Die besten Pflanzen für Balkon und Terrasse: viel Sonne, wenig Wasser, vier Jahreszeiten
- Salbei, Thymian und Rosmarin eignen sich für heiße, trockene Balkonplätze.
- Echter Lavendel und interspezifische Pelargonien brauchten im LWG-Vergleich weniger Wasser als Calibrachoa und Fächerblume.
- Für sonnige Kästen mit wenig Wasser nennt die LWG Sedum und Bulbine frutescens, Portulakröschen vertragen gelegentlich ausbleibendes Gießen.
- Frühlingsblühende Zwiebelblumen pflanzt du im Oktober in große Töpfe.
- Niedrige Astern, Heidegewächse und Purpurglöckchen schmücken herbstliche Gefäße, die immergrüne Segge 'Ice Dance' bleibt bis in den Winter grün.
- Im Kübel friert die Erde schneller durch: Schütze Topfwand, Topfboden und Erdoberfläche und halte den Abfluss frei.
Auf einem Südbalkon trocknen Kästen im Hochsommer schnell aus. Wer dort durstige Arten pflanzt, steht ständig mit der Gießkanne daneben und blickt ab dem Herbst trotzdem auf leere Töpfe. Bei jeder Pflanze frage ich deshalb zuerst, wie durstig sie ist, und erst danach, wann sie blüht. Hier findest du Arten, die viel Sonne bei wenig Wasser vertragen, und eine Bepflanzung, mit der Kästen und Kübel vom Frühling bis in den Winter bunt und grün bleiben.
Vor dem Kauf: Sonne, Wind und Traglast klären
Beobachte vor dem Kauf, wann Sonne und Wind deinen Balkon treffen, denn danach richtet sich die ganze Auswahl. Bevor große Tröge hinauskommen, klärst du die zulässige Last des Balkons und rechnest mit dem Gewicht nasser Erde. Wie du Standort und Klima auf Balkon und Terrasse einschätzt, erklärt der Grundlagenratgeber zum Balkon- und Kübelgarten, ebenso Erde, Gießen, Düngen und Überwintern.
Welche Pflanzen vertragen viel Sonne bei wenig Wasser?
Sonne vertragen und mit wenig Wasser auskommen sind zwei verschiedene Eigenschaften. Ein Vergleich der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) macht den Unterschied sichtbar. Dort hatten Echter Lavendel und interspezifische Pelargonien einen geringeren Wasserbedarf als Calibrachoa, Fächerblume und Mehliger Salbei. Genügsame und durstige Arten kommen bei mir deshalb nicht in denselben Kasten.
Mediterrane Kräuter für den heißesten Platz
Salbei, Thymian und Rosmarin eignen sich für heiße und trockene Plätze auf dem Balkon. Echter Lavendel passt in dieselbe Gruppe, weil er im LWG-Vergleich mit weniger Wasser auskam als Calibrachoa oder Fächerblume. Diese vier Kräuter stelle ich an die sonnigste Kante meines Balkons.
Der Mehlige Salbei aus dem LWG-Vergleich ist eine andere Art als der Küchensalbei. Er gehörte dort zu den Pflanzen mit höherem Wasserbedarf. Achte beim Kauf deshalb auf den vollständigen Namen auf dem Etikett.
Blühpflanzen für die volle Sonne
Für Farbe in der prallen Sonne kombiniere ich Blüher, die mit ähnlich wenig Wasser zurechtkommen. Diese drei passen an sonnige Plätze:
| Pflanze | Standort | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Portulakröschen | vollsonnig | verträgt gelegentlich ausbleibendes Gießen |
| Studentenblume ‘Goldzwerg’ | sonnig bis halbschattig | bleibt mit 20 bis 30 cm kompakt, blüht von Mai bis Oktober |
| Petunia ‘Itsy Light Pink’ | sonnig bis leicht schattig | für Topf, Kasten und Ampel, reinigt sich selbst |
Interspezifische Pelargonien gehören ebenfalls in den genügsamen Kasten, denn sie brauchten im LWG-Vergleich weniger Wasser als Calibrachoa und Fächerblume. Bei Petunia ‘Itsy Light Pink’ sparst du dir das regelmäßige AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., weil sie sich selbst reinigt.
