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Kürbis & Zucchini

Kürbis und Zucchini anbauen: Arten, Standort, Anzucht, Pflege, Krankheiten, Ernte, Lagerung, Bitterprobe, Kalebassen und Ziergurken im Überblick.

166 RatgeberZuletzt aktualisiert:
Zwei helle Zucchini (Cucurbita pepo) frisch geerntet auf einer Holzscheibe im Garten
Foto: Fatma Gül · Pexels License
Historische botanische Illustration von Kuerbis / Zucchini (Cucurbita pepo) im Stil alter Pflanzenbuecher
Historische botanische Tafel · BHL
Kürbis & Zucchini im November: jetzt ist die Zeit für Ernte.
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Aussaatkalender Kürbis & Zucchini
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Zucchini, die den ganzen Sommer über Früchte nachschieben, und Kürbisranken, die ganze Beete überziehen: Beide gehören zur selben Gattung und stellen ähnliche Ansprüche. Trotzdem kommen jedes Jahr dieselben Fragen. Wann dürfen die Jungpflanzen ins Beet? Warum fallen junge Früchte ab? Woran erkennst du einen reifen Lagerkürbis, und warum gehört eine bittere Zucchini nicht auf den Teller? Auf dieser Seite habe ich das Grundlagenwissen aus meinen Kürbis- und Zucchini-Ratgebern gebündelt, von den drei Kürbisarten über Standort, Anzucht und Pflege bis zu Ernte, Lagerung und Küche, dazu Kalebassen und Ziergurken. Die einzelnen Ratgeber vertiefen jede Art und jedes Thema; hier steht das Gerüst, an dem alles andere hängt.

Kürbis und Zucchini im Kurzporträt: drei Arten und ihre Verwandten

Kürbisse der Gattung Cucurbita sind einjährige Pflanzen, und die Zucchini gehört mit dazu. Die Speisekürbisse dieser Gattung stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Im deutschen Speisekürbishandel dominieren drei Arten. Zum Riesen-Kürbis (Cucurbita maxima) gehören der Hokkaido und der Crown Prince, zum Garten-Kürbis (Cucurbita pepo) die Zucchini und der Spaghettikürbis. Der Moschus-Kürbis (Cucurbita moschata) umfasst Butternut und Muskatkürbis. Die Art zu kennen hilft, denn Aussaatzeit, Platzbedarf und Erntezeit unterscheiden sich von Art zu Art.

Eine zweite Unterscheidung merkst du bei der Ernte: Zucchini erntest du jung, Lagerkürbisse wie den Spaghettikürbis ausgereift vor dem ersten Frost. Beide gehören zum Garten-Kürbis, die Art allein sagt also noch nichts über die Lagerfähigkeit. Neben den drei Cucurbita-Arten gehören Verwandte wie der Flaschenkürbis oder die Kalebasse (Lagenaria siceraria), der Hörnchenkürbis und Ziergurken wie die Stachelgurke (Echinocystis lobata) in diesen Themenbereich.

Standort und Boden: sonnig, warm und nährstoffreich

Riesen-, Moschus- und Flaschenkürbis brauchen einen sonnigen Standort. Genauso zählt die Wärme: Zucchini wachsen bei 18 bis 24 °C besonders günstig. Unter 10 °C findet bei Zucchini kein Wachstum statt. Ein früher Pflanztermin bringt deshalb wenig, solange es draußen kühl bleibt.

Beim Boden liegt der günstige Bereich für die meisten kultivierten Kürbisgewächse, Kürbis und Zucchini eingeschlossen, bei pH 5,5 bis 7,0. Je nach Art und Sorte sind Abweichungen möglich. Für den Garten-Kürbis wird ein nährstoffreiches und gut durchlässiges Substrat empfohlen. Wie es um deinen Boden steht, zeigt eine Standardbodenuntersuchung, die für Gemüsebeete alle 4 bis 5 Jahre üblich ist. Zur Vorbereitung eines Kürbisbeets werden 3,5 kg Kompost oder verrotteter Pferdemist je m² genannt, die du beim Lockern einarbeitest. Das ist eine Gabe zur Beetvorbereitung, keine jährliche Pauschale.

