Gartenpraxis · Düngen, Boden & Kompost · Pflege

Flüssig oder fest: Welcher Dünger passt wann zu deinem Obstbaum?

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Gartenboden tragen Kompost und Hornmehl die Grundversorgung deiner Obstbäume.
  • Flüssigdünger setzt du gezielt ein: bei festgestelltem Mangel und als Option im Kübel.
  • Kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag bekommen zur Kompostgabe 70 bis 100 g Hornmehl je Baum.
  • Nach Mitte Juli erhalten Obstgehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen.
  • Ein zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder Mist kann zu Überdüngung führen.
  • Obst im Kübel braucht ein Abzugsloch, und ab August wird dort nicht mehr gedüngt.

Du willst deinen Apfelbaum düngen und stehst vor der Wahl: Flüssigdünger aus der Flasche oder Hornmehl und Kompost auf die Baumscheibe. Die Entscheidung hat Folgen, denn zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen starkes Triebwachstum auf Kosten von Blüten und Früchten auslösen. Unausgereiftes Holz kann im Winter außerdem Frostschäden bekommen. Ich entscheide deshalb nicht nach der Packung, sondern nach Standort, Alter des Baums und Bodenbefund.

Kurz erklärt

Im Gartenboden tragen Kompost und Hornmehl als Festdünger die Grundversorgung. Flüssigdünger setzt du gezielt ein, bei festgestelltem Mangel und als eine von zwei Möglichkeiten im Kübel. Nach Mitte Juli bekommt kein Obstgehölz mehr zusätzlichen Stickstoff, egal in welcher Form.

Wie schnell wirken Flüssig- und Festdünger?

Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf, deshalb kann Flüssigdünger einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Viele Festdünger wirken dagegen verzögert: Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, und bei ummantelten Depotdüngern bremst eine Hüllschicht die Freisetzung. Wann welche Form allgemein besser passt, zeigt der Vergleich von Flüssigdünger und Festdünger; Düngerarten und Düngerformen im Überblick erklärt unser Ratgeber Düngen, Boden & Kompost.

Vor dem Düngen: Was der Boden verrät

Ich dünge einen Obstbaum erst, wenn ich seinen Boden kenne. Hausbäume werden nach einer Bodenuntersuchung bedarfsgerecht gedüngt, die Menge richtet sich nach Baumgröße und Herstelleranweisung. Die Probe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, in jedem Fall vor der Düngung.

Die Standarduntersuchung erfasst Phosphor, Kalium und den pH-Wert. Einen Nmin-Wert für Stickstoff liefert sie nicht, er muss gesondert bestimmt werden. Auch Eisen misst das Labor nur, wenn du die Spurenelementanalyse eigens vereinbarst.

Der passende pH-Wert hängt von Bodenart und Kultur ab. Ist er zu hoch, kann er Spurennährstoffe festlegen, sodass ein Mangel entsteht, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Liegt der pH über dem Zielbereich, kommen weder kalkhaltige Dünger noch Kompost auf die Fläche. Damit hängt auch die Kompostgabe, auf der die Grundversorgung im Gartenboden aufbaut, am Befund.

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Festdünger: die Grundversorgung im Gartenboden

Im Gartenboden versorge ich meine Obstbäume mit Kompost und Hornmehl. Bei jungen Bäumen dient der Kompost in den ersten Standjahren als Phosphor- und Kaliumversorgung, wenn der Boden schon organisch vorbereitet ist. Horndünger sind dagegen vor allem Stickstofflieferanten. Die Mengen hängen von Alter und Größe des Baums ab:

Baum und Standort Kompost Stickstoff dazu
Junger Obstbaum im Gartenboden jährlich 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze ergänzt um 10 g Hornmehl als Stickstoffquelle
Kleinkroniger Kern- oder Steinobstbaum im Vollertrag, bei passender Bodenversorgung jährlich 4 l Kompost je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser bedarfsgerechte Stickstoffergänzung
Kleinkroniger Apfel- oder Birnbaum im Vollertrag jährliche Kompostgabe wie bei Kern- und Steinobst im Vollertrag 70 bis 100 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet
Eingewachsene Obstgehölze allgemein jährlich 2 bis 4 l je m² im Frühjahr bedarfsgerecht

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff. Davon ist nicht alles sofort pflanzenverfügbar. Fein vermahlenes Hornmehl wird schneller umgesetzt als gröbere Hornspäne. Für die vollständige Umsetzung im Boden rechnest du bei Hornmehl mit etwa 6 Wochen, Hornspäne brauchen mehrere Monate.

Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit und Staunässe kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Schübe auslösen. Hornmehl in gefrorenem oder ausgetrocknetem Boden bringt deshalb zunächst kaum etwas. Ich dünge im Frühjahr und nicht im Herbst, weil so weniger Nährstoffe durch Auswaschung verloren gehen.

Wer ganz ohne Kompost arbeitet, kann kleinkronige Apfel- und Birnbäume mineralisch volldüngen, wenn das erforderlich ist. Die Teilgaben können dann Ende März bis Anfang April und Ende Mai erfolgen. Wie viel jeweils, bestimmen Bodenbefund und Herstelleranweisung.

Marias Erfahrung

Ich wiege mein Hornmehl einmal auf der Küchenwaage ab und markiere die Füllhöhe an einem Messbecher. Weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, kalibriere ich den Becher für jedes Produkt neu.

Wann Flüssigdünger beim Obstbaum die bessere Wahl ist

Am Obstbaum im Garten setze ich Flüssigdünger gezielt ein, nicht als Routine. Für Obst im Kübel ist er eine der beiden Grundformen, dazu mehr im Abschnitt über Kübelobst.

Bei festgestelltem Mangel

Bei festgestelltem Nährstoffmangel kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Das Wort festgestellt ist dabei wichtig. Gelbe Blätter mit Blattfall können außer auf Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten. Mangelsymptome entstehen zudem durch Sauerstoffmangel, einen ungünstigen pH-Wert oder unausgewogene Nährstoffverhältnisse.

Einen ersten Hinweis gibt das Blattalter. Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter, Eisenmangel hellt vor allem junge Blätter mit grün bleibenden Adern auf. Eindeutig ist das Bild nicht, denn gelbe junge Blätter mit grünen Adern lassen sich nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse kann den Mangel nachweisen.

Eisenchlorosen entstehen häufig, weil ein zu hoher Boden-pH die Verfügbarkeit einschränkt, und nicht durch einen zu kleinen Eisenvorrat. Eine Spurenelement-Blattdüngung überbrückt das nur für begrenzte Zeit, ohne Blick auf den pH-Wert kann das Problem also wiederkommen.

Bei Hitze und Trockenheit

Ist bei langer Trockenheit und großer Hitze eine Flüssigdüngung erforderlich, gießt du sie niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich. Auf die Blätter kommt sie in dieser Lage nicht.

Jauche als selbst angesetzter Flüssigdünger

Pflanzenjauche ist die organische Variante aus dem eigenen Garten. Fertig vergorene Jauche verdünnst du für die Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht, weil Pflanzenbedarf und vorhandene Nährstoffe verschieden sind. Auch der Nährstoffgehalt der Jauche schwankt mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit. Wie du organischen Obstdünger selbst ansetzt und im Obstgarten ausbringst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Blattdüngung: Ergänzung, kein Ersatz

Flüssigdünger lässt sich auch auf die Blätter sprühen. Versuche an Apfelblättern zeigen, dass Salzlösungen unter geeigneten Benetzungsbedingungen auch durch die Spaltöffnungen eindringen können. Die Aufnahme dauert je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage. Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln. Für eine Eisen-Blattdüngung im Obstbau gelten Eisenchelate als verträglicher als Eisensalze wie Eisensulfat, die Berostungen und weitere Pflanzenschäden verursachen können.

Mini-Checkliste

Sprüh bei bedecktem Himmel oder abends, denn starke Sonne lässt die Lösung eintrocknen und begünstigt Blattschäden. Zerstäube fein, damit die Lösung nicht zu schnell abtropft. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Bei Hitze und Trockenheit bleibt der Dünger ganz von den Blättern weg.

