Hülsenfrüchte düngen: So versorgst du Bohnen und Erbsen nach Bodenbefund
- Als Schwachzehrer kommen Bohnen und Erbsen auf ausreichend versorgtem Boden ohne zusätzlichen Dünger aus.
- Die meisten Hülsenfrüchtler können Stickstoff mit Knöllchenbakterien selbst binden, bei Puffbohnen und Soja kann zusätzlicher Stickstoff die Knöllchen sogar behindern.
- Eine Bodenuntersuchung etwa alle 4 bis 5 Jahre erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, Magnesium lässt du ergänzen.
- Zeigt der Befund Bedarf, sind 1 bis 3 l Kompost je m² im Jahr ein Richtwert; Linsen und Kichererbsen nimmst du davon aus.
- Gelbe oder welke Blätter sind nur Hinweise, denn auch Hitze, Nässe, Verdichtung oder Krankheiten können dahinterstecken.

Wer Bohnen und Erbsen düngt wie Starkzehrer, bringt vor allem Stickstoff ins Beet. Genau den können die meisten Hülsenfrüchtler mithilfe von Knöllchenbakterien selbst aus der Luft binden. Was ihnen tatsächlich fehlen kann, zeigt der Bodenbefund zuverlässiger als ein gelbes Blatt. Ich schaue deshalb vor jeder Gabe zuerst in den letzten Befund und entscheide danach, ob überhaupt etwas aufs Beet kommt.
Welche Arten zu den Hülsenfrüchten zählen und wie sie wachsen, erklärt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte. Hier geht es um die Versorgung: welche Nährstoffe die Pflanzen brauchen, wie du den Bedarf misst und wie du Mangel oder Überdüngung korrigierst.
Welche Nährstoffe brauchen Hülsenfrüchte?
Zu den HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft.. SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. brauchen Pflanzen in viel kleineren Mengen, und im Gartenboden sind sie meist ausreichend vorhanden. Bei den meisten Hülsenfrüchten liefern Knöllchenbakterien den Stickstoff, deshalb brauchen zum Beispiel Erbsen in der Regel keine Stickstoffgabe. Bohnen und Erbsen zählen zu den Schwachzehrern: Ist der Boden ausreichend versorgt, düngst du sie nicht zusätzlich.
| Nährstoff | Rolle bei Hülsenfrüchten | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Stickstoff | Die meisten Hülsenfrüchtler können Luftstickstoff mit Knöllchenbakterien binden. | In der Regel nicht düngen, bei Bohnen keine reine Stickstoffdüngung |
| Phosphor | Wichtig für den Energiehaushalt, hilft bei Erbsen und Puffbohnen den Knöllchenbakterien bei der StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. | Nur ergänzen, wenn der Bodenbefund einen Bedarf zeigt |
| Kalium | Sorgt bei Erbsen und Puffbohnen für eine bessere Wassereffizienz | Bei Busch-, Stangen- und Feuerbohnen auf die Kaliumversorgung achten |
| Magnesium | Hauptnährstoff | Bodenuntersuchung um Magnesium ergänzen lassen |
| Calcium | Hauptnährstoff | Über eine Kalkung entscheidet der gemessene pH-Wert |
| Schwefel | Hauptnährstoff | In österreichischen Anbauerfahrungen mit Bio-Sojabohnen keine signifikante Ertragssteigerung durch zusätzlichen Schwefel |
| MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. | Für die Stickstofffixierung durch Knöllchenbakterien erforderlich | Mangel ist im Ackerbau sehr selten |
Mehr Phosphor, mehr Blüten? Im Energiehaushalt der Pflanze spielt Phosphor eine wichtige Rolle. Eine zusätzliche Gabe fördert Blüten und Früchte aber nicht pauschal. Ich gebe Phosphor deshalb nur, wenn der Befund einen niedrigen Gehalt zeigt.
Was brauchen Bohnen, Erbsen, Puffbohnen und Soja im Einzelnen?
Die Tabelle zeigt, worauf du je Art beim Düngen achtest und welcher Boden-pH passt.
| Art | Düngung | Boden-pH |
|---|---|---|
| Buschbohne | keine reine Stickstoffdüngung, kein frischer StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. und keine Jauche unmittelbar zur Kultur, Kaliumversorgung beachten | 5,8 bis 7,5 geeignet |
| Stangenbohne | wie Buschbohne | neutral |
| Feuerbohne (Prunkbohne) | wie Buschbohne | annähernd neutral |
| Erbsen | in den meisten Böden keine Zusatzdüngung, Versorgung am Bodenbefund ausrichten, Kompost kann Mineraldüngung ersetzen; bei Zuckererbsen auf ausgiebige Stickstoffdüngung verzichten | 6,5 bis 7,5 je nach Bodenart bei Mark- und Schalerbsen im Freiland |
| Puffbohne | deckt ihren Nährstoffbedarf gewöhnlich aus dem Boden; zusätzlicher Stickstoff kann die Stickstoffbindung behindern | 6,5 bis 7,2 auf mittleren bis schweren, tiefgründigen Böden |
| Sojabohne | keine Stickstoffdüngung, auch keine Startgabe; Phosphor, Kalium und Magnesium nach Ernteentzug und Nährstoffgehaltsklasse des Bodens | 6,5 bis 7,0, schwach sauer bis neutral |
| Adzukibohne | Gartenkompost, stickstoffreiche Dünger vermeiden | 5 bis 7,5, im internationalen Kornanbau toleriert |
| Linsen, Kichererbsen | vor der Aussaat keinen Kompost einarbeiten | kalkreiche, nährstoffarme Böden bevorzugt |
Helmbohnen kommen mit einer mäßigen Nährstoffversorgung aus. Für Mungobohnen im Garten eignet sich ein stickstoffarmer Dünger.