Anzucht und Pflanzung: Termin, Tiefe und Abstand

Die Aussaatzeit liegt beim Garten- und beim Moschus-Kürbis zwischen April und Juni, beim Riesen-Kürbis zwischen April und Juli. Hörnchen- und Flaschenkürbis werden zwischen Mai und Juni gesät. Für die Vorkultur gilt als Planungsrichtwert eine Aussaat etwa 4 Wochen vor dem vorgesehenen Auspflanzen. Zum Planen der Termine kannst du dir den Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini ausdrucken.

Bei der Einzelanzucht von Zucchini kommt 1 Samenkorn in einen Topf mit 7 bis 9 cm Durchmesser. Die Saattiefe liegt je nach Art bei 1 bis 3 cm. Nach der Keimung stehen Zucchini bei 15 bis 18 °C, Kürbisjungpflanzen sehr hell bei 16 bis 20 °C. Ich säe jedes Korn in einen eigenen Topf und stelle die Töpfe nach dem Keimen an das hellste Fenster. Beim Auspflanzen sollten Zucchini-Jungpflanzen höchstens 2 Laubblätter zusätzlich zu den Keimblättern und einen gut durchwurzelten Ballen haben. Ins Freiland kommen die Jungpflanzen erst, wenn es draußen beständig warm ist.

Beim Platzbedarf entscheidet die Wuchsform, deshalb gehören Wuchsform, Abstand in der Reihe und Reihenabstand zusammen. Speisekürbisse brauchen in der Regel keine Rankhilfe, weil sie meist kriechend am Boden wachsen. Buschig wachsende Zucchini ohne Ranken pflanzt du mit 60 bis 100 cm in der Reihe bei 100 cm Reihenabstand. Für buschförmige Zucchini wird auch etwa 1 m² Standfläche je Pflanze genannt. Rankende Kletter-Zucchini wie die Sorte „Black Forest“ leitest du als Jungpflanzen an einer Rankhilfe hoch, der Hersteller nennt für sie 60 cm in der Reihe bei 100 cm Reihenabstand. Für mittelstark rankende Garten-Kürbisse wie den Spaghettikürbis „Pyza“ gibt der Hersteller 80 cm in der Reihe bei 100 cm Reihenabstand an. Mittelstark rankende Hokkaido-Sorten stehen nach Herstellerangabe mit 80 bis 100 cm in der Reihe bei 150 cm Reihenabstand. Für rankende Moschus-Kürbisse nennen die Hersteller 80 bis 100 cm in der Reihe bei 100 bis 150 cm Reihenabstand. Allgemein werden für rankende Speisekürbisse je nach Art und Sorte 1,5 bis 2 m² Standfläche je Pflanze genannt, eine Saatgut-Kulturanleitung setzt für die meist am Boden kriechenden Kürbisse 1 bis 2 m² an. Großwüchsige Sorten des Riesen-Kürbisses ranken stark und bilden 5 bis 10 m lange Triebe. Je nach Wuchstyp der Sorte stehen sie mit 200 bis 250 cm Abstand im Quadrat, also mit gleichem Abstand in der Reihe und zwischen den Reihen. Für die stark rankende Sorte „Atlantic Giant“ nennt der Hersteller etwa 150 cm in der Reihe bei 250 cm Reihenabstand. An Rankgitter oder Rankpyramide gezogene Kürbisse brauchen für Früchte über 4 kg eine Stütze, etwa eine Ablageschale, die du ins Rankgitter einhängst. Innerhalb einer Wuchsform hängt der passende Wert an der Sorte; richte dich nach der Angabe auf der Saatgut-Tüte.

Pflege: Hacken, Bestäubung und Fruchtansatz

Bis sich der Bestand schließt, hältst du den Boden offen: Bei Zucchini wird je nach Unkrautbesatz und Bodenfestigkeit 2- bis 3-mal gehackt. Kürbisblüten werden von Insekten bestäubt, deshalb muss ein Vlies, das du gegen Blattläuse aufgelegt hast, zur Blüte herunter. Eine Ausnahme bilden parthenokarpe, also jungfernfrüchtige Zucchinisorten, die auch ohne Bestäubung Früchte bilden können.

