Obstdünger organisch oder mineralisch: was Apfelbaum, Kirsche und Beeren brauchen
- Bei Obstgehölzen deckt Kompost in beiden Wegen die Grundnährstoffe, gewählt wird vor allem die Stickstoffquelle.
- Kleinkronige Apfel- und Birnbäume im Vollertrag: 4 l Kompost je Baum, dazu Hornmehl oder Ammonsulfatsalpeter.
- Hornmehl kommt Ende März bis Anfang April, Mineraldünger für Baumobst in zwei Teilgaben Anfang April und Ende Mai.
- Kirsche und Zwetschge bekommen eine höhere Stickstoffgabe als Apfel und Birne.
- Nach Mitte Juli erhalten Obstgehölze keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen.
- Zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder Mist kann zu Überdüngung führen.
- Heidelbeeren bekommen keinen gewöhnlichen Kompost, sondern einen sauer wirkenden Dünger.
Wer seinen Apfelbaum zu reichlich mit Stickstoff versorgt, riskiert starkes Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten. Bei Obstgehölzen geht es deshalb weniger um organisch oder mineralisch als um Menge und Termin des Stickstoffs. Die Grundversorgung übernimmt in beiden Wegen der Kompost. Bevor ich im Frühjahr dünge, lege ich mir den letzten Bodenbefund und mein Gartenheft mit den Gaben des Vorjahres zurecht.
Für einen kleinkronigen Apfelbaum im Vollertrag heißt das konkret: Kompost auf die BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg., dazu Hornmehl im Frühjahr oder ein mineralischer Stickstoffdünger in zwei Teilgaben. Wie viel davon welche Obstart bekommt, steht weiter unten in der Übersicht.
Organisch oder mineralisch: der Unterschied in Kürze
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, und ihre Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen. Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze und decken einen kurzfristigen Bedarf deshalb rasch. Wie sich Düngerarten und Düngerformen grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Grundlagenratgeber zu Düngen, Boden und Kompost.
Bei Obst: Kompost als Basis, Stickstoff nach Wahl
Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, setzt aber nur wenig Stickstoff frei. Hornmehl und Hornspäne liefern dagegen überwiegend Stickstoff und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. und nur geringe Mengen Phosphor und Kalium. Daraus ergibt sich die übliche Kombination im Obstgarten: Kompost deckt die Grundnährstoffe, Hornmehl oder ein Mineraldünger ergänzt den Stickstoff nach Bedarf. Wählst du den mineralischen Weg, tauschst du also meist nur die Stickstoffquelle aus, und der Kompost bleibt auf der Baumscheibe.
Kompost und Mist verbessern neben der Nährstoffzufuhr auch Bodenstruktur und Bodenleben. Diese Wirkung hängt an der organischen Substanz, die den BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. als Nahrung dient.
Für Obstgehölze im Gartenboden gelten diese Mengen als Orientierung, sofern die Bodenversorgung passt:
| Obstgehölz im Gartenboden | Kompost jährlich | Stickstoff organisch | Stickstoff mineralisch statt Hornmehl |
|---|---|---|---|
| Apfel, Birne (kleinkronig, im Vollertrag) | 4 l je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser | 70 bis 100 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April | insgesamt 35 bis 50 g Ammonsulfatsalpeter, verteilt auf Anfang April und Ende Mai |
| Kirsche, Zwetschge (kleinkronig, im Vollertrag) | 4 l je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser | 100 bis 140 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April | insgesamt 50 bis 70 g Ammonsulfatsalpeter, verteilt auf Anfang April und Ende Mai |
| Johannisbeere, Himbeere, Brombeere (ältere Sträucher) | 2 l je Strauch | 100 g Hornmehl je Strauch, Ende März bis Anfang April | 50 g Ammonsulfatsalpeter je Strauch im April |
Die organische und die mineralische Stickstoffgabe sind Alternativen, keine Summe. Zeigt der Bodenbefund hohe Vorräte, gibst du weniger; wie viel weniger, steht im Abschnitt zum Bodenbefund.
