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Ziergurken vs. Essgurken: Warum Ziergurken nicht essbar sind

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ziergurken sind kein Lebensmittel, auch nicht gekocht.
  • Hinter den meisten Ziergurken stecken Wildgurken, die Essgurke ist die eigene Art Cucumis sativus.
  • Für Säugetiere gilt die Wildgurke Cucumis myriocarpus als giftig.
  • Die essbare Kiwano ist bestachelt wie manche Ziergurken, Verwechslungen sind eine häufige Ursache von Vergiftungen.
  • Ziergurken sind botanisch keine Zierkürbisse.
  • Ziergurken der Gattung Cucumis planst du in der Fruchtfolge wie Gurken ein.
Eine Ranke der Igelgurke (Echinocystis lobata) mit Blättern, Blütenständen und den charakteristischen stacheligen Früchten wächst an einem Maschendrahtzaun.
Foto: orestligetka.ukr.net · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Nein, Ziergurken sind nicht essbar, auch nicht gekocht. Einige der Wildgurken, die als Fruchtschmuck ranken, gelten als giftig. Dazu sehen sich essbare und giftige Arten oft zum Verwechseln ähnlich. Ich stecke deshalb schon bei der Aussaat ein Etikett mit dem botanischen Namen in jeden Topf.

Die Unterschiede auf einen Blick

Merkmal Ziergurken Essgurke
Herkunft meist Wildgurken eigene Art, als Gemüse angebaut
Botanik meist Gattung Cucumis mit verschiedenen Arten, Stachelgurke in eigener Gattung Cucumis sativus
Früchte oft bestachelt oder borstig, teils mit Farbwechsel beim Reifen als Gemüse geerntet
Sicherheit manche Arten gelten als giftig, nie essen, auch nicht gekocht vorher roh probieren, Bitteres nicht verwenden
Verwendung Fruchtschmuck, Stachelgurke auch als Sichtschutz Küche
Aussaatkalender Ziergurken
GartenkalenderVorkultur: April; Aussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Oktober; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Woher stammen Ziergurken?

Hinter den meisten Ziergurken stecken Wildgurken, zum Beispiel Cucumis dipsaceus oder Cucumis myriocarpus. Eine Ziergurkenmischung kann etwa aus Cucumis africanus, Cucumis hirsutus und Cucumis dipsaceus bestehen. Zur Gruppe gehört auch die Stachelgurke, die man als rankenden Sichtschutz pflanzt. Die Essgurke trägt dagegen den Artnamen Cucumis sativus und wächst als Gemüse im Beet.

Mythos-Check

„Ziergurken sind bittere Zuchtformen der normalen Gurke.“ Das stimmt nicht. Die Essgurke ist eine Art für sich, Cucumis sativus, und Ziergurken sind in erster Linie andere, wilde Arten. Auch Zierkürbisse sind botanisch nicht dasselbe wie Ziergurken.

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Wie eng sind Ziergurken und Essgurken verwandt?

Meist gehören Ziergurken zur selben Gattung wie die Essgurke, nämlich zu Cucumis. Es sind aber verschiedene Arten mit eigenen Eigenschaften. Die Stachelgurke, auch Igelgurke genannt, steht sogar in einer eigenen Gattung. Die Tabelle ordnet die Namen ein, die dir bei Gurken und Ziergurken begegnen.

Name Botanischer Name Einordnung
Essgurke Cucumis sativus eigene Art, Gemüse
Ziergurke Cucumis dipsaceus Wildgurke, Fruchtschmuck
Ziergurke Cucumis myriocarpus Wildgurke, gilt als giftig für Säugetiere
Ziergurke in Mischungen Cucumis africanus, Cucumis hirsutus Arten einer Ziergurkenmischung, Fruchtschmuck
Stachelgurke, Igelgurke Echinocystis lobata eigene Gattung, rankt als Sichtschutz
Kiwano Cucumis metuliferus eigene Art mit essbaren Früchten, Verwechslungsgefahr
Inkagurke, Hörnchenkürbis Cyclanthera pedata eigene Gattung, Gemüsepflanze mit Tradition in Peru

Auch im Wuchs zeigen sich Unterschiede. Viele Cucumis-Ziergurken breiteten sich in den Pillnitzer Versuchen am Boden aus und kletterten nicht von selbst, obwohl sie Ranken haben. Viele Essgurkensorten erreichen dagegen 1,5 bis 2 m, und so hoch sollte als Richtwert auch ihre Rankhilfe sein.

Gurke, Zucchini, Kürbis und Melone gehören alle zu den Kürbisgewächsen. Plane sie weder unmittelbar nacheinander auf dieselbe Fläche noch direkt nebeneinander. Da Ziergurken der Gattung Cucumis enge Verwandte der Gurke sind, planst du sie in Fruchtfolge und Beet genauso ein wie Gurken. Die Jahresfolge hältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge fest, die Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn.

Woran erkennst du die Früchte?

Cucumis dipsaceus bildet weiche Früchte, dicht besetzt mit Stacheln beziehungsweise durchscheinenden Borsten. Beim Reifen wechseln sie auffällig die Farbe. An der Pflanze fallen die graugrünen Stängel auf, deren Haare steif abstehen.

Bei der Stachelgurke ist die Frucht keine saftige Gurke, sondern eine trockene Kapsel voller Stacheln. Ist sie reif, reißt sie an der Spitze unregelmäßig auf und gibt die Samen frei. Außerdem kann die Art verwildern.

