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Obstdünger selbst herstellen: Rezept und Mengen für Obstbäume und Beeren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Grundlage für selbst gemachten Obstdünger ist reifer Kompost, Hornmehl ergänzt bei Bedarf den Stickstoff.
  • Junge Obstbäume und Beerensträucher bekommen jährlich 1 bis 1,5 l reifen Kompost je Pflanze.
  • Hornmehl für Apfel, Birne, Steinobst und Strauchbeeren arbeitest du Ende März bis Anfang April leicht ein.
  • Zwischen Ende Juni und Mitte Juli endet die Stickstoffgabe für Obstgehölze, damit das Holz ausreift.
  • Holzasche gehört weder in den Obstdünger noch auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll.

Wer seinem Obstbaum etwas Gutes tun will, düngt schnell zu viel. Zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen und Beerensträuchern starkes Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung verursachen. Dazu kommen mögliche Frostschäden an Holz, das vor dem Winter nicht ausgereift ist. Meinen Obstdünger stelle ich deshalb schlicht zusammen: reifer Kompost aus dem eigenen Garten als Grundlage, dazu abgewogenes Hornmehl für den Stickstoff. Wie viel davon an welchen Baum oder Strauch gehört, hängt von Obstart, Alter und Boden ab.

Was in selbst gemachten Obstdünger gehört

Die Grundlage ist reifer Kompost. Er liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, deren Gesamtgehalt du aber nicht mit sofort verfügbaren Nährstoffen gleichsetzen darfst. Außerdem fördert Kompost das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Bei jungen Obstbäumen und Beerensträuchern reicht reifer Kompost in den ersten Standjahren, um den Phosphor- und Kalibedarf zu decken.

Für den Stickstoff nehme ich Hornmehl dazu. Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne werden aus getrockneten Rinderhörnern und Rinderhufen hergestellt. Sie liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel, aber nur wenig Phosphor und Kalium, und ersetzen deshalb keine vollständige Nährstoffversorgung. Am schnellsten setzt Hornmehl seine Nährstoffe frei, Horngrieß etwas langsamer und Hornspäne am langsamsten.

Kompost bringt also Phosphor und Kalium mit, Hornmehl vor allem Stickstoff, und genau deshalb ergänzen sich die beiden in der Mischung. Wer tierische Rohstoffe meiden will, schaut genau hin: Organische Dünger sind nicht automatisch vegan. Rapskuchen und Vinasse sind pflanzliche organische Dünger und können eine Alternative zu Horn sein.

Zahl im Blick

Hornmehl enthält typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff. Im Boden rechnest du für seine vollständige Umsetzung mit etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate.

Häufiger Fehler

Kompost auf die Baumscheibe, Hornmehl dazu und zur Sicherheit noch ein gekaufter Volldünger obendrauf. Zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist kann bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen.

Kompost für den Obstgarten selbst ansetzen

In den Kompost gehören Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz und Eierschalen sowie Gartenabfälle. Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und mischst ihn mit lockerem, trockenem Strukturmaterial, damit er nicht zu einer nassen, faulenden Masse verdichtet. Herbstlaub lagere ich neben dem Kompost und schichte es im Winter in dünnen Lagen mit Küchenabfällen und Gehölzhäckseln ein. Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Feucht soll der Kompost sein wie ein ausgedrückter Schwamm, nass dagegen nicht.

Je nach Material und Rotteführung braucht Gartenkompost etwa 4 bis 12 Monate bis zur Reife. Den Reifezustand prüfst du mit dem Kressetest: Du säst Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch Zeit. Gartenkompost tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, weil die nötigen Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden.

Ohne Platz für einen Haufen hilft eine Wurmkiste: Je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial ist Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Wie du einen Kompostplatz anlegst und die Rotte führst, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber zu Boden und Kompost.

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Das Rezept: Kompost und Hornmehl je Obstart

Die Mengen gelten für Obst im Gartenboden bei passender Bodenversorgung. Zeigt deine Bodenprobe etwas anderes, richtest du dich nach dem Befund.

Obstart und Alter Kompost Ergänzung Wann und wie
Junge Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren jährlich 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze 10 g Hornmehl als Stickstoffquelle Kompost deckt hier den Phosphor- und Kalibedarf
Kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag jährlich 4 l Kompost je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser 70 bis 100 g Hornmehl je Baum Hornmehl Ende März bis Anfang April leicht einarbeiten
Kleinkronige Kirschen, Zwetschgen und anderes Steinobst im Vollertrag jährlich 4 l Kompost je Baum auf der Baumscheibe 100 bis 140 g Hornmehl je Baum bei älteren Bäumen Hornmehl Ende März bis Anfang April leicht einarbeiten
Etablierte Johannisbeere, Himbeere und Brombeere jährlich 2 bis 3 l reifer Kompost je Baumscheibe 100 g Hornmehl pro Strauch Hornmehl Ende März bis Anfang April zur Kompostgabe
Einmaltragende Erdbeeren im Beet 3 bis 5 l Kompost pro m² vor der Pflanzung, leicht eingearbeitet 30 bis 45 g Hornmehl pro m² nach der Ernte wichtige Stickstoffgabe im Juli; im folgenden Frühjahr nur auf leichten Sandböden oder bei schwacher Entwicklung düngen
Heidelbeeren kein Gartenkompost, er hebt den pH-Wert an ein sauer wirkender Dünger im Kübel saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser

Ich wiege das Hornmehl für jeden Baum einzeln ab, statt es nach Augenmaß zu streuen. Dünger unterscheiden sich nämlich in ihrem Schüttgewicht, ein Becher Hornmehl wiegt also nicht dasselbe wie ein Becher eines anderen Düngers.

Tipp

Wiege die Hornmehlmenge für einen Baum einmal mit einer Waage ab, füll sie in einen Becher und markiere die Füllhöhe. Für jedes weitere Düngerprodukt kalibrierst du den Becher neu.

Marias Erfahrung

Für jeden Obstbaum führe ich eine Zeile im Gartenheft mit Datum, Kompostmenge und Hornmehl. Im nächsten Frühjahr lege ich diese Notizen neben den Befund der Bodenprobe, bevor ich wieder dünge.

So bringst du den Obstdünger aus

Bei kleinkronigen Obstbäumen im Rasen hältst du eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser frei von Gras. Gräser konkurrieren sonst mit dem Baum um Wasser und Nährstoffe. Den Kompost verteilst du auf der Baumscheibe und arbeitest ihn nur oberflächlich ein. Tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. Das abgewogene Hornmehl streust du dazu und arbeitest es leicht ein.

Dünger kommt möglichst auf feuchten Boden, damit die Nährstoffe wirken können. Auf nassen Blättern darf er nicht liegen bleiben, weil anhaftender Dünger dort Ätzschäden verursachen kann. Frische Holzhäcksel gehören bei jungen Obstgehölzen weder ins Pflanzloch noch auf die Baumscheibe, weil ihr Abbau Stickstoff bindet.

Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. Zugleich nehmen Wurzeln Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, sodass Trockenheit Mangelsymptome auslösen kann, obwohl Nährstoffe im Boden vorhanden sind. In einer Trockenphase behebt eine weitere Düngergabe das Problem deshalb nicht zuverlässig. Ob flüssiger oder fester Dünger besser zu deinem Obstbaum passt und wie du beide kombinierst, erkläre ich in einem eigenen Ratgeber.

Mini-Checkliste

Baumscheibe frei von Gras. Boden feucht, Blätter trocken. Kompost nur oberflächlich eingearbeitet. Hornmehl abgewogen und leicht eingearbeitet. Keine frischen Holzhäcksel an jungen Obstgehölzen.

Der richtige Zeitpunkt im Obstjahr

Gedüngt wird im Frühjahr, denn gegenüber dem Herbst gehen dann weniger Nährstoffe durch Auswaschung verloren. Hornmehl für Apfel, Birne, Steinobst und Strauchbeeren arbeitest du Ende März bis Anfang April ein. Zwischen Ende Juni und Mitte Juli endet die Stickstoffgabe für Obstgehölze, damit ihre Triebe ausreifen.

Hornmehl braucht im Boden etwa 6 Wochen für seine Umsetzung. Wer es erst im Sommer streut, liefert Stickstoff also genau in der Zeit, in der das Holz ausreifen soll. Obstgehölze im Kübel düngst du ab August gar nicht mehr. Eine Ausnahme sind einmaltragende Erdbeeren: Ihre wichtige Stickstoffgabe liegt nach der Ernte im Juli, weil sie für die Anlage der nächsten Blüte bedeutsam ist.

Erst die Bodenprobe, dann die Mischung

Stickstoff unterstützt Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt und Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Calcium, Magnesium und Schwefel zählen ebenfalls zu den Hauptnährstoffen, Eisen und Mangan gehören zu den Spurennährstoffen. Die Nährstoffe im Einzelnen erkläre ich in meinem Ratgeber zu Boden und Kompost.

Hausbäume düngst du am besten nach einer Bodenuntersuchung und nach Bedarf. Die Probe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor dem Düngen. Die Standarduntersuchung wiederholst du alle 4 bis 5 Jahre. Einen Nmin-Wert liefert sie allerdings nicht, den lässt du bei Bedarf gesondert bestimmen. Steht ein Nährstoff im Befund in der sehr hohen Stufe E, setzt du die Düngung damit vorübergehend aus.