Apfelbaum und Birne düngen
Zuerst kommt die Baumscheibe. Bei kleinkronigen Obstbäumen im Rasen ist eine bewuchsfreie Fläche von etwa 1 m Durchmesser sinnvoll, weil Gräser mit dem Baum um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Auf diese Fläche verteilst du im Frühjahr den Kompost. Ich arbeite ihn nur flach ein, denn tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen.
Für den organischen Weg arbeitest du Ende März bis Anfang April Hornmehl leicht ein. Hornmehl wird unter günstigen Bedingungen ungefähr innerhalb von sechs Wochen umgesetzt, gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate. Weil Obstgehölze nach Mitte Juli keinen Stickstoff mehr bekommen sollen, passt das feine Hornmehl besser zum Frühjahrstermin: Die Wirkung grober Späne kann sich bis weit in den Sommer ziehen.
Für den mineralischen Weg nimmst du statt Hornmehl Ammonsulfatsalpeter. Die Menge teilst du auf zwei Termine auf, Anfang April und Ende Mai. Bekommt der Baum keinen Kompost und ist eine mineralische Volldüngung nötig, gelten bei Apfel und Birne ebenfalls zwei Teilgaben: Ende März bis Anfang April und Ende Mai. Die Menge richtest du dann nach Bodenbefund und Packungsangabe, denn die Packungsempfehlung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus.
Ich wiege die Hornmehlmenge für einen Baum einmal mit der Waage ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher. Für den Mineraldünger kalibriere ich einen eigenen Becher, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden. Jede Gabe notiere ich mit Datum im Gartenheft, damit ich sie bei der nächsten Düngung anrechnen kann.
Kirsche und Zwetschge: gleicher Ablauf, höhere Stickstoffgabe
Steinobst bekommt dieselbe Kompostgabe auf der Baumscheibe wie Apfel und Birne. Beim Stickstoff liegt die Orientierung höher: Kleinkronige Kirsch- und Zwetschgenbäume im Vollertrag erhalten 100 bis 140 g Hornmehl je Baum. Mineralisch sind es insgesamt 50 bis 70 g Ammonsulfatsalpeter, verteilt auf Anfang April und Ende Mai. Termine und Arbeitsschritte bleiben dieselben, auch das Ende der Stickstoffgaben im Sommer.
Johannisbeere, Himbeere, Brombeere
Ältere Beerensträucher im Gartenboden bekommen jährlich Kompost, ergänzt um Stickstoff. Organisch sind das 100 g Hornmehl je Strauch, gegeben Ende März bis Anfang April. Mineralisch ersetzen 50 g Ammonsulfatsalpeter je Strauch das Hornmehl, und zwar in einer Gabe im April. Damit unterscheidet sich der mineralische Weg hier vom Baumobst, das zwei Teilgaben bekommt.
Erdbeeren: die wichtige Gabe kommt nach der Ernte
Erdbeeren folgen einem eigenen Kalender. Vor der Pflanzung eines Erdbeerbeetes kannst du 3 bis 5 l Kompost je m² leicht einarbeiten. Er versorgt das Beet mit Phosphor, Kalium und SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe.. Zur Pflanzung gibst du organisch 35 g Hornmehl je m². Die mineralische Alternative sind 20 g Ammonsulfatsalpeter je m², auf leichten Böden verteilt auf Juli und August. In den Folgejahren dienen jährlich 3 l Kompost je m² der Bodenverbesserung.
Bei einmaltragenden Erdbeeren liegt die wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli, denn sie ist für die Anlage der nächsten Blüte bedeutsam. Im Gartenbeet kannst du sie dann mit 30 bis 45 g Hornmehl je m² versorgen. Eine Frühjahrsgabe ist im Folgejahr nur auf leichten Sandböden oder bei schwacher Entwicklung der Pflanzen nötig.