Flüssig und fest kombinieren

Am Obstbaum im Garten kombiniere ich so: Festdünger im Frühjahr als Grundversorgung, Flüssigdünger nur bei festgestelltem Bedarf. Kompost dient bei jungen Bäumen als Phosphor- und Kaliumversorgung, Hornmehl liefert vor allem Stickstoff. Zusammen bringen beide die drei Hauptnährstoffe, die ein Volldünger in einer Packung vereint. Ein zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist kann bei Obstgehölzen deshalb zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.

Nährstoffe aus Kompost und Mist zählen bei jeder Berechnung zusätzlicher Düngung mit. Zeigt der Befund viel Phosphat, aber zu wenig Kalium oder Magnesium, sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Organisch-mineralische Volldünger verbinden schnell wirkende mineralische mit langsamer wirkenden organischen Bestandteilen in einem Produkt. Steht im Kübel schon ein Langzeitdünger, bemisst du jede flüssige Nachdüngung nach dem Entzug der Pflanze und der vorhandenen Depotmenge.

Der Jahresplan für flüssig und fest

Zeitpunkt Was Für wen
Später Herbst oder zeitiges Frühjahr, vor der Düngung Bodenprobe nehmen Obstbäume im Gartenboden
Frühjahr Kompost auf die Baumscheibe eingewachsene Obstgehölze, bei passender Bodenversorgung
Ende März bis Anfang April Hornmehl zur Kompostgabe leicht einarbeiten kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag
Ende März bis Anfang April und Ende Mai zwei Teilgaben, nur wenn eine mineralische Volldüngung erforderlich ist kleinkronige Apfel- und Birnbäume ohne Kompostgabe
Ende April bis August Düngezeit für Kübelpflanzen mit Winterruhe Obst im Kübel
während der Saison passende Flüssigdüngung nur bei festgestelltem Mangel
nach Mitte Juli kein zusätzlicher Stickstoff mehr alle Obst- und Ziergehölze
ab August Düngung einstellen Obstgehölze im Kübel
Häufiger Fehler

Eine letzte Flüssiggabe im Spätsommer, damit die Früchte besser reifen. Obstgehölze bekommen nach Mitte Juli keine stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Auch eine Festdüngergabe im Herbst passt nicht, weil die Frühjahrsdüngung weniger Nährstoffe durch Auswaschung verliert.

Richtig ausbringen am Obstbaum

Festdünger und Kompost verteile ich auf der Baumscheibe. Für kleinkronige Obstbäume im Rasen ist eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser sinnvoll. Die offene Scheibe vermindert die Konkurrenz der Gräser um Wasser und Nährstoffe. Streudünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit er unmittelbar wirken kann. Auf feuchten Pflanzenteilen soll er nicht liegen bleiben. Hornmehl arbeitest du leicht ein.

Flüssigdünger gießt du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Die Menge wiegst du deshalb ab, statt sie zu schätzen. Phasen hoher Wurzelaktivität begünstigen die Aufnahme der Nährsalze und eignen sich für bedarfsgerechtes Düngen. Bei großen Bäumen hilft dir der Ratgeber dazu, wann, womit und mit welcher Methode du Bäume düngst.

Achtung

Festen Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Dünger geschluckt, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.

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Obstbäume im Kübel: Langzeitdünger, Flüssigdünger oder beides

Im Kübel lebt der Baum vom Substrat und von dem, was du nachlieferst. Das Gefäß muss dafür passen.

Zahl im Blick

Für Obstgehölze sind Kübel ab 20 l empfohlen, günstiger sind Gefäße mit 50 bis 70 l. Ein Loch im Kübelboden ist Pflicht, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde braucht die Pflanze üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Bei torffreier Erde kann der Stickstoff trotzdem knapp werden, weil ihre Ersatzstoffe ihn vorübergehend binden können. In solchen Substraten kann die Oberfläche außerdem trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Ich fühle deshalb tiefer im Topf nach, bevor ich gieße oder dünge.

Gedüngt werden Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase von Ende April bis August. Bei Obstgehölzen im Kübel stellst du die Düngung ab August ein. Stickstoff bekommt ein Obstgehölz schon nach Mitte Juli nicht mehr, damit die Triebe ausreifen.

Langzeitdünger im Kübel

Langzeitdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, bedeckst ihn leicht mit Erde und gießt von oben an. Wie lange er wirkt, steht auf der Verpackung. Bei bedarfsgerechtem Einsatz braucht der Kübel im Sommer gewöhnlich keine Nachdüngung. Eine hohe Bevorratung kann den Salzgehalt allerdings zeitweise über den Optimalbereich heben.

