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Wie funktioniert Dünger? Nährstoffe, Düngerarten und Bodenanalyse verständlich erklärt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wurzeln nehmen Nährstoffe in mineralisch gelöster Form aus der Bodenlösung auf, auch wenn sie aus organischem Dünger stammen.
  • Organische Dünger müssen erst von Bodenorganismen mineralisiert werden, leicht lösliche Mineraldünger können einen Bedarf rasch decken.
  • Eine Standard-Bodenanalyse erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert, Stickstoff wird gesondert bestimmt.
  • Der Düngebedarf ist der Bedarf der Pflanze abzüglich dessen, was Boden, Kompost und andere Dünger schon liefern.
  • Mehr Dünger bringt nicht mehr Ertrag, denn Überschüsse können Wurzeln schädigen und ausgewaschen werden.
Gesunde, humusreiche Gartenerde in den Händen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Wer düngt, ohne seinen Boden zu kennen, riskiert, genau das nachzulegen, was schon reichlich vorhanden ist. Ich lese deshalb zuerst den Befund meiner Bodenprobe und greife erst danach zum Düngersack. Mit drei Grundlagen kommst du weit: wie Dünger wirkt, welche Nährstoffe Pflanzen brauchen und was dein Boden bereits mitbringt.

Wie funktioniert Dünger?

Pflanzen nehmen Nährstoffe über ihre Wurzeln aus der Bodenlösung auf, und zwar in mineralisch gelöster Form. Das gilt für den Mineraldünger aus dem Sack genauso wie für Kompost oder Hornspäne. Organisch gebundene Nährstoffe müssen deshalb erst mineralisiert werden. Diese Arbeit übernehmen Bodenmikroorganismen, die das Material zersetzen und dabei mineralische Nährstoffe freisetzen. Wärme und Feuchtigkeit beschleunigen die Freisetzung, Frost, Trockenheit und Staunässe bremsen sie.

Im Boden werden Nährstoffe unterschiedlich fest gehalten. Tonminerale und Humus binden positiv geladene Nährstoffionen und geben sie über Ionenaustausch wieder an die Bodenlösung ab. Nitrat dagegen hält der Boden kaum fest, sodass es mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen kann, vor allem nach der Ernte und bei starkem Regen. Stickstoff, den keine Wurzel aufnimmt, bleibt also nicht als Vorrat für später im Beet liegen.

Wurzeln holen die Nährsalze mit dem Wasser. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind. Streudünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, aber nicht auf nasses Laub, weil anhaftende Körner dort Ätzschäden verursachen können. Wie du bei anhaltender Trockenheit richtig düngst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Marias Erfahrung

Bevor ich Dünger streue, greife ich mit den Fingern in die obere Erdschicht. Ist sie trocken, gieße ich zuerst und dünge danach.

Humus ernährt die Bodenorganismen, deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt, und er speichert Wasser. Als Orientierung gelten für leichte bis mittlere Gartenböden etwa 3 bis 4 % Humus. Wie Humus, Bodenleben und Bodenanalyse zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost ausführlich.

Welche Nährstoffe brauchen Pflanzen?

Pflanzen brauchen mineralische Nährstoffe aus zwei Gruppen. Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Spurennährstoffe sind Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Magnesium gehört dabei zu den Hauptnährstoffen und nicht zu den Spurenelementen.

Nährstoff Aufgabe in der Pflanze
Stickstoff (N) Baustein von Eiweißen und Chlorophyll, nötig für das Wachstum von Trieben und Blättern
Phosphor (P) Energiehaushalt, Bestandteil der Nukleinsäuren
Kalium (K) regelt Zellinnendruck und Wasserhaushalt, beteiligt am Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen
Calcium (Ca) Baustein der Zellwände, nötig für Zellteilung und Zellstreckung
Magnesium (Mg) Bestandteil des Chlorophylls und damit wichtig für die Photosynthese
Schwefel (S) Aufbau von Eiweißen
Eisen, Mangan, Kupfer, Zink unterstützen Chlorophyll- und Eiweißbildung
Bor Zell- und Fortpflanzungsentwicklung
Molybdän Nitratabbau

Die Nährstoffe wirken nicht unabhängig voneinander. Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen. Phosphat im Überschuss kann die Verfügbarkeit von Eisen und Zink vermindern. Wer einseitig einen Nährstoff nachlegt, kann damit also die Versorgung mit einem anderen verschlechtern. Bei Bor liegen Mangel und schädlicher Überschuss besonders nahe beieinander.

