Gemüse · Kürbis & Zucchini · Anbau

Ziergurkensamen aussäen: Schritt für Schritt von der Tüte bis zur Jungpflanze

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ziergurken sind vor allem Wildgurken und kein Lebensmittel, iss keine davon.
  • Die Vorkultur beginnt ab Mitte April in Töpfen oder Schalen auf der Fensterbank.
  • In jeden Topf kommen 2 bis 3 Samen.
  • Die Saattiefe liegt bei etwa 2 cm.
  • Die Mischung aus Cucumis-Arten keimt bei 20 bis 25 °C, eine Plastikhaube hält die Luft feucht.
  • Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen etwa 10 bis 14 Tage.
  • Nach dem Auflaufen stehen die Töpfe hell, und je Topf bleibt nur der kräftigste Keimling.
  • Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, erst im Schatten, dann schrittweise in der Sonne.
Hand hält einen orangen Mini-Kürbis über einer Holzschale mit zwei weiteren kleinen Früchten
Foto: Sóc Năng Động · Pexels License · Quelle ↗

Eine Tüte Ziergurkensamen ist schnell gekauft. Ob daraus rankende Pflanzen mit Fruchtschmuck werden, entscheidet sich auf der Fensterbank: Die Samen brauchen gleichmäßige Wärme, feuchte Luft und Geduld. Ich ziehe meine Ziergurken deshalb im Haus vor, weil ich dort Wärme und Feuchte selbst steuern kann. Hier gehst du den ganzen Weg mit, von der Samentüte bis zur abgehärteten Jungpflanze.

Was steckt in einer Tüte Ziergurkensamen?

Kurz erklärt

Als Ziergurken und Fruchtschmuck dienen vor allem Wildgurken wie Cucumis dipsaceus und Cucumis myriocarpus. Dazu kommt die Stachelgurke (Echinocystis lobata), die als Sichtschutz rankt und auch Igelgurke heißt. Die Essgurke ist eine eigene Art, Cucumis sativus.

Die Aussaatwerte in dieser Anleitung gelten für eine Ziergurkenmischung aus Cucumis africanus, C. hirsutus und C. dipsaceus. Diese Cucumis-Arten sind botanisch nicht mit Zierkürbissen gleichzusetzen, deshalb übernimmst du keine Kürbis-Angaben für sie. Steht auf deiner Tüte eine andere Art, haben ihre Angaben Vorrang. Einen Überblick, welche Ziergurken es gibt und wie du sie zur Dekoration nutzt, findest du in einem eigenen Beitrag.

Eines gilt für alle Ziergurken: Sie sind kein Lebensmittel. Cucumis myriocarpus gilt als Gift für Säugetiere, und für Cucumis dipsaceus ist ein Todesfall dokumentiert. Die ebenfalls bestachelte Kiwano (Cucumis metuliferus) ist eine eigene Art mit essbaren Früchten. Weil sich essbare und giftige Arten oft ähneln, entstehen Vergiftungen häufig durch Verwechslung.

Aussaatkalender Kürbis & Zucchini
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Wann säst du Ziergurken?

Die Vorkultur beginnt ab Mitte April. Du säst in Töpfe oder Schalen und stellst sie auf die Fensterbank. Ich nehme dafür einzelne Töpfe, damit ich die Jungpflanzen später nicht aus einer gemeinsamen Schale lösen muss.

Planst du Ziergurken zusammen mit Kürbis und Zucchini, behältst du mit dem Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini zum Ausdrucken den Überblick.

Geht auch die Direktsaat ins Beet?

Direkt ins Beet säe ich Ziergurken nicht. Die Samen keimen bei 20 bis 25 °C, und diese Wärme kann ich im Haus mit dem Thermometer kontrollieren. Willst du es trotzdem im Beet versuchen, dann säe erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden sich erwärmt hat. Wetter und Boden entscheiden über den passenden Termin. Die Angaben auf deiner Samentüte helfen dir bei der Planung.

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Wie bereitest du das Saatgut vor?

