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pH-Wert bei Zitruspflanzen: richtig messen, einstellen und stabil halten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Zitruspflanzen im Kübel wird ein Substrat-pH von 5,5–6,5 empfohlen.
  • Als regelmäßige Pflegekontrolle ist eine pH-Messung alle 2 Jahre vorgesehen.
  • Notiere zu jedem Messwert die Messlösung, denn Wasser, Calciumchlorid und Kaliumchlorid liefern unterschiedliche Ergebnisse.
  • Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen, kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-Werte aufweisen.
  • Ändere immer nur eine Sache und miss danach wieder.
Drei gelbgrüne Zitronen hängen reif am Zweig zwischen glänzenden dunklen Blättern
Foto: balouriarajesh · Pixabay Content License · Quelle ↗

Die jungen Blätter deines Zitronenbaums werden hell, du düngst nach, und am Neuaustrieb ändert sich nichts. Dahinter kann ein pH-Wert stecken, der nicht zu Zitrus passt. Er beeinflusst, welche Nährstoffe die Wurzeln überhaupt aufnehmen können. Ich messe deshalb zuerst das Substrat, bevor ich an der Düngung etwas ändere.

Welchen pH-Wert braucht ein Zitronenbaum im Kübel?

Für Zitruspflanzen im Kübel wird ein Substrat-pH von 5,5–6,5 empfohlen. Die Empfehlung gilt für den Zitronenbaum ebenso wie für Orange oder Clementine. Diesen niedrigen pH-Wert braucht Zitrus auch dann, wenn die Erde torffrei ist.

Zahl im Blick

Substrat-pH für Zitruspflanzen im Kübel: 5,5–6,5. Als regelmäßige Pflegekontrolle ist eine pH-Messung alle 2 Jahre vorgesehen.

Niedrig heißt bei Zitrus nicht: je saurer, desto besser. Das zeigt der Vergleich mit einer Kultur, die wirklich saures Substrat verlangt.

Kultur im Kübel Substrat-pH
Zitruspflanzen 5,5–6,5
Kulturheidelbeeren etwa 4,0–5,0

Kulturheidelbeeren brauchen ein saures Substrat, die Empfehlung für Zitrus liegt darüber, und die beiden Bereiche überschneiden sich nicht. Erde, die für Heidelbeeren eingestellt ist, liegt für deinen Zitronenbaum also unter dem empfohlenen Bereich.

Warum entscheidet der pH-Wert über die Nährstoffaufnahme mit?

Der pH-Wert beeinflusst, welche Nährstoffe im Substrat für die Wurzeln verfügbar sind. Liegt er ungünstig, kann die Pflanze einen Nährstoff schlecht aufnehmen, obwohl er im Kübel vorhanden ist. Bei einem zu hohen Wert kann das zum Beispiel Eisen betreffen. Eisen gehört wie Mangan, Zink und Bor zu den Spurennährstoffen. Eisen, Mangan und Zink braucht die Pflanze unter anderem für den Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß.

Eisenmangel zeigt sich bei Zitruspflanzen zuerst am jungen Laub. Die Blattfläche hellt zwischen den Adern auf, während die Adern zunächst grün bleiben. Dieses Blattbild ist ein Hinweis und noch keine Diagnose, denn Eisen- und Manganmangel lassen sich an solchen Blättern mit bloßem Auge nicht immer unterscheiden. Hellen dagegen zuerst die älteren Blätter gleichmäßig auf, die Adern eingeschlossen, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten.

Eine Blattdüngung kann einen vorübergehenden Engpass bei Spurenelementen überbrücken, wenn deren Aufnahme aus dem Boden eingeschränkt ist. Die ungünstigen Bodenbedingungen korrigiert sie nicht, und im Kübel ist dieser Boden das Substrat. Weil sich Eisenmangel zuerst am Neuaustrieb zeigt und Spritzen allein die Ursache im Substrat nicht behebt, ist heller Neuaustrieb für mich der Anlass zu messen.