Heidelbeeren: sauer düngen statt Kompost
Kulturheidelbeeren bekommen wegen ihres Anspruchs an sauren Boden weder gewöhnlichen Kompost noch StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe.. Deren Kalkgehalt ist häufig zu hoch, und Kompost kann den pH-Wert anheben. Gedüngt wird mit einem sauer wirkenden Dünger, etwa einem geeigneten Rhododendrondünger. Pauschale Kalkgaben bekommen Heidelbeeren ebenfalls nicht. Im Kübel brauchen Kulturheidelbeeren ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser.
Junge Obstbäume und Obst im Kübel
In den ersten Standjahren
Junge Obstbäume und Beerensträucher bekommen auf organisch vorbereitetem Boden jährlich 1 bis 1,5 l reifen Kompost je Pflanze. Das deckt in den ersten Standjahren ihren Bedarf an Phosphor und Kalium. Als Stickstoffquelle kommen 10 g Hornmehl dazu. Frische Holzhäcksel gehören bei jungen Obstgehölzen weder in den Aushub des Pflanzlochs noch auf die Baumscheibe, weil ihr Abbau Stickstoff bindet.
Obst im Kübel
Obstgehölze einschließlich Beerensträuchern brauchen Kübel ab 20 l. Günstiger sind größere Gefäße mit 50 bis 70 l. Ein Loch im Kübelboden ist erforderlich, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Organische Einzeldünger wie Hornspäne können im begrenzten Kübelsubstrat so verzögert umgesetzt werden, dass die Freisetzung nicht zum Bedarf passt. Für Kübelpflanzen kommen mineralische Volldünger zur schnellen Versorgung und entsprechend dosierte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. zur längerfristigen Abgabe infrage. Ab August stellst du die Düngung bei Obstgehölzen im Kübel ein. Welche Düngerart im Kübel besser funktioniert, vergleicht ein eigener Ratgeber. Für den Olivenbaum lohnt ein Blick darauf, welcher Dünger zu Olivenbäumen passt und wie du ihn dosierst.
Der Jahreslauf im Obstgarten
Im Hausgarten ist eine bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Für Obst ergibt sich daraus dieser Kalender:
| Zeitpunkt | Was ansteht | Für wen |
|---|---|---|
| Frühjahr | Kompost verteilen und flach einarbeiten | Obstbäume, Beerensträucher |
| Ende März bis Anfang April | Hornmehl geben, leicht einarbeiten | Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge, Beerensträucher |
| Anfang April, bei Beeren im April | erste mineralische Teilgabe, bei Beerensträuchern die einzige | Baumobst, Beerensträucher |
| Ende Mai | zweite mineralische Teilgabe | Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge |
| Ende Juni bis Mitte Juli | letzte zusätzliche Stickstoffgaben | Obstgehölze |
| Juli, nach der Ernte | Stickstoffgabe für die Blüte im Folgejahr | einmaltragende Erdbeeren |
| ab August | Düngung einstellen | Obstgehölze im Kübel |
| Herbst | kein Stickstoff mehr | Obstgehölze |
Zusätzlicher Stickstoff endet bei Obstgehölzen zwischen Ende Juni und Mitte Juli. Nach Mitte Juli bekommen Obst- und Ziergehölze keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Erdbeeren sind keine Gehölze, bei ihnen ist die Gabe nach der Ernte im Juli vorgesehen.
Organischer Dünger im Herbst arbeitet über den Winter für das Frühjahr vor? Bei Frost setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, und die Frühjahrsdüngung ist der Herbstdüngung vorzuziehen, um Auswaschungsverluste zu vermindern. Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann Gehölze im Winter zusätzlich gefährden. Kompostierter Mist kann im Herbst den Boden um Gehölze schützen; seine Nährstoffe rechnest du bei der Frühjahrsdüngung mit.
Ausbringen: feuchter Boden, trockenes Laub
Streudünger gehört auf feuchten Boden und nicht auf nasses Laub. Auf dem Boden kann er wirken, an nassen Pflanzenteilen dagegen Ätzschäden verursachen. Ist der Boden trocken, gieße ich die Baumscheibe vorher durch.