Mythos-Check

Mehr Phosphat bringt mehr Blüten? Eine phosphatbetonte Düngung lässt sich nicht pauschal mit stärkerer Blütenbildung begründen. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und das Vermeiden von Stickstoffüberschüssen, denn zu viel Stickstoff kann Laub auf Kosten der Blüten fördern.

Welche weiteren Düngermythen nicht stimmen und was stattdessen gilt, klärt ein eigener Ratgeber.

Was die Zahlen auf dem Düngersack bedeuten

Auf Mehrnährstoffdüngern steht eine NPK-Angabe mit den Gehalten in Prozent. Die Reihenfolge lautet Stickstoff, Phosphat, Kalium. Phosphor und Kalium werden dabei nicht als Element angegeben, sondern über die rechnerischen Bezugsgrößen P₂O₅ und K₂O.

Kurz erklärt

NPK 12-12-17 mit 2 % Magnesiumoxid heißt: 12 % Stickstoff, 12 % Phosphat als P₂O₅, 17 % Kaliumoxid als K₂O und 2 % Magnesiumoxid als MgO. Spurennährstoffe stehen gesondert auf dem Etikett.

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Welche Düngerarten gibt es, und wie unterscheiden sie sich?

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material. Mineraldünger liefern ihre Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und können einen kurzfristigen Bedarf deshalb rasch decken. Organische Dünger müssen dagegen erst mineralisiert werden und hängen stark von der Witterung ab. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum etwas frei, bei feuchtwarmem Wetter sind kräftige Freisetzungsschübe möglich. Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen. Überdüngen lässt sich mit allen Formen, auch organische Dünger können in zu hoher Menge ausgebracht werden.

Düngerart Wie sie wirkt Worauf du achtest
Leicht löslicher Mineraldünger Nährstoffe als Salze, rasch verfügbar Zu hohe Gaben können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen
Organischer Dünger wird erst von Bodenorganismen mineralisiert Bei Frost, Trockenheit und Staunässe wird kaum etwas frei
Umhüllter Depotdünger eine Hüllschicht verzögert die Freisetzung Freisetzung hängt von Temperatur und Feuchte ab, die Wirkungsdauer steht auf der Packung
Flüssigdünger gelöst, kann einen festgestellten Mangel rasch verbessern nur auf bereits feuchte Erde geben
Blattdünger Aufnahme über die Blätter lindert akuten Mangel nur vorübergehend und ersetzt keine Versorgung über die Wurzeln

Horn, Mist und Kompost

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Je feiner das Horn vermahlen ist, desto schneller wird sein Stickstoff frei. Für die Umsetzung von Hornmehl rechnest du im Boden mit etwa sechs Wochen, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Hornprodukte liefern vor allem Stickstoff und Schwefel und ersetzen keine vollständige Nährstoffversorgung.

Bei Mist schwanken die Gehalte mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil. Rindermist enthält als durchschnittlichen Tabellenwert etwa 0,5 % Gesamtstickstoff. Für Pferdemist liegt dieser Wert bei etwa 0,4 %, einzelne Chargen können davon abweichen. Für den Garten empfiehlt sich Mist, der mindestens ein Jahr gelagert wurde; einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerdauer allerdings nicht. Beim Ausbringen trage ich Handschuhe, und geerntetes Gemüse wasche ich gründlich.

Kompost liefert Stickstoff, Phosphat und Kalium und dazu organische Substanz für Bodenstruktur und Bodenleben. Sein Stickstoff ist aber überwiegend organisch gebunden, während Horn umgekehrt nur wenig Phosphor und Kalium mitbringt; die beiden ergänzen sich deshalb. Wie du Kompost, Mulch und Gründüngung einsetzt, beschreibt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt zu natürlichen Düngemethoden.

