Ziergurken vermehren: Samen gewinnen, trocknen, lagern und testen
- Samen nur aus voll ausgereiften Früchten nehmen; bei F1-Hybriden können die Nachkommen deutlich anders aussehen.
- Samen in Wasser vergären, im Sieb sauber abspülen und auf Papier vollständig nachtrocknen.
- In beschrifteten Papiertüten kühl und trocken lagern, getrennt von Lebensmitteln.
- Vor der Aussaat eine Keimprobe mit abgezählten Samen machen; unter 50 % gilt die Keimfähigkeit als gering.

Wenn im Herbst die letzten borstigen Ziergurken an den Ranken hängen, steckt in ihnen bereits das Saatgut fürs nächste Jahr. Damit es im Frühjahr keimt, sollte die Frucht voll ausgereift sein, und die Samen brauchen eine gründliche Trocknung und ein kühles, trockenes Lager. Ich gewinne meine Ziergurkensamen selbst und mache vor jeder Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt., statt mich einfach auf eine alte Tüte zu verlassen.
Als Ziergurken dienen vor allem Wildgurken wie Cucumis dipsaceus und Cucumis myriocarpus sowie die Stachelgurke (Echinocystis lobata), während die Essgurke eine eigene Art ist. Welche Ziergurken es gibt und wie du sie zur Dekoration nutzt, zeigt dir der Überblick über die dekorative Vielfalt der Ziergurken.
Welche Ziergurken du selbst vermehren kannst
Bevor du Samen sammelst, schau auf die Saatguttüte vom Frühjahr. Steht dort F1, können die Nachkommen deutlich anders aussehen als die Pflanzen, die jetzt in deinem Beet wachsen. Ein Bio-Siegel hilft bei dieser Frage nicht weiter: Auch im ökologischen Anbau ist Hybridsaatgut möglich, das Siegel sagt also nichts über die Samenfestigkeit aus.
Samenfeste Sorten behalten ihre Eigenschaften, wenn du sie sortenrein vermehrst. Bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. spalten die Nachkommen ab der zweiten Generation stark auf.
Ziergurken gibt es auch als Saatgutmischung mehrerer Arten. Eine solche Mischung besteht zum Beispiel aus Cucumis africanus, C. hirsutus und C. dipsaceus. Ich sammle die samen.liveshalb nach Fruchtform getrennt und beschrifte jede Portion für sich. Was aus den Samen einer Mischung wächst, zeigt sich erst in der nächsten Saison. Für Samen, die du privat und nicht gewerblich nutzt, greift der deutsche Sortenschutz nicht.
Wachsen Zierkürbisse in deiner Nähe, nimm von Speisekürbissen einschließlich Zucchini kein eigenes Saatgut für die nächste Aussaat. Zierkürbisse können hohe Gehalte an Cucurbitacinen haben und dürfen deshalb nicht gegessen werden.
Die Samenfrucht auswählen und ausreifen lassen
In Anbautests in Pillnitz wuchsen viele Cucumis-Arten trotz ihrer Ranken am Boden; an Stäben gezogen bleiben die Früchte einer Cucumis-Mischung dagegen sauber. Wie du Ziergurken von der Pflanzung bis zur Ernte pflegst, steht in den Pflegetipps. Was KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. von ihrem Platz im Garten erwarten, erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber Kürbis und Zucchini.
Für Saatgut lasse ich einige Früchte an der Pflanze voll ausreifen, statt sie für die Deko abzunehmen. Ich wähle dafür typische Früchte von verschiedenen Pflanzen aus und binde einen Wollfaden an den Stiel, damit ich sie bei der Deko-Ernte nicht mitpflücke.
Erntereife Cucumis-Früchte lösten sich in den Pillnitzer Tests meist leicht von der Pflanze. Darauf achte ich bei meinen Samenfrüchten zuerst. Bei Cucumis dipsaceus zeigt die Frucht während der Reife außerdem ein auffälliges Farbspiel.
Die Stachelgurke bildet keine saftige Frucht, sondern eine trockene, bestachelte Kapsel. Bei Reife springt sie an der Spitze auf und entlässt ihre Samen. Weil die Stachelgurke zudem verwildern kann, sammle ich ihre Samen, sobald sich die erste Kapsel öffnet, damit sie in der Tüte landen und nicht im Garten verstreut werden.
Früchte für die Deko erntest du getrennt davon; welche sich wofür eignen, steht im Überblick zur dekorativen Vielfalt weiter oben. Wie du sie für Dekorationen erntest und haltbar trocknest, zeigt die Anleitung zu Ernte und Trocknung von Ziergurken.
Ziergurkensamen herauslösen, vergären und abspülen
Erde zwischen den Borsten lässt sich abwaschen, das erledige ich vor dem Aufschneiden. Dann schneide ich die Frucht längs auf und streife die Samen mitsamt dem Fruchtfleisch in ein Glas mit Wasser.