Bei Trockenheit gilt zusätzlich: Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome verursachen, obwohl der Boden Nährstoffe enthält. Organische Dünger setzen bei Trockenheit außerdem kaum Nährstoffe frei. Eine weitere Düngergabe behebt das Problem dann nicht zuverlässig, der erste Schritt ist Wasser.
Ist bei großer Hitze und langer Trockenheit eine Flüssigdüngung nötig, gibst du sie niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen. Wann flüssiger und wann fester Dünger zum Obstbaum passt, erklärt ein eigener Ratgeber.
Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, rufst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
Mist im Obstgarten
Abgelagerter Mist kann im Obstgarten die Grundgabe übernehmen, aber nicht zusätzlich zum Kompost kommen. Eine Fläche erhält entweder Kompost oder Stallmist, weil beide organische Substanz und Nährstoffe zuführen. Für Rinder- oder Pferdemist gelten im Garten höchstens 3 kg je m², um die Phosphatzufuhr zu begrenzen. Empfohlen ist mindestens ein Jahr gelagerter Mist; diese Lagerdauer ersetzt aber keinen Hygienenachweis. Wie du organischen Obstdünger selbst herstellst und im Obstgarten ausbringst, zeigt eine eigene Anleitung.
Frischer Pferde- und Rindermist kann keimfähige Unkrautsamen, Tierarzneimittelrückstände und Krankheitserreger enthalten. Auch handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei. Pferdemist holst du möglichst aus einer bekannten Haltung. Beim Umgang mit Mist trägst du Handschuhe oder wäschst danach gründlich die Hände, und geerntetes Obst wäschst du gründlich.
Überdüngung vermeiden: keine doppelten Gaben
Kompost liegt schon auf der Baumscheibe, und „zur Sicherheit“ kommt noch ein Volldünger dazu. Zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist kann bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen. Ergänze neben Kompost nur den Stickstoff, und den nach Bedarf.
Auch organische Dünger können in zu hohen Gaben Pflanzen schädigen und Boden sowie Grundwasser belasten. Bei sofort wirksamen Streu- oder Flüssigdüngern können zu hohe Gaben Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Die Menge auf der Packung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus. Kompost, Mist und andere Dünger rechnest du deshalb an.
Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden, und Nitrat halten die überwiegend negativ geladenen Bodenteilchen kaum fest. Übermäßige Phosphoreinträge fördern in Gewässern Algen und Wasserpflanzen, deren Abbau Sauerstoff verbraucht. Ursachen und Folgen der Überdüngung behandelt der Grundlagenratgeber im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung.
Bodenbefund und pH-Wert vor dem Düngen
Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge der Düngung. Bei VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). D braucht nur 50 % des erwarteten Entzugs eines Nährstoffs durch Düngung ersetzt zu werden. Bei Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend entfallen. Eine Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH liefert allerdings keinen Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen., den lässt du gesondert bestimmen.
Die Probe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung. Die Empfehlungen für wiederholte Bodenuntersuchungen im Hausgarten liegen zwischen 2 und 5 Jahren.
Für lehmige Gartenböden liegt der anzustrebende pH-Bereich je nach Humusgehalt bei 5,5 bis 7,0. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene Wert unter dem passenden Bereich liegt; liegt er darüber, kommen weder kalkhaltige Dünger noch Kompost auf die Fläche. Wie du den pH-Wert misst und Kalk dosierst, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt zu pH-Wert und Kalk.
Der Bodenbefund liegt vor. Die Baumscheibe ist frei von Gras. Der Boden ist feucht. Liegt schon Kompost, ergänzt du nur Stickstoff. Die Menge ist abgewogen. Der Termin liegt vor dem Ende der Stickstoffgaben im Sommer.
Für Zier-, Nadel- und Laubgehölze zeigt ein eigener Vergleich, welche Düngerart zu welchem Gehölz passt und was sie auf Dauer kostet.