Flüssig, fest oder als Depot: die Düngerform

Die Form bestimmt mit, wie schnell Nährstoffe frei werden. Auch kristalline feste Dünger wirken schnell, sobald sie im Gießwasser gelöst sind. Niedrige Temperaturen verzögern die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger zusätzlich. Eine hohe Bevorratung mit umhülltem Depotdünger kann den Salzgehalt im Substrat zeitweise über den optimalen Bereich heben. Düngestäbchen steckst du in den Wurzelbereich, die Menge richtet sich nach der Packungsangabe.

Blattdünger sprühst du bei bedecktem Himmel oder abends aus, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen lohnt vorher eine Probespritzung.

Achtung

Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Blumendünger geschluckt, kontaktiere ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis. Besteht bei deinem Haustier Vergiftungsverdacht, gehst du sofort zur Tierarztpraxis und nimmst die Verpackung mit, ohne Hausmittel zu geben oder Erbrechen auszulösen.

Bodenanalyse: was dein Boden schon mitbringt

Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte. Sie ist damit die Grundlage dafür, ob du düngst, womit und wie viel. Eine gängige Standardanalyse erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert. Eisen und andere Spurenelemente bestimmt das Labor nicht automatisch, diese Analyse vereinbarst du gesondert. Stickstoff fehlt im Standardumfang häufig, weil sich der verfügbare Stickstoff im Lauf der Kultur verändert und ein Messwert nur eine Momentaufnahme wäre.

So nimmst du die Probe

  1. Teile den Garten nach Nutzung auf: Rasen, Gemüsebeete, Staudenflächen und Gehölzflächen bekommen je eine eigene Mischprobe.
  2. Stich innerhalb einer einheitlich genutzten Fläche 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt ein und spare Wege, Ränder und die Nähe des Komposts aus.
  3. Im Gemüsebeet erfasst du den Oberboden bis in 25 bis 30 cm Tiefe.
  4. Auf Rasenflächen genügen 8 bis 10 cm Einstichtiefe.
  5. Misch alle Einstiche gründlich und fülle etwa 500 g davon in einen sauberen, beschrifteten Kunststoffbeutel.
  6. Nimm die Probe im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, in beiden Fällen vor der Düngung.

Ich sammle die Einstiche in einem sauberen Eimer, zerkrümele die Erde und schreibe Fläche und Datum auf den Beutel. Wiederholt wird die Untersuchung etwa alle 3 bis 5 Jahre.

Den Befund lesen

Im Befund steht für jeden Nährstoff eine Gehaltsklasse. Klasse C bedeutet die anzustrebende mittlere Versorgung. Liegt ein Nährstoff in der sehr hohen Klasse E, kann seine Düngung vorübergehend entfallen, die übrigen Nährstoffe beurteilst du davon getrennt. Bei hohem Phosphorvorrat und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein weiterer NPK-Dünger.

Was der pH-Wert verrät

Der pH-Wert beeinflusst die Verfügbarkeit der Nährstoffe und die Aktivität des Bodenlebens. Ein ungeeigneter Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Ist der pH zu hoch, kann Spurennährstoffmangel entstehen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Welcher Bereich passt, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab.

Bodenart anzustrebender pH-Bereich, je nach Humusgehalt
Sandboden 5,0 bis 6,5
Lehmboden 5,5 bis 7,0
Tonboden 6,0 bis 7,5

Ausgenommen sind Pflanzen mit besonderen Ansprüchen wie Moorbeetpflanzen. Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken brauchen sauren Boden und bekommen weder pauschale Kalk- noch übliche Kompostgaben. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem passenden Bereich liegt. Liegt er darüber, verzichtest du auf Kalk, kalkhaltige Dünger und Kompost. Auch Dünger verschieben den pH-Wert: Ammoniumsulfat wirkt versauernd, Kalksalpeter kann ihn anheben.

Vom Befund zur Düngermenge

Der Düngebedarf entspricht nicht automatisch dem Nährstoffbedarf deiner Pflanzen. Er ergibt sich aus dem Bedarf der Kultur abzüglich dessen, was der Boden schon pflanzenverfügbar bereithält. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung rechnest du dabei mit an. Auch Blumenerde bringt einen Vorrat mit: Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde brauchen Kübelpflanzen in den ersten vier bis sechs Wochen keinen zusätzlichen Dünger.