Samen aus einer neuen Tüte säe ich trocken aus, Vorquellen gehört bei Ziergurken nicht zu meinem Ablauf. Ältere oder selbst geerntete Samen prüfe ich vorher mit einer Keimprobe. Dafür säst du eine genau abgezählte Zahl Samen aus und zählst, wie viele innerhalb von zwei bis drei Wochen keimen. Das Ergebnis zeigt dir, ob sich die Aussaat lohnt oder ob du neues Saatgut brauchst. Wie du Ziergurkensamen selbst gewinnst, lagerst und testest, steht in einer eigenen Anleitung.

Wie säst du Ziergurken Schritt für Schritt aus?

Mini-Checkliste

Töpfe mit Ablauflöchern, torffreie Aussaaterde, eine Plastikhaube, ein Thermometer, Etiketten mit Stift und eine Gießkanne mit feiner Brause.

  1. Töpfe füllen. Nimm Töpfe mit Ablauflöchern, damit überschüssiges Wasser abfließt und keine Staunässe entsteht. Füll sie mit torffreier Aussaaterde und feuchte die Erde gleichmäßig an.
  2. Samen legen. Leg in jeden Topf 2 bis 3 Samen. Drück sie etwa 2 cm tief in die Erde und deck sie mit Erde zu.
  3. Abdecken. Stülp eine Plastikhaube über den Topf. Die höhere Luftfeuchtigkeit darunter verbessert die Keimbedingungen.
  4. Warm stellen. Stell die Töpfe auf der Fensterbank an einen Platz mit 20 bis 25 °C. Ein Thermometer direkt neben den Töpfen zeigt dir, ob der Platz die Wärme hält.
  5. Feucht halten. Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Fühl vor dem Gießen unter der Oberfläche nach, denn torffreie Erde kann unten noch nass sein, obwohl sie oben trocken wirkt.
Marias Erfahrung

Ich beschrifte jeden Topf gleich nach der Aussaat mit Artnamen und Datum. Weil sich essbare und giftige Arten oft ähneln, will ich später genau wissen, was in welchem Topf wächst.

Wie lange dauert die Keimung?

Wert Ziergurkenmischung (Cucumis-Arten) Stachelgurke (Echinocystis lobata)
Keimtemperatur 20 bis 25 °C 20 bis 22 °C
Keimdauer etwa 10 bis 14 Tage 7 bis 20 Tage

Die Mischung braucht etwa 10 bis 14 Tage. Bei der Stachelgurke können es bis zu 20 Tage werden. Säst du beide, ist ein leerer Stachelgurken-Topf also noch kein Grund zum Nachsäen, wenn die Mischung daneben schon aufgelaufen ist. Saattiefe und Kornzahl für die Stachelgurke entnimmst du deiner Samentüte.

Wie pflegst du die Keimlinge bis zum Auspflanzen?

Licht und Luft

Sobald die Keimblätter die Erde durchbrochen haben, nehme ich die Haube ab. Die Töpfe stelle ich dann an das hellste Fenster, das ich habe. Werden die Stiele lang und dünn, kann das auf zu wenig Licht hindeuten. Kalte Zugluft halte ich von den Keimlingen fern.

Vereinzeln

Laufen in einem Topf mehrere Samen auf, lässt du nur den kräftigsten Keimling stehen. Die übrigen schneide ich dicht über der Erde ab, statt sie herauszuziehen. So bleiben die Wurzeln des verbliebenen Keimlings ungestört.

Gießen

Gieß weiter so, dass die Erde gleichmäßig feucht bleibt, aber nicht nass wird. Im Untersetzer sollte kein Wasser stehen bleiben, damit sich keine Staunässe bildet.

Abhärten und Auspflanzen

Bevor die Jungpflanzen ins Beet ziehen, gewöhnst du sie an draußen. Stell sie tagsüber zuerst in den Schatten und dann Schritt für Schritt in die Sonne. Anfangs holst du sie abends wieder ins Haus, ebenso in kalten Nächten. So gehe ich auch mit vorgezogenen Gurken, Zucchini und Kürbissen vor.

Ausgepflanzt wird erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden warm ist. Ich schaue vorher, ob der Topfballen gut durchwurzelt ist. Das Rankgerüst steht zu diesem Zeitpunkt schon im Beet.

