Hornspäne als Dünger: wie viel, wann und für welche Pflanzen?
- Hornspäne enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist.
- Im Boden brauchen Hornspäne mehrere Monate für die Umsetzung, feines Hornmehl etwa 6 Wochen.
- Auf phosphat- und kaliumreichen Gemüsebeeten gelten bei Stickstoffbedarf bis zu 50, 100 oder 150 g Horndünger je m² als Orientierung, je nach Zehrergruppe.
- Leicht einarbeiten, möglichst auf feuchten Boden; Tomaten bekommen die Hälfte zur Pflanzung und den Rest etwa 3 bis 4 Wochen danach.
- Im Frühjahr düngen, im Gemüsegarten nicht später als Ende August; Gehölze bekommen nach Mitte Juli keinen Stickstoff mehr.
- Hornspäne liefern kaum Phosphor und Kalium: Kompost ergänzt sie, und was Kompost und Boden schon liefern, rechnest du an.

Hornspäne als Dünger sind schnell gekauft. Die eigentlichen Fragen kommen erst am Beet: Wie viel gehört auf den Quadratmeter, welche Pflanzen brauchen das überhaupt, und ab wann ist es zu spät? Zu viel Stickstoff kann Pflanzen und Umwelt belasten. Eine Gabe auf abgeerntete Beete kann ausgewaschen werden, weil dort keine Pflanze mehr etwas aufnimmt. Ich wiege meine Hornspäne deshalb für jedes Beet ab und schaue vorher nach, wie viel Kompost dort schon eingearbeitet ist.
Was Hornspäne liefern und was nicht
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl entstehen aus getrockneten Rinderhörnern und Rinderhufen. Sie enthalten typischerweise 10 bis 14 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist., dazu Schwefel, aber nur wenig Phosphor und Kalium, deshalb ersetzen sie keine vollständige Nährstoffversorgung. Was Hornprodukte als organischer Stickstoffdünger leisten und wo ihre Nachteile liegen, ordnet ein eigener Ratgeber ein.
Als organischer Dünger stammen Hornspäne aus tierischem Material, während Mineraldünger ihre Nährstoffe meist als Salze liefern. Ihr Stickstoff ist organisch gebunden und muss im Boden erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln ihn aufnehmen können. Wie sich organische und mineralische Dünger grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Überblick über Düngerarten und Düngerformen.
Je feiner die Körnung, desto schneller die Umsetzung: Hornmehl ist im Boden in etwa 6 Wochen umgesetzt, Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate, Horngrieß liegt dazwischen. Wann du zu Hornmehl und wann zu Hornspänen greifst, vergleicht der Ratgeber zu beiden Körnungen.
Für welche Pflanzen eignen sich Hornspäne, und wie viel bekommen sie?
Hornspäne passen dort, wo eine Kultur zusätzlichen Stickstoff braucht. Wie viel das ist, hängt von der Pflanze, vom Boden und vom Kompost ab, der schon im Beet steckt. Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb wiegst du ab, statt nach Augenmaß zu streuen.
Wiege die Menge für dein Beet einmal mit der Küchenwaage ab, schütte sie in einen alten Becher und markiere die Füllhöhe. Dieser Becher gilt dann nur für genau dieses Produkt.
Gemüse: Menge nach Zehrergruppe
Im Gemüsebeet richtet sich die Menge nach dem Stickstoffbedarf der Kultur, und Tomaten brauchen mehr Stickstoff als Erbsen und Bohnen. Die Werte in der Tabelle gelten als Orientierung, wenn auf phosphat- und kaliumreichen Beeten zusätzlicher Stickstoff nötig ist. Hornspäne zählen dabei wie Horngrieß und Hornmehl zu den Horndüngern.
| Gruppe | Beispiele | Horndünger je m² | Wann und wie |
|---|---|---|---|
| Schwachzehrer | Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln | bis zu 50 g | zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. | Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete, Gurken | bis zu 100 g | zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| Starkzehrer | Tomaten | bis zu 150 g | 50 % zur Pflanzung, 50 % etwa 3 bis 4 Wochen danach |
Für Radieschen, Möhren und Tomaten gelten diese Obergrenzen auch auf Beeten, die jährlich 3 l Kompost je m² bekommen. Das sind Höchstwerte, bevor die Stickstoffnachlieferung aus dem Bodenhumus berücksichtigt ist. Liefert dein Boden viel nach, kannst du weniger geben oder die zusätzliche Stickstoffdüngung ganz aussetzen. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen. Gartenkresse braucht bei der kurzen Kultur bis zur jungen Ernte keinen zusätzlichen Dünger, im Beet ebenso wenig wie in der Schale auf der Fensterbank.
