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Bokashi-Saft im Garten: So verdünnst, nutzt und lagerst du ihn

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bokashi-Saft ist die Flüssigkeit, die sich beim luftdichten Fermentieren von Küchenabfällen im Bokashi-Eimer sammelt.
  • Als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen verdünnst du ihn mit Wasser im Verhältnis 1:100.
  • Der Saft kann geruchsintensiv sein, deshalb gehört er nach draußen und nicht in den Wohnraum.
  • Gieß ihn auf feuchte Erde und richte die Menge nach Bodenvorrat und weiteren Gaben wie Kompost.
  • Eine Schutzwirkung gegen Krankheiten oder Schädlinge ist nicht zu erwarten; in einem Feldversuch brachte die EM-Zugabe keinen zusätzlichen Nutzen.
  • Lagere ihn dicht verschlossen, deutlich beschriftet und außer Reichweite von Kindern.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Im Bokashi-Eimer sammelt sich Saft, und du fragst dich, wohin damit. In der Wohnung wird er schnell lästig, weil er geruchsintensiv sein kann. Verdünnt ist er ein Flüssigdünger für deinen Garten. Ich zapfe ihn ab, trage ihn nach draußen und mische ihn erst dort mit Wasser.

Was ist Bokashi-Saft?

Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung organischer Abfälle. Die Küchenabfälle fermentieren dabei luftdicht verschlossen im Eimer. Die Flüssigkeit, die sich in dieser Zeit am Boden des Eimers sammelt, ist der Bokashi-Saft.

Institutionelle Bokashi-Anleitungen nennen je nach Verfahren etwa 2 bis 6 Wochen Fermentation im verschlossenen Behälter, bei Kälte kann es länger dauern. Wie die Bokashi-Fermentation im Eimer abläuft und worin sie sich vom Kompostieren unterscheidet, erklärt ein eigener Ratgeber. Das feste Ferment ist noch kein fertiger Gartendünger, denn vor seinem Einsatz folgt eine Kompostierungsphase. Dazu passt der Ratgeber, welche Küchenabfälle in den Eimer dürfen und wie du das Ferment danach im Garten verwertest.

Kurz erklärt

Bokashi-Saft, Bokashi-Flüssigkeit, Bokashi-Tee und Sickersaft meinen dieselbe Flüssigkeit aus dem Eimer. Komposttee ist etwas anderes: Den setzt man für jede Anwendung neu an.

Wie verdünnst du Bokashi-Saft?

Als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen verdünnst du Bokashi-Saft mit Wasser im Verhältnis 1:100. Auf einen Teil Saft kommen also 100 Teile Wasser. Rechne das einmal für deine Gießkanne aus, dann musst du beim Mischen nicht schätzen.

Ich wiege die passende Saftmenge für meine Kanne einmal mit einer Waage ab und markiere die Füllhöhe an einem alten Messbecher. Diesen Becher nehme ich nur für den Saft. Unverdünnt gieße ich ihn nie.

Zahl im Blick

Bokashi-Saft als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen: Verhältnis 1:100, also 1 Teil Saft auf 100 Teile Wasser.

Fertig vergorene Pflanzenjauche wird zur Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Wer den Bokashi-Saft aus Gewohnheit wie Jauche mischt, gibt ihn deshalb viel konzentrierter als vorgesehen.

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Wo und wie gießt du den Saft?

Draußen. Weil Bokashi-Saft geruchsintensiv sein kann, gehört er auf Gartenfreiflächen außerhalb des Wohnraums. Gemeint sind Beete und Pflanzflächen im Garten, nicht die Fensterbank.

Gieß die Mischung auf Erde, die schon feucht ist. Auf feuchtem Boden ist eine unmittelbare Nährstoffwirkung möglich. Ich gieße an den Fuß der Pflanzen und nicht über das Laub. Danach schaue ich mir an, ob sich Blattfarbe oder Wuchs verändern.

