Organisch düngen bei Zwiebeln: Kompost, Mist, Horn und Jauche richtig einsetzen
- Reifer Kompost ist die Grundlage: etwa 3 l je m² und Jahr, im Frühjahr vor Saat oder Pflanzung oberflächlich eingearbeitet.
- Frischen Kompost und frischen Mist meidest du bei Zwiebeln, weil beides Zwiebelfliegenbefall begünstigen kann.
- Horndünger liefert je nach Produkt etwa 10 bis 14 % Stickstoff und wird spätestens Ende August ausgebracht.
- Pflanzenjauche wirkt rasch, ihr Nährstoffgehalt schwankt, und eine allgemeingültige Menge oder Frequenz gibt es nicht.
- Auch organische Dünger können überdosiert schaden: Zu viel oder zu später Stickstoff kann die Abreife verzögern.

Organischer Dünger klingt im Zwiebelbeet nach der sicheren Seite. Das gilt aber nur, wenn Reife und Menge stimmen. Frischer Kompost oder Mist kann den Befall durch Zwiebelfliegen begünstigen, und zu viel oder zu später Stickstoff kann die Abreife verzögern. Ich baue die Versorgung meiner Zwiebeln deshalb auf reifem Kompost auf und entscheide über jede weitere Gabe erst nach einer Bodenuntersuchung.
Organische Dünger wie Kompost, Mist und Horn enthalten ihre Nährstoffe organisch gebunden. Bevor die Zwiebeln sie aufnehmen können, müssen diese Nährstoffe freigesetzt werden. Das hängt vom Wetter ab: Bei feuchtwarmer Witterung nimmt die Freisetzung zu, bei Frost, Trockenheit und Staunässe ist sie eingeschränkt. Schneller geht es bei PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung., deren Nährstoffe rasch verfügbar sind.
Welche organischen Dünger passen zu Zwiebeln?
Für das Zwiebelbeet kommen diese organischen Dünger infrage, jeder mit einer eigenen Aufgabe:
| Dünger | Was er liefert | So setzt du ihn ein | Darauf achtest du |
|---|---|---|---|
| Reifer Kompost | vor allem Phosphor, Kalium und SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe.; fördert Bodenleben und BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. | im Frühjahr vor Saat oder Pflanzung oberflächlich einarbeiten | nur vollständig verrottet; bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten weniger |
| Verrotteter Mist | Grunddüngung, alternativ zu reifem Kompost | vor der Pflanzung einarbeiten | nie frisch, weil frischer Mist Zwiebelfliegenbefall begünstigen kann |
| HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. (Hornspäne, Hornmehl) | Stickstoff, je nach Produkt etwa 10 bis 14 % | zur Saat oder Pflanzung | spätestens Ende August ausbringen |
| Pflanzenjauche | rasch verfügbare Nährstoffe, Gehalt schwankt | mit dem Gießwasser auf feuchten Boden | keine allgemeingültige Menge oder Frequenz; feuchte Blätter aussparen |
| Gründüngung (Lupine, Phacelia, Gelbsenf) | Stickstoffnachlieferung, die du bei der Zwiebeldüngung anrechnest | flach einarbeiten, dann meist zwei bis drei Wochen bis zur Saat oder Pflanzung warten | Gelbsenf ist ein Kreuzblütler |
Den Nährstoffbedarf selbst, also welche Nährstoffe Zwiebeln brauchen und wie du ihren Bedarf deckst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte nährstoffreich sein, Feuchtigkeit speichern und dennoch gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Hochbeet, im Topf, im Balkonkasten oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Saatbeet für die Aussaat sorgfältig vorbereiten.
- Düngung
Für Speisezwiebeln reicht meist vor der Pflanzung eingearbeiteter reifer Kompost oder verrotteter Mist. Im Herbst gepflanzte Zwiebeln auf nährstoffarmem Boden im Spätwinter stickstoffbetont versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig und überdauert mit unterirdischen Organen.
- Verwendung
Die Zwiebeln können roh, gegart oder als Würze für Suppen, Eintöpfe und andere Speisen verwendet werden.
Kompost und Mist: die Grundversorgung
Reifer Kompost
Kompost ist bei mir die Grundlage jeder Zwiebeldüngung. Als Faustzahl für Gemüsebeete gelten etwa 3 l reifer Kompost je m² und Jahr. Du arbeitest ihn im Frühjahr vor Saat oder Pflanzung oberflächlich ein. Zeigt die Bodenuntersuchung stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Menge ein.