Bei Sojabohnen kommt vor der Aussaat ein Schritt dazu. Die passenden Knöllchenbakterien fehlen in heimischen Böden normalerweise, deshalb impfst du das Saatgut mit sojaspezifischen Knöllchenbakterien. Dazu mischst du es unmittelbar vor der Aussaat mit dem passenden Impfstoff und schützt es vor direkter Sonne und langen Standzeiten. Auch Temperaturen ab etwa 24 °C hältst du vom geimpften Saatgut fern. Funktioniert die Knöllchensymbiose, kommt Soja ohne Stickstoffdüngung aus. Für Puffbohnen ist eine solche Impfung in der Regel nicht erforderlich, auch nicht nach langer Anbaupause.
Bodenanalyse: Wie findest du heraus, was deinem Beet fehlt?
Eine Bodenuntersuchung zeigt, wie dein Beet mit Nährstoffen versorgt ist. Aus dem Ergebnis ergibt sich eine Empfehlung zu Düngerart und Düngermenge. Zum Standardumfang im Gemüsegarten gehören Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium. Lass die Untersuchung um Magnesium ergänzen. Im Hausgarten wiederholst du sie etwa alle 4 bis 5 Jahre.
Die beiden Nährstoffe, die bei Erbsen und Puffbohnen Stickstoffbindung und Wassereffizienz unterstützen, stehen damit schon in der Standarduntersuchung.
Verteile 10 bis 15 Einstiche gleichmäßig über das Beet. Beprobe jeweils die obere Bodenschicht von 25 bis 30 cm. Mische alle Einzelproben und schicke rund 500 g davon ins Labor.
Ich stecke die Einstiche im Zickzack über das ganze Beet, damit die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. die Fläche abbildet und nicht eine einzelne Ecke. Flächen, die ich unterschiedlich nutze, beprobe ich getrennt.
pH-Wert und Kalk: Wann ist Kalken sinnvoll?
Der passende pH-Zielbereich hängt von Bodenart und Kultur ab, die Werte je Art stehen in der Tabelle oben. Kalk brauchst du nur, wenn der Messwert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt deines Beets passt. Sandiger Lehmboden mit einem pH-Wert ab 7 kommt ohne Kalkung aus.
Holzasche gilt manchen als kostenloser Kalkersatz. Mit einem pH-Wert von 11 bis 13 ist Asche stark alkalisch, außerdem kann sie Schwermetalle ins Beet tragen. Auf meine Gemüsebeete streue ich sie deshalb nicht.
Wann und womit düngst du Hülsenfrüchte?
Zeigt der Befund eine unzureichende Versorgung, arbeitest du vor der Aussaat Kompost ein. Die Termine je Art findest du im druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte.
Als Richtwert für Kompost gelten 1 bis 3 l/m² im Jahr, wenn dein Boden überhaupt etwas braucht. Die Frühjahrsgabe für die allgemeine Grunddüngung im Gemüsegarten endet bei höchstens 3 l je m². Bereitest du ein Buschbohnenbeet vor, kommen etwa 2 l reifer Kompost je m² in den Boden.
Was du düngen musst, gibst du möglichst im Frühjahr statt im Herbst, damit weniger ausgewaschen wird. Mineralische Dünger stellen ihre Nährstoffe überwiegend rasch bereit, organische wirken meist langfristiger. Bei organischen Düngern bestimmt außerdem das Wetter mit. Ist es frostig, trocken oder staut sich Nässe, kommt aus ihnen wenig an. Feuchtwarmes Wetter kann dagegen einen starken Nährstoffschub auslösen.
Im Gefäß gelten eigene Regeln. Für Erbsen im Topf eignet sich ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger. Zwergsorten der Puffbohne bekommen im Gefäß ab dem Erscheinen der ersten Blüten ebenfalls einen kaliumbetonten Flüssigdünger.
Mit etwa 10 bis 14 % Stickstoff zählen Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl zu den Stickstoffdüngern. Busch-, Stangen- und Feuerbohnen bekommen keine reine Stickstoffdüngung. Frischer Stallmist und Jauche kommen nicht unmittelbar zu den Bohnen. Wie du Hülsenfrüchte biologisch und ohne chemische Dünger anbaust, steht in einem eigenen Beitrag.
