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Magnesium für Thujen: Mangel erkennen und gezielt ausgleichen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Magnesium ist ein Hauptnährstoff und als Baustein des Chlorophylls für die Photosynthese unentbehrlich.
  • Gelbe Spitzen oder vergilbte ältere Nadeljahrgänge können auf Magnesiummangel hindeuten, beweisen ihn aber nicht.
  • Eine Laborbodenanalyse mit pH-Wert zeigt, ob Magnesium fehlt oder nur schlecht verfügbar ist.
  • Hohe Calcium-, Kalium- oder Ammoniumkonzentrationen können die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen.
  • Bittersalz wirkt schnell über Boden oder Blatt, versorgt Koniferen allein aber nicht ausgewogen.
  • Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber nicht die Versorgung über die Wurzeln.
Eine Person stutzt eine grüne Hecke mit einer großen Gartenschere.
Foto: Magda Ehlers · Pexels License · Quelle ↗

Wenn sich an deiner Thujahecke ältere Nadeln gelb färben, liegt der Griff zum Bittersalz nahe. Ich nehme vorher eine Bodenprobe, denn zu viel Magnesium kann Wurzeln schädigen. Gelbe und braune Triebe haben außerdem viele mögliche Ursachen, und fehlendes Magnesium ist nur eine davon.

Wofür braucht die Thuja Magnesium?

Magnesium zählt mit Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen der Pflanzen. Als Baustein des Chlorophylls ist es für die Photosynthese unentbehrlich. Für eine immergrüne Hecke ist Magnesium deshalb kein Randthema.

Wichtig heißt aber nicht, dass jede Thuja zusätzliches Magnesium braucht. Eine Düngung beim Pflanzen von Koniferen ist nicht grundsätzlich nötig. Sie richtet sich nach der untersuchten Nährstoffversorgung, und das gilt für Magnesium genauso.

Woran erkennst du Magnesiummangel an der Thuja?

An Nadelgehölzen kann Magnesiummangel gelbe Spitzen verursachen oder ältere Nadeljahrgänge vollständig vergilben lassen. Das ist ein Hinweis, aber noch keine Diagnose. Stickstoffmangel betrifft nämlich häufig ebenfalls ältere Blätter. Wo die Vergilbung sitzt, trennt die beiden Ursachen also nicht sicher, und eine Analyse im Labor hilft beim Klären.

Was sonst hinter gelben und braunen Trieben stecken kann

Nicht jede Verfärbung hat mit Nährstoffen zu tun.

Was du siehst Mögliche Ursachen Was du prüfst
Gelbe Spitzen, vergilbte ältere Nadeljahrgänge Magnesiummangel, Stickstoffmangel Laborbodenanalyse mit pH-Wert
Braune Triebe Trockenheit, Frosttrocknis, natürliche Alterung, Krankheiten oder Schädlinge Bodenfeuchte im Wurzelbereich, Triebe auf Befall ansehen
Mangelbild nach einer Trockenphase Wassermangel: Trockenheit kann trotz vorhandener Nährstoffe Mangelsymptome auslösen Bodenfeuchte mit dem Spaten prüfen
Mangelbild trotz Düngung Ungünstiger pH-Wert, Sauerstoffmangel, unausgewogene Nährstoffverhältnisse pH-Wert im Labor, Spatendiagnose

Eine Spatendiagnose zeigt dir Bodengefüge, Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild. Damit lassen sich Probleme im Boden einordnen, bevor du über Dünger nachdenkst.

Marias Erfahrung

Bevor ich irgendetwas streue, gehe ich die Hecke einmal komplett ab. Ich notiere, ob die älteren Nadeln an allen Pflanzen gleich aussehen oder nur an einzelnen Stellen vergilben. Auffällige Abschnitte beprobe ich getrennt vom Rest der Hecke.

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Fehlt Magnesium oder kommt es nicht an?

Bei vermutetem Nährstoffmangel an Nadelgehölzen hilft eine Laborbodenanalyse, die den pH-Wert einschließt. Sie zeigt, ob der Vorrat im Boden fehlt oder ob vorhandenes Magnesium nur eingeschränkt verfügbar ist. Auf diesem Befund baut die Entscheidung auf, ob und womit du düngst und wie viel.

