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Düngerrechner: So berechnest du die Düngermenge für dein Beet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Düngermenge in g/m² = Düngebedarf in g/m² × 100 ÷ Nährstoffgehalt des Düngers in %
  • Vom Kulturbedarf ziehst du Bodenvorrat und Nachlieferung ab, gedüngt wird nur der Rest
  • Nährstoffe aus Kompost und Mist zählen in der Rechnung mit
  • Eine Standard-Bodenuntersuchung liefert keinen Nmin-Wert für Stickstoff
  • Bei Versorgungsstufe E kann die Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend auf 0 sinken
  • Dünger abwiegen statt schätzen, denn das Schüttgewicht unterscheidet sich je Produkt
Hände in Gartenhandschuhen bereiten den Boden in einem Gartenbeet für die Bepflanzung vor.
Foto: Greta Hoffman · Pexels License · Quelle ↗

Auf der Düngerpackung steht eine Menge pro Quadratmeter, doch die Angabe kennt dein Beet nicht. Ob der Boden schon gut versorgt ist, ob im Frühjahr Kompost darauf kam und ob dort Radieschen oder Rosenkohl wachsen, steht auf keinem Etikett. Genau diese drei Dinge verschieben aber die richtige Menge. Ich rechne meine Gemüsebeete deshalb vor der Saison in drei Schritten durch: Bedarf ermitteln, Nährstoffgehalt ablesen, Menge berechnen. Ein Düngerrechner nimmt dir nur den letzten Schritt ab, die ersten beiden bleiben deine Arbeit.

Wobei hilft dir ein Düngerrechner?

Ein Düngerrechner rechnet einen Nährstoffbedarf in eine Produktmenge um. Du gibst ein, wie viele Gramm eines Nährstoffs je Quadratmeter fehlen, wie viel Prozent davon im Dünger stecken und wie groß dein Beet ist. Heraus kommt die Düngermenge in Gramm. Das ist reine Rechenarbeit, und das Ergebnis ist nur so genau wie deine Eingaben. Den Düngebedarf ermittelst du vorher selbst aus Kulturbedarf, Bodenbefund und dem, was schon an Kompost oder Mist aufs Beet kam.

Mini-Checkliste

Bevor du rechnest, liegen bereit: die Kultur, die ins Beet kommt · die Beetfläche in Quadratmetern · der Bodenbefund mit den Versorgungsstufen · deine Kompost- und Mistgaben des Jahres · der Nährstoffgehalt deines Düngers in Prozent vom Etikett.

Schritt 1: Wie ermittle ich den Düngebedarf?

Der Düngebedarf ist nicht dasselbe wie der Bedarf der Pflanze. Gedüngt wird nur, was nach Abzug von Bodenvorrat und Nachlieferung übrig bleibt. Ich rechne das für jeden Nährstoff einzeln und fange beim Gemüse mit Stickstoff an.

Rechenschritt Stickstoff je m²
Kulturbedarf 15 g N
minus Bodenvorrat 5 g N
minus geschätzte Nachlieferung 7 g N
bleibt als Düngebedarf 3 g N

In diesem Beispiel trägt der Boden den größten Teil selbst bei. Gedüngt werden nur die restlichen Gramm.

Der Kulturbedarf als Ausgangswert

Wie viel Stickstoff eine Kultur braucht, unterscheidet sich deutlich. Radieschen benötigen ungefähr 9 g N/m² je Kultur. Rosenkohl braucht ungefähr 30 g N/m² je Kultur. In beiden Fällen rechnest du Bodenvorrat und Nachlieferung an, bevor du düngst.

Bei manchen Kulturen fällt die Rechnung klein aus oder ganz weg. Gartenkresse braucht bei der kurzen Kultur zur jungen Ernte keine zusätzliche Düngung, im Beet ebenso wie in der Schale auf der Fensterbank. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen. Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen, und Tomaten haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen. Wenn du ohnehin planst, was wohin kommt, kannst du Zehrer-Einstufung und Anbaupausen gleich im Beetplaner berücksichtigen.

Der Bodenvorrat aus dem Befund

Den Vorrat an Phosphat, Kalium und Magnesium liest du aus dem Bodenbefund ab. Dort ist jeder Nährstoff einer Versorgungsstufe zugeordnet, und diese Stufe verändert deine Rechnung direkt. Bei Versorgungsstufe D genügt es, 50 % des erwarteten Entzugs dieses Nährstoffs durch Düngung zu ersetzen. Bei Versorgungsstufe E kann die zusätzliche Düngung mit dem Nährstoff vorübergehend auf 0 sinken.