Stoßen Zucchini junge Früchte ab, lohnt der Blick aufs Wetter. Kälte, Nässe, Lichtmangel und starke Unterschiede zwischen Tag- und Nachttemperatur können zum Abstoßen junger Früchte führen. Lichtmangel und Kälte hast du dabei über Standort und Pflanztermin zum Teil selbst in der Hand.

Gießen: regelmäßig ab dem Fruchtansatz

Bei Zucchini ist ab dem Fruchtansatz eine regelmäßige Wasserversorgung besonders wichtig. Als Wasserbedarf werden für Zucchini im Garten etwa 20 l/m² pro Woche angegeben. Wenn du gießt, dann durchdringend: Für Gemüsebeete gelten etwa 20 bis 25 l/m² je Gießgang als allgemeine Gartenempfehlung. Durchdringend heißt, dass das Wasser bis in die Wurzelzone reicht, statt nur die Oberfläche anzufeuchten. Das Wasser gehört an den Fuß der Pflanze, denn zur Vorbeugung gegen Grauschimmel sollen die Blätter möglichst kurz nass bleiben. Ich gieße direkt in den Wurzelbereich und lasse die großen Blätter trocken.

Kurz erklärt

Wochenbedarf und Gießgang messen Verschiedenes. Etwa 20 l/m² pro Woche beschreiben den Gesamtbedarf der Zucchini, und Regen zählt dabei mit. Daraus folgt keine feste Zusatzgabe unabhängig von Niederschlag und Bodenfeuchte. Etwa 20 bis 25 l/m² sind dagegen die Menge für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet. Ob du gießt, entscheidet die Bodenfeuchte.

Düngen: Grundversorgung im Beet, Kalium für die Früchte

Die Grundversorgung legst du bei der Beetvorbereitung an. Ergänzend zur organischen Bodenverbesserung werden für ein Kürbisbeet 50 bis 80 g Hornspäne oder Horngrieß je m² eingearbeitet. Für Zucchini sieht eine organische Düngeempfehlung 3 l Kompost je Pflanze vor. Dazu kommen 30 g Hornmehl je Pflanze, ein festes Intervall zum Wiederholen gehört nicht dazu.

Nachgedüngt wird zurückhaltend. Auf vorbereitetem Boden brauchen Kürbisse meist keine Nachdüngung, und bei Zucchini im Beet ist Zusatzdüngung gewöhnlich nur auf armen Standorten nötig. Anders ist es im Kübel und bei sehr großen Früchten: Dann wird ab dem Anschwellen der ersten Früchte kaliumbetont flüssig gedüngt. Beim Moschus-Kürbis wird kaliumbetonter Dünger ebenfalls ab dem Anschwellen der ersten Früchte genannt, ohne Vorgabe zu Menge oder Intervall. Zier-Flaschenkürbisse werden während der Gartenkultur regelmäßig gedüngt. Für den Hörnchenkürbis im Freiland empfiehlt sich Kompost, bei Bedarf düngst du im Lauf der Saison nach.

Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen statt behandeln

Gegen Echten Mehltau beginnt die Vorbeugung bei der Sortenwahl: Für den Zucchinianbau gibt es Sorten mit intermediärer Resistenz, kurz IR. Intermediär heißt nicht immun, auch diese Sorten können befallen werden. Grauschimmel, ausgelöst durch Botrytis cinerea, entwickelt sich an Zucchini bei 17 bis 23 °C besonders günstig. Eine Luftfeuchte über 97 % begünstigt ihn zusätzlich. Vorbeugend hältst du den Bestand gut durchlüftet und die Zeiten kurz, in denen die Blätter nass sind.

Junge Zucchinipflanzen sind bei feuchtem Wetter besonders durch Schnecken gefährdet. Schützen kannst du sie mit einem Schneckenzaun und indem du die Schnecken morgens unter ausgelegten Brettern absammelst. Bei Blattläusen zählt der frühe Blick: Die Grüne Gurkenblattlaus kann an Kürbis bei Temperaturen über 20 °C innerhalb von 5 bis 10 Tagen eine neue Generation bilden. Vlies kann Blattläuse bis zum Blühbeginn abhalten.