Obst und Beeren
Für Obst und Beeren sind die Mengen für Hornmehl angegeben, jeweils als Ergänzung zur Kompostgabe.
| Kultur | Hornmehl | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Junge Obstbäume und Beerensträucher | 10 g je Pflanze, zu jährlich 1 bis 1,5 l reifem Kompost | jährlich mit der Kompostgabe |
| Kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag | 70 bis 100 g je Baum, zur jährlichen Kompostgabe | Ende März bis Anfang April, leicht einarbeiten |
| Etablierte Johannisbeere, Himbeere, Brombeere | 100 g pro Strauch, zur Kompostgabe | Ende März bis Anfang April |
| Einmaltragende Erdbeeren im Gartenbeet | 30 bis 45 g je m² | nach der Ernte im Juli |
Die Werte gelten für Hornmehl, nicht für die gröberen Hornspäne, die langsamer umgesetzt werden. Wo eine Menge für Hornmehl genannt ist, nehme ich deshalb auch Hornmehl. Kleinkronige Obstbäume im Rasen bekommen eine BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. von etwa 1 m Durchmesser, damit Gräser weniger um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen und Beerensträuchern starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten auslösen und Frostschäden an unausgereiftem Holz verursachen. Ein zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist kann bei Obstgehölzen zu Überdüngung führen.
Stauden und Rosen
Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² bekommen. Prachtstauden erhalten im Frühjahr 3 l Kompost je m², leicht eingearbeitet, sofern der Boden nicht stark mit Phosphor oder Kalium überversorgt ist. Für Polsterstauden, Wildstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden magerer Standorte ist schon Kompost nicht sinnvoll, dort streue ich auch keine Hornspäne. Bei Lavendel können stark stickstoffhaltige Dünger zu weichem, instabilem Wuchs führen.
Etablierte Gartenrosen düngst du zur Forsythienblüte mit einem langsam wirkenden organischen Dünger, zu dem Hornspäne gehören. Im März und April passen dazu etwa 3 l Kompost je m². Den zweiten Flor unterstützt ab Mitte bis Ende Juni ein schnell wirkender, am besten in Wasser gelöster Dünger. Hornspäne brauchen für die Umsetzung mehrere Monate, für diesen Sommertermin sind sie also zu langsam. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.
Rasen
Beim Rasen rechnest du in Stickstoff je m². Für die Frühjahrsdüngung eines üblichen Gartenrasens werden 4 bis 5 g Stickstoff je m² empfohlen. Die zweite Gabe Ende Juni bis Anfang Juli liegt bei 5 g Stickstoff je m². Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht, sondern erst wieder, wenn der Boden ausreichend feucht ist und der Rasen sichtbar wächst. Eine weitere Herbstdüngung ist bei normal genutztem Rasen nicht generell nötig.
So wird aus einem Stickstoffbedarf eine Düngermenge: Bedarf in g je m² mal 100, geteilt durch den Stickstoffgehalt des Düngers in %. Den Gehalt liest du auf der Packung ab. Vorher ziehst du ab, was Bodenvorrat, Kompost und andere Dünger schon liefern.
Wann bringst du Hornspäne aus?
Frühjahr: die Hauptzeit
Hornspäne streust du im Frühjahr, denn eine Frühjahrsdüngung verringert Nährstoffverluste durch Auswaschung gegenüber dem Herbst. Im Gemüsebeet arbeitest du sie zur Saat oder Pflanzung leicht ein. Obstbäume und Beerensträucher bekommen ihr Hornmehl Ende März bis Anfang April, Rosen ihre Frühjahrsgabe zur Forsythienblüte. Phasen hoher Wurzelaktivität begünstigen die Nährstoffaufnahme und eignen sich deshalb für die Düngung. In einem kalten Frühjahr verzögern niedrige Temperaturen die Wirkung organischer Langzeitdünger zusätzlich.
