der Pflanzvorbereitung Kompost ein. Für den Vorrat wählst du Winterformen, denn sie bilden festere Köpfe und lagern sich besser als die eher lockeren Sommerformen.
In der Küche eignen sich beide als Rohkost und zum Dämpfen und Kochen. Den ganzen Weg beim Rotkohl beschreibe ich im Beitrag, wie du Rotkohl im Hausgarten vom Setzling bis zur Lagerung anbaust.
Blumenkohl und Brokkoli: der zweite Schritt
Beim Blumenkohl löst eine kühle Phase nach der sortenabhängigen Jugendphase die Anlage des essbaren Kopfes aus. Bei Sommerblumenkohl können dagegen zu warme Nächte die Entwicklung des Blumenansatzes beeinträchtigen. Ausgepflanzt wird er, wenn die Jungpflanzen 5 Blätter haben. Für eine gestaffelte Ernte pflanzt du ungefähr alle 2 Wochen einen neuen Satz. Romanesco ist eine grüne Form des Blumenkohls und lässt sich wie er roh oder gekocht verwenden. Jeden Schritt zeige ich dir im Beitrag, wie du Blumenkohl von der Vorbereitung bis zur Ernte anbaust.
Brokkoli kann je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein. Die Blütentriebe schneidest du, bevor sie aufblühen, und auch Blütenstiele und Blätter sind essbar.
Rosenkohl, Pak Choi und Chinakohl
Rosenkohl braucht Geduld: Du säst ihn von März bis Mai und erntest die Röschen von Oktober bis Dezember sowie im Januar und Februar. Schneller geht es bei Pak Choi und Chinakohl, die sich als sehr junges Gemüse schon 6 Wochen nach der Aussaat ernten lassen. Pak Choi wurzelt flach und verträgt Trockenheit schlecht, deshalb hältst du seinen Boden gleichmäßig feucht.
Die Grundschritte für dein erstes Kohljahr
Hier bekommst du jeden Schritt in Kurzform. Ausführlich erkläre ich alle im Kohl-Ratgeber von Standort und Boden bis Ernte und Lagerung, dort stehen auch die Abschnitte, die ich unten nenne.
Wo soll dein Kohlbeet liegen?
Für Kohl eignet sich ein sonniger Platz mit nährstoffreichem, durchlässigem Gartenboden. Empfohlen wird für Kohlkulturen im Garten ein pH-Wert von 6,5 bis 7, und ob du kalken solltest, zeigt eine Bodenuntersuchung. Wie du Boden, pH und Staunässe einschätzt, steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.
Wie planst du die Anbaupause?
Die Empfehlungen zur Anbaupause für Kohl reichen von 3 bis 4 bis zu 4 bis 5 Jahren, und verwandte Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Senf zählen mit. Ich trage jedes Kohlbeet in den Beetplaner für den Gemüsegarten ein, damit ich die Pause über die Jahre sehe. Passende Nachbarn zeigt dir die Mischkultur-Übersicht für Gemüsepartner, die Regeln stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Wie ziehst du Kohl vor und pflanzt ihn aus?
Die meisten Kohlarten ziehst du vor und setzt sie als Jungpflanzen ins Beet. Aussaat, Pikieren, Abhärten und Auspflanzen erkläre ich Schritt für Schritt im Beitrag, wie du Kohlgemüse selbst vorziehst. Die Grundlagen dazu stehen im Kohl-Ratgeber unter Aussaat, Anzucht und Pflanzung.
Warum gehört das Netz gleich aufs Beet?
Überwinterte Kohlerdflöhe erscheinen meist ab April, deshalb lege ich direkt nach Saat oder Pflanzung ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf. Die Ränder beschwere ich rundum, und bis zur Ernte bleibt das Netz geschlossen. Wann die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. und die Raupen kommen und wie du eingreifst, steht im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.
Wie viel musst du gießen?
Kohl gießt du nach Bedarf, denn der Wasserbedarf richtet sich nach Kultur und Sorte, Wetter, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort. Besonders aufmerksam bist du bei Blumenkohl zu Beginn der Kopfbildung und bei Grünkohl von Anfang August bis Mitte September. Die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Gießen; Methoden und Wassersparen zeige ich dir im Beitrag, wie du Kohlgemüse je nach Art und Wachstumsphase bewässerst.
Wann und womit düngst du?
Bei Rotkohl, Rosenkohl, Wirsing und Grünkohl kommt vor dem Pflanzen reifer Kompost ins Beet. Lagerkohl sowie Weiß- und Spitzkohl für Sauerkraut düngst du in der zweiten Hälfte der KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. nicht mehr. Was welche Art braucht, steht im Kohl-Ratgeber unter Düngen.
Was gehört zur Pflege?
Auf ungemulchten Beeten hackst du regelmäßig flach, denn das unterdrückt Beikräuter und vermindert die Verdunstung. Hacken, Anhäufeln und das Entfernen von SchossernSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. erkläre ich im Beitrag, wie du Kohl über die Saison pflegst. Netz, Blumenkohlkopf und das Entgipfeln von Rosenkohl stehen im Kohl-Ratgeber unter Pflege.
Wie beugst du Krankheiten vor?
Die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. befällt die Wurzeln, und ihre DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Du beugst vor, indem du Staunässe vermeidest, die Anbaupause einhältst und befallene Pflanzen samt Wurzeln in den Restmüll gibst statt auf den Kompost. Den Falschen Mehltau und wie du Symptome einordnest, findest du im Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.
Wann erntest du, und wie lagerst du Kohl?
Jede Kohlart hat ihre eigene Erntezeit, die Monate findest du in der Tabelle oben. Woran du den richtigen Zeitpunkt erkennst und wie du Kohl frisch hältst, liest du im Beitrag, wie du Kohl schonend erntest und lange lagerst. Lagerung und Hygiene beim Aufbewahren stehen im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.
Kohl ohne Gartenbeet: Balkon, Kübel und Hochbeet
Auch ohne Gartenbeet kannst du mit Kohl anfangen. Kohlrabi ziehst du auf dem Balkon in einem größeren Gefäß mit Pflanz- oder Blumenerde und gräbst den ErdpresstopfEin Erdpresstopf ist ein kleiner Würfel aus gepresster, feuchter Anzuchterde, ganz ohne Topfwand. Du säst direkt in das vorgeformte Loch und ziehst die Jungpflanze darin plastikfrei vor. dabei ganz ein. Für Grün- und Palmkohl im Kübel sind mindestens 25 l Gefäßvolumen empfohlen, vorzugsweise bei niedrigen Sorten. Setz eine Pflanze je Topf mit 30 cm Durchmesser. Jedes Gefäß braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser an den Wurzeln staut.
Palmkohl ‘Nero di Toscana’ eignet sich für den Kübel und für sonnige bis halbschattige Plätze. Du erntest seine Blätter vom Sommer bis in den Spätherbst, frosthart ist er aber nur bedingt.
Im Hochbeet erwärmt sich die Erde schneller und trocknet dadurch schneller aus, eine Mulchdecke kann den Feuchtigkeitsverlust mindern. Niedrige Grünkohlformen erreichen ungefähr 25 bis 30 cm Höhe und lassen sich dort gut einplanen. Weitere Ideen für wenig Platz findest du im Beitrag, wie du Kohl auf kleinem Raum in der Stadt anbaust.





