Kompost als Nährstoffspender: was er deinem Garten liefert und was nicht
- Reifer Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, die im Boden erst mineralisiert werden müssen.
- Jährlich 3 l reifer Kompost je m² decken die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen.
- Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf, zum Beispiel mit Hornmehl oder Hornspänen.
- Kompost fördert Bodenleben und stabile Krümel und kann Kalzium nachliefern, deshalb kalkst du nur nach Bodenbefund.
- Auf Moorbeeten, mageren Standorten und bei zu hohem Boden-pH ist eine pauschale Kompostgabe fehl am Platz.
- Nährstoffe aus Kompost rechnest du bei jeder weiteren Düngung an, damit der Boden nicht überversorgt wird.

Du hast reifen Kompost und willst wissen, ob er als Dünger reicht. Für Phosphat, Kalium und Kalzium reicht er oft, für Stickstoff nicht automatisch. Auf einigen Beeten ist eine pauschale Kompostgabe sogar fehl am Platz. Ich behandle Kompost deshalb als Grundversorgung für den Boden und rechne jede weitere Düngergabe gegen ihn an.
Was ist Kompost, und wann ist er fertig?
Kompost entsteht, wenn Bodenorganismen Garten- und Küchenabfälle zu einem humusreichen Bodenverbesserer abbauen. Je nach Material und Rotteführung braucht Gartenkompost etwa 4 bis 12 Monate, deshalb prüfst du den Reifezustand zusätzlich mit einem KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch.. Wie du Kompost anlegst, pflegst und auf Reife prüfst, vom Standort über das Material bis zur Wurmkiste, liest du im Ratgeber zu Düngen, Boden und Kompost.
Was bringt Kompost als Dünger?
Kompost ist Dünger und Bodenpflege in einem. Er bringt Nährstoffe mit und versorgt gleichzeitig die Organismen, die diese Nährstoffe im Boden freisetzen.
- Grundversorgung: Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, darunter Spurenelemente. Mit einer jährlichen Gabe von 3 l reifem Kompost je m² sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt.
- Gegen Versauerung: Basisch wirksame Bestandteile im Kompost können einer Versauerung des Bodens entgegenwirken und den pH-Wert anheben.
- Futter für das Bodenleben: Kompost fördert die Bodenorganismen und die Bildung stabiler Bodenkrümel. Dadurch können sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern.
- Eisen für Gehölze: Gut verrottete organische Substanz kann bei Gehölzen über chelatbildende Verbindungen die Eisenaufnahme verbessern.
- Nährstoffe bleiben im Garten: Kompost, Grünschnitt und Erntereste geben organische Substanz an den Boden zurück und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf.
- Torfersatz: In Substraten kann Kompost zusammen mit Holzfasern, Rindenhumus und Kokosmaterial Torf ersetzen. Weil Torfabbau Moore entwässert und dabei gespeicherten KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. als Treibhausgas freisetzt, spart jede komposthaltige torffreie Mischung diesen Eingriff ein. Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten; wie du aus reifem Kompost ein Substrat mischst und seine Qualität beurteilst, steht im eigenen Ratgeber.
Drei Dinge leistet Kompost nicht. Er liefert nicht automatisch genug verfügbaren Stickstoff. Er behebt keinen akuten Mangel, weil Frost, Trockenheit und Staunässe die Freisetzung aus organischem Material hemmen. Moorbeetpflanzen sollen außerdem keine pauschalen Kompostgaben bekommen, und auf mageren Standorten ist Kompost nicht sinnvoll.
Welche Nährstoffe liefert reifer Kompost?
Kompost enthält Haupt- und Spurennährstoffe. Was in ihm steckt, steht der Pflanze aber nicht sofort zur Verfügung.
Zu den mineralischen Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Kalzium und Schwefel. Eisen und Mangan gehören zum Beispiel zu den Spurennährstoffen. Pflanzen nehmen ihre Nährstoffe über die Wurzeln in mineralisch gelöster Form auf, egal ob sie aus organischem oder mineralischem Dünger stammen.
Was im Kompost steckt, ist nicht sofort verfügbar
Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Diese Arbeit übernehmen die Bodenorganismen, deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt. Der Gesamtgehalt an Stickstoff, Phosphat und Kalium ist deshalb nicht dasselbe wie das, was die Pflanze gerade aufnehmen kann. Ich rechne Kompost darum in Litern je Quadratmeter und nicht in Prozentwerten.