Auf dem Laborauftrag kreuze ich Magnesium und pH-Wert an und beschrifte den Probenbeutel mit Heckenabschnitt und Datum. Die Probe ziehst du im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr, jeweils bevor du düngst.

Zahl im Blick

Zeigt der Befund für Magnesium Versorgungsstufe D, braucht nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung ersetzt zu werden. Bei Versorgungsstufe E kann die Magnesiumdüngung vorübergehend auf 0 reduziert werden. Für eine im LUFA-Merkblatt als niedrig eingestufte Magnesiumversorgung werden 30 g Bittersalz mit 15 % MgO je m² empfohlen. Das ist ein Flächenwert je m², keine Menge je Pflanze.

Solange du eine Unterversorgung korrigierst, lässt du den Boden im Abstand von 2 bis 3 Jahren erneut untersuchen.

Wenn Magnesium im Boden ist, aber nicht ankommt

Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Magnesium ist dann vorhanden, für die Wurzeln aber schlecht verfügbar. Auch hohe Calcium-, Kalium- oder Ammoniumkonzentrationen können die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen.

Trockenheit wirkt ähnlich, weil Wurzeln Nährsalze in Wasser gelöst aufnehmen. In trockenen Phasen können deshalb Mangelsymptome auftreten, obwohl genug Nährstoffe im Boden stecken.

Kalk hebt den pH-Wert, und ein zu hoher pH-Wert kann Nährstoffe festlegen und Mangelerscheinungen auslösen. Wer ohne Befund kalkt, kann ein Mangelbild also verstärken. Gekalkt wird deshalb nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt.

Was Boden, Wasser und Mulch beitragen

Neu gepflanzte Gehölze brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene Bestände. Eine Mulchauflage vermindert die Verdunstung, wobei Rindenmulch und Holzhäcksel beim Abbau Stickstoff binden können. Wie du die Bodenprobe ziehst, durchdringend gießt und richtig mulchst, erklären die Grundlagen zu Bodenanalyse, Gießen und Mulchen.

Magnesium über den Boden geben

Bittersalz ist gut wasserlösliches Magnesiumsulfat. Es wirkt schnell und lässt sich über den Boden ebenso geben wie über das Blatt. Für eine ausgewogene Versorgung von Koniferen reicht Bittersalz allein aber nicht.

Ob neben Magnesium noch andere Nährstoffe fehlen, zeigt der Befund. Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Magnesiummangel ist ein gezielter Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Bittersalz passt also dort, wo der Befund außer beim Magnesium keine Lücke zeigt. In der Deklaration eines Mehrnährstoffdüngers erkennst du Magnesium am Kürzel MgO.

Die Packungsangabe setzt einen optimal versorgten Boden voraus. Du passt die Menge an deinen Befund an und rechnest Kompost und andere Dünger mit ein. Weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden, wiege ich die Menge für meinen Heckenstreifen ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher.

Streudünger kommt möglichst auf feuchten Boden und nicht auf nasse Triebe, damit er wirken kann und keine Ätzschäden entstehen. Im Garten ist eine Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, um Auswaschungsverluste zu mindern.

Häufiger Fehler

Bittersalz Jahr für Jahr auf Verdacht streuen. Ein Magnesiumüberschuss kann das Calciumgleichgewicht stören und Kaliummangel verursachen, während viel Kalium seinerseits die Magnesiumaufnahme beeinträchtigen kann. Ich gebe Magnesium deshalb nur nach Befund.

Achtung

Lagere Bittersalz und andere Dünger verpackt oder abgedeckt in trockenen Räumen. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an, damit dort die Lage beurteilt wird.

Blattdüngung: schnelle Hilfe mit Grenzen

Eine Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern. Die ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln ersetzt sie nicht. Weil Magnesium ein Hauptnährstoff ist, überbrückt das Spritzen nur, und die Ursache im Boden klärst du trotzdem.

Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann auch eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen. Sie hilft dir bei der Entscheidung, ob eine gezielte Blattdüngung sinnvoll ist.