Topf- und Zimmerpflanzen in der Wohnung sind ein eigenes Thema, schon wegen des Geruchs. Wohin mit Saft und Ferment, wenn du Bokashi in der Stadtwohnung ohne Garten betreibst, klärt ein eigener Ratgeber.

Wie oft und wann im Jahr gibst du Bokashi-Saft?

Der Düngebedarf hängt an Pflanze und Boden. Die Düngermenge muss die im Boden gemessenen Nährstoffvorräte und alle weiteren Gaben berücksichtigen, auch Kompost. Wie du nach Bedarf düngst und eine Überdüngung vermeidest, steht in den Grundlagen zum Düngen. Welche Kultur viel oder wenig braucht, ordnest du mit der Zehrer-Einstufung im Beetplaner ein.

Manche Kulturen brauchen gar nichts: Gartenkresse benötigt bei der kurzen Kultur zur jungen Ernte keine zusätzliche Düngung.

Beim Zeitpunkt ist das Frühjahr dem Herbst vorzuziehen, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze die freigesetzten Nährstoffe mehr auf, sie sind dann auswaschungsgefährdet. Den Saft gieße ich deshalb nur dorthin, wo gerade etwas wächst.

Kann ich Bokashi-Saft auf die Blätter sprühen?

Das Verhältnis 1:100 bezieht sich auf die Verwendung als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen. Ich gebe den Saft deshalb über die Wurzel und sprühe ihn nicht aufs Laub.

Blattdüngung kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern. Die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt sie aber nicht. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen.

Willst du es trotzdem an einer Pflanze ausprobieren, halte dich an die Regeln, die für jede Blattdüngung gelten:

  • Bei empfindlichen Pflanzen machst du zuerst eine Probespritzung.
  • Sprüh bei bedecktem Himmel oder abends, denn starke Sonne lässt die Lösung eintrocknen und begünstigt Blattschäden.
  • Zerstäube die Lösung fein, dann tropft sie nicht so schnell ab.
  • Beobachte die Blätter danach in Ruhe: Die Aufnahme kann je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage dauern.

Blätter, die ich roh esse, besprühe ich nicht.

Was bringen die Mikroorganismen im Saft?

Dem Saft wird viel zugeschrieben: Er soll das Bodenleben stärken und Pflanzen widerstandsfähig machen. Die Erwartung hängt an den Effektiven Mikroorganismen, kurz EM, mit denen die Fermentation im Eimer arbeitet.

Mythos-Check

„Die Mikroorganismen im Bokashi machen den Boden besser.“ In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die EM-Zugabe keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen der Bokashi- und Mistgaben wurden auf organisches Material und Nährstoffzufuhr zurückgeführt.

Im Versuch zählten also organisches Material und Nährstoffe, nicht die zugesetzten Mikroben. Den Saft behandle ich deshalb als das, wofür er verdünnt wird: als Flüssigdünger.

Das Bodenleben versorgst du mit organischer Substanz. Kompost, Grünschnitt und Erntereste füttern die Bodenorganismen und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf.

Abfluss, Kompost, Rasen: Was dem Saft sonst nachgesagt wird

Rund um den Saft kursieren weitere Einsatzzwecke. Ich ordne sie dir ohne Mengen ein, weil ich für keinen davon eine verlässliche Angabe habe.

Abfluss: Manche gießen den Saft in Spüle und Abfluss, weil die Mikroorganismen dort Beläge abbauen und Gerüche mindern sollen. Ich setze den Saft im Garten ein, nicht im Haus.

Kompost: Auf den Komposthaufen gegossen, soll der Saft die Rotte beschleunigen. Beobachte die Rotte, statt dich auf eine beschleunigende Wirkung des Safts zu verlassen.

Rasen: Für den Rasen kursieren eigene Mischverhältnisse und feste Sprührhythmen. Behandle Bokashi-Saft als Flüssigdünger, nicht als Mittel gegen Rasenkrankheiten.

Wie lagerst du Bokashi-Saft?