Wann werden die Nährstoffe frei?
Wie schnell Kompost Nährstoffe abgibt, hängt am Wetter. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. Feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Freisetzungsschübe auslösen. Im Sommer liefern warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden häufig schon genug Nährstoffe nach. Zeigen Pflanzen bei Kälte, Trockenheit oder Nässe Mangelsymptome, behebt eine weitere Kompostgabe das akute Problem nicht zuverlässig.
Die Nährstoffe im Überblick
| Nährstoff | Was Kompost leistet | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Phosphat | Im Gemüsebeet deckt eine jährliche Grundgabe von 3 l/m² den Bedarf. | Im Ziergarten mit Phosphat-Gehaltsstufe C gelten maximal 3 l/m² und Jahr als Faustregel, weitere Phosphatgaben entfallen. |
| Kalium | Dieselbe Grundgabe deckt den Kaliumbedarf im Gemüsebeet weitgehend. | Bei hoher Phosphatversorgung und Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-DüngerEin NPK-Dünger ist ein Dünger, der die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) gemeinsam enthält; die Buchstaben im Namen stehen für genau diese Nährstoffe. Die Zahlen auf der Packung nennen ihre Anteile in Prozent.. |
| Stickstoff | Kompost enthält Stickstoff, liefert aber nicht automatisch genug in verfügbarer Form. | Zusätzlichen Stickstoff gibst du nur nach Bedarf. |
| Kalzium | Regelmäßige Gaben von etwa 3 l/m² jährlich können im Hausgarten genug nachliefern. | Ob du zusätzlich kalkst, entscheidet der Bodenbefund. |
| Spurenelemente | Kompost liefert sie mit; bei Gehölzen kann gut verrottete organische Substanz die Eisenaufnahme verbessern. | Ein zu hoher Boden-pH kann Spurennährstoffmangel verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. |
Wie viel Stickstoff brauchst du zusätzlich?
Das hängt von der Kultur und vom Boden ab. Tomaten gelten als Starkzehrer, Rote Bete als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und Erbsen als Schwachzehrer. Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann eine Stickstoffdüngung meistens entfallen. Liefert der Bodenhumus viel Stickstoff nach, kannst du die zusätzliche Gabe verringern oder ganz aussetzen. Die Zehrer-Einstufung deiner Kulturen kannst du beim Planen deiner Beete im Beetplaner berücksichtigen.
Für das Gemüsebeet gilt außerdem: Frischen Kompost gibst du nicht an Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Was Kompost im Gemüsebeet an Nährstoffen, pH-Wert und Reife mitbringen sollte, vertieft ein eigener Ratgeber.
Wie verbessert Kompost die Bodenfruchtbarkeit?
Neben den Nährstoffen wirkt Kompost auf Bodenleben, Krümelstruktur und Wasserhaushalt. Das sind die Gründe, warum ich ihn auch auf Beete gebe, die rechnerisch kaum Dünger brauchen.
Bodenleben und Humus
Humus ernährt die Bodenorganismen. Ihre Tätigkeit setzt Nährstoffe frei, und über Regenwurmgänge unterstützt das Bodenleben Durchlüftung und Wasserversickerung. Kompost liefert dafür organische Substanz nach, ebenso wie Grünschnitt, Erntereste und organischer Mulch.
Für leichte bis mittlere Gartenböden gelten etwa 3 bis 4 % Humus als Orientierungsbereich. Für schwere Gartenböden liegt der Orientierungswert bei etwa 6 %.
Krümel, Wasser und Luft
Kompost fördert die Bildung stabiler Bodenkrümel. Dadurch können sich Wasser- und Lufthaushalt des Bodens verbessern. Organische Substanz hilft dem Boden außerdem, Regen- und Gießwasser aufzunehmen und zu speichern. Wie sehr das zählt, hängt von der Bodenart ab. Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe, tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe.
Nährstoffe im Boden halten
Tonminerale und organische Substanz binden positiv geladene Nährstoffionen austauschbar und geben sie später wieder an die Bodenlösung ab. Humus- und Tonteilchen tragen so zur Speicher- und Filterfunktion des Bodens bei. Weil Sandböden wenig Nährstoffe speichern und organische Substanz Nährstoffionen festhalten kann, ist regelmäßiger Kompost gerade auf Sand mehr als ein Dünger: Er trägt dort zum Nährstoffspeicher bei.