Auch mineralischer Langzeitdünger wird nur in Verbindung mit Wasser wirksam, und seine Freisetzung hängt von Feuchte und Temperatur ab. Ein ausgetrockneter Kübel bremst also auch den Depotdünger, deshalb lässt du gedüngte Kübelpflanzen nicht austrocknen. Wie du Obstbäume nach Art, Alter und Größe mit Langzeitdünger versorgst, vertieft ein eigener Ratgeber.

Flüssigdünger im Kübel

Flüssigdünger dosierst du nach der Anweisung des Produkts und gibst ihn nur auf feuchte Erde. Eine vorhandene Grund- oder Depotdüngung rechnest du dabei an. Ist der Kübel vernässt und sind die Wurzeln noch nicht verfault, gießt und düngst du erst wieder, wenn er abgetrocknet ist und sich die Pflanze erholt hat. Kranke Pflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du die Düngung ein und topfst gegebenenfalls um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst.

Jetzt dran

Kipp deinen Kübel leicht an und schau nach, ob das Abzugsloch frei ist, bevor du den ersten Dünger der Saison gibst.

Spalierobst an der Hauswand

Am Spalier prüfe ich vor dem Düngen zuerst die Bodenfeuchte, denn an der Hauswand kann der Dachüberstand Regen abhalten. Organische Dünger setzen in trockenem Boden kaum Nährstoffe frei, und Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Am trockenen Spalierfuß bringt Dünger ohne Wasser deshalb wenig: Erst gießen, dann düngen.

Für einen durchdringenden Gießgang gelten bei eingewachsenen Gartenpflanzen 10 bis 20 l je m² als Orientierung, abhängig von der Bodenart. Frisch gepflanzte Gehölze brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene. Eine Mulchauflage vermindert die Verdunstung aus dem Boden.

Bei der Düngerform gilt am Spalier dasselbe wie im übrigen Garten: Kompost und Hornmehl als Grundversorgung, Flüssigdünger bei festgestelltem Mangel. Muss in einer Hitzeperiode gedüngt werden, gilt die Regel für Trockenphasen: niedrig konzentriert und nur in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich.

Streuobstwiese: Bäume versorgen, Wiese mager halten

Auf der Streuobstwiese stehen zwei Ziele nebeneinander: versorgte Bäume und eine artenreiche Wiese. Eine artenreiche Blumenwiese wird extensiv gepflegt, ohne die regelmäßige Rasendüngung, und durch das Entfernen des Mähguts ausgemagert. Ich bleibe mit dem Dünger deshalb bei den Bäumen und lasse die Fläche dazwischen ungedüngt.

Ob ein Baum Dünger braucht, zeigt der Bodenbefund. Für eingewachsene Obstgehölze gelten jährlich 2 bis 4 l Kompost je m² im Frühjahr als Empfehlung. Abgeräumtes Mähgut eignet sich angewelkt als Mulch für die Baumscheiben, in dünnen Schichten ausgelegt und bei Bedarf ergänzt. Liegt die Wiese in einem Wasserschutzgebiet, können örtliche Schutzverordnungen bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken. Frag deshalb vor dem Düngen bei der zuständigen Behörde nach.

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Vier Anschlussfragen kurz beantwortet

Welche Nährstoffe braucht ein Obstbaum?

Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel zählen zu den mineralischen Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan zu den Spurennährstoffen. Am Obstbaum bemisst du vor allem den Stickstoff genau, denn zur Kompostgabe kommt bei Obst eine bedarfsgerechte Stickstoffergänzung. Was hinter den NPK-Angaben auf dem Etikett steht, erklärt unser Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt über Nährstoffe, NPK und Spurenelemente.

Organisch oder mineralisch?

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Kompost und Mist können zusätzlich Bodenstruktur und Bodenleben verbessern, leicht lösliche Mineraldünger decken dafür einen kurzfristigen Bedarf rasch. Worin sich organischer und mineralischer Obstdünger in Wirkung, Bodeneffekt und Umweltbilanz unterscheiden, vergleicht ein eigener Ratgeber auch für Kern-, Stein- und Beerenobst.