Kompost liefert vor allem Phosphor, Kalium und Spurenelemente. Zusätzlichen Stickstoff ergänzt du nur, wenn die Kultur ihn braucht. Daneben wirkt Kompost auf den Boden selbst: Schwere Böden werden lockerer, leichte speichern Wasser und Nährstoffe besser. Außerdem fördert er das Bodenleben und bringt organische Gartenreste zurück in den Nährstoffkreislauf. Für Speisezwiebeln reicht meist reifer Kompost oder verrotteter Mist, vor der Pflanzung eingearbeitet.
Ich arbeite den Kompost mit der Grabgabel flach ein, sobald der Boden beim Bearbeiten nicht mehr schmiert. Vor einer Zwiebelaussaat bleibt es beim flachen Einarbeiten, weil der Boden unmittelbar vor der Saat nicht mehr tief gelockert werden soll.
Ins Zwiebelbeet gehört nur vollständig verrotteter Kompost. Frischer Kompost kann genau wie frischer Mist den Befall durch Zwiebelfliegen begünstigen.
Verrotteter Mist
Verrotteter Mist ist für Zwiebeln eine Alternative zum Kompost und kommt ebenfalls vor der Pflanzung in den Boden. Frisch hat er im Zwiebelbeet aus demselben Grund nichts zu suchen wie frischer Kompost. Wie viel Mist dein Beet verträgt, richtet sich nach Bodenuntersuchung, Nährstoffvorrat und den übrigen Kompost- oder Düngergaben. Mist, den ich frisch vom Hof bekomme, setze ich erst auf den Komposthaufen und bringe ihn verrottet aus.
Horndünger: Stickstoff gezielt ergänzen
So wirkt Horn
Brauchen deine Zwiebeln über den Kompost hinaus Stickstoff, kommt Horndünger infrage. Er enthält je nach Produkt etwa 10 bis 14 % Stickstoff. Fein gemahlenes Horn, also Hornmehl, setzt seinen Stickstoff schneller frei als grobe Hornspäne. Wie rasch das geschieht, hängt auch vom Wetter ab: Feuchtwarme Witterung fördert die Freisetzung, Trockenheit schränkt sie ein.
Den pflanzenverfügbaren Stickstoff im Boden erfasst eine gesonderte Nmin-Untersuchung. Die übliche Gartenbodenuntersuchung misst Phosphor, Kalium und pH.
Menge und Termin
Horndünger enthält je nach Produkt etwa 10 bis 14 % Stickstoff, 100 g Dünger also rechnerisch 10 bis 14 g GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist.. Für Zwiebeln gelten höchstens 50 g Horndünger je m² zur Saat oder Pflanzung als Orientierungswert, den du verringern kannst. Dieser Wert setzt phosphat- und kalireiche Gartenböden voraus, die jährlich 3 l Kompost je m² bekommen. Liegt der Humusgehalt über 4 %, sind nur 25 % dieser Menge als Frühjahrsstartgabe vorgesehen. Den Humusgehalt beauftragst du bei einer Standardbodenuntersuchung gewöhnlich gesondert.
Horndünger gibst du zur Saat oder Pflanzung. Auch für Herbstkulturen soll er spätestens Ende August ausgebracht sein. Herbststeckzwiebeln kommen aber erst von Ende September bis Anfang Oktober in die Erde, zur Herbstpflanzung streust du also kein Horn mehr.
Ich wiege den Horndünger für das Zwiebelbeet ab, statt ihn aus der Tüte zu streuen. Die Menge notiere ich zusammen mit Kompostgabe und Gründüngung in meinem Gartenheft. So sehe ich im Folgejahr, was das Beet schon bekommen hat.
Pflanzenjauche: rasch verfügbar, schwer zu bemessen
Pflanzenjauchen sind organische Flüssigdünger mit rasch verfügbaren Nährstoffen. Wie viel darin steckt, schwankt je nach Ausgangspflanzen und Erntezeit. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Düngefrequenz gibt es deshalb nicht. Maßgeblich sind der Bedarf deiner Zwiebeln und der Nährstoffvorrat im Boden.
Ausgebracht wird Jauche mit dem Gießwasser, und zwar auf feuchten Boden. Feuchte Blätter sparst du aus, weil sonst Ätzschäden möglich sind. Ich gieße Jauche morgens mit der Kanne direkt an den Boden zwischen den Reihen, nachdem ich das Beet gewässert habe. Ob der Boden feucht genug ist, prüfst du unter der Oberfläche; wie das geht und wie viel Wasser Zwiebeln brauchen, zeigt der Gießratgeber.
Weil Jauche mit dem Gießwasser kommt und Zwiebeln zur Abreife im Hochsommer trockener stehen sollen, gehört sie in die Wachstumszeit und nicht in die Abreife.