Der Pflanzenschutz im Hausgarten folgt einer Stufenfolge: vorbeugen über Sorte, Standort, Abstand und Fruchtfolge, dann kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Mittel und Dosierungen gehören nicht auf diese Übersichtsseite.

Kürbis und Zucchini im Kübel

Für schwach rankende Kürbissorten mit kleinen Früchten werden Kübel ab 25 l empfohlen. Als optimal gelten 60 l Erdvolumen. Einige schwach rankende Sorten lassen sich bei Platzmangel oder im Kübel gut mit einer Kletterhilfe kombinieren. Im Gefäß ändert sich vor allem die Versorgung. Gedüngt wird dort kaliumbetont flüssig, sobald die ersten Früchte anschwellen, bei Zucchini ebenso wie bei Kürbissen in Kübelkultur. Weil ein Kübel nur begrenzt Erde hat, trocknet er schneller aus als gewachsener Gartenboden. Gießen ist hier Routine, und die Bodenfeuchte prüfst du öfter als im Beet. Auch auf dem Balkon hängt der Fruchtansatz an bestäubenden Insekten; parthenokarpe Zucchinisorten können auch ohne Bestäubung Früchte bilden.

Ernte: Zucchini jung, Lagerkürbisse reif

Die Erntezeit reicht beim Garten- und beim Hörnchenkürbis von Juni bis Oktober, beim Riesen-Kürbis von Juli bis Oktober. Moschus- und Flaschenkürbis erntest du von September bis Oktober. Der Moschus-Kürbis braucht dafür eine lange Saison, für ihn werden 140 bis 180 Tage Kulturdauer genannt.

Gepflanzte Zucchini liefern die erste Ernte ungefähr 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung. Bei direkt gesäten Zucchini und Patissons dauert es etwa 6 bis 8 Wochen bis zu den ersten Früchten. Für zarte, längliche Zucchini reichen die Empfehlungen von 10 bis 15 cm für besonders junge Früchte bis etwa 12 bis 25 cm als breiterem Erntebereich.

Lagerkürbisse wie Spaghettikürbisse sind erntereif, wenn sich der Stiel verfärbt und verkorkt. Geerntet werden sie vor dem ersten Frost und mit unverletztem Stielansatz. Ich schneide Lagerkürbisse deshalb mit einem Stück Stiel ab und hebe sie an der Frucht an, nicht am Stiel.

Lagerung: ganze Kürbisse kühl, Anschnitt in den Kühlschrank

Für die lange Lagerung eignen sich ganze, ausgereifte Kürbisse mit intakter Schale und Stiel. Die Temperaturempfehlungen liegen bei etwa 10 bis 12 °C, andere Empfehlungen nennen 12 bis 17 °C; gelagert wird jeweils trocken. Für ausgereifte Riesenkürbisse im Kleingarten werden 60 bis 70 % relative Luftfeuchte genannt. Ausgereifte Hokkaidokürbisse lassen sich bei geeigneten Bedingungen etwa 4 bis 5 Monate lagern. Voll ausgereifte Spaghettikürbisse können unbeschädigt und sachgerecht gelagert bis zu 9 Monate halten. Früchte mit Verletzungen oder ohne Stiel legst du beim Einlagern deshalb beiseite und verbrauchst sie zuerst.

Häufiger Fehler

Einen angeschnittenen Kürbis aufbewahren wie einen ganzen. Angeschnittene Hälften oder Stücke gehören luftdicht verpackt ins Gemüsefach des Kühlschranks und halten dort einige Tage bis etwa 1 Woche. Monatelang wie ein ganzer Lagerkürbis lässt sich ein angeschnittener Kürbis nicht aufbewahren.

Küche und Sicherheit: erst kosten, dann kochen

Nicht bitter schmeckende Zucchini kannst du roh, gekocht, gegrillt oder gebraten verwenden, nach dem Waschen auch mit Schale. Hokkaido lässt sich samt Schale verarbeiten. Das Fruchtfleisch des Spaghettikürbisses zerfällt nach dem Kochen in lange Fasern, die du mit einer Gabel herauslöst. Auch Zucchiniblüten sind essbar, vor der Zubereitung entfernst du den harten Blütenstempel.

