Anzuchtschalen im Gewächshaus: Platz planen mit Regal, Etagen und Höhe
- Eine Saatschale braucht wenig Fläche, die Töpfe nach dem Topfen deutlich mehr: plane den Platz für die Topfphase.
- Regale und Tische vergrößern die Stellfläche, beschatten aber alles, was darunter steht.
- Frisch gekeimte Sämlinge brauchen einen hellen Platz, nicht den Schatten unter einem Regalboden.
- Eine zweite Regalebene passt in ein Kleingewächshaus mit etwa 2 m Stehwandhöhe.
- Auf oberen Ebenen gehört jede Schale in eine Wanne, damit kein Gießwasser auf die Pflanzen darunter tropft.
- Gruppiere Schalen nach Temperaturbedarf: Kopfsalat und Kohlrabi gehören in der Anzucht nicht in dieselbe Zone.

Im März wird es in meinem Gewächshaus eng. Die Saatschalen stehen noch, die ersten Paprika sollen in Töpfe, und auf dem Beet soll der Kopfsalat wachsen. Wer jetzt einfach Regale dazustellt, gewinnt Stellfläche und nimmt den Pflanzen darunter Licht. Deshalb plane ich jedes Jahr zuerst den Platz und erst danach die Aussaat.
Warum der Platz erst nach der Aussaat knapp wird
Eine Saatschale braucht wenig Fläche, weil die Sämlinge darin dicht stehen. Bei Paprika liegen die Saatrillen in der Schale etwa 4 cm auseinander. Innerhalb der Rille haben die Körner 2 cm Abstand. In der Jungpflanzenanzucht wandern Paprika, Tomaten sowie Haus- und Kastengurken dann in Töpfe von 8 bis 10 cm Größe. Aus den dicht gesäten Reihen einer einzigen Schale wird so eine Fläche voller Einzeltöpfe. Plane die Stellfläche deshalb für die Topfphase und nicht für den Aussaattag.
Bei Paprika gibt es eine Alternative. Wer sie gleich einzeln in kleine Töpfe oder Multitopfplatten sät, kann das spätere PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. vermeiden. Dafür belegen die Einzeltöpfe ihren Platz schon ab dem Aussaattag. Ich wäge das jedes Jahr nach dem freien Regalplatz ab.
Vor der ersten Aussaat schreibe ich eine Liste mit Kultur, Zahl der Töpfe nach dem Topfen und geplanter Woche. Die Liste hängt neben dem Regal, und jede neue Schale trage ich sofort ein.
Wie plane ich das Layout im Gewächshaus?
Mein Gewächshaus habe ich einmal mit Beeten, Wegen und Regalen aufgezeichnet. Diesen Grundriss ändere ich nicht mehr, nur der Kulturplan darüber wechselt jedes Jahr. Ein fester Grundriss mit darübergelegten Plänen macht es leichter, jedes Jahr eine neue Anbauvariante durchzuspielen. Für die Beete kannst du dir Beete, Wege und Kulturen im Beetplaner anlegen.
Dann verteile ich die Hauptkulturen auf die Beete und ergänze Vor- und NachkulturenEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. mit ihrer Belegungsdauer. Auf dem Regal gehe ich genauso vor: Zuerst bekommen die Kulturen mit der längsten Anzucht ihren festen Platz. Kürzere Vorkulturen füllen danach die Lücken.
Ein begehbares Gewächshaus bietet dir Arbeitsraum im Inneren, ein niedriger Frühbeetkasten wird dagegen von außen bedient. Im Gewächshaus gehört der Gang deshalb fest in den Plan. Jede Schale muss erreichbar sein, ohne dass du über andere Schalen greifst. Vor Fenster und Lüftungsklappen, die du öffnen musst, stellst du kein Regal.
Schalen nach Temperatur gruppieren
Stell Schalen mit ähnlichem Temperaturbedarf zusammen. Kopfsalat für den ersten Frühjahrssatz wird nach der Keimung bei 8 bis 12 °C angezogen. Kohlrabi soll während der Anzucht dagegen nicht unter 14 bis 16 °C stehen, weil sonst vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. droht. Beide sind frühe Kulturen, gehören in der Anzucht aber nicht in dieselbe Zone.
Ob sich Ecken und Ebenen in deinem Haus unterscheiden, zeigt dir nur die Messung. Ich hänge dafür Minimum-Maximum-Thermometer an die Stellen, an denen Schalen stehen. Ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. und ein Bodenthermometer ergänzen die Klimakontrolle.