Stark wachsende Bidens können in gemeinsamen Gefäßen Pelargonien, Fächerblumen und Hängepetunien bedrängen. Ich gebe Bidens deshalb einen eigenen Kasten.
Sukkulenten und Kakteen für den trockensten Kasten
Für sonnige Balkonkästen mit geringer Wasserversorgung nennt die LWG unter anderem Bulbine frutescens, Sedum und Echeveria gibbiflora ‘Metallica’. Hauswurz pflanzt du in torffreie Erde, die du mit Sand und Splitt abmagerst. Wer Kakteen dazustellt, achtet genauso auf ein offenes Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser abfließt. Nach starkem Regen leerst du die Untersetzer zügig, denn Kübel dürfen nicht dauerhaft im Wasser stehen.
SukkulentenSukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in verdickten Blättern, Trieben oder Wurzeln speichern und so längere Trockenzeiten überdauern. Der Begriff beschreibt eine Anpassung im Körperbau, keine einzelne Pflanzenfamilie. in einen Kasten mit Wasserspeicher setzen. Solche Gefäße können vernässen, wenn die Pflanzen wenig Wasser verbrauchen oder es lange regnet. Sedum und Co. wählst du aber gerade für Plätze mit wenig Wasser, also passt ein normaler Kasten mit Abzugsloch besser.
Gefäß und Erde: Gießwasser sparen, bevor du pflanzt
Unglasierte Tontöpfe verdunsten Wasser über ihre poröse Wand. Kunststoffgefäße verringern diese Verdunstung und damit den Gießbedarf. Ein größeres Erdvolumen bevorratet außerdem mehr Wasser. Wer seltener gießen möchte, wählt deshalb besser einen großen Kunststoffkasten als einen kleinen Tontopf. Übertreibe es mit der Größe aber nicht, denn ein übergroßer Topf kann bei reichlichem Gießen Wurzelfäule begünstigen. Metallgefäße können sich stark erhitzen und eignen sich vor allem für schattige Plätze.
Auch die Erde beeinflusst, wie oft du gießt. Substrate mit viel Holz- oder Kokosfaser sind leicht und luftig, speichern aber weniger Wasser und brauchen häufiger eine Feuchtekontrolle. Torffreie Erde kann oben trocken wirken, während es weiter unten noch feucht ist. Vor dem Gießen stecke ich deshalb den Finger tief in die Erde oder hebe den Topf an und prüfe sein Gewicht. Welche Erde zu welcher Pflanze passt, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt Erde und Substrat.
Im Hochsommer notiere ich, welche Kästen schon vormittags trocken sind. Dort plane ich für das nächste Jahr genügsamere Arten wie Portulakröschen oder Sedum ein.
Mit welchen Pflanzen bleibt der Balkon das ganze Jahr bunt?