Nach der Nährwerttabelle des Öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs liefern Zucchini im Tabellenmittel etwa 19 kcal je 100 g essbarem Anteil. Roher Kürbis allgemein kommt dort auf etwa 25 kcal je 100 g essbarem Anteil, ohne Bezug auf eine bestimmte Sorte. Das sind Lebensmittelwerte, keine Gesundheitsversprechen: Kürbis und Zucchini sind Gemüse, keine Medizin.

Achtung

Kürbis und Zucchini kostest du vor der Zubereitung roh an, und eine bitter schmeckende Frucht verwendest du nicht. Der bittere Geschmack ist ein Warnsignal für Cucurbitacine, und diese Bitterstoffe werden auch durch hohe Temperaturen beim Garen nicht zerstört. Schmeckt ein fertiges Gericht bitter, wird es deshalb entsorgt. Zierkürbisse dürfen wegen möglicher hoher Cucurbitacingehalte nicht gegessen werden. Wachsen Zierkürbisse in der Nähe, gewinnst du aus Speisekürbissen und Zucchini kein eigenes Saatgut für die nächste Aussaat, sondern nimmst geprüftes Saatgut oder Jungpflanzen aus dem Fachhandel.

Kalebassen: ziehen, trocknen, verarbeiten

Kalebassen, also Flaschenkürbisse (Lagenaria siceraria), ziehst du meist für Deko und Gefäße. Es gibt aber auch bitterstofffreie Speiseformen: Ihre jungen Früchte erntest du bei etwa 10 cm Länge und kochst sie wie kleine Zucchini, nachdem du jede Frucht roh auf Bitterkeit gekostet hast. Ihre Ranken werden 3 bis 4 m und unter günstigen Bedingungen bis 10 m lang. Du pflanzt sie deshalb an ein breites, stabiles Rankgerüst von mindestens 3 m Höhe, denn am Boden liegende Früchte faulen leicht. Die Erntezeit des Flaschenkürbisses liegt im September und Oktober, ausgereift sind Kalebassen hierzulande aber erst ab Oktober und nur in warmen Lagen und günstigen Jahren. Im Freiland reifen vor allem kleine bis mittelgroße Früchte aus. Erntereif sind sie, wenn sich der Fruchtstiel gelb bis braun verfärbt und eintrocknet und die Schale hart ist. Du schneidest sie mit einem Stielstück ab, statt sie abzudrehen, und erntest in jedem Fall vor dem Frost.

Zum Trocknen hängst du jede Frucht einzeln am Stielstück an einem luftigen, frostfreien Ort wie Schuppen oder Dachboden auf. Der Platz sollte möglichst warm und trocken sein, aber nicht in praller Sonne liegen, weil dort die Farben ausbleichen. Je nach Fruchtgröße dauert das Trocknen einige Wochen bis etwa 6 Monate. Zuerst härtet in 1 bis 2 Wochen die Außenhaut aus, die innere Trocknung braucht mindestens weitere 4 Wochen. Fertig ist eine Kalebasse, wenn sie leicht und bräunlich ist und die trockenen Samen beim Schütteln rasseln. Kranke, gedrückte oder unreife, weichschalige Früchte sortierst du vorher aus. Schimmel auf der Außenhaut reibst du mit einem rauen Schwamm und Essig- oder Salzwasser ab; wichtig ist, dass er die verholzte Schicht darunter nicht angreift.

Geöffnet wird die trockene Frucht mit einem scharfen Messer, bei großen Exemplaren mit einer Laubsäge, danach schabst du das eingetrocknete Fruchtfleisch heraus. Die 4 bis 6 mm dicke Schale ist hart und wasserundurchlässig. Mit sehr feiner Stahlwolle oder feinem Schleifpapier geglättet, lässt sie sich bemalen, ritzen oder mit Brandmalerei verzieren, und etwas Wachs oder Öl bringt sie zum Glänzen. So entstehen Gefäße, Vasen, Lampenschirme, Vogelnistkästen oder Rasseln. Kalebassen, die als Zier-Flaschenkürbisse angeboten werden, sind Zierkürbisse und werden deshalb nicht gegessen. Eine afrikanische Unterart enthält außerdem dieselben Bitterstoffe wie die Wildformen und wird deshalb nicht als Nahrung genutzt. Anbau, Trocknen und Basteln vertiefen die Kalebassen-Ratgeber unten.