Weil die Standardanalyse keinen Stickstoff misst, rechnest du ihn als Bilanz. Vom Bedarf der Kultur ziehst du den vorhandenen mineralischen Stickstoff und die Nachlieferung ab, die du während der Kultur erwartest. Die Menge auf der Packung setzt einen passend versorgten Boden voraus und gilt nicht unverändert, wenn zusätzlich Kompost oder andere Dünger dazukommen.

Zahl im Blick

Bei einem Kulturbedarf von 15 g N/m² bleiben nach Abzug von 5 g N/m² Bodenvorrat und 7 g N/m² geschätzter Nachlieferung noch 3 g N/m² zu düngen. Die Produktmenge in g/m² ist der Nährstoffbedarf in g/m² mal 100, geteilt durch den Nährstoffgehalt in Prozent. Für 5 g N/m² mit einem Dünger von 20 % Stickstoff sind das rechnerisch 25 g Produkt je m². Eine einzelne Stickstoffgabe sollte 10 g N/m² nicht überschreiten.

Ich notiere jede Kompost- und Düngergabe mit Datum im Gartenheft, damit ich sie beim nächsten Mal abziehen kann. Neue Dünger wiege ich einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher, denn Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht. Wie du die richtige Düngermenge für dein Beet ermittelst, zeigt der Ratgeber zum Düngerrechner Schritt für Schritt.

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Mangel und Überdüngung: kurz eingeordnet

Gelbe Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose. Mangel an Stickstoff, Phosphor, Kalium oder Magnesium zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, Eisenmangel eher an jüngeren; Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung können aber ähnliche Symptome verursachen.

Zu hohe Gaben schnell wirkender Dünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen, und ein Stickstoffüberschuss kann Laub auf Kosten der Blüten fördern. Nicht aufgenommenes Nitrat kann ins Grundwasser gelangen, und Phosphoreinträge begünstigen in Gewässern starkes Algenwachstum. Viel Stickstoff im Boden kann zudem die Nitratanreicherung in Gemüse erhöhen, was für bedarfsgerechtes Düngen spricht und nicht gegen Gemüse. Wie du die Ursache klärst, bevor du nachdüngst, beschreibt der Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung.

Welche Pflanzen brauchen wie viel?

Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als Mittelzehrer und Erbsen als Schwachzehrer. Ein für eine Pflanzengruppe benannter Dünger kann auch anderen Kulturen dienen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zu deren Bedarf passen; welcher Dünger zu welcher Pflanze passt, behandelt ein eigener Ratgeber. Wie viel Gemüsedünger du je Art und Quadratmeter gibst, steht ebenfalls gesondert.

Wann düngst du, und wie planst du das?

Im Garten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung möglichst vorzuziehen, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Wann du Gemüse, Obst, Zierpflanzen und Rasen düngst und wie du die Termine planst, erklärt der Ratgeber zum Düngezeitpunkt.

Ein Düngeplan baut auf denselben Bausteinen auf wie jede einzelne Gabe: Befund, Bedarf der Kultur und angerechnete Kompost- oder Mistgaben. Mit dem Beetplaner berücksichtigst du Zehrer-Einstufung und Anbaupausen bei der Planung deiner Beete.

Moderne Techniken und die Zukunft der Düngung

Bei erdelosen Kulturen wie der Hydrokultur müssen sämtliche Nährstoffe gezielt dosiert werden. Präzisionsdüngung bringt einen zuvor ermittelten Bedarf gezielter aus, ersetzt dessen Ermittlung aber nicht. Welche neuen Techniken die Düngung im Gemüseanbau prägen und was sie bringen, zeigt ein eigener Ratgeber.

Die Herstellung synthetischer Mineraldünger ist energieaufwendig, deshalb kann das Recycling vorhandener Gartennährstoffe den Zukauf verringern. Bei biologischen Zusätzen lohnt ein nüchterner Blick: In einem vierjährigen Feldversuch brachte die Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Mykorrhiza erschließt vorhandene Bodennährstoffe, bringt aber selbst keine in den Boden ein.

Wie sich die Düngung von Stallmist und Gründüngung über Liebig bis zum Haber-Bosch-Verfahren entwickelt hat, erzählt der Ratgeber zur Geschichte der Düngung.

