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Dünger und Pflanzenschutzmittel richtig mischen: Spritzbrühe ansetzen, sprühen, Gerät reinigen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blattdüngung kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine Versorgung über die Wurzeln.
  • Bei Pflanzenschutzmitteln hältst du Dosierung, Anwendungsbedingungen und Wartezeiten der Gebrauchsanleitung ein.
  • Eine Probespritzung mit Wasser zeigt dir vor dem Ansetzen, wie viel Spritzbrühe du brauchst.
  • Gib den nächsten Bestandteil erst zu, wenn sich der vorherige vollständig gelöst hat.
  • Spritzbrühe frisch ansetzen und nicht aufbewahren, Spülwasser nie in Toilette, Gully oder Gewässer.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Eine Spritzbrühe, die du nach Gefühl ansetzt, kann Blätter schädigen und lässt dich leicht mit einem Rest zurück, den du nicht für später aufheben solltest. Ich arbeite mit dem Drucksprühgerät deshalb immer in derselben Reihenfolge: Etikett lesen, Probespritzung mit Wasser, Bestandteile einzeln lösen, sprühen, reinigen. Diese Schritte findest du hier, für Flüssigdünger ebenso wie für Pflanzenschutzmittel.

Was gehört in den Drucksprüher?

Ein Drucksprühgerät besteht aus Tank, Pumpe, Sprührohr und Düse. Der aufgepumpte Druck zerstäubt die Flüssigkeit, sodass du gezielter arbeitest als mit der Gießkanne.

Für Dünger ist das Gerät die Ausnahme. Blattdüngung kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln. Flüssigdünger für die Wurzeln gebe ich deshalb mit der Gießkanne, und zwar auf bereits feuchte Erde. So vermeidest du Wurzelschäden durch hohe Salzkonzentrationen.

Pflanzenschutzmittel sind bei mir das letzte Mittel. In den Tank kommen nur Mittel, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, angesetzt nach ihrer Gebrauchsanleitung. Welches Mittel zu welchem Problem passt, ist nicht Thema dieses Ratgebers; hier geht es um Ansetzen, Ausbringen und Reinigen.

Kurz erklärt

Spritzbrühe heißt die fertig angesetzte Mischung im Tank. Das ist Wasser plus Dünger oder Pflanzenschutzmittel in genau der Konzentration, die auf die Pflanze kommt.

Wann gehört Flüssigdünger in die Spritze?

Eine Blattvergilbung mit Blattfall kann auf Nährstoffmangel hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann schon Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl der Boden genug Nährstoffe enthält. Bei trockenem Boden gieße ich darum zuerst und greife nicht zur Spritze. Im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost steht, wie du Mangel und Überdüngung erkennst und nach Bedarf düngst.

Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen. Das Ergebnis unterstützt dann die Entscheidung über eine gezielte Blattdüngung. Bei festgestelltem Mangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung verbessern; die Blattdüngung bleibt dabei eine Ergänzung zur Versorgung über die Wurzeln.

Pflanzenjauche gieße ich an den Wurzelbereich und nehme sie nicht in die Spritze, denn ihre Verdünnung ist für die Wurzeldüngung beschrieben: fertig vergoren im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Ansatz und Gärzeit findest du im selben Ratgeber beim Thema natürliche Düngemethoden.

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Dosieren: erst das Etikett, dann die Probespritzung mit Wasser

Die Menge im Tank bestimmst du nie nach Augenmaß. Beim Dünger ist die Dosierungsanweisung auf der Packung maßgeblich. Für ein Pflanzenschutzmittel hältst du Dosierung, Anwendungsbedingungen und Wartezeiten aus der Gebrauchsanleitung ein. Ich rechne die Angabe auf die Wassermenge um, die tatsächlich in den Tank kommt, und schreibe das Ergebnis auf, bevor ich einen Verschluss öffne.

Wie viel Spritzbrühe du überhaupt brauchst, ermittelst du vor dem Ansetzen mit einer Probespritzung mit Wasser. Dafür fülle ich klares Wasser ein, sprühe die geplante Fläche genauso wie später mit der Brühe und lese ab, wie viel im Tank fehlt. Spritzbrühe für den Pflanzenschutz wird frisch angesetzt und nicht für spätere Anwendungen aufbewahrt. Die Probespritzung mit Wasser hilft dir also, nur so viel anzusetzen, wie du in einem Durchgang ausbringst.

Feste, wasserlösliche Dünger wiegst du ab, weil sich Dünger in ihrem Schüttgewicht unterscheiden. Ich wiege die passende Menge einmal auf der Waage ab, fülle sie in einen Messbecher und markiere die Füllhöhe. So ist der Becher für genau dieses Produkt kalibriert.

Häufiger Fehler

Einen Rest Spritzbrühe im Tank lassen und beim nächsten Mal weiterverwenden. Pflanzenschutz-Spritzbrühe setzt du frisch an und bewahrst sie nicht für spätere Anwendungen auf.

Mischen: die Reihenfolge im Tank

Für eine geeignete Tankmischung gilt eine klare Reihenfolge: Den nächsten Bestandteil gibst du erst zu, wenn sich der vorherige vollständig gelöst hat. Ich lege Wasser vor, rühre den ersten Bestandteil ein und schaue in den Tank, bis keine Schlieren oder Klümpchen mehr zu sehen sind. Erst dann kommt der nächste dazu.