Kurz erklärt

Eine Standard-Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH liefert keinen Nmin-Wert. Den Stickstoffvorrat lässt du gesondert bestimmen, sonst bleibt der Abzug für den Bodenvorrat in deiner Rechnung geschätzt.

Für den Befund ziehst du eine Mischprobe aus 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Einstichen und sparst Wege, Ränder und Kompostnähe aus. Aus der gut vermischten Sammelprobe gehen etwa 500 g Erde in die Standarduntersuchung. Wie tief du im Gemüsebeet einstichst und wie die Probe abläuft, erklärt der Überblick zu Boden, Humus, Bodenleben und Bodenanalyse.

Kompost und Mist mitrechnen

Nährstoffe aus Kompost und Mist zählen bei der Berechnung zusätzlicher Düngung mit. Gibst du jährlich 3 l Kompost je m² als Grundgabe, deckt das in einem darauf abgestimmten Gemüsedüngeverfahren den Phosphatbedarf und weitgehend auch den Kaliumbedarf. Ausreichend verfügbaren Stickstoff liefert diese Gabe aber nicht automatisch. Beim Stickstoff hast du damit eine doppelte Lücke: Der Standardbefund nennt keinen Vorrat, und der Kompost deckt den Bedarf nicht von selbst. Deshalb lohnt sich das genaue Nachrechnen bei diesem Nährstoff besonders.

Tipp

Schreib jede Kompost- und Mistgabe mit Datum und Menge je Beet auf. Ich führe dafür eine Liste pro Beet, damit ich bei der nächsten Rechnung nichts doppelt dünge.

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Schritt 2: Den Nährstoffgehalt vom Etikett ablesen

Für die Rechnung brauchst du den Gehalt des Düngers in Prozent. Bei Mineral- und Volldüngern steht er als NPK-Angabe auf dem Etikett. Ein Etikett mit NPK 12-12-17 nennt der Reihe nach die Prozentgehalte an Stickstoff, Phosphat als P₂O₅ und Kaliumoxid. Für die Rechnung nimmst du davon den Wert des Nährstoffs, den du düngen willst.

Phosphat und Kalium stehen also als Oxide auf dem Etikett. Rechne deinen Bedarf in derselben Form, damit Bedarf und Gehalt zusammenpassen. Spurennährstoffe stehen gesondert auf dem Düngeretikett. Was die einzelnen Nährstoffe in der Pflanze bewirken, liest du im Ratgeber dazu, was du über Nährstoffe, Düngerarten und Bodenanalyse grundsätzlich wissen solltest.

Stickstoffgehalte organischer Dünger

Bei organischen Düngern rechnest du mit Durchschnittswerten. Die Gehalte von Mist schwanken mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil.

Dünger Stickstoffgehalt Vorbehalt
Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar
Rindermist etwa 0,5 % Gesamtstickstoff Durchschnittswert, einzelne Chargen weichen ab
Pferdemist etwa 0,4 % Gesamtstickstoff Durchschnittswert, einzelne Chargen weichen ab
Hühnermist, frisch im Durchschnitt 1,7 % Stickstoff Durchschnittswert, Gehalt schwankt

Organisch gebundene Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Fein vermahlenes Hornmehl wird schneller umgesetzt als gröbere Hornspäne. Für die vollständige Umsetzung von Hornmehl rechnest du mit etwa 6 Wochen, Hornspäne brauchen mehrere Monate. Der Rechner kennt nur den Gesamtgehalt, nicht dieses Tempo.

Mineralische Dünger enthalten dagegen meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Welcher Dünger zu welcher Pflanze passt, liest du im Ratgeber dazu.

Schritt 3: Düngermenge berechnen

Jetzt rechnest du den Düngebedarf in Gramm Dünger um. Die Formel ist für jeden Nährstoff gleich.

Zahl im Blick

Düngermenge in g/m² = Düngebedarf in g/m² × 100 ÷ Nährstoffgehalt in %. Für das ganze Beet nimmst du das Ergebnis mal die Fläche in m². Bei angenommenen 25 g Stickstoffbedarf je m² und einem Dünger mit 12 % Stickstoff ergeben sich rechnerisch rund 208 g Dünger je m².