Woran erkenne ich Überdüngung?

Zu viel Stickstoff kann am Obstbaum starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten auslösen. Ist der Boden schon hoch versorgt, kann bei Versorgungsstufe E die zusätzliche Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend auf 0 sinken. Wie du die Stufen D und E liest und Überdüngung behebst, steht im Abschnitt Mangel und Überdüngung unseres Ratgebers Düngen, Boden & Kompost.

Was bringen Mulch und Gründüngung?

Organischer Mulch vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und liefert Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung. Kompost, Grünschnitt und Erntereste halten Nährstoffe zudem im Gartenkreislauf. Wie du mulchst und Gründüngung einsetzt, beschreibt der Abschnitt Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden in unserem Ratgeber Düngen, Boden & Kompost.

Häufige Fragen

Wie unterscheiden sich Flüssigdünger und Festdünger bei der Düngung von Obstbäumen?
Flüssigdünger bringt die Nährsalze schon gelöst an die Wurzeln und kann die Versorgung bei festgestelltem Mangel deshalb rasch verbessern. Organische Festdünger wie Kompost und Hornmehl müssen erst im Boden mineralisiert werden, was von Wärme und Feuchte abhängt. Im Gartenboden ist Festdünger deshalb die Grundversorgung, Flüssigdünger die gezielte Ergänzung bei Mangel und eine Option für Obst im Kübel.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Obstbaumdüngung im Jahr?
Gedüngt wird im Frühjahr, weil eine Herbstdüngung mehr Nährstoffe durch Auswaschung verlieren kann. Bei kleinkronigen Apfel- und Birnbäumen im Vollertrag wird das Hornmehl zur Kompostgabe Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet. Nach Mitte Juli bekommen Obstgehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.
Wie lässt sich Flüssigdünger mit Festdünger bei Obstbäumen kombinieren?
Die Grundversorgung kommt im Frühjahr als Kompost mit Hornmehl, Flüssigdünger nur dann, wenn ein Mangel festgestellt ist oder der Baum im Kübel steht. Nährstoffe aus Kompost und Mist werden dabei angerechnet, denn ein zusätzlicher Volldünger daneben kann zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen. Steht im Kübel schon ein Langzeitdünger, bemisst du die flüssige Nachdüngung nach dem Entzug der Pflanze und der vorhandenen Depotmenge.
Welche Rolle spielt die Bodenanalyse bei der Düngung von Obstbäumen?
Hausbäume werden nach einer Bodenuntersuchung bedarfsgerecht gedüngt, die Menge richtet sich nach Baumgröße und Herstelleranweisung. Die Probe nimmst du im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung. Liegt der pH-Wert über dem passenden Zielbereich, kommen weder kalkhaltige Dünger noch Kompost auf die Fläche. Einen Nmin-Wert für Stickstoff liefert die Standarduntersuchung nicht, er muss gesondert bestimmt werden.
Welche Anzeichen deuten auf Überdüngung bei Obstbäumen hin?
Zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen starkes Triebwachstum auslösen, das zulasten der Blüten- und Fruchtbildung geht. Unausgereiftes Holz kann dann Frostschäden erleiden. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können außerdem Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Solche Zeichen sind Hinweise, keine Diagnose, und erst ein Bodenbefund zeigt, ob der Boden schon hoch versorgt ist.
Welche Düngetechniken eignen sich für Obstbäume in Kübeln?
Im Kübel eignet sich ein Langzeitdünger, den du ins Substrat mischst oder gleichmäßig aufstreust, leicht mit Erde bedeckst und angießt. Bei bedarfsgerechtem Einsatz braucht die Pflanze im Sommer dann gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung. Flüssigdünger gibst du nach der Anweisung des Produkts und nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Ab August wird die Düngung bei Obstgehölzen im Kübel eingestellt.
Worin unterscheiden sich Hornspäne von anderen organischen Düngern für Obstbäume?
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff und sind vor allem Stickstofflieferanten. Kompost dient dagegen bei jungen Obstbäumen als Phosphor- und Kaliumversorgung, deshalb ergänzen sich beide. Für die vollständige Umsetzung im Boden rechnet man bei Hornmehl mit etwa 6 Wochen. Gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate.
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