Sommer: nur mit Plan nachlegen
Bei Tomaten folgt die zweite Hälfte der Gabe etwa 3 bis 4 Wochen nach der Pflanzung. Einmaltragende Erdbeeren bekommen ihre wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli. Darüber hinaus streue ich im Sommer keine Hornspäne auf Verdacht nach. Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig schon genug Nährstoffe nach, und Hornspäne brauchen für die Umsetzung mehrere Monate. Eine späte Sommergabe Hornspäne wird also langsam frei, auf einem Boden, der häufig schon selbst genug liefert.
Spätsommer: die Grenzen
Im Gemüsegarten bringst du Horndünger auch für Herbstkulturen nicht später als Ende August aus. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Bei Obstgehölzen im Kübel stellst du die Düngung ab August ein. Grundsätzlich gibst du Stickstoff in der Vegetationsperiode und setzt ihn bei ausreifenden mehrjährigen Gartenpflanzen ab dem Spätsommer aus.
Herbst: keine Gabe auf Vorrat
Eine Herbstgabe, damit im Frühjahr schon etwas im Boden ist, lohnt sich nicht. Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze die freigesetzten Nährstoffe auf, sie sind deshalb auswaschungsgefährdet. Bei Frost setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter können sie dagegen starke Schübe liefern. Ein milder, feuchter Herbsttag kann also Stickstoff freisetzen, den auf dem leeren Beet niemand mehr aufnimmt. Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann außerdem Stauden und Gehölze im Winter stärker gefährden. Auf abgeernteten Beeten säe ich lieber eine Gründüngung, denn der Bewuchs bindet freigesetzte Nährstoffe und vermindert ihre Auswaschung.
So arbeitest du Hornspäne richtig ein
Hornspäne gehören in feuchten Boden, denn bei Trockenheit setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. So gehe ich im Beet vor:
- Boden abtrocknen lassen. Ich bearbeite das Beet erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haftet, und arbeite vom Weg aus, damit der Boden seinen Porenraum behält.
- Menge abwiegen. Ich messe die Beetfläche, nehme die Menge je m² für die Kultur und ziehe ab, was der Kompost auf diesem Beet schon liefert.
- Gleichmäßig streuen. Die Hornspäne kommen auf feuchten Boden, bei stehenden Kulturen auf die Erde zwischen den Pflanzen.
- Flach einarbeiten. Mit der Harke arbeite ich die Späne leicht ein, statt sie unterzugraben.
- Bei Trockenheit gießen. Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet rechne ich mit etwa 20 bis 25 l je m², den tatsächlichen Bedarf bestimmen Boden und Wetter.
Hornspäne bei Trockenheit obenauf streuen und liegen lassen. Ohne Feuchtigkeit setzen sie kaum Stickstoff frei, und Dünger, der an nassen Pflanzenteilen hängen bleibt, kann Ätzschäden verursachen.
Bei Clematis arbeite ich besonders vorsichtig, weil ihre empfindlichen, fleischigen FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. flach liegen und geschont werden müssen. Frisch ausgebrachte Hornspäne können riechen. Ich lasse sie deshalb nicht offen liegen, sondern arbeite sie gleich nach dem Streuen ein.
Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, denn bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen. Ich streue sie deshalb mit Handschuhen und wasche mir danach die Hände.
Hornspäne in Topf und Kübel
Wer torffreie Gefäßsubstrate mit Hornspänen oder Hornmehl düngt, mischt sie schon vor dem Pflanzen unter die Erde. Für Pelargonien sind 4 g Hornspäne je Liter Substrat ein Beispiel für die organische Grunddüngung beim Umtopfen. Pelargonien zählen zu den Starkzehrern. Andere Topfpflanzen vertragen unterschiedlich viel Salz, darum passt du die Grunddüngung jeder Pflanze einzeln an.
Hast du in ausreichend vorgedüngte Blumenerde umgetopft, braucht die Pflanze meist 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Diese Grunddüngung rechnest du an, bevor du Hornspäne dazugibst. Torffreie Erden können trotz VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. vorübergehend zu wenig verfügbaren Stickstoff liefern, weil ihre organischen Bestandteile beim Abbau Stickstoff binden. Da Hornspäne zugleich mehrere Monate für die Umsetzung brauchen, gehören sie beim Pflanzen ins Substrat und nicht erst obenauf, wenn die Blätter schon blass werden.