Merkmal der Stachelgurke Maß
Frucht elliptisch, 4 bis 6 cm lang
Stacheln bis 12 mm lang
trockene Kapsel 5 cm lang, 4 cm dick
Blätter handförmig, 5-lappig, bis 20 cm lang
männliche Blüten weiß, in 17 cm langen, etagierten Rispen

Weil die essbare Kiwano ebenso Stacheln trägt wie die als giftig geltende Cucumis myriocarpus, verraten Stacheln nichts über die Essbarkeit. Verlass dich deshalb auf den botanischen Namen auf dem Etikett.

Achtung

Iss keine Frucht aus einer Ziergurkenmischung, auch wenn sie einer Kiwano gleicht. Die Kiwano, Cucumis metuliferus, ist eine eigene Art. Essbare und giftige Arten sehen sich oft ähnlich, und Vergiftungen gehen häufig auf genau so eine Verwechslung zurück.

Warum sind Ziergurken nicht essbar?

Für deine Sicherheit zählen vor allem die Bitterstoffe, die in einer Frucht stecken können.

Kurz erklärt

Cucurbitacine sind die Bitterstoffe der Kürbisgewächse. Vier davon, C, D, E und I, gelten als giftig. Pflanzen mit diesen Stoffen meidest du, denn wer sie isst, kann krank werden oder sogar sterben.

Cucumis myriocarpus zum Beispiel wird als giftig für Säugetiere eingestuft. Bei Cucumis dipsaceus ist sogar ein Todesfall dokumentiert: Eingenommen wurde ein Sud aus zerstoßenen, gekochten Früchten. Weil Garen Cucurbitacine nicht zerstört und dieser Fall gekochte Früchte betraf, macht auch Kochen Ziergurken nicht essbar.

Für Kürbis und Zucchini gilt in der Küche eine klare Regel: vor der Zubereitung roh kosten. Schmeckt die Frucht bitter, verwendest du sie nicht. Ein bitter schmeckendes Gericht entsorgst du ganz, denn durch Erhitzen wird es nicht genießbar. Ich mache diese Probe auch bei Gurken aus meinem Garten.

Wofür nutzt du Ziergurken und wofür Essgurken?

Ziergurken nutzt du als Fruchtschmuck und für Dekorationen, die Stachelgurke rankt außerdem als Sichtschutz. Die Essgurke gehört in die Küche. Ideen für Deko mit Ziergurken, saisonal und als Bastelprojekt, findest du bei den Dekoideen mit Ziergurken für jede Jahreszeit. Für Ernte und Trocknung gibt es eine eigene Anleitung, wie du Ziergurken erntest und haltbar trocknest.

Marias Erfahrung

Borstige Ziergurken ernte ich mit Handschuhen. Ich lege sie in einen eigenen Korb und nie zu Gurken und Zucchini für die Küche. Schalen mit Ziergurken stelle ich außerhalb der Küche auf.

Und der Anbau?

Ziergurken sind wärmebedürftig: In Pillnitz litten die Jungpflanzen unter kühlen Nächten, aber auch unter starker Sonne. Welche Arten es gibt und wie du sie aussäst, pflegst und an Rankhilfen ziehst, zeigen der Überblick über Ziergurken-Arten und ihren Anbau und die Anleitung zu Standort, Aussaat und Rankhilfen für Ziergurken. Die Grundlagen für die ganze Familie findest du bei Standort, Pflege und Krankheiten von Kürbis und Zucchini.

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Häufige Fragen

Was sind die grundlegenden Unterschiede zwischen Ziergurken und essbaren Gurken?
Die Essgurke ist eine eigene Art, Cucumis sativus, und wird als Gemüse angebaut. Ziergurken sind dagegen meist Wildgurken, etwa Cucumis dipsaceus oder Cucumis myriocarpus, dazu kommt die rankende Stachelgurke. Die oft bestachelten Früchte der Ziergurken sind Fruchtschmuck und kein Lebensmittel. Weil manche dieser Arten als giftig gelten, isst du Ziergurken nicht, auch nicht gekocht.
Warum gehören sowohl Ziergurken als auch essbare Gurken zur Familie der Kürbisgewächse?
Meist gehören Ziergurken wie die Essgurke zur Gattung Cucumis, sie sind also nahe Verwandte. Gurke, Kürbis, Zucchini und Melone zählen gemeinsam zu den Kürbisgewächsen. Die Stachelgurke steht dagegen in einer eigenen Gattung, Echinocystis. Botanisch sind Ziergurken auch nicht dasselbe wie Zierkürbisse.
Welche gefährlichen Bitterstoffe enthalten Ziergurken und warum sind sie nicht essbar?
Gemeint sind Cucurbitacine, die Bitterstoffe der Kürbisgewächse. Als giftig gelten die Cucurbitacine C, D, E und I, und Pflanzen mit diesen Stoffen zu essen, kann krank machen oder tödlich enden. Cucumis myriocarpus wird als giftig für Säugetiere eingestuft, und nach einem Sud aus gekochten Früchten von Cucumis dipsaceus ist ein Todesfall dokumentiert. Kochen macht Ziergurken also nicht essbar.
Stimmt es, dass alle bitteren Gurken giftig sind?
Ob eine bittere Frucht im Einzelfall schadet, kannst du in der Küche nicht beurteilen. Für Kürbis und Zucchini gilt deshalb eine klare Regel: vor dem Kochen ein rohes Stück probieren, und ist es bitter, bleibt die Frucht draußen, ein bitteres Gericht ebenso. Ich halte es bei Gurken aus meinem Garten genauso. Ziergurken kommen ohnehin nie in die Küche.
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