Gespritzt wird bei bedecktem Himmel oder am Abend. In starker Sonne trocknet die Lösung ein, und die steigende Salzkonzentration kann Verbrennungen verursachen. Fein zerstäubt tropft die Lösung weniger schnell ab. Die Konzentration nimmst du von der Packung.

Ich spritze zuerst einen einzelnen Trieb zur Probe und kontrolliere ihn, bevor ich die ganze Hecke behandle. Die Aufnahme über das Blatt kann je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage dauern.

Bei großer Hitze und Trockenheit bleibt das Laub trocken. Eine notwendige Flüssigdüngung gießt du dann niedrig konzentriert auf den vorher angefeuchteten Boden.

Mini-Checkliste

Ein Befund oder eine Analyse spricht für Magnesiummangel, der Himmel ist bedeckt oder es ist Abend, es herrscht keine Hitze- oder Trockenphase, die Düse zerstäubt fein, und der Probetrieb zeigt keinen Schaden.

Welcher Dünger passt, und wann wird gedüngt?

Welcher Dünger zu Thujen passt und wie du ihn ausbringst, behandelt ein eigener Ratgeber. Ein weiterer zeigt, welche Nährstoffe die Thuja in welcher Lebensphase braucht. Wann im Jahr du Thujen düngst und wann Schluss ist, steht im Ratgeber zum Düngezeitpunkt.

Häufige Fragen

Warum ist Magnesium für Thujen so wichtig?
Magnesium gehört zu den Hauptnährstoffen und ist ein Baustein des Chlorophylls, damit ist es für die Photosynthese unentbehrlich. Fehlt es, können sich bei Nadelgehölzen die Spitzen oder ganze ältere Nadeljahrgänge gelb färben. Ob deine Thujen zusätzliches Magnesium brauchen, zeigt aber erst eine Bodenanalyse mit pH-Wert.
Wie erkennt man Magnesiummangel bei Heckenpflanzen?
An Nadelgehölzen wie der Thuja kann Magnesiummangel gelbe Spitzen oder eine vollständige Vergilbung älterer Nadeljahrgänge auslösen. Eindeutig ist das nicht, denn auch Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter. Braune Triebe können zudem auf Trockenheit, Frosttrocknis, natürliche Alterung, Krankheiten oder Schädlinge zurückgehen. Eine Laborbodenanalyse mit pH-Wert zeigt, ob Magnesium im Boden fehlt oder nur schlecht verfügbar ist.
Worin unterscheidet sich Bodendüngung von Blattdüngung bei Immergrünen?
Bodendüngung versorgt die Wurzeln, und über die Wurzeln läuft die ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen wie Magnesium. Eine Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt diese Versorgung aber nicht. Gespritzt wird bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt.
Welchen Einfluss hat der pH-Wert auf die Magnesiumaufnahme bei Sichtschutzhecken?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Dann können Mangelsymptome auftreten, obwohl Magnesium im Boden vorhanden ist. Welcher pH-Bereich passt, hängt von Bodenart, Humusgehalt und Bepflanzung ab, deshalb lässt du den pH-Wert im Labor mitbestimmen. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene Wert unter dem passenden Bereich liegt.
Stimmt es, dass Thujen ohne Dünger nicht wachsen können?
So pauschal stimmt das nicht. Eine Düngung beim Pflanzen von Koniferen ist nicht grundsätzlich nötig, sondern richtet sich nach der untersuchten Nährstoffversorgung. Bei Ziergehölzen wie der Thuja deckt der Boden den Stickstoffbedarf häufig schon weitgehend. Ob Magnesium oder ein anderer Nährstoff fehlt, klärt eine Bodenuntersuchung.
Was unterscheidet Bittersalz von einem Mehrnährstoffdünger mit Magnesium?
Bittersalz ist gut wasserlösliches Magnesiumsulfat und lässt sich schnell wirkend über den Boden oder über das Blatt einsetzen. Allein bietet es Koniferen aber keine ausgewogene Versorgung mit allen Nährstoffen. Ein Mehrnährstoffdünger liefert Magnesium zusammen mit anderen Nährstoffen, in seiner Deklaration erkennst du es am Kürzel MgO. Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Magnesiummangel ist ein gezielter Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger.
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