Ziergurken: Fruchtschmuck, kein Gemüse

Ziergurken sind Fruchtschmuck und nicht essbar. Als Ziergurken dienen vor allem Wildgurken wie Cucumis dipsaceus und Cucumis myriocarpus sowie die Stachelgurke (Echinocystis lobata), die als Sichtschutz rankt. Die Essgurke ist dagegen eine eigene Art, Cucumis sativus. Die Frucht der Stachelgurke ist eine trockene, bestachelte Kapsel, die bei Reife an der Spitze aufspringt, und keine fleischige Frucht wie die Essgurke. Cucumis myriocarpus gilt als Gift für Säugetiere. Für Cucumis dipsaceus ist ein Todesfall nach der Einnahme eines Suds aus zerstoßenen, gekochten Früchten dokumentiert.

Die ebenfalls bestachelte Kiwano (Cucumis metuliferus) ist eine eigene Art mit essbaren Früchten. Weil essbare und giftige Arten einander oft ähneln, entstehen Vergiftungen häufig durch Verwechslung. Dazu kommt, dass der deutsche Name Igelgurke sowohl für Cucumis dipsaceus als auch für die Stachelgurke gebraucht wird; eindeutig ist nur der botanische Name. Ziergurken bleiben deshalb Schmuck und Sichtschutz und kommen nicht in die Küche. Anbau und Pflege der Ziergurken vertiefen die Ratgeber unten.

Fruchtfolge und Mischkultur

Kürbisgewächse sollten nicht Jahr für Jahr auf demselben Beet stehen. Für Zucchini reichen die Empfehlungen von einer Rückkehr frühestens nach 2 Jahren bis zu einem vierjährigen Fruchtwechsel mit Kürbisgewächsen. Beim Moschus-Kürbis wird eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren genannt, beim Hörnchenkürbis von 4 Jahren.

Als Mischkulturpartner für Zucchini gelten Zwiebeln und Bohnen, Kohlgewächse dagegen als ungeeignete Nachbarn. Mischkultur kann unterstützen, eine Garantie für gesunde Pflanzen ist sie nicht. Wo welche Kultur in den kommenden Jahren steht, planst du im Beetplaner, und Nachbarschaften im übrigen Gemüsebeet prüfst du im Mischkultur-Planer.

Zum Vertiefen: die Kürbis- und Zucchini-Ratgeber

Das war das Fundament – für jedes Thema findest du hier den vertiefenden Ratgeber:

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Anzucht & Aussaat

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Gurken, Melonen, Zucchini und Kürbisse vorziehen, abhärten und pflegen

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Zucchini richtig bewässern: Wasserbedarf, Zeitpunkt und Technik