Ich rechne immer zuerst auf einen Quadratmeter und nehme das Ergebnis erst danach mal die Fläche. Den Quadratmeterwert vergleiche ich mit der Packungsangabe, bevor ich die Waage hole.

Die Beetfläche richtig messen

Miss Länge und Breite des Beets und multipliziere beide Werte. Bei unregelmäßigen Formen teilst du das Beet gedanklich in Rechtecke und addierst die Einzelflächen. Ich messe an beiden Längsseiten nach, weil meine Beete selten genau rechtwinklig sind. Wege und Ränder zählen nicht zur Fläche, denn was keine Pflanze aufnimmt, kann ausgewaschen werden.

Warum ein Volldünger selten genau passt

Ein Volldünger liefert die Hauptnährstoffe in festem Verhältnis, dein Beet braucht sie aber selten in genau diesem Verhältnis. Bemisst du ihn nach dem Stickstoff, stimmen die anderen Nährstoffe nicht automatisch. Das Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung:

Nährstoff Bedarf je m² geliefert von rund 167 g NPK 12-8-16 je m²
Stickstoff (N) 20 g gedeckt
Phosphat (P₂O₅) 5 g rund 13 g

Der jährliche Kompost deckt im Gemüsebeet den Phosphatbedarf bereits, und der Volldünger liefert mehr Phosphat als gebraucht. Auf einem Kompostbeet geht damit jedes Gramm Phosphat aus dem Volldünger über den Bedarf hinaus. Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger deshalb sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger.

Ein für eine Pflanzengruppe benannter Dünger, etwa ein Tomatendünger, kann auch für andere Kulturen geeignet sein. Das gilt, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zu deren Bedarf passen. Entscheidend ist das Verhältnis, nicht der Name auf der Packung.

Obergrenzen für Horndünger im Gemüsebeet

Für Horndünger gibt es Höchstmengen je Kultur. Die Werte gelten für P/K-reichen Boden mit jährlich 3 l Kompost je m² und vor der Humuskorrektur.

Kultur Horndünger je m², höchstens
Radieschen 50 g
Möhren 100 g
Tomaten 150 g

Die Humuskorrektur berücksichtigt, wie viel Stickstoff der Bodenhumus nachliefert. Ist die Nachlieferung hoch, kannst du die zusätzliche Stickstoffdüngung verringern oder ganz aussetzen. Die bedarfsgerecht bemessene Horndüngermenge für Tomaten kannst du teilen: eine Hälfte zur Pflanzung, die andere nach 3 bis 4 Wochen.

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Von der Rechnung zur Waage

Wiege Dünger ab, statt ihn nach Augenmaß zu streuen. Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiegt derselbe gefüllte Becher je Produkt unterschiedlich viel. Ich kalibriere für jeden Dünger einen eigenen Messbecher: Die passende Menge wiege ich einmal auf der Waage ab, fülle sie ein und markiere die Füllhöhe außen am Becher. Den Becher beschrifte ich mit dem Produkt, weil die Markierung nur für genau diesen Dünger gilt.

Achtung

Bewahre feste Dünger trocken und verpackt oder abgedeckt auf. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an, damit dort beurteilt wird, was zu tun ist.

Was dir der Rechner nicht abnimmt

Ein Düngerrechner setzt voraus, dass die Pflanze den Dünger auch aufnehmen kann. Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome verursachen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen außerdem die Freisetzung organischer Dünger. Eine weitere Gabe behebt das akute Problem dann nicht zuverlässig. Schau in solchen Phasen zuerst auf Bodenfeuchte und Wetter, bevor du nachrechnest.

Auch gelbe Blätter sind kein Messwert für die Rechnung. Vergilbung mit Blattfall kann außer auf Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter, Eisenmangel hellt dagegen vor allem junge Blätter mit grün bleibenden Adern auf.

Der pH-Wert entscheidet mit, ob Nährstoffe verfügbar sind: Ein ungeeigneter Wert kann sie in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Für lehmige Gartenböden liegt der anzustrebende Bereich je nach Humusgehalt bei pH 5,5 bis 7,0, ausgenommen Moorbeetpflanzen mit eigenen Ansprüchen. Kalk gibt es nur nach Befund, nicht nach Rechner.