Häufige Fragen

Was ist Düngung und welche Rolle spielt sie für das Pflanzenwachstum?
Düngung ergänzt die Nährstoffe, die eine Pflanze zum Wachsen braucht und die der Boden nicht schon pflanzenverfügbar bereithält. Der Düngebedarf ist deshalb der Nährstoffbedarf der Kultur abzüglich dessen, was der Boden bereits liefert. Aufgenommen werden die Nährstoffe über die Wurzeln in mineralisch gelöster Form, auch wenn sie aus Kompost oder Hornspänen stammen.
Welche Makronährstoffe benötigen Pflanzen und welche Funktionen haben sie?
Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Stickstoff braucht die Pflanze für Eiweiße, Chlorophyll und das Wachstum von Trieben und Blättern, Phosphor für ihren Energiehaushalt. Kalium regelt den Wasserhaushalt, Calcium ist Baustein der Zellwände und Magnesium Bestandteil des Chlorophylls. Schwefel wird wie Stickstoff für den Aufbau von Eiweißen gebraucht.
Wie unterscheiden sich Mikronährstoffe von Makronährstoffen bei der Pflanzenernährung?
Mikronährstoffe, auch Spurennährstoffe genannt, braucht die Pflanze in deutlich kleineren Mengen als die Hauptnährstoffe; dazu zählen Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Unentbehrlich sind sie trotzdem: Eisen, Mangan, Kupfer und Zink unterstützen etwa die Chlorophyll- und Eiweißbildung, Molybdän den Nitratabbau. Bei Bor liegen Mangel und schädlicher Überschuss besonders nahe beieinander. Eine Standard-Bodenanalyse erfasst Spurenelemente nicht automatisch, ihre Bestimmung vereinbarst du gesondert mit dem Labor.
Warum ist eine Bodenanalyse vor der Düngung so wichtig?
Die Bodenuntersuchung zeigt, welche Nährstoffe pflanzenverfügbar vorrätig sind, und ist damit die Grundlage für Auswahl und Menge eines Düngers. Eine gängige Standardanalyse erfasst Phosphor, Kalium, Magnesium und den pH-Wert. Liegt ein Nährstoff in der sehr hohen Versorgungsstufe E, kann seine Düngung vorübergehend entfallen, während fehlende Nährstoffe gezielt ergänzt werden. So vermeidest du, Nährstoffe nachzulegen, die schon reichlich im Boden sind.
Worin unterscheiden sich organische und mineralische Dünger in ihrer Wirkung?
Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Organische Dünger aus pflanzlichem oder tierischem Material müssen erst von Bodenorganismen mineralisiert werden, bevor die Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum etwas frei, bei feuchtwarmem Wetter sind dagegen kräftige Schübe möglich. Überdüngen lässt sich mit beiden Formen.
Wie beeinflusst der pH-Wert die Nährstoffaufnahme bei Pflanzen?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, sodass sie trotz Vorrat kaum verfügbar sind. Bei Phosphat etwa sinkt die Löslichkeit außerhalb des Bereichs von pH 5,5 bis 7,0 stark. Ein zu hoher pH-Wert kann zudem Eisen festlegen und Eisenmangel begünstigen. Welcher Zielbereich passt, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab; für lehmige Gartenböden liegt er bei 5,5 bis 7,0.
Welche praktischen Schritte sind bei der Durchführung einer Bodenanalyse zu beachten?
Für die Mischprobe stichst du 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt in eine einheitlich genutzte Fläche ein und sparst Wege, Ränder und Kompostnähe aus. Im Gemüsebeet reicht jeder Einstich bis in 25 bis 30 cm Tiefe. Etwa 500 g der gut vermischten Erde gehen ins Labor, und zwar vor der Düngung im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Wiederholen solltest du die Untersuchung etwa alle 3 bis 5 Jahre.
Stimmt es, dass mehr Dünger immer zu besseren Ernteerträgen führt?
Nein. Zu hohe Gaben schnell wirkender Dünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen, und ein erhöhter Salzgehalt erschwert die Wasseraufnahme. Ein Stickstoffüberschuss fördert Laub auf Kosten der Blüten, bei Obstgehölzen auch Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten. Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden, deshalb richtet sich die Menge nach Bedarf und Bodenbefund.
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