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Häufige Fragen

Wann säst du Kürbis und Zucchini aus?
Beim Garten-Kürbis, zu dem die Zucchini gehört, und beim Moschus-Kürbis liegt die Aussaatzeit zwischen April und Juni, beim Riesen-Kürbis zwischen April und Juli. Für die Vorkultur in Töpfen gilt als Planungsrichtwert eine Aussaat etwa 4 Wochen vor dem vorgesehenen Auspflanzen. Ins Freiland kommen die Jungpflanzen erst, wenn es draußen beständig warm ist, denn unter 10 °C findet bei Zucchini kein Wachstum statt.
Wie viel Platz brauchen Kürbispflanzen?
Das hängt an der Wuchsform. Buschig wachsende Zucchini ohne Ranken pflanzt du mit 60 bis 100 cm in der Reihe bei 100 cm Reihenabstand. Für rankende Speisekürbisse, die meist am Boden kriechen, reichen die Angaben von 1 bis 2 m² Standfläche je Pflanze. Großwüchsige, stark rankende Sorten des Riesen-Kürbisses stehen je nach Wuchstyp mit 200 bis 250 cm Abstand im Quadrat.
Wann erntest du Zucchini?
Zucchini erntest du jung. Gepflanzte Zucchini liefern die erste Ernte ungefähr 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung, bei direkt gesäten Zucchini und Patissons dauert es etwa 6 bis 8 Wochen bis zu den ersten Früchten. Für zarte, längliche Zucchini reichen die Empfehlungen von 10 bis 15 cm für besonders junge Früchte bis etwa 12 bis 25 cm als breiterem Erntebereich. Die Pflanzen schieben den ganzen Sommer über Früchte nach.
Woran erkennst du, dass ein Lagerkürbis wie Hokkaido reif ist?
Bei Lagerkürbissen wie Hokkaido oder Spaghettikürbis zeigt der Stiel die Reife: Erntereif sind sie, wenn sich der Stiel verfärbt und verkorkt. Geerntet werden sie vor dem ersten Frost und mit unverletztem Stielansatz. Schneide sie deshalb mit einem Stück Stiel ab und heb sie an der Frucht an, nicht am Stiel. Früchte mit Verletzungen oder ohne Stiel legst du beim Einlagern beiseite und verbrauchst sie zuerst.
Wie lange lässt sich ein Kürbis lagern?
Für die lange Lagerung eignen sich ganze, ausgereifte Kürbisse mit intakter Schale und Stiel, gelagert wird trocken bei etwa 10 bis 12 °C; andere Empfehlungen nennen 12 bis 17 °C. Ausgereifte Hokkaidokürbisse lassen sich bei geeigneten Bedingungen etwa 4 bis 5 Monate lagern, voll ausgereifte Spaghettikürbisse unbeschädigt und sachgerecht gelagert bis zu 9 Monate. Angeschnittene Stücke gehören luftdicht verpackt ins Gemüsefach des Kühlschranks und halten dort einige Tage bis etwa 1 Woche.
Kann man Zierkürbisse essen?
Nein. Zierkürbisse dürfen wegen möglicher hoher Cucurbitacingehalte nicht gegessen werden. Das gilt auch für Kalebassen, die als Zier-Flaschenkürbisse angeboten werden, denn sie sind Zierkürbisse. Kürbis und Zucchini kostest du vor der Zubereitung roh an: Der bittere Geschmack ist ein Warnsignal für Cucurbitacine, und diese Bitterstoffe werden auch durch hohe Temperaturen beim Garen nicht zerstört. Eine bitter schmeckende Frucht verwendest du deshalb nicht.

Im Frühjahr 1857 pflanzte ich sechs Samen, die mir das Patentamt geschickt hatte und die, glaube ich, mit ‚Poitrine jaune grosse‘ beschriftet waren, großer gelber Kürbis. […] Wer hätte geglaubt, dass in jener Ecke meines Gartens 310 Pfund Poitrine jaune grosse steckten?

Henry David Thoreau, The Succession of Forest Trees (Vortrag 1860), in: Excursions (1860 (Buchausgabe 1863)) · Übers. samen.live · Beleg

Anmerkung: Amerikanische Pfund (je rund 454 g); zusammen etwa 140 kg aus zwei Pflanzen.

Zuletzt geprüft: Quellen: Arten-Hub (Root): Cucurbita maxima, Cucurbita moschata, Cucurbita pepo, Lagenaria siceraria, Hörnchenkürbis, Fachquellen Kürbis- und Zucchinianbau: DLR Rheinpfalz/Gartenakademie Rheinland-Pfalz, Hortipendium, LWG Bayern, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Universität Kassel, Bundeszentrum für Landwirtschaft, Bingenheimer Saatgut, BZfE und Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs (Arten, Herkunft, Lagerung, Küche, Nährwerte), BfR und BZfE (Bitterstoffe, Zierkürbisse, eigenes Saatgut), Fachquellen Wuchsformen, Kalebassen und Ziergurken: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Universität Kassel, Kiepenkerl, Bingenheimer Saatgut, Dreschflegel, LSU AgCenter, BfN FloraWeb, Njoroge und Newton