Was ich nicht in den Obstdünger mische

In vielen älteren Rezepten für Obstbaumdünger stehen neben Kompost und Horn auch Holzasche, Algenkalk, Knochenmehl und Bittersalz. Ich lasse diese Zutaten weg oder setze sie nur nach Bodenbefund ein.

Zutat aus alten Rezepten So halte ich es Grund
Holzasche abgekühlt in den Hausmüll mögliche Schwermetall- und Schadstoffbelastungen, deshalb weder als Dünger noch als Kompostzutat
Algenkalk und andere Kalkzusätze nur nach Bodenbefund Kalken ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem passenden Bereich für Bodenart und Humusgehalt liegt
Bittersalz nur nach einer Untersuchung auf Magnesium ein Magnesiumüberschuss kann das Calciumgleichgewicht stören, Wurzeln schädigen und Kaliummangel verursachen
Knochenmehl als Phosphorquelle lasse ich weg eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten
Achtung

Holzasche kann mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein. Sie gehört deshalb weder als Dünger an den Obstbaum noch auf den Kompost. Lass sie vollständig abkühlen und gib sie in den Hausmüll, ohne Staub aufzuwirbeln.

Kalium kommt in meinem Obstdünger aus dem Kompost, bei jungen Gehölzen deckt er den Kalibedarf in den ersten Standjahren mit. Kompost kann außerdem Kalzium nachliefern und den pH-Wert anheben. Wer zusätzlich Algenkalk streut, kalkt also, ohne zu wissen, ob der Boden das überhaupt braucht. Der pH-Wert beschreibt nur die Bodenreaktion und ersetzt keine Untersuchung des Magnesiumgehalts. Zu viel Phosphor schadet auch außerhalb des Gartens: Übermäßige Phosphoreinträge fördern Algen und Wasserpflanzen in Gewässern, deren Abbau dort Sauerstoff verbraucht.

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Mist als Alternative zum Kompost

Gut abgelagerter Rinder- oder Pferdemist ist die zweite Grundgabe, die du für den Obstgarten selbst aufbereiten kannst. Für die Gartendüngung sollte Mist mindestens ein Jahr gelagert sein, einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerzeit aber nicht. Beim Kompostieren wird Mist mürbe und riecht danach meist angenehm. Pferdemist holst du am besten aus bekannten Haltungen, weil er Rückstände von Tierarzneimitteln enthalten kann. Er setzt seinen Stickstoff vergleichsweise langsam frei und ist kein schnell wirkender Stickstoffdünger.

Wegen der Phosphatzufuhr begrenzt du Rinder- und Pferdemist im Hausgarten auf 3 kg/m². Auf derselben Fläche gibst du entweder Kompost oder Mist als Grundgabe, nicht beides.

Pflanzenjauche: Ansatz und Gabe am Obstgehölz

Für eine Pflanzenjauche zerkleinerst du 1 kg frisches Kraut, etwa Brennnessel oder Beinwell. Das setzt du mit 10 l Wasser an und deckst den Behälter mit einem luftdurchlässigen Gitter statt eines Deckels ab. Bei warmem Wetter ist die Jauche nach etwa 14 Tagen fertig, erkennbar an dunkler Farbe und beendetem Schäumen. Für die Wurzeln verdünnst du sie im Verhältnis 1:10 und gießt sie auf den feuchten Boden der Baumscheibe; eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht, weil ihr Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit schwankt. Ansatz und Kräuterwahl beschreibe ich genauer im Abschnitt über natürliche Düngemethoden meines Ratgebers zu Boden und Kompost.

Mulch, Gründüngung und der Kreislauf im Obstgarten

Angewelkter Rasenschnitt, dünn auf der Baumscheibe verteilt, vermindert die Verdunstung und liefert Stickstoff nach. Diesen Stickstoff rechnest du mit, bevor du Hornmehl streust. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau dagegen Stickstoff binden. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Auf unbestellten Flächen hält eine Gründüngung freigesetzte Nährstoffe fest und vermindert ihre Auswaschung, auch diese Nährstoffe gehören in deine Rechnung.

Kompost, Grünschnitt und Erntereste halten Nährstoffe im Gartenkreislauf und versorgen die Bodenorganismen mit organischer Substanz. Damit sich dabei nichts übermäßig anreichert, gilt für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied als Faustregel. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten.

Obst im Kübel versorgen

Für Obstgehölze und Beerensträucher im Kübel nimmst du Gefäße ab 20 l. Größere Kübel mit 50 bis 70 l sind günstiger. Ein Loch im Kübelboden ist Pflicht, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Mischst du die Erde selbst, enthält sie höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost.

Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden, in kleinen Gefäßen kann ihre Wirkung deshalb verzögert und unzureichend einsetzen. Für torffreie Erde mischst du Hornspäne oder Hornmehl schon vor dem Pflanzen unter. Düngerlösung gibst du nur auf feuchte Erde, und ab August stellst du die Düngung im Kübel ein.

Wenn Kompost und Hornmehl nicht reichen

Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, mineralische Dünger enthalten dagegen meist leicht lösliche Nährstoffe und decken einen kurzfristigen Bedarf rasch. Zeigt die Bodenprobe viel Phosphat und gleichzeitig zu wenig Kalium, sind gezielte Einzelnährstoffgaben sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Wie sich organischer und mineralischer Obstdünger bei Kern-, Stein- und Beerenobst unterscheiden, zeigt mein eigener Vergleich; die Düngerarten im Überblick stehen im Ratgeber zu Boden und Kompost.

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Dünger lagern und sauber arbeiten

Hornmehl und andere feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, bei amtlichen Kontrollen wurden darin Salmonellen nachgewiesen. Ich trage beim Ausstreuen deshalb Handschuhe und wasche mir danach die Hände. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Dünger geschluckt, rufst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.

Passt dazu

Für Balkon und Blumenbeet gelten eigene Rezepte. Wie du Blumendünger aus Kompost, Brennnesseln und Küchenresten selbst mischst und wie du Geraniendünger aus Hausmitteln ansetzt und richtig lagerst, zeige ich in zwei eigenen Ratgebern.

Häufige Fragen

Wie kann man Obstdünger selbst herstellen?
Die Grundlage ist reifer Kompost aus Obst- und Gemüseabfällen, Kaffeesatz, Laub, angewelktem Rasenschnitt und Gehölzhäckseln. Kompost liefert die Grundnährstoffe, den Stickstoff ergänzt du bei Bedarf mit Hornmehl. Kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag bekommen zur jährlichen Kompostgabe 70 bis 100 g Hornmehl je Baum. Holzasche gehört wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen nicht in die Mischung, sondern abgekühlt in den Hausmüll.
Wie kann man maßgeschneiderte Düngemischungen für verschiedene Obstarten erstellen?
Die Grundmischung bleibt bei Kern-, Stein- und Beerenobst gleich: reifer Kompost plus Hornmehl, angepasst wird vor allem die Hornmehlmenge. Kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag bekommen 70 bis 100 g Hornmehl je Baum. Bei älteren Steinobstbäumen im Vollertrag sind es 100 bis 140 g je Baum. Heidelbeeren brauchen dagegen einen sauer wirkenden Dünger, weil Gartenkompost den pH-Wert anhebt.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von hausgemachtem Obstbaumdünger?
Kompost und Hornmehl bringst du im Frühjahr aus, weil eine Frühjahrsdüngung gegenüber der Herbstdüngung Auswaschungsverluste mindert. Hornmehl für Kernobst, Steinobst und Strauchbeeren arbeitest du Ende März bis Anfang April leicht ein. Zwischen Ende Juni und Mitte Juli endet die Stickstoffgabe, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen. Nur einmaltragende Erdbeeren bekommen ihre wichtige Stickstoffgabe erst nach der Ernte im Juli.
Welche Nährstoffe benötigen Obstbäume hauptsächlich?
Obstbäume brauchen die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel sowie Spurennährstoffe wie Eisen und Mangan. Stickstoff unterstützt Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt und Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Calcium ist ein Baustein der pflanzlichen Zellwände. Wie gut dein Boden mit diesen Nährstoffen versorgt ist, zeigt dir eine Bodenuntersuchung.
Wie erkennt man Nährstoffmangel bei Obstbäumen und behebt ihn natürlich?
Blattsymptome sind nur Hinweise: Stickstoffmangel zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern, gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten. Ähnliche Bilder können auch Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung auslösen, und Eisenchlorosen gehen häufig auf einen zu hohen Boden-pH zurück. Kläre deshalb mit einer Bodenuntersuchung samt pH-Wert, was wirklich fehlt. Erst dann düngst du gezielt nach, bei Stickstoffbedarf zum Beispiel mit Hornmehl zur Kompostgabe.
Führt mehr Dünger automatisch zu besseren Ernteerträgen?
Nein, zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen und Beerensträuchern starkes Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung verursachen. Dazu kommen mögliche Frostschäden an unausgereiftem Holz. Auch organische Dünger wie Kompost können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten. Richte die Menge deshalb nach Obstart und Bodenbefund und gib neben Kompost keinen zusätzlichen Volldünger.
Was ist der Unterschied zwischen organischer und mineralischer Düngung bei Obstbäumen?
Organische Dünger wie Kompost oder Hornmehl stammen aus pflanzlichem oder tierischem Material, ihre Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden. Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen stärker. Überdüngen kannst du mit beiden Düngerarten.
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