Helle Blätter können auch andere Gründe haben. Staunässe im Wurzelraum kann durch Sauerstoffmangel Fäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen. Vor jeder Messung prüfe ich deshalb, ob das Wasser frei aus dem Kübel abläuft.

Die Hauptnährstoffe sind ein eigenes Thema: Lies dazu, welche Aufgaben Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium und Calcium bei Zitruspflanzen haben. Die Grundlagen stehen im Überblick dazu, wie du bei Obstgehölzen Nährstoffmangel und Überdüngung erst prüfst und dann behandelst.

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Wie misst du den pH-Wert im Kübel?

Zum Messen eignen sich Teststreifen, ein Flüssigindikator oder ein Messgerät mit pH-Elektrode. Für einen einzelnen Zitronenbaum reichen Teststreifen. Ich arbeite mit einer Elektrode, weil ich mehrere Kübel miteinander vergleiche.

Tipp

Eine pH-Elektrode misst nur zuverlässig, wenn du sie vorher kalibrierst. Dazu dienen geeignete Pufferlösungen, zum Beispiel pH 4 und pH 7.

Wie gehst du bei der Messung vor?

Bei mir läuft jede Messung gleich ab:

  1. Probe nehmen. Ich entnehme an mehreren Stellen des Kübels Substrat aus dem durchwurzelten Bereich und mische es.
  2. Ansetzen. Das Laborverfahren mischt Substrat und Messlösung im Volumenverhältnis 1:2,5. An dieses Verhältnis halte ich mich auch zu Hause, damit meine Werte vergleichbar bleiben. Meine Probe setze ich mit Wasser an und schreibe das dazu.
  3. Messen. Ich tauche die kalibrierte Elektrode ein und lese den Wert ab. Mit Teststreifen vergleichst du stattdessen die Farbe mit der Skala.
  4. Notieren. Datum, Messwert und Messlösung schreibe ich auf ein Etikett am Kübel.

Warum gehört die Messlösung zum Messwert?

Ein Substrat-pH sagt nur etwas aus, wenn die Messlösung dabeisteht. Messungen in Wasser, in Calciumchlorid und in Kaliumchlorid liefern unterschiedliche Ergebnisse. Vergleiche deshalb nur Werte, die mit derselben Lösung entstanden sind.

Die Empfehlung hat feste Grenzen, die Messlösung verschiebt aber das Ergebnis; ein Wert knapp an der Grenze kann also je nach Verfahren innerhalb oder außerhalb liegen. Bei einem Laborbefund ist die Messlösung angegeben, bei einem Messset steht sie in der Anleitung.

Wie oft solltest du messen?

Als regelmäßige Pflegekontrolle ist bei Zitruspflanzen im Kübel eine pH-Messung alle 2 Jahre vorgesehen. Dazwischen messe ich aus Anlass: wenn der Neuaustrieb aufhellt, wenn ich das Gießwasser wechsle und wenn ich neue Erde verwende.

Wie ordnest du den Messwert ein?

Messwert Einordnung Nächster Schritt
5,5–6,5 im empfohlenen Bereich nichts verändern, Wert notieren
über 6,5 über der Empfehlung Messung wiederholen, dann Gießwasser und Substrat prüfen
unter 5,5 unter der Empfehlung Messung wiederholen, dann Substrat und Gießwasser prüfen

Ein einzelner Wert außerhalb des Bereichs ist noch kein Grund einzugreifen. Ich wiederhole die Messung mit derselben Messlösung und sehe mir dabei das junge Laub an. Bestätigt die zweite Messung den Wert, suche ich zuerst die Ursache und gebe erst danach etwas zu.

Häufiger Fehler

Gießwasser, Substrat und Dünger auf einmal umstellen. Danach weißt du nicht, was den pH-Wert bewegt hat. Ändere eine Sache, miss wieder und entscheide dann über die nächste.