Belegung über die Saison
Rechne vom geplanten Pflanztermin zurück. Gurken brauchen etwa 2 bis 3 Wochen Vorkultur. Für Zucchini und Kürbis rechnest du mit etwa 4 Wochen. Aussaat- und Pflanztermine verschieben sich mit Witterung und regionalem Klima. Ich halte deshalb im Gartentagebuch fest, welche Sorten gut keimen und sich zügig entwickeln.
Für die Beete im Haus notiere ich jedes Jahr die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant.. Nach Gurken sollten auf demselben Beet vier Jahre lang keine Gurken, Kürbisse oder Zucchini stehen. Eine solche Aufzeichnung zeigt dir, wo die Kulturfolge zu eng wird.
Stapeln und Etagen: Höhe gewinnen, Licht behalten
Regale und Tische vergrößern die Stellfläche, beschatten aber, was darunter steht. Im ungeheizten Gewächshaus kannst du witterungsabhängig etwa ab Anfang März Kopfsalat und Kohlrabi pflanzen und Radieschen säen. Bei mir stehen zur selben Zeit die meisten Anzuchtschalen auf dem Regal. Ein Regal über einem dieser Beete beschattet also genau die Frühkultur, die dort wachsen soll. Stell Regale deshalb dorthin, wo im Frühjahr darunter nichts gepflanzt ist.
Frisch gekeimte Sämlinge brauchen einen hellen Platz und zunächst Schutz vor praller Sonne. Der Schatten unter einem Regalboden ist dafür der falsche Ort. Den Raum unter dem untersten Boden nutze ich deshalb als Lager.
Wenn du mehrere Ebenen brauchst, versetze sie stufenförmig nach hinten. Dann steht keine Schale direkt unter einem anderen Boden. Hängende Ampeln und Körbe nutzen zusätzlich den Raum unter dem Dach. Diese Aufhängungen eignen sich für leichte Gefäße, denn nasses Substrat ist schwer, und jeder Haken muss das Gewicht tragen. Auch hängende Gefäße werfen Schatten auf das, was darunter steht.
Schalen stehen auf dem oberen Regalboden ohne Wanne. Anzuchtgefäße müssen überschüssiges Gießwasser ablaufen lassen, und auf einem Regal tropft dieses Wasser auf die Pflanzen darunter. Stell oben jede Schale in eine geschlossene Wanne.
Eine luft- und lichtdurchlässige Haube hält die Aussaat feucht, braucht aber Höhe zwischen zwei Regalböden. Die Haube kommt ab, sobald der erste Keimling erscheint. Wie du Feuchte, Temperatur und Lüftung unter einer Anzuchthaube steuerst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Je dichter die Schalen stehen, desto weniger Luft kommt zwischen sie. Bei Aussaaten von Zierpflanzen helfen lockere Aussaat, gute Durchlüftung und das Vermeiden zu nasser Flächen, Auflauf- und Umfallkrankheiten vorzubeugen. Zwischen den Wannen lasse ich deshalb eine Lücke, auch wenn das Stellfläche kostet.
Welches Regal eignet sich für Anzuchtschalen?
Ob eine zweite Ebene passt, hängt an der Höhe deines Hauses. Eine Stehwandhöhe von etwa 2 m ermöglicht in einem Kleingewächshaus eine zweite Pflanzebene auf Regalen. Miss die Wand deshalb, bevor du ein Regal kaufst.
Ich arbeite mit einem modularen Regal aus Aluminium, dessen Böden ich in der Höhe verstellen kann. So passe ich die Abstände an, wenn Hauben aufliegen oder die Jungpflanzen wachsen.
Darauf achte ich beim Regal im Gewächshaus.
- Tragfähig: Jeder Boden trägt volle Schalen samt Wanne und nassem Substrat.
- Verstellbar: Hauben und wachsende Jungpflanzen brauchen Höhe.
- Korrosionsbeständig: Im Gewächshaus ist es feucht.
- Leicht zu reinigen: glatte Flächen, wenig Ritzen.
- Gut platziert: nicht vor Lüftungsklappen, nicht über früh bepflanzten Beeten.
Unter dem untersten Boden lagere ich, was gerade nicht gebraucht wird. Wiederverwendete Gefäße werden gereinigt und erst trocken ineinandergesteckt, dann nehmen sie wenig Raum ein. AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. bleibt dort nur kurz liegen. Bei längerer Lagerung torffreier oder torfreduzierter Erde können organische Bestandteile Nährstoffe freisetzen und so den Salzgehalt erhöhen.