Wie geht es nach dem Auspflanzen weiter?

Ab hier geht es um Beet und Pflege. Diese Themen haben eigene Beiträge, deshalb bekommst du hier nur die Richtung.

Standort und Boden

Ziergurken der Gattung Cucumis sind Gurkenverwandte und gehören damit zur selben Familie wie Kürbis und Zucchini. Für Platz und Boden orientierst du dich an dem, was Kürbisgewächse an Standort und Boden brauchen. Gurke, Kürbis, Zucchini und Melone sollten nicht direkt aufeinander folgen, deshalb setze ich Ziergurken nicht direkt nach Kürbisgewächsen. Deine Beetfolge kannst du mit dem Beetplaner planen.

Rankgerüst

Das Rankgerüst verankerst du fest, bevor du pflanzt, damit die Wurzeln durch den späteren Aufbau nicht verletzt werden. Es muss die Last der Pflanzen und den Wind aushalten. In einem eigenen Beitrag erfährst du, welche Rankgerüste sich für Ziergurken eignen und wie du sie baust.

Pflege, Gießen und Pflanzenschutz

Nach dem Auspflanzen geht es um Gießen, Düngen, Bestäubung und Pflanzenschutz. Das alles findest du in den Tipps dazu, wie du Ziergurken nach der Pflanzung pflegst.

Ernte und Dekoration

Die Früchte erntest und nutzt du als Schmuck, nicht als Nahrung. Ideen, wie du Ziergurken in Deko und Gartengestaltung einsetzt, findest du in einem eigenen Beitrag.

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Häufige Fragen

Was sind Ziergurken und wie unterscheiden sie sich von normalen Gurken?
Ziergurken sind vor allem Wildgurken wie Cucumis dipsaceus und Cucumis myriocarpus, dazu kommt die rankende Stachelgurke (Echinocystis lobata). Die normale Essgurke ist eine eigene Art, Cucumis sativus. Ziergurken dienen als Fruchtschmuck und werden nicht gegessen.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ziergurken-Aussaat und welche Methoden gibt es?
Die Vorkultur in Töpfen oder Schalen auf der Fensterbank beginnt ab Mitte April. Bis die Keimlinge der Mischung aus Cucumis-Arten erscheinen, vergehen etwa 10 bis 14 Tage. Direkt ins Beet säst du erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden sich erwärmt hat.
Warum wird eine Vorzucht im Haus bei Ziergurken empfohlen?
Die Samen keimen bei 20 bis 25 °C, und im Haus kannst du diese Wärme mit einem Thermometer kontrollieren. Unter einer Plastikhaube bleibt die Luft feucht, das verbessert die Keimbedingungen. Außerdem siehst du jeden Keimling einzeln und lässt je Topf nur den kräftigsten stehen.
Welche Besonderheiten sind bei der Frostempfindlichkeit von Ziergurken zu beachten?
Ins Beet kommen Ziergurken erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht und der Boden warm ist. Vorher härtest du die vorgezogenen Pflanzen ab: tagsüber erst im Schatten, dann schrittweise in der Sonne, anfangs und in kalten Nächten wieder im Haus.
Worin unterscheiden sich Ziergurken von Zierkürbissen in der Kultivierung?
Die Ziergurkenmischung besteht aus Cucumis-Arten und ist botanisch nicht mit Zierkürbissen gleichzusetzen, deshalb übernimmst du Aussaatangaben nicht einfach von der anderen Gruppe. Für die Mischung gilt eine Saattiefe von etwa 2 cm. Essen darfst du weder Ziergurken noch Zierkürbisse.
Stimmt es, dass alle Ziergurken giftig sind und nicht gegessen werden dürfen?
Iss keine Ziergurke, denn Ziergurken sind kein Lebensmittel. Cucumis myriocarpus gilt als Gift für Säugetiere, und für Cucumis dipsaceus ist ein Todesfall dokumentiert. Die ebenfalls bestachelte Kiwano ist eine eigene Art mit essbaren Früchten, doch weil sich essbare und giftige Arten oft ähneln, entstehen Vergiftungen häufig durch Verwechslung.
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