Ersetzt Kompost den Kalk?
Kompost kann mit seinen basisch wirksamen Bestandteilen einer Bodenversauerung entgegenwirken und den pH-Wert anheben. Kalziumionen verbinden außerdem Ton- und Humusteilchen zu stabilen Bodenkrümeln. Bringst du jedes Jahr etwa 3 l Kompost je m² aus, kann das im Hausgarten schon genug Kalzium nachliefern.
Die üblichen Kalkmengen für Gartenböden gelten ausdrücklich für Böden ohne Kompostzufuhr und mit nachgewiesen zu niedrigem pH-Wert. Wer regelmäßig Kompost gibt, kalkt also nur, wenn der Bodenbefund es verlangt. Zu viel Kalk hat auch eine Kehrseite: Ein dadurch aktiveres Bodenleben kann Humus schneller abbauen.
Liegt der Boden-pH schon über dem Zielbereich für Bodenart und Kultur, bringst du weder kalkhaltige Dünger noch Kompost aus. Ein zu hoher pH-Wert kann Nährstoffe festlegen und so Mangelerscheinungen auslösen.
Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken brauchen ein saures Bodenmilieu und bekommen keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben. Für Polsterstauden, Wildstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten ist eine Kompostgabe ebenfalls nicht sinnvoll. Am Rhododendronbeet fahre ich mit der Kompostkarre deshalb vorbei.
Wie schneidet Kompost gegenüber anderen Düngern ab?
Kompost oder Mineraldünger?
Organische Dünger wie Kompost stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material. Mineraldünger, oft Kunstdünger genannt, liefern Nährstoffe meist als Salze. Am Ende erreichen beide die Pflanze auf demselben Weg, nämlich gelöst an der Wurzel. Der Unterschied liegt im Tempo und darin, was sonst noch im Boden passiert.
| Merkmal | Kompost | Mineraldünger |
|---|---|---|
| Nährstoffform | organisch gebunden, wird erst mineralisiert | meist leicht lösliche Salze |
| Tempo | abhängig von Wärme und Feuchte, bei Frost, Trockenheit und Staunässe kaum Freisetzung | rasch, deckt kurzfristigen Bedarf |
| Wirkung auf den Boden | fördert Bodenleben und stabile Krümel | liefert keine organische Substanz |
| Sinnvoll für | Grundversorgung mit Phosphat, Kalium und Kalzium | Ausgleich eines festgestellten Mangels, auch gezielt als Einzelnährstoff |
| Risiko bei zu viel | Nährstoffe wie Phosphat und Kalium können sich anreichern | Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln |
Bei festgestelltem Nährstoffmangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern, was Kompost nicht leistet. Ummantelte mineralische Depotdünger setzen ihre Nährstoffe dagegen über eine Hüllschicht verzögert frei. Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen. Überdosieren lassen sich allerdings alle Formen, auch die organischen.
Kompost und Horndünger
Für zusätzlichen Stickstoff nehme ich Hornmehl, Horngrieß oder Hornspäne. Hornprodukte liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel und nur wenig Phosphor und Kalium. Sie ersetzen deshalb keine vollständige Nährstoffversorgung. Kompost und Horn ergänzen sich damit: Der Kompost deckt Phosphat und Kalium weitgehend, aber nicht automatisch den Stickstoff, und Horn bringt genau diesen Stickstoff, ohne viel Phosphor und Kalium nachzuschieben.
| Dünger | Stickstoff | Hinweis |
|---|---|---|
| Hornmehl | typischerweise 10 bis 14 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist. | im Boden etwa 6 Wochen bis zur vollständigen Umsetzung |
| Horngrieß | typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff | setzt etwas langsamer frei als Hornmehl |
| Hornspäne | typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff | brauchen für die Umsetzung mehrere Monate |
| Rindermist | etwa 0,5 % Gesamtstickstoff | durchschnittlicher Tabellenwert, Chargen weichen ab |
| Pferdemist | etwa 0,4 % Gesamtstickstoff | durchschnittlicher Tabellenwert, Chargen weichen ab |
| Kompost | enthält Stickstoff, aber nicht automatisch genug in verfügbarer Form | Rest nach Bedarf ergänzen |
Der Stickstoff aus Horn ist nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar. Wie viel Horn ein Beet bekommt, richtet sich nach Kultur und Bodenbefund. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte im Garten 10 g N/m² nicht überschreiten. Bevor ich Horn streue, lege ich den letzten Bodenbefund neben meine Notiz, wie viel Kompost das Beet im Frühjahr bekommen hat.