Zeitpunkt, Kübel und Umwelt kurz eingeordnet

Wann du düngst

Im Garten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung möglichst vorzuziehen, weil so weniger ausgewaschen wird. Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze mehr auf, was frei wird. Wie Menge, Zeitpunkt und Ausbringung zusammenspielen, vertieft derselbe Überblick im Abschnitt zum Düngen nach Bedarf.

Dünger im Kübel und in der Anzucht

Im Kübel gilt die Dosierungsanweisung des verwendeten Düngers. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen in den ersten vier bis sechs Wochen keinen zusätzlichen Dünger, und diese Grunddüngung rechnest du bei späteren Gaben an. Wie du Jungpflanzen von der Keimung bis zum Auspflanzen düngst, ohne sie zu überdüngen, steht im Ratgeber zur Anzucht.

Überdüngung und Umwelt

Auch organische Dünger lassen sich in zu hoher Menge ausbringen, und was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden. Ein hohes Stickstoffangebot kann zudem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern; das spricht nicht gegen Gemüse, wohl aber für bedarfsgerechtes Düngen. Welche Folgen Überdüngung für Grundwasser, Gewässer und Bodenleben hat, liest du im Ratgeber dazu.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein Düngerrechner, und welche Angaben braucht er für die Düngermenge?
Ein Düngerrechner rechnet den Nährstoffbedarf in eine Produktmenge um: Düngebedarf in g/m² mal 100, geteilt durch den Nährstoffgehalt des Düngers in Prozent, ergibt die Düngermenge in g/m². Für das ganze Beet multipliziert er das Ergebnis mit der Fläche in m². Den Düngebedarf ermittelst du vorher selbst, indem du vom Kulturbedarf Bodenvorrat und Nachlieferung abziehst. Nährstoffe aus Kompost und Mist zählen dabei mit.
Welche Rolle spielen NPK-Angabe und Bodenanalyse für die richtige Düngermenge?
Die NPK-Angabe nennt die Gehalte an Stickstoff, Phosphat als P₂O₅ und Kalium als K₂O in Prozent, und mit diesen Werten rechnest du die Produktmenge aus. Die Bodenanalyse zeigt die Versorgungsstufe: Bei Stufe D genügt es, 50 % des erwarteten Entzugs zu ersetzen. Bei Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz entfallen. Den Stickstoffvorrat zeigt eine Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH nicht, dafür wird der Nmin-Wert gesondert bestimmt.
Wie unterscheiden sich organische und mineralische Dünger in ihrer Wirkung?
Organisch gebundene Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger wenig bis keine Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen fördern die Freisetzung. Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Kompost und Mist können zusätzlich Bodenstruktur und Bodenleben verbessern.
Wie erstellt man einen Düngungsplan für verschiedene Kulturpflanzen im Garten?
Plane Beet für Beet: Kultur, Fläche, Bodenbefund und die Kompost- oder Mistgabe des Jahres gehören zusammen. Vom Kulturbedarf ziehst du Bodenvorrat und Nachlieferung ab, wobei sich der Bedarf je Kultur deutlich unterscheidet; Rosenkohl braucht zum Beispiel ungefähr 30 g N/m² je Kultur. Gedüngt wird möglichst im Frühjahr statt im Herbst, damit weniger ausgewaschen wird. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu besserem Pflanzenwachstum führt?
Nein. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen. Zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen und Beerensträuchern starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten auslösen, und im Gemüse kann ein hohes Stickstoffangebot die Nitratanreicherung fördern. Ist ein Nährstoff im Boden schon sehr hoch versorgt, kann die Düngung damit vorübergehend ganz entfallen.
Wie unterscheidet sich die Bodenfruchtbarkeit von der reinen Nährstoffversorgung bei der Gartendüngung?
Nährstoffversorgung meint, wie viel Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe den Pflanzen zur Verfügung stehen. Zur Bodenfruchtbarkeit gehören zusätzlich Humus und Bodenleben: Humus ernährt Bodenorganismen, deren Tätigkeit Nährstoffe freisetzt und über Regenwurmgänge Durchlüftung und Wasserversickerung unterstützt. Tonminerale und organische Substanz können Nährstoffe außerdem austauschbar binden und später wieder abgeben. Kompost und Mist wirken deshalb nicht nur als Nährstoffquelle, sie können auch Bodenstruktur und Bodenleben verbessern.
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