Was Mischbarkeit nicht beweist

Dass sich zwei Bestandteile sauber mischen lassen, reicht nicht. Technische Mischbarkeit allein belegt weder, dass deine Pflanzen die Tankmischung vertragen, noch dass sie biologisch wirkt. Steht in der Gebrauchsanleitung nichts zu einer Mischung, setze ich jedes Mittel einzeln an und sprühe es in einem eigenen Durchgang.

Wer Dünger und Pflanzenschutzmittel in einem Tank kombinieren will, sollte auch auf den Zustand der Pflanze schauen. Kranke Kübelpflanzen sollen nicht durch zusätzliche Düngergaben zum Wachstum angeregt werden. Für eine kranke Kübelpflanze lasse ich den Dünger deshalb ganz aus der Spritzbrühe heraus.

Mythos-Check

„Wenn im Glas nichts ausflockt, passt die Mischung.“ Das greift zu kurz. Ohne Flocken ist eine Mischung nur technisch mischbar; Verträglichkeit für die Pflanze und biologische Wirksamkeit sind damit nicht belegt.

Sprühen: Wetter, Zerstäubung und eine Probe an empfindlichen Pflanzen

Blattdünger bringe ich bei bedecktem Himmel oder abends aus. Starke Sonne lässt die Düngerlösung eintrocknen und begünstigt Blattschäden. Durch die Verdunstung steigt die Salzkonzentration auf dem Blatt, was Verbrennungsschäden verursachen kann.

Stell eine verstellbare Düse auf feine Zerstäubung, denn sie verringert bei der Blattdüngung ein zu schnelles Abtropfen. Ich pumpe, bis das Gerät gleichmäßig fein sprüht, und pumpe nach, sobald der Strahl gröber wird. Die Aufnahme über das Blatt dauert je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage. In Versuchen an Apfelblättern konnten Salzlösungen unter geeigneten Benetzungsbedingungen auch durch die Spaltöffnungen eindringen.

Bei empfindlichen Pflanzen mache ich vor der Blattdüngung eine Probespritzung und schaue mir die besprühten Blätter danach genau an. Gurken reagieren empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen. Orchideen zählen zu den besonders salzempfindlichen Kulturen.

Für Pflanzenschutzmittel gelten zusätzlich die Anwendungsbedingungen aus der Gebrauchsanleitung. Bei Wind lasse ich das Gerät stehen, damit der feine Nebel nicht auf Nachbarbeete, Wege oder Gewässer zieht. Ein Pflanzenschutzmittel kann auch Nützlinge treffen, deshalb sprühe ich nur die Pflanzen, um die es geht. Vor der Ernte zählt die Wartezeit aus der Gebrauchsanleitung, und ich notiere sie zusammen mit dem Spritzdatum.

Sicher arbeiten: Schutzausrüstung und Kinder

Welche Schutzausrüstung du beim Umgang mit einem Pflanzenschutzmittel brauchst, richtet sich nach dessen Produktetikett. Ich lege sie bereit, bevor ich den Kanister öffne, und ziehe sie erst nach dem Reinigen des Geräts aus. Konzentrate stelle ich während der Arbeit außer Reichweite von Kindern ab und räume sie danach gleich weg.

Achtung

Vermutest du, dass ein Kind eine größere Menge Blumendünger aufgenommen hat, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an. Dort wird beurteilt, was zu tun ist.

Reinigen und entsorgen

Vor dem Öffnen lasse ich den Druck über das Ventil ab. Dann leere ich den Tank, spüle Tank, Sprührohr und Düse mit klarem Wasser durch und reinige Düse und Filter. Das Spülwasser aus der Reinigung einer Pflanzenschutzspritze darf weder in die Toilette noch in den Gully oder ein Gewässer gelangen. Spüle das Gerät mehrmals und bringe das Spülwasser nach Gebrauchsanleitung auf der zuvor behandelten Fläche aus, ohne die zulässige Aufwandmenge zu überschreiten. Für Reste, Spülwasser und leere Packungen richte ich mich nach den Entsorgungshinweisen der Gebrauchsanleitung.

Zum Schluss steht das Gerät offen zum Trocknen. Vor dem nächsten Einsatz prüfe ich Dichtungen und Verschraubungen, denn ein tropfendes Gerät fülle ich nicht mit Spritzbrühe. Für Pflanzenschutzmittel nutze ich ein eigenes, beschriftetes Gerät, Blattdünger kommt in ein zweites.

Marias Erfahrung

Für meine Sprühgeräte führe ich ein kleines Heft. Darin stehen Datum, Beet, Mittel, die Menge aus der Probespritzung mit Wasser und die Wartezeit bis zur Ernte.

Mini-Checkliste

Vor jedem Sprühgang hake ich diese Punkte ab.

  • Etikett gelesen und Dosierung auf die Wassermenge umgerechnet
  • Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten zugelassen
  • Probespritzung mit Wasser gemacht und nur diese Menge angesetzt
  • Schutzausrüstung laut Produktetikett angelegt
  • Bestandteile nacheinander zugegeben, jeder vollständig gelöst
  • Bedeckter Himmel oder Abend, kein Wind
  • Spülwasser nicht in Toilette, Gully oder Gewässer
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