Gründüngung vor Zwiebeln
Gründüngung wächst als organischer Dünger direkt auf dem Beet, bevor die Zwiebeln kommen. Als passende Gründünger für Zwiebeln gelten Lupine, Phacelia und Gelbsenf. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und fügt sich deshalb unkompliziert in die Fruchtfolge ein. Gelbsenf ist dagegen ein Kreuzblütler und braucht zu Kohl, Rettich und Radieschen einen Anbauabstand von drei bis fünf Jahren.
Abgefrorene Gründüngung räumst du im Frühjahr ab und rechst das Beet anschließend glatt. Arbeitest du sie stattdessen flach ein, wartest du meist zwei bis drei Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung. Den Stickstoff, den die eingearbeitete Gründüngung nachliefert, rechnest du bei der Düngung der Zwiebeln an.
Stroh, Holzhäcksel oder Sägespäne als Mulch zwischen die Zwiebelreihen legen. Solche stickstoffarmen Materialien können bei ihrer Zersetzung Stickstoff im Boden festlegen und den Pflanzen entziehen. Rindenmulch ist wegen wachstumshemmender GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. für Gemüsebeete ohnehin ungeeignet.
Knoblauch, Schnittlauch, Porree und das Hochbeet
Ziehst du neben Zwiebeln auch ihre Verwandten, versorgst du sie etwas anders. Für Knoblauch werden im Frühjahr etwa 5 l Kompost je m² empfohlen, vorher sollte eine Bodenuntersuchung stehen. Schnittlauch bekommt Kompost als Grunddüngung im zeitigen Frühjahr. Erntest du ihn häufig, kann er in der Wachstumszeit von ergänzender Düngung profitieren, etwa mit Hornmehl nach den Ernteschnitten. Eine feste Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht. Porree zählt zu den Starkzehrern und gedeiht besonders gut auf Boden, der schon für die Vorkultur gut mit Nährstoffen versorgt wurde.
Ein Hochbeet, das klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde aufgebaut ist, setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei. Das passt zu Starkzehrern wie Porree. Zwiebeln sind MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate., und zu viel Stickstoff kann ihre Abreife verzögern. Stehen sie im ersten Hochbeetjahr, gibst du Horn deshalb nur, wenn eine Nmin-Untersuchung Bedarf zeigt.
Organisch oder mineralisch?
Mineralische Dünger wirken meist rasch, umhüllte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. geben ihre Nährstoffe schrittweise ab. Düngst du überwiegend mineralisch, braucht der Boden für seine Struktur trotzdem organisches Material. Ob du Zwiebeln organisch, mineralisch oder kombiniert düngst und was das für Lagerfähigkeit und Umwelt bedeutet, wägt ein eigener Ratgeber ab.
Machen Effektive Mikroorganismen organische Dünger wirksamer? In den Bamberger Gemüsebauversuchen der LWG ließ sich ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis für Effektive Mikroorganismen nicht erbringen. Ich setze im Zwiebelbeet deshalb auf reifen Kompost und eine Bodenuntersuchung statt auf solche Zusätze.
Düngung ist nur ein Teil des biologischen Gärtnerns. Wie du Zwiebeln biologisch anbaust, von der eigenen Saatgutgewinnung bis zu den Anforderungen einer Bio-Zertifizierung, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Zeitpunkt, Menge und Überdüngung in Kürze
Für den Bioanbau wird der Hauptnährstoffbedarf von Zwiebeln im Mai und Juni angegeben, bei gesäten Beständen im Juni und Juli. Welcher Dünger in welcher Menge passt, richtet sich nach Bodenuntersuchung, Nährstoffvorrat und den Gaben, die das Beet schon bekommt. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung schaden: Zu viel oder zu später Stickstoff kann die Abreife verzögern, Unkraut fördern und die Lagerfähigkeit verschlechtern. Wie du Termin und Menge bestimmst und den Dünger ausbringst, vertieft der Ratgeber zu Zeitpunkt und Methoden beim Zwiebeldüngen.
Boden und Fruchtfolge in Kürze
Speisezwiebeln wollen einen fruchtbaren, feuchtigkeitsspeichernden und trotzdem gut durchlässigen Boden, im Hausgarten mit einem pH-Wert von 6 bis 7. Ob du kalken musst, hängt vom gemessenen pH-Wert, von Bodenart und Humusgehalt ab; mehr dazu im Überblick zu Standort, Boden und Klima für Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
Speisezwiebeln sollen nur alle 4 bis 5 Jahre auf derselben Fläche stehen, wobei Porree, Schnittlauch und Knoblauch mitzählen. Als Vorkultur eignen sich organisch gedüngte Kulturen wie Sellerie, Kohl oder Kartoffeln. Den Wechsel über die Jahre planst du mit dem Beetplaner für dein Gemüsebeet, und welche Nachbarn zu Zwiebeln passen, zeigt die Mischkultur-Übersicht.