Bei borstigen Früchten erleichtern dir Handschuhe die Ernte. Ich lasse sie auch beim Aufschneiden an.
Beim Kürbis werden die Samen für Saatgut in Wasser vergoren und danach im Sieb abgespült, und genauso gehe ich bei Ziergurken vor. Zwischendurch nehme ich ein paar Samen heraus und spüle sie probeweise im Sieb ab. Hängt noch Fruchtfleisch daran, bleibt das Glas stehen. Lösen sie sich sauber, gieße ich alles ins Sieb und spüle unter fließendem Wasser, bis nur noch blanke Samen übrig sind.
Das Glas steht bei mir beschriftet und abseits der Küche, damit niemand den Inhalt für etwas Essbares hält. Die samen.liver Stachelgurke kommen dagegen aus einer trockenen Kapsel, deshalb lege ich sie ohne Wasserbad direkt zum Nachtrocknen aus.
Samen vollständig trocknen
Nach dem Abspülen breite ich die Samen auf Küchenpapier aus, jeden für sich, damit sie nicht aneinanderkleben. Selbst geerntete Samen werden vor dem Verpacken auf Papier nachgetrocknet, und zwar vollständig. Ich wende sie ab und zu und lasse sie im trockenen Zimmer liegen, bis sie sich rundum trocken anfühlen und nicht mehr am Papier haften.
Samen eintüten, solange sie sich noch klamm anfühlen. In die Tüte kommen sie erst, wenn sie vollständig trocken sind.
Ziergurkensamen richtig lagern
Die trockenen Samen fülle ich in Papiertüten und beschrifte sie mit Sortennamen und Erntedatum. Gelagert wird kühl und trocken, denn das hilft, die KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. zu erhalten. Das gilt auch für gekaufte Packungen, sobald du sie geöffnet hast.
Wie gut gelagerte Samen noch keimen, zeigt dir die Keimprobe im nächsten Abschnitt. Bei der Stachelgurke mache ich sie in jedem Fall, denn das Lagerverhalten ihrer Samen gilt als unsicher.
Samen vollständig trocken? Papiertüte mit Sortenname oder Fruchtform und Erntedatum beschriftet? Vermerk „Ziergurke, nicht essbar“ darauf? Lagerplatz kühl, trocken und getrennt von Lebensmitteln?
Ziergurken sind kein Lebensmittel, und ihre Samen gehören nicht in die Küche. Unter den Wildgurken gilt Cucumis myriocarpus als Gift für Säugetiere, und für Cucumis dipsaceus ist ein Todesfall nach einem Sud aus den Früchten dokumentiert. Die ähnlich bestachelte Kiwano (Cucumis metuliferus) ist eine eigene Art mit essbaren Früchten. Weil sich essbare und giftige Arten oft ähneln, entstehen Vergiftungen häufig durch Verwechslung, deshalb beschriftest du deine Tüten eindeutig.
Keimprobe: Keimen deine Ziergurkensamen noch?
Für die Keimprobe zählst du Samen genau ab und säst sie probeweise in eine Schale mit Aussaaterde. Ich nehme eine runde Zahl, damit sich der Anteil hinterher leicht ausrechnen lässt. Die Schale steht so warm, wie die jeweilige Art zum Keimen braucht. Gezählt wird, wie viele Samen innerhalb von zwei bis drei Wochen keimen.
| Keimbedingung | Mischung aus Cucumis africanus, C. hirsutus und C. dipsaceus | Stachelgurke (Echinocystis lobata) |
|---|---|---|
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 20 bis 25 °C | 20 bis 22 °C |
| Keimdauer | etwa 10 bis 14 Tage | 7 bis 20 Tage |
| Besonderheit | Eine Plastikhaube über dem Topf verbessert durch höhere Luftfeuchte die Keimbedingungen. | Die Samen brauchen eine Kältephase. |
Die Mischung braucht etwa 10 bis 14 Tage zum Keimen. Wer vorher zählt, hält womöglich Samen für taub, die nur noch Zeit brauchen. Ich zähle deshalb erst am Ende der Probe.
Bei optimaler Lagerung liegt die übliche Keimrate von Saatgut zwischen 50 und 90 %. Unter 50 % gilt die Keimfähigkeit als gering. Keimt wenig, säst du dichter oder nimmst neues Saatgut.
Ich schreibe das Ergebnis der Keimprobe mit Datum auf die Samentüte. Beim Säen im Frühjahr habe ich die Zahl so direkt vor Augen.
Aussaat der eigenen Ziergurkensamen im Frühjahr
Mit dem Ergebnis der Keimprobe weißt du, ob du dichter säen solltest. Eine Cucumis-Mischung aus den drei genannten Arten ziehst du ab Mitte April in Töpfen oder Schalen auf der Fensterbank vor. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, was bei Keimproblemen hilft und wie du die Keimlinge bis zum Auspflanzen bringst, erklärt die Anleitung zur Aussaat von Ziergurkensamen.