Was tust du, wenn der pH-Wert zu hoch ist?

Bei einem zu hohen Wert sehe ich mir zuerst das Gießwasser an. Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen. Wie stark das ausfällt, hängt von der Pufferung des Substrats ab, deshalb reagiert nicht jeder Kübel gleich. Die Karbonathärte deines Leitungswassers nennt dir der Wasserversorger.

Ist das Leitungswasser hart, gieße ich meine Zitruspflanzen mit gesammeltem Regenwasser. Eine Zisterne kann Regenwasser ganzjährig speichern. Zitruspflanzen brauchen regelmäßig Wasser, eine oberirdische Regentonne wird aber vor dem Frost entleert; mit der Tonne allein fehlt dir Regenwasser also in der kalten Zeit.

Der zweite Blick gilt dem Substrat. Kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-Werte aufweisen, und Zitrus braucht den niedrigen pH-Wert auch in torffreier Erde. Liegt die Erde selbst über der Empfehlung, tausche ich sie gegen ein Substrat im empfohlenen Bereich. Zusammensetzung und Umtopfen gehören zu der Frage, wie Zitruserde Wasser speichert und trotzdem durchlässig bleibt.

Gezielt ansäuern lässt sich ein Substrat auch. Eine Menge, die für jeden Kübel passt, gibt es dafür nicht, weil jedes Substrat anders gepuffert ist. Halte dich an die Anleitung des Mittels und miss nach, bevor du nachlegst. Kaffeesatz gilt als ansäuerndes Hausmittel; ob er in deinem Kübel etwas bewegt, zeigt dir nur die Kontrollmessung.

Kurz erklärt

Eisenchelate eignen sich nicht in jedem pH-Bereich gleich. EDTA wird dem sauren Bereich unter pH 6 zugeordnet, EDDHA dem neutralen bis alkalischen Bereich bis pH 10. Welches Chelat ein Eisendünger enthält, steht auf dem Etikett.

Was tust du, wenn der pH-Wert zu niedrig ist?

Liegt der Wert unter der Empfehlung, prüfe ich dieselben beiden Punkte. Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen; hast du bisher mit Regenwasser gegossen, kannst du deshalb auf Leitungswasser umstellen und nachmessen. Ist das Substrat selbst zu sauer eingestellt, etwa weil es für Heidelbeeren gedacht war, tausche ich es aus.

Die übliche Maßnahme gegen zu saure Erde ist das Kalken. Im Kübel trifft Kalk auf wenig Substrat, und jedes Substrat ist anders gepuffert. Richte dich nach der Anleitung des Kalks und miss nach, bevor du nachlegst.

Mythos-Check

Holzasche hebt den pH-Wert, also gehört sie in den Zitruskübel? Davon rate ich ab. Der Schadstoffgehalt von Holzasche lässt sich nicht verlässlich abschätzen, deshalb wird sie vorsorglich nicht zur Düngung im Garten empfohlen.

Wie hältst du den pH-Wert dauerhaft stabil?

Stabil bleibt der pH-Wert, wenn sich an Gießwasser und Substrat wenig ändert. Beides kannst du selbst festlegen.

Gießwasser kennen. Ich weiß bei jedem Kübel, womit ich gieße, und notiere jeden Wechsel. Die Routinekontrolle steht nur alle 2 Jahre an, und Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH in dieser Zeit erhöhen. Zwischen zwei Messungen achte ich deshalb auf das junge Laub und messe außer der Reihe, wenn es zwischen den Adern aufhellt.

Marias Erfahrung

An jedem meiner Zitruskübel hängt ein Etikett mit Datum, Messwert und Messlösung. Wechsle ich das Gießwasser oder die Erde, schreibe ich das dazu. Bei der nächsten Messung sehe ich so, was sich seit der letzten geändert hat.