Ich prüfe ihn deshalb vor jeder Verwendung mit Nase und Auge. Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung, und frischer Saft riecht bei mir säuerlich. Riecht er faulig oder zeigt er Schimmel, kommt er nicht in die Gießkanne.

Mini-Checkliste

Gefäß dicht verschließen. Deutlich beschriften und nie in eine Getränkeflasche füllen. Außerhalb des Wohnraums abstellen, weil der Saft geruchsintensiv sein kann. Außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren. Vor dem Verdünnen Geruch und Aussehen prüfen.

Achtung

Bokashi-Saft ist ein Dünger. Besteht der Verdacht, dass ein Kind größere Mengen davon getrunken hat, ruf das Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an und lass die Lage beurteilen.

Passt dazu

Arbeitest du mit mehreren Eimern oder großen Behältern, lies, wie Bokashi auf Großgarten und Hof skaliert.

Häufige Fragen

Was ist Bokashi-Flüssigkeit und wie entsteht sie?
Bokashi-Flüssigkeit, oft Bokashi-Saft genannt, sammelt sich beim Fermentieren von Küchenabfällen im Bokashi-Eimer. Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung, bei der die Abfälle luftdicht verschlossen fermentieren. Institutionelle Anleitungen nennen dafür je nach Verfahren etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte kann es länger dauern. Verdünnt kannst du den Saft als Flüssigdünger im Garten nutzen.
Wie wird Bokashi-Flüssigkeit richtig verdünnt und angewendet?
Als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen verdünnst du Bokashi-Saft mit Wasser im Verhältnis 1:100. Gieß die Mischung auf Erde, die schon feucht ist, denn auf feuchtem Boden ist eine unmittelbare Nährstoffwirkung möglich. Weil der Saft geruchsintensiv sein kann, verwendest du ihn draußen im Garten und nicht im Wohnraum.
Bringen die lebenden Mikroorganismen im Bokashi-Saft einen zusätzlichen Vorteil?
In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe von Effektiven Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen der Bokashi- und Mistgaben wurden auf organisches Material und Nährstoffzufuhr zurückgeführt. Betrachte den Saft deshalb als Flüssigdünger und verlass dich nicht auf eine Schutzwirkung gegen Krankheiten oder Schädlinge.
Kann Fermentationsflüssigkeit sowohl als Blatt- als auch als Bodendünger verwendet werden?
Für den Boden ist der Weg klar: Als Flüssigdünger auf Gartenfreiflächen wird Bokashi-Saft im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnt. Für das Besprühen von Blättern ist kein verlässlicher Verdünnungswert festgelegt. Blattdüngung kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern, ersetzt aber nicht die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln. Bei empfindlichen Pflanzen gehört vorher eine Probespritzung dazu, am besten abends oder bei bedecktem Himmel.
Worin unterscheidet sich Bokashi-Saft von Pflanzenjauche?
Pflanzenjauche setzt du gezielt aus Kraut und Wasser an und lässt sie gären, bei Wärme etwa 14 Tage. Fertig vergoren ist sie bei dunkler Färbung und beendetem Schäumen, zur Wurzeldüngung wird sie dann 1:10 mit Wasser verdünnt. Bokashi-Saft fällt dagegen beim Fermentieren im Bokashi-Eimer an und wird für Gartenfreiflächen 1:100 verdünnt. Verwechsle die beiden Mischverhältnisse deshalb nicht.
Wie kombiniere ich Bokashi-Saft mit Kompost und anderen Bio-Düngern?
Entscheidend ist die Gesamtmenge: Die Düngermenge muss die im Boden gemessenen Nährstoffvorräte und alle zusätzlichen Gaben berücksichtigen, auch Kompost und andere Dünger. Eine jährliche Kompostgrundgabe von 3 l/m² deckt in einem beschriebenen Gemüsedüngeverfahren den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf. Ausreichend verfügbaren Stickstoff liefert sie dabei nicht automatisch.
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