Hornspäne gelten oft als schnelle Stickstoffquelle zum Kompost. Fein vermahlenes Hornmehl setzt seinen Stickstoff aber am schnellsten frei, gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Für eine Gabe kurz vor dem Bedarf passt also das feinere Produkt.
Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, denn bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen gefunden. Ich streue sie deshalb mit Handschuhen.
Kompost und Mist
Kompost und Mist können beide neben der Nährstoffzufuhr Bodenstruktur und Bodenleben verbessern. Beim Mist schwanken die Nährstoffgehalte mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil. Für den Garten nimmst du Mist, der mindestens ein Jahr gelagert wurde. Einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerdauer allerdings nicht.
Bei Gartenkompost ist es ähnlich: Er tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, weil ausreichende RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht werden. Welche Krankheits-, Schädlings- und Unkrautrisiken Kompost birgt und wie du vorbeugst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Gründüngung, Mulch und Pflanzenjauche
Gründüngung bindet auf abgeernteten Beeten freigesetzte Nährstoffe und vermindert ihre Auswaschung. Angewelkter Rasenschnitt als dünner Mulch liefert Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben mitrechnest. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau dagegen Stickstoff binden. Für Pflanzenjauchen gibt es keine allgemeingültige Ausbringmenge, weil Pflanzenbedarf und Bodenvorrat verschieden sind.
Erst Kompost ins Beet und dann noch Volldünger nach Packungsangabe. Die Packungsempfehlung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus und muss angepasst werden, wenn du zusätzlich Kompost gibst. Bei Obstgehölzen kann zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.
Wann und wie bringst du Kompost aus?
Als Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach ein, über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse. Tiefer gehört er nicht, weil dort bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können. Welche Mengen Gemüse, Stauden, Gehölze und Rasen bekommen und zu welchem Zeitpunkt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Kompost je Pflanzengruppe ausbringst und dosierst.
Wann wird Kompost zu viel?
Auch organische Dünger können Pflanzen und Umwelt belasten, wenn zu viel davon im Boden landet. Kompost ist da keine Ausnahme.
Wer alle Bioabfälle des Haushalts selbst verwertet, braucht dafür Fläche. Als Faustregel gegen Überdüngung gelten ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Ist der Garten kleiner, können sich Nährstoffe übermäßig anreichern.
Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden. Gelangt zu viel Phosphor in Gewässer, fördert er Algen und Wasserpflanzen, deren Abbau dort Sauerstoff verbraucht. Auf leeren Beeten können freigesetzte Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden. Deshalb ist die Düngung im Frühjahr der im Herbst vorzuziehen. Viel Stickstoff im Boden kann zudem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern. Das spricht nicht gegen Gemüse, sondern für bedarfsgerechtes Düngen.
Zeigt der Bodenbefund hohe Gehalte, sinkt der Düngebedarf deutlich. Bei Versorgungsstufe D muss nur die Hälfte des erwarteten Entzugs eines Nährstoffs ersetzt werden. Bei Versorgungsstufe E kannst du die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz aussetzen. Den Stickstoff erfasst eine Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH nicht, dafür wird ein Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen. gesondert bestimmt. Die Bodenprobe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung.
Für jedes Beet führe ich eine Karteikarte. Darauf stehen das Datum der letzten Bodenprobe, die Kompostmenge vom Frühjahr und jede weitere Düngergabe. Kommt ein neuer Befund, lege ich ihn daneben und rechne die Kompostgaben mit ein.
Bevor du neben Kompost noch düngst:
- Liegt ein Bodenbefund mit pH-Wert, Phosphor und Kalium vor?
- Liegt der pH-Wert im Zielbereich für Bodenart und Kultur?
- Ist das Beet ein Moorbeet oder ein magerer Standort?
- Hast du Kompost und Rasenschnittmulch angerechnet?
- Braucht die Kultur wirklich zusätzlichen Stickstoff?