Hornspäne liefern überwiegend Stickstoff, und im Kübel reicht das allein nicht immer. Für Buchs im Kübel genügt ein reiner Stickstoffdünger zum Beispiel nicht zur vollständigen Versorgung. Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase düngst du von Ende April bis August. Kranke Pflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Vernässte Kübelpflanzen, deren Wurzeln noch nicht faulen, bekommen bis zum Abtrocknen weder Wasser noch Dünger.
Zu viel oder zu wenig: Dosierfehler erkennen
Überdosierung und ihre Folgen
„Mit organischem Dünger kann man nicht überdüngen.“ Doch: Auch organische Dünger können in einer pflanzenbaulich oder ökologisch zu hohen Menge ausgebracht werden. Die langsame Freisetzung ändert nichts an der Gesamtmenge, die im Boden landet.
Bei Obst und Lavendel zeigt sich zu viel Stickstoff im Wuchs. Beim Gemüse kann ein hohes StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. im Boden außerdem die Nitratanreicherung fördern. Das ist kein Grund, auf Gemüse zu verzichten, wohl aber einer, bedarfsgerecht zu düngen. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden.
Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N je m² nicht überschreiten. Wie viel Hornspäne das sind, rechnest du mit dem Stickstoffgehalt auf deiner Packung aus.
Hast du eine Kübelpflanze nachweislich überdüngt, spülst du den Wurzelballen bei freiem Wasserabfluss langsam durch. In schweren Fällen topfst du die Pflanze um.
Unterdosierung und ausbleibende Wirkung
Bleiben Pflanzen trotz Hornspänen blass und schwach, liegt das nicht unbedingt an einer zu kleinen Menge. Stickstoff braucht die Pflanze vor allem für Blätter und Triebe, und ein Mangel betrifft häufig zuerst die älteren Blätter. Vergilbung mit Blattfall kann aber auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Mangelsymptome können außerdem durch Sauerstoffmangel, einen ungünstigen pH-Wert oder unausgewogene Nährstoffverhältnisse entstehen.
Auch Trockenheit kann dahinterstecken: Wurzeln nehmen Nährstoffe in Wasser gelöst auf, deshalb kann eine Pflanze Mangel zeigen, obwohl genug im Boden ist. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen zudem die Freisetzung aus organischen Düngern. Eine weitere Gabe Hornspäne behebt das akute Problem dann nicht zuverlässig. Bei festgestelltem Mangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Bei Jungpflanzen von Paprika, Auberginen und Gurken können niedrige Temperaturen die Nährstoffaufnahme hemmen und die Blätter vorübergehend verfärben.
Bevor ich nachdünge, prüfe ich mit dem Finger die Feuchte im Wurzelbereich und schaue, ob die älteren oder die jungen Blätter blass sind. Beides schreibe ich mit Datum ins Gartenheft.
Hornspäne mit Kompost, Mulch und Fruchtfolge kombinieren
Kompost liefert die Grundnährstoffe, Horn den Stickstoff
Eine jährliche Kompostgrundgabe von 3 l je m² deckt im Gemüsebeet den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf. Ausreichend verfügbaren Stickstoff liefert sie aber nicht automatisch. Hornspäne bringen dagegen vor allem Stickstoff und kaum Phosphor oder Kalium. Zusammen heißt das: Kompost deckt im Frühjahr die Grundversorgung, und Hornspäne ergänzen nur den Stickstoff, der dann noch fehlt.
Ist der Boden sehr hoch mit Phosphat versorgt und fehlt ein anderer Nährstoff, gibst du gezielt nur diesen statt eines vollständigen Mehrnährstoffdüngers. Nährstoffe aus Kompost, Stallmist und Gründüngung rechnest du bei jeder weiteren Gabe an.
Mulch und Hornspäne
Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden. Bevor ich solches Material auslege, plane ich deshalb eine ergänzende Stickstoffgabe ein und arbeite die Hornspäne vorher flach ein. Angewelkter Rasenschnitt liefert dagegen selbst Stickstoff nach. Ich lege ihn in dünnen Schichten aus und rechne ihn bei weiteren Gaben mit. Organischer Mulch vermindert die Verdunstung, und Trockenheit bremst die Freisetzung aus organischen Düngern. Unter Mulch bleibt der Boden also länger feucht genug, damit die Hornspäne ihren Stickstoff abgeben können. Gemüse mulchst du erst, wenn die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind.
