Alle Fachwörter im Glossar

Stickstoffbindung

Stickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können.

Pflanzen können Stickstoff aus der Luft nicht direkt nutzen. Schmetterlingsblütler (Leguminosen) wie Bohnen, Erbsen und Klee haben dafür Partner im Boden: Knöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt. Sie dringen über die Wurzelhaare ein, an den Wurzeln entstehen kleine Verdickungen, die Wurzelknöllchen. Darin wandeln die Bakterien Luftstickstoff in Ammonium um und bekommen im Gegenzug Zucker aus der Photosynthese. Genau genommen bindet also nicht die Pflanze den Stickstoff, sondern die Bakterien.

Leguminosen hinterlassen einen mit Stickstoff angereicherten Boden, der sich gut für Starkzehrer wie Kopfkohl, Tomate oder Kürbis eignet. Als Gründüngung schneidest du sie kurz über dem Boden ab, statt sie auszureißen, damit die Wurzelknöllchen in der Erde bleiben. In stickstoffreicher Erde bilden sich deutlich seltener Knöllchen, mineralische Stickstoffdüngung unterdrückt sie sogar.

Beispiel aus dem Garten

Nach der letzten Ernte grabe ich eine Buschbohne vorsichtig aus und schaue mir die kleinen Knöllchen an den Wurzeln an, denn dort findet die Stickstoffbindung statt. Die übrigen Pflanzen schneide ich knapp über dem Boden ab und lasse die Wurzeln in der Erde. Auf dieses Beet plane ich im nächsten Jahr Kohl ein.

Quelle: gartenfreunde.de – Was sind Knöllchenbakterien? (Agnes Pahler), Abschnitte „Der Weg in die Wurzel“ bis „Praktische Gründüngung“. Geprüft am .

Mehr dazu in unseren Ratgebern

Verwandte Begriffe