Für einen Balkon, der in allen vier Jahreszeiten etwas zeigt, plane ich zwei Gruppen. Wechselpflanzen tausche ich je nach Saison, ein Rahmen aus immergrünen Kübeln bleibt das ganze Jahr stehen. So sieht der Jahreslauf aus:
| Jahreszeit | Pflanzen | Das ist zu tun |
|---|---|---|
| Frühling | frühlingsblühende Zwiebelblumen wie Tulpen und Narzissen | Zwiebeln schon im Oktober in große Töpfe pflanzen |
| Sommer | Pelargonien, Petunien, Portulakröschen, Studentenblumen | vorgezogene Blumen schrittweise abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten., dauerhaft erst nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. hinaus |
| Herbst | niedrige Astern, Heidegewächse, Purpurglöckchen, Seggen | Kästen tauschen, sobald Pelargonien keine neuen Blüten mehr anlegen |
| Winter | Zwergkiefer ‘Mops’, Buchsbaum, immergrüne Segge ‘Ice Dance’ | Kübel gegen Durchfrieren schützen, an frostfreien Tagen bei Bedarf gießen |
Frühling: Zwiebelblumen und der Umzug nach draußen
Die Frühlingsblüte bereitest du im Herbst vor: Frühlingsblühende Zwiebelblumen wie Tulpen und Narzissen kommen im Oktober in große Töpfe. Kübelpflanzen aus dem Winterquartier stellst du zuerst an eine geschützte, schattige Stelle, damit sie sich an draußen gewöhnen. Vorgezogene Sommerblumen gewöhnst du tagsüber schrittweise an die Außenbedingungen, bevor sie nach den Eisheiligen dauerhaft hinausziehen. Wie du Sommerblumen für den Balkon selbst aus Samen ziehst, von der DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. bis zum PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat., erklärt ein eigener Ratgeber.
Sommer: Dauerblüher für die Sonne
Im Sommer stehen die genügsamen Blüher in den Kästen: Pelargonien, Petunien, Portulakröschen und Studentenblumen. Die Studentenblume ‘Goldzwerg’ blüht von Mai bis Oktober und reicht damit bis in den Herbst. Für Ampeln eignen sich Petunien, etwa Petunia ‘Itsy Light Pink’.
In einer LWG-Sortenprüfung wurden 35 cm große Ampeln mit jeweils 3 Petunien bepflanzt. Das ist ein Prüfaufbau und keine feste Pflanzregel, gibt dir aber einen Anhaltspunkt für die Dichte.
Herbst: Astern, Heide, Purpurglöckchen und Seggen
Sinken die Temperaturen länger unter 10 °C, legen Pelargonien keine neuen Blüten mehr an. Das betrifft die Blütenbildung und ist keine Frostgrenze. Für herbstliche Gefäße bieten niedrige Astern, Heidegewächse und Purpurglöckchen Blüten- und Blattschmuck. Wenn im Sommerkasten wegen der Kühle nichts mehr nachblüht, ist also der Zeitpunkt da, ihn mit diesen Herbstarten neu zu bepflanzen.
Die immergrüne Segge Carex morrowii ‘Ice Dance’ wird etwa 30 cm hoch und eignet sich für Kästen und Kübel. Als immergrüne Art bleibt sie auch nach dem Herbst grün und leitet zum Winterbalkon über. Etwas kleiner bleibt die Vogelfuß-Segge Carex ornithopoda ‘Variegata’ mit 15 bis 25 cm. Die Zwiebeln für den Frühling setze ich im selben Arbeitsgang in große Töpfe. Einen Buchsbaum als festen Rahmen pflanzt du von September bis November.
Winter: immergrüne Kübel als fester Rahmen
Im Winter sorgen immergrüne Pflanzen dafür, dass der Balkon grün bleibt. Die Zwergkiefer Pinus mugo ‘Mops’ wächst kugelig bis kissenförmig und eignet sich für Kübel. Zusammen mit Buchsbaum und der Segge ‘Ice Dance’ entsteht daraus ein Rahmen, der das ganze Jahr steht. Rhododendren eignen sich mit ihrem kompakten, flachen und feinen Wurzelwerk ebenfalls für Kübel und Tröge. Der Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. sollte bei ihnen nicht über 5,5 liegen. Rechne damit, dass Gehölze im Kübel wegen des begrenzten Wurzelraums schwächer wachsen als im Gartenboden.
Für dauerhaft bepflanzte Kübel eignen sich breite, standfeste Zylinder- oder Würfelformen. Hohe Pflanzen brauchen ein solches Gefäß, damit kräftiger Wind sie nicht umwirft. Ein Kübel, der nach oben nicht enger wird, erleichtert später das Umtopfen. Als Erde nimmst du strukturstabile Kübelpflanzenerde, die Verdichtung und VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. vorbeugt. Auch im Winter brauchen Immergrüne bei Bedarf Wasser, das du an frostfreien Tagen gibst. Zwischen die Kübel stecke ich im Winter Zweige als Dekoration, damit leere Kästen nicht kahl wirken.