Gehören Hornspäne in den Komposthaufen?
Bei locker gemischten Garten- und Küchenabfällen sind Kompostzusätze normalerweise entbehrlich. Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Ammoniakgeruch spricht für zu viel nährstoffreiches Material, dann mischst du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt unter. Ich gebe deshalb keine Hornspäne auf den Kompost, sondern achte auf die Mischung.
Fruchtfolge und Mischkultur
Tomaten brauchen mehr Stickstoff als Erbsen und Bohnen, die in der kleinsten Mengengruppe stehen. Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen. Damit du die Einstufung der Kulturen und die Anbaupausen über die Jahre im Blick behältst, kannst du dein Beet im Beetplaner mit Zehrer-Einstufung planen. Welche Gemüse als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Hornspäne auf Problemböden
„Hornspäne lockern schwere Böden und verbessern sandige.“ Hornspäne sind vor allem Stickstofflieferanten. Bodenstruktur und Bodenleben verbessern Kompost und Mist, die neben Nährstoffen auch organische Substanz mitbringen.
Sandböden
Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe. Bei Trockenheit setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, und Wurzeln nehmen Nährstoffe nur in Wasser gelöst auf. Auf Sand entscheidet das Gießen deshalb mit darüber, ob der Stickstoff aus den Hornspänen bei der Pflanze ankommt. Für einen durchdringenden Gießgang rechnest du 10 bis 20 l je m², je nach Bodenart. Organischer Mulch liefert Bodenorganismen zudem Nahrung für den Abbau und die Humusbildung. Für leichte bis mittlere Gartenböden gelten etwa 3 bis 4 % Humus als Orientierungsbereich. Bei einmaltragenden Erdbeeren ist eine Frühjahrsgabe im Folgejahr nur auf leichten Sandböden oder bei schwacher Entwicklung nötig.
Schwere Böden
Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. In stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. Für bessere Durchlässigkeit kannst du 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m² einarbeiten, ob weitere Gaben nötig sind, hängt vom Bodenzustand ab. Für schwere Gartenböden gilt ein Humusgehalt von etwa 6 % als Orientierungswert. Eine Spatendiagnose zeigt dir Gefüge, Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild und hilft, strukturelle Probleme einzuordnen.
pH-Wert und Bodenanalyse
Für den pH-Wert ist die Bodenanalyse zuständig, nicht der Stickstoffdünger. Der passende Boden-pH hängt von Bodenart und Kultur ab, und gekalkt wird nur nach Befund. Bei Moorbeetpflanzen wie Rhododendren setzt eine gezielte Düngung voraus, dass du Boden-pH und vorhandene Nährstoffe kennst.
Die Mengen für Gemüse gelten für phosphat- und kaliumreiche Beete, und genau diese Gehalte misst eine Standard-Bodenuntersuchung zusammen mit dem pH-Wert. Erst der Befund zeigt dir also, ob die Orientierungswerte für dein Beet passen. Einen Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen. für den Stickstoffvorrat liefert die Standarduntersuchung nicht, den lässt du gesondert bestimmen.
Gewässerschutz beim Düngen
Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung die Umwelt belasten. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden. Deshalb düngst du im Frühjahr, bleibst bei den Mengen je Kultur und rechnest Kompost und Bodenvorrat an. Überwinternde GrüneinsaatenGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. halten den Boden durchwurzelt und schützen vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung. In Wasserschutzgebieten können örtliche Schutzverordnungen oder behördliche Entscheidungen bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken. Ob dort für deinen Garten Vorgaben gelten, erfährst du bei der zuständigen Behörde.
Herkunft und Lagerung in Kürze
Auch Horndünger, die im ökologischen Gemüsebau eingesetzt werden, können Rohstoffe aus konventioneller Tierhaltung enthalten, und als tierisches Produkt sind Hornspäne nicht vegan. Woran du gute Hornprodukte beim Kauf erkennst, zeigt der Ratgeber zu Herkunft, Mahlgrad und Deklaration.
Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Wie du Hornspäne und Hornmehl lagerst, damit sie lange haltbar bleiben, beschreibt der Lager-Ratgeber. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger gegessen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