Für jedes Beet führe ich eine kurze Liste mit dem Datum des letzten Befunds, der eingearbeiteten Kompostmenge und der Kultur. Vor der Aussaat lese ich sie, bevor ich zur Grabgabel greife.
Mangel erkennen: Was gelbe und welke Blätter bedeuten können
Blattsymptome sind Hinweise, keine Diagnose. Welken deine Pflanzen, obwohl sie Wasser haben, kann das auf Kaliummangel hindeuten. Das gilt auch für Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter. Topfpflanzen können bei Hitze aber auch dann welken, wenn die Erde feucht ist. Prüf deshalb zuerst die Feuchte im Substrat, bevor du gießt oder düngst. Wie du die Feuchte prüfst und Hülsenfrüchte bedarfsgerecht gießt, steht im Beitrag zur Bewässerung.
Auch ein gut mit Phosphor versorgter Boden hilft wenig, wenn Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung die Phosphataufnahme hemmen. Zusätzlicher Phosphor behebt diese Ursache nicht. In einem nassen, dichten Beet hilft Nachdüngen deshalb nicht weiter, zumal auch organische Dünger bei stauender Nässe wenige Nährstoffe freisetzen.
Staunässe vertragen Hülsenfrüchte am Standort nicht, und mehr Humus verbessert die Wasserspeicherung des Bodens. Was Humus leistet und welche Rolle Hülsenfrüchte für die Bodenfruchtbarkeit spielen, liest du im Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft. Die Ansprüche je Art an Standort und Erde fasst der Hülsenfrüchte-Überblick im Abschnitt Standort und Boden zusammen.
Bei Spurenelementen halte ich mich zurück. Der Gartenboden hält sie meist in ausreichender Menge bereit, und Molybdänmangel ist im Ackerbau sehr selten. Auf Verdacht gebe ich deshalb keine.
Gelbe Erbsenblätter sofort mit Dünger beantworten. Vergilbungen können auch von Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten kommen, und zu feuchte, verdichtete Standorte begünstigen diese Krankheiten. Ich greife deshalb zuerst mit dem Finger in die Erde und prüfe, ob sie nass und dicht ist.
Wie du Krankheiten an Bohnen und Erbsen erkennst und ihnen vorbeugst, erklärt der Beitrag zum integrierten Pflanzenschutz bei Hülsenfrüchten.
Überdüngung vermeiden und korrigieren
Gibst du Puffbohnen zusätzlich Stickstoff, kann das die Stickstoffbindung ihrer Knöllchenbakterien behindern und verzögern. Sojabohnen bekommen auch zum Start keinen Stickstoff, denn eine solche Gabe kann die Knöllchenbildung behindern. Überschüsse entstehen auch ohne Kunstdünger: Wer Kompost oder Stallmist oft einarbeitet, kann den Gartenboden ebenfalls mit Nährstoffen überversorgen.
Ein Hochbeet mit der klassischen Füllung aus Reisig, Kompost und Gärtnererde gibt im ersten Jahr viel Stickstoff ab. Das kommt vor allem Starkzehrern zugute. Weil zusätzlicher Stickstoff bei Puffbohnen die Stickstoffbindung behindern kann, gehört das erste Hochbeetjahr bei mir den Starkzehrern und nicht den Hülsenfrüchten.
Zeigt der Befund hohe Gehalte, lässt du Kompost und Dünger auf diesem Beet weg. Ist bei sehr hoher Phosphorversorgung nur der Kaliumvorrat niedrig, ergänzt du gezielt Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger würde dagegen zusätzlich Phosphor ausbringen.
Was nach der Ernte im Beet bleibt
Nach der Ernte lasse ich die Wurzeln meiner Erbsen und Bohnen im Boden, damit Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche bleiben. Auch eingearbeitete Pflanzenreste halten diese Stoffe im Beet. Die gesamte Stickstoffbindung von Puffbohnen darfst du aber nicht mit dem gleichsetzen, was die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. tatsächlich nachgeliefert bekommt. Feuerbohnen zeigen als Vorfrucht im österreichischen Bio-Körneranbau sogar nur eine eher bescheidene Wirkung. Die Düngung der Nachkultur richte ich deshalb weiter nach dem Befund.
Weil Erbsen und Bohnen zur selben Pflanzenfamilie gehören, stellst du sie nicht unmittelbar nacheinander auf dieselbe Fläche; Klee, Wicke und Lupine als Gründüngung zählen dabei mit. Die Anbaupausen je Art stehen im Hülsenfrüchte-Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur, die Rolle der Gründüngung im Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft. Wo welche Pflanzenfamilie stand, hältst du im Beetplaner für deine Gemüsebeete fest.
Such deinen letzten Bodenbefund heraus. Fehlt er oder ist er älter als etwa 4 bis 5 Jahre, nimm vor der nächsten Aussaat eine Mischprobe und lass Magnesium mituntersuchen.