Welche Schale auf das Regal kommt, ist eine eigene Entscheidung. Wie du die passende Anzuchtschale nach Material, Größe und Pflanzenart auswählst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Miss die Stehwandhöhe deines Gewächshauses und zeichne den Grundriss mit Beeten, Wegen und Lüftungsklappen. Markiere die Beete, die du im Frühjahr zuerst bepflanzt. Erst dann suchst du den Platz für das Regal.
Vertikal gärtnern: wenn aus Jungpflanzen große Pflanzen werden
Wenn die Fruchtgemüse im Beet stehen, zählt die Höhe des Hauses. Gurken leitest du an Schnüren nach oben, statt sie in die Breite wachsen zu lassen. Paprika braucht dagegen Platz in der Reihe. Ein Regal über diesen Reihen beschattet die Fläche darunter.
| Kultur im Gewächshaus | Anordnung | Platzbedarf |
|---|---|---|
| Salatgurke | an etwa 2 m hohen Schnüren aufgeleitet | 1 bis 2 Pflanzen je m² |
| Paprika, unbegrenzt wachsende Sorten | in Reihen | 80 cm Reihenabstand, 35 bis 50 cm in der Reihe |
An einer Wand meines Gewächshauses hängen umfunktionierte Regenrinnen, in denen ich Salate und Kräuter ziehe. Wer solche Rinnen als Hydroponik betreiben will, arbeitet ohne Substrat.
Beim NFT-Verfahren versorgt ein dünner NährlösungsfilmEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. die Wurzeln. Bei Aeroponik hängen die Wurzeln in der Luft und werden mit Nährlösung besprüht. Ohne Substrat fehlt der ausgleichende Vorrat, deshalb müssen Wasser und Nährstoffe besonders genau dosiert werden.
Aussaat, Pflege und Auspflanzen in Kürze
Für die Platzplanung reicht hier ein kurzer Blick auf die übrigen Schritte. Die Grundlagen zu Keimbedingungen, Jungpflanzenpflege und Abhärten stehen im Ratgeber Aussaat und Anzucht.
Welche Erde kommt in die Schalen?
Der Salzgehalt einer Aussaaterde sollte unter 0,5 g/l liegen. Reiner Kompost eignet sich wegen seines hohen Nährstoffgehalts nicht als Anzuchterde. Wie die Aussaat unter Glas von der Saatgutwahl bis zu Heizmatte und Thermostat gelingt, liest du in einem eigenen Ratgeber.
Worauf achte ich beim Gießen?
Bei torffreien oder torfreduzierten Substraten prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche. Eine trockene Oberfläche kann nasses Substrat im unteren Bereich verdecken. Licht, Temperatur und Gießen vertieft der Ratgeber Aussaat und Anzucht in seinen Abschnitten zur Jungpflanzenpflege und zum Gießen.
Wann wird pikiert und abgehärtet?
Tomaten pikierst du nach Ausbildung von Blattpaaren und erkennbarem Zuwachs einzeln in größere Töpfe mit normaler Pflanzerde. Selbst angezogene Fruchtgemüse gewöhnst du bei geeigneter Witterung tagsüber erst im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone., dann in der Sonne an Freilandbedingungen. Für den Pflanztermin zählen ein erwärmter Boden und die tatsächliche Witterung, weil Tomaten, Paprika und Gurken schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken können.
Was tun bei Problemen?
Trauermückenlarven können die Wurzeln von Jungpflanzen anfressen und vermehren sich besonders in ständig zu nasser Topferde. Im Hausgarten gilt bei Schädlingen die Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen.
Wie spare ich Energie und Wasser?
Unbeheizte Gewächshäuser sind nicht zuverlässig frostfrei, auch nicht für die Schalen auf dem Regal. Stegdoppelplatten von 8 bis 20 mm verringern durch ihre Luftzwischenräume die Wärmeverluste am Gewächshaus. Wie du ein Anzucht-Gewächshaus einrichtest und sparsam mit Energie und Wasser betreibst, zeigt der Ratgeber zur Anzucht unter Glas.
Was passiert mit den Schalen nach der Saison?
Gereinigte Schalen und Töpfe nutzt du in der nächsten Saison wieder. Tontöpfe eignen sich für die Jungpflanzenanzucht und lassen sich nach der Reinigung wiederverwenden. Kalkablagerungen löst du mit Essigwasser im Verhältnis 1:10 und spülst anschließend mit klarem Wasser nach.