Frostschutz für winterharte Kübelpflanzen
Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel frostempfindlicher als im Beet, weil die Erde im Gefäß schneller durchfriert. Dazu kommt, dass ihre Wurzeln empfindlicher auf Frost reagieren als die oberirdischen Teile. Der Schutz gehört deshalb zuerst an Topfwand, Topfboden und Erdoberfläche, die Krone packst du nur ein, wenn sie Schutz braucht.
So bringst du winterharte Kübel durch den Winter.
- Keramikkübel bleiben nur draußen, wenn sie ausdrücklich frostsicher sind.
- Innen schützt vorbeugend eine 1 bis 2 cm dicke Styroporplatte, wie die LWG sie nennt.
- Die Erdoberfläche kannst du etwa 10 cm hoch mit Laub abdecken.
- Abstandshalter unter dem Kübel lassen überschüssiges Wasser ablaufen.
- Seiten, Topfboden und Oberfläche packst du ein, Abfluss und Gießzugang bleiben frei.
- Die Kübel rückst du dicht zusammen an eine geschützte, möglichst schattige Hauswand.
- Kronen, die Schutz brauchen, umhüllst du mit luftdurchlässiger Jute oder luftdurchlässigem Vlies.
- An frostfreien Tagen gießt du bei Bedarf.
Ich rücke meine winterharten Kübel im Spätherbst an die Hauswand und schiebe Holzklötze als Abstandshalter darunter.
Frostempfindliche Kübelpflanzen: kurz zum Winterquartier
Frostempfindliche Kübelpflanzen ziehen in ein helles, luftiges Winterquartier, für viele passen dort 5 bis 10 °C. Den Oleander überwinterst du möglichst hell bei 4 bis 8 °C, seine Blätter, Blüten und Rinde enthalten herzwirksame Glykoside und dürfen nicht verzehrt werden. Kontrolliere vor dem Einräumen alle Pflanzen auf Schädlinge und Krankheiten, mehr zum Winterquartier steht im Grundlagenratgeber unter Überwintern.
Halbschatten, Schatten und Kletterpflanzen
Im Halbschatten blüht das Fleißige Lieschen von Mai bis Oktober, und es kommt auch mit schattigen Plätzen zurecht. Kulturfuchsien bevorzugen einen leicht schattigen, windgeschützten Platz, an dem sie vor Dauerregen geschützt sind. Welche Blüh-, Grün- und Hängepflanzen sich an schattigen Balkonen bewähren, vergleicht ein eigener Ratgeber.
Für Sichtschutz an sonnigen Plätzen eignen sich einjährige Kletterpflanzen wie Schwarzäugige Susanne, Prunkwinden, Duftwicken und Glockenrebe. Die Schwarzäugige Susanne erreicht etwa 2 m Kletterhöhe. Weitere Kletter- und Hängepflanzen stellt derselbe Vergleichsratgeber vor.
Kräuter und Gemüse vom Balkon
Tomaten, Paprika und Auberginen eignen sich für einen warmen, sonnigen und windgeschützten Balkon. Welche kompakten Gemüse- und Kräutersorten sich als Saatgut für kleine Flächen lohnen, stellt ein eigener Ratgeber vor. Wie du Gemüse auf einem kleinen Balkon platzsparend anbaust, auch mit Mischkultur auf engem Raum, zeigt ein weiterer Ratgeber.
Gießen, Düngen, Umtopfen: das Wichtigste in Kürze
Ob ein Kübel Wasser braucht, entscheidet die Feuchte in der Erde und nicht der Kalender. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Der neue Topf sollte oben mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben als der alte, und alles Weitere zu Pflege, Schnitt und Düngen im Kübel erklärt der Grundlagenratgeber.