Neue Erde vorher messen. Ein stark durchwurzelter Ballen, dessen Wurzeln aus den Bodenlöchern wachsen, zeigt Umtopfbedarf an. Frische Erde bringt ihren eigenen pH-Wert mit, deshalb messe ich sie vor dem Einfüllen.

Düngen nach Anleitung, nicht auf Verdacht. Zitruspflanzen brauchen in ihrer Wachstumsphase von März bis Oktober regelmäßig Nährstoffe, und die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts. Spurennährstoffe gebe ich nicht vorbeugend dazu, denn bei Bor liegt die ausreichende Versorgung besonders nah am schädlichen Überschuss. Den Ablauf findest du im Ratgeber dazu, wie du Zitrus- und Mediterranpflanzen im Jahreslauf düngst; die Grundlagen zu Nährstoffbedarf und Düngen stehen im Überblick zu Obstgehölzen.

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Häufige Fragen

Welcher pH-Wert ist optimal für Zitruspflanzen und warum ist er so wichtig?
Für Zitruspflanzen im Kübel wird ein Substrat-pH von 5,5–6,5 empfohlen. Der pH-Wert beeinflusst, welche Nährstoffe die Wurzeln aus dem Substrat aufnehmen können. Liegt er zu hoch, kann zum Beispiel die Eisenaufnahme eingeschränkt sein, obwohl Eisen im Substrat vorhanden ist.
Welche Methoden gibt es zur pH-Messung bei Zitruspflanzen?
Du kannst mit Teststreifen, einem Flüssigindikator oder einer pH-Elektrode messen. Eine Elektrode braucht für zuverlässige Werte eine Kalibrierung mit geeigneten Pufferlösungen, zum Beispiel pH 4 und pH 7. Notiere zu jedem Ergebnis die Messlösung, denn Messungen in Wasser, Calciumchlorid und Kaliumchlorid liefern unterschiedliche Werte.
Was sind die besonderen Herausforderungen bei der pH-Wert-Kontrolle von Kübelpflanzen?
Im Kübel hängt der pH-Wert an Gießwasser und Substrat. Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen, und wie stark das ausfällt, hängt von der Pufferung des Substrats ab. Kompostreiche Kübelsubstrate können außerdem von sich aus hohe pH-Werte aufweisen. Für Zitruspflanzen im Kübel ist eine pH-Kontrolle alle 2 Jahre als regelmäßige Pflegekontrolle vorgesehen.
Welche Mangelerscheinungen treten bei ungünstigem pH-Wert auf?
Ein zu hoher pH-Wert kann die Eisenaufnahme einschränken. Eisenmangel zeigt sich bei Zitruspflanzen zuerst am jungen Laub als Aufhellung zwischen zunächst grün bleibenden Blattadern. Dieses Blattbild ist ein Hinweis und keine Diagnose, denn Eisen- und Manganmangel lassen sich an solchen Blättern mit bloßem Auge nicht immer unterscheiden. Miss den pH-Wert im Substrat, bevor du etwas veränderst.
Wie hängen Mikronährstoffe und pH-Wert bei Zitrusgewächsen zusammen?
Eisen, Mangan, Zink und Bor sind Spurennährstoffe. Ist ihre Aufnahme aus dem Boden eingeschränkt, etwa bei ungünstigem pH-Wert, kann eine Blattdüngung den Engpass vorübergehend überbrücken; die Korrektur der ungünstigen Bodenbedingungen ersetzt sie nicht. Gib Spurennährstoffe nicht vorbeugend, denn bei Bor liegt die ausreichende Versorgung besonders nah am schädlichen Überschuss.
Welche Schritte sind beim Umtopfen von Zitruspflanzen bezüglich pH-Wert zu beachten?
Miss das neue Substrat, bevor du es einfüllst. Für Zitruspflanzen im Kübel wird ein Substrat-pH von 5,5–6,5 empfohlen, und kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-Werte aufweisen. Den niedrigen pH-Wert braucht Zitrus auch